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Mifegyne - Chancen und Risiken des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs

Titel: Mifegyne - Chancen und Risiken des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs

Diplomarbeit , 2004 , 96 Seiten , Note: gut

Autor:in: Natascha Böger (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Diplomarbeit geht es um den medikamentösen
Schwangerschaftsabbruch durch Mifegyne in Verbindung mit
Prostaglandinen. Dieser medikamentöse Schwangerschaftsabbruch ist in
Frankreich bereits seit 1988 möglich. Im Laufe der Jahre erfolgte die
Zulassung von Mifegyne, dem Mittel, das einen medikamentösen
Schwangerschaftsabbruch ermöglicht, in verschiedenen anderen Ländern. In
Deutschland schuf erstmalig der Regierungswechsel 1998 von der Christlich
Demokratischen Union auf die Sozialdemokratische Partei Deutschlands die
politischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Zulassungsantrag. Die
sich anschließende öffentliche Diskussion um Mifegyne wurde sehr
emotional geführt und weckte bei mir erstmalig das Interesse, mich mit dem
Thema des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs näher zu
beschäftigen.
Vordergründig ging es in der öffentlichen Diskussion um die vermeintlich
schonendere und bessere Methode eines Schwangerschaftsabbruchs. Sie
wurde aber auch dazu benutzt, das Recht der Frauen auf Abbruch einer
ungewollten Schwangerschaft grundsätzlich in Frage zu stellen. Mir wurde
schnell klar, dass zu der Diskussion um den medikamentösen
Schwangerschaftsabbruch auch die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs
generell gehört. Im Folgenden werde ich deshalb zur Einführung
die Geschichte des Schwangerschaftsabbruchs kurz darstellen.
Die Debatte um den Schwangerschaftsabbruch hat eine über Jahrtausende
alte Geschichte. Der Schwangerschaftsabbruch selbst ist wahrscheinlich so
alt wie die Menschheit. (Vgl. Jütte 1993, S. 27 und 28)
In allen Kulturen und Gesellschaften wurde das Wissen zum Thema der
Geburtenkontrolle überliefert. Es waren pflanzliche und mechanische Mittel
zur Empfängnisverhütung bekannt und es gab ebenfalls verschiedene
Methoden eine Schwangerschaft abzubrechen. (Vgl. Jerouschek 1988,
S. 26) Als Beispiel möchte ich hier den Sadebaum nennen. Er steht heute als
Immergrünpflanze auf vielen Friedhöfen. Das Gift des Strauches hat eine
zweitausend Jahre alte Geschichte als Mittel eine Schwangerschaft
abzubrechen. Es wurde aus den frischen Zweigtrieben gewonnen und als
Trank eingenommen. In falscher Dosierung getrunken, konnte das Mittel wie
viele andere jedoch tödlich sein. In alten Kräuterbüchern wird es, neben
anderen Möglichkeiten, mit Anleitung zur Herstellung, als Abortivum
(lateinisch = Abtreibungsmittel) genannt. Das Wissen um nahezu alle diese
Mittel ist allmählich verlorengegangen. (Vgl. Jerouschek 1993, S. 14 und 17) [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Empfängnis und Schwangerschaft

2.1. Der Eisprung

2.2. Die Samenzellen auf dem Weg zur befruchteten Eizelle

2.3. Befruchtung und Einnistung

2.4. Die zeitliche Berechnung einer Schwangerschaft

2.5. Die Schwangerschaft

2.5.1. Die Embryonalphase

2.5.2. Die Fetalphase

2.6. Ausblick

3. Methoden des Schwangerschaftsabbruchs

3.1. Die Betäubung

3.1.1. Die Vollnarkose

3.1.2. Die örtliche Betäubung

3.2. Die Ausschabung (Abrasio)

3.3. Die Absaugung (Vakuumkürettage)

3.4. Die Abdominale Hystrotomie (Sectio parva)

3.5. Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch

3.6. Eine Gegenüberstellung der verschiedenen Methoden zum Abbruch einer Frühschwangerschaft

3.7. Zusammenfassung

4. Geschichte des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs

4.1. Die Hormonforschung beginnt

4.2. Die Anfänge der Forschung an der Fruchtbarkeitskontrolle

4.3. Der Durchbruch mit RU 38486

4.4. Das Antiprogesteron und die Prostaglandine

4.5. Der lange Weg bis zur freien Nutzung

4.5.1. RU 486 im „Entdeckungsland“ Frankreich

4.5.2. RU 486 in China

4.5.3. RU 486 in England

4.5.4. RU 486 in den USA

4.5.5. RU 486 in Deutschland

4.6. Fazit

5. Wirkungsweise und Anwendung von Mifegyne

5.1. Die Rolle der Hormone

5.1.1. Die wichtigsten Hormone zur Steuerung der weiblichen Fortpflanzung

5.1.2. Der Menstruationszyklus

5.1.3. Die Hormone der Schwangerschaft

5.2. Die Antihormone

5.3. Die Prostaglandine

5.3.1. Aufgaben der Prostaglandine

5.3.2. Die Prostaglandine und das Progesteron

5.3.3. Die Prostaglandine und der Zyklus

5.3.4. Die Prostaglandine und die Schwangerschaft

5.3.5. Zusammenfassung

5.4. Die Wirkungsweise von Mifegyne

5.4.1. Nach der Einnahme von Mifegyne

5.4.2. Die „perfekte“ Kombination

5.5. Anwendungsgebiete von Mifegyne

5.6. Kontraindikationen bei einer Anwendung von Mifegyne

5.7. Zukünftige Anwendungsgebiete von Mifegyne

5.8. Neue Entwicklungen beim medikamentösen Schwangerschaftsabbruch

5.8.1. Die Einnahme von Prostaglandinen zu Hause

5.8.2. Die Erweiterung des Anwendungszeitraums von Mifegyne

6. Praktische Erfahrungen mit Mifegyne

6.1. Praktische Erfahrungen in Frankreich

6.2. Praktische Erfahrungen in Österreich

6.3. Praktische Erfahrungen in Deutschland

6.3.1. Warum ist der medikamentöse Abbruch mit Mifegyne und Prostaglandinen in Deutschland so wenig etabliert?

6.4. Zwei betroffene Frauen berichten

6.5. Psychische Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs

6.6. Fazit

7. Verantwortung und Selbstbestimmung der Frau bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch

7.1. Definition des Begriffs Verantwortung

7.2. Definition des Begriffs Selbstbestimmung

7.3. Gründe für und gegen einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch

7.4. Die Wahlfreiheit

7.5. Eine Chance die Verantwortung zu übernehmen

7.6. Zusammenfassung

8. Sozialpädagogische Konsequenzen

8.1. Konsequenzen für die Sexualpädagogik

8.1.1. Die Sexualaufklärung

8.1.2. Ziel der Sexualaufklärung

8.1.3. Was bedeutet Mifegyne für die Sexualaufklärung?

8.2. Konsequenzen für die Schwangerschaftskonfliktberatung

8.2.1. Die rechtliche Seite der Schwangerschaftskonfliktberatung

8.2.2. Die fachliche Seite der Schwangerschaftskonfliktberatung

8.2.3. Was bedeutet Mifegyne für die Schwangerschaftskonfliktberatung?

8.2.4. Fazit

9. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Chancen und Risiken des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs mittels Mifegyne in Verbindung mit Prostaglandinen, analysiert den historischen Kontext der Zulassung in Deutschland sowie die sozialpädagogischen Konsequenzen für die Sexualpädagogik und die Schwangerschaftskonfliktberatung.

  • Geschichte und rechtlicher Rahmen des Schwangerschaftsabbruchs
  • Wirkungsweise und Anwendung von Mifegyne und Prostaglandinen
  • Praktische Erfahrungen und psychische Folgen für Frauen
  • Verantwortung und Selbstbestimmung der Frau bei der Methodenwahl
  • Sozialpädagogische Implikationen für Beratung und Aufklärung

Auszug aus dem Buch

Die „perfekte“ Kombination

Durch den erhöhten Prostaglandinwert und die Blockierung des Progesterons wird die Frucht abgestoßen, werden Wehen ausgelöst und der Gebärmutterhals erweicht und geöffnet. Um den schon vorhandenen Prostaglandinwert weiter zu erhöhen und so die eingesetzten Vorgänge zu unterstützen, wird sechsunddreißig bis achtundvierzig Stunden nach einer Einnahme von Mifegyne zusätzlich eine geringe Dosis von synthetischen Prostaglandinen gegeben. Jede Substanz für sich allein eingenommen kann einen Schwangerschaftsabbruch herbeiführen. Mifegyne macht den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch jedoch schonender, als wenn nur Prostaglandine verwendet würden, und die zusätzliche Einnahme von Prostaglandinen steigert umgekehrt die Erfolgsrate von Mifegyne (siehe Abb. 11). Nach vielen klinischen Studien stellte sich eine Kombination von beiden Substanzen als eine Methode mit geringen Nebenwirkungen und einer hohen Erfolgsrate heraus. (Vgl. Semrau und Watzlawick 1999, S. 124 und 125)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des medikamentösen Abbruchs mit Mifegyne und Prostaglandinen sowie ein kurzer historischer Abriss des Schwangerschaftsabbruchs.

2. Empfängnis und Schwangerschaft: Erläuterung der biologischen und hormonellen Grundlagen einer Schwangerschaft, um das Verständnis für den Prozess eines Abbruchs zu fördern.

3. Methoden des Schwangerschaftsabbruchs: Detaillierte Vorstellung chirurgischer und medikamentöser Verfahren sowie deren Vor- und Nachteile.

4. Geschichte des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs: Chronologische Darstellung der Entwicklung von RU 486 (Mifegyne) und des langen Weges zur Zulassung in verschiedenen Ländern.

5. Wirkungsweise und Anwendung von Mifegyne: Analyse der biochemischen Wirkungsweise, Kontraindikationen und zukünftiger medizinischer Einsatzmöglichkeiten.

6. Praktische Erfahrungen mit Mifegyne: Zusammenfassung internationaler Anwendererfahrungen, Fokus auf die Situation in Deutschland sowie Einblicke in psychische Aspekte.

7. Verantwortung und Selbstbestimmung der Frau bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch: Reflexion über die Rolle der Frau als aktiv handelndes Subjekt und die Bedeutung der Methodenwahl.

8. Sozialpädagogische Konsequenzen: Diskussion über die Auswirkungen der neuen Methode auf die Sexualpädagogik und die professionelle Schwangerschaftskonfliktberatung.

9. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Fazit zur politischen und sozialen Relevanz des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs.

Schlüsselwörter

Mifegyne, RU 486, Schwangerschaftsabbruch, Prostaglandine, Schwangerschaftskonfliktberatung, Selbstbestimmung, Hormonforschung, Abtreibungspille, medizinische Methoden, sexualpädagogische Beratung, Frauengesundheit, psychische Folgen, Ethik, Wirkungsweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit den Chancen und Risiken des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs unter Verwendung von Mifegyne und Prostaglandinen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Wirkungsweise, der historischen Entwicklung des Medikaments, den praktischen Anwendungserfahrungen und den damit verbundenen sozialpädagogischen Konsequenzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Auswirkungen der medikamentösen Methode auf die Entscheidungsfreiheit der Frau sowie auf die Anforderungen an Beratung und Aufklärung kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie auf Auswertungen von klinischen Studien und Experteninterviews basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biologischen Grundlagen der Schwangerschaft, einen Vergleich der chirurgischen und medikamentösen Methoden, eine historische Aufarbeitung der Zulassungsgeschichte sowie die Analyse praktischer Erfahrungen und ethischer Fragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mifegyne, Schwangerschaftsabbruch, Selbstbestimmung, Prostaglandine und Schwangerschaftskonfliktberatung.

Warum ist der medikamentöse Abbruch in Deutschland bisher weniger etabliert als in anderen Ländern?

Die Arbeit identifiziert Gründe wie ökonomische Faktoren bei der Vergütung, mangelnde Kenntnisse bei einigen Medizinern sowie formale Hürden im Vertriebsweg und das enge Zeitfenster der Anwendung.

Welche Rolle spielt das Thema Verantwortung bei dieser spezifischen Methode?

Im Vergleich zum chirurgischen Eingriff, der oft eine passive Rolle der Patientin impliziert, fordert der medikamentöse Prozess eine bewusste und aktive Auseinandersetzung der Frau mit ihrem Körper und ihrer Entscheidung, was als Akt der Selbstverantwortung verstanden wird.

Welche psychischen Auswirkungen werden im Zusammenhang mit der Methode diskutiert?

Die Autorin betont, dass die psychische Belastung individuell variiert; viele Frauen empfinden die aktive Rolle als hilfreich, sofern eine angemessene Begleitung und professionelle Beratung gewährleistet ist.

Ende der Leseprobe aus 96 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mifegyne - Chancen und Risiken des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs
Hochschule
Fachhochschule Kiel
Note
gut
Autor
Natascha Böger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
96
Katalognummer
V35264
ISBN (eBook)
9783638352345
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mifegyne Chancen Risiken Schwangerschaftsabbruchs
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Natascha Böger (Autor:in), 2004, Mifegyne - Chancen und Risiken des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35264
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Leseprobe aus  96  Seiten
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