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Aufgabe der Zensurbehörde im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung zur Verbreitung und Unterstützung von aufgeklärter Literatur in Frankreich im 18. Jahrhundert

Title: Aufgabe der Zensurbehörde im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung zur Verbreitung und Unterstützung von aufgeklärter Literatur in Frankreich im 18. Jahrhundert

Term Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Master of Arts Alexander Monagas (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Zensur war im 18. Jahrhundert in Frankreich allgegenwärtig und sehr streng. Zeitgenössische Schriftsteller und Autoren empfanden sie häufig als tyrannisch und repressiv. Doch verdanken viele aufgeklärte Werke gerade dem Oberzensor Malesherbes ihre Zulassung. Wurde durch literaturinteressierte und intellektuelle Zensoren die Verbreitung aufgeklärter Literatur bedeutend gefördert?
Die Institution der Zensur war ein Kontrollorgan der Monarchie. Der König strebte mit der staatlichen Zensur eine Monopolstellung an, um Schriftsteller und Autoren durch Repression oder Förderung in den Dienst der Krone zu stellen. Vom 17. zum 18. Jahrhundert gelang der Zensur tatsächlich für kurze Zeit die totalitäre Verfügbarkeit über Mensch und Material. In dieser Zeit verlor die Kirche ihren Anspruch über die Bücherkontrolle.
Es ist auf Grund der komplexen und divergenten Handhabung der Zensur kaum möglich, eine vollständige Entwicklung der Zensurgeschichte darzustellen. Darum soll in dieser Arbeit auf einige wesentliche Entwicklungen eingegangen werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Oberzensor Malesherbes und den verschiedenen Druckerlaubnissen. Da die permission tacite eine ungewöhnliche Druckerlaubnis war, wird diese Genehmigung ausführlicher untersucht.
Die Frage ist zudem, ob belegt werden kann, dass die Librairie nicht gegen, sondern für die aufgeklärte Literatur arbeitete. Wie die Institutionen strukturiert waren und wie es um die Publizierungsmöglichkeiten stand, wird die Betrachtung der Druckerlaubnisse zeigen.
Trotz aller positiven Verhaltensweisen einzelner Zensoren, war die Zensurbehörde gleichermaßen für ihre Willkürlichkeit bekannt. Oftmals wurde die Machtstellung zur materiellen Bereicherung oder zur Austragung persönlicher Differenzen missbraucht. Dennoch war das Amt des Zensor nicht automatisch ein besonders sicheres. Durchaus konnten selbst Zensoren in die Schusslinie der Kritik geraten.
Durch diesen Umstand werfen weitere Fragen auf: Wie wurde zensiert? Was und warum wurde zensiert? Riskierten Zensoren für manche Werke ihre Stellung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

1. GESCHICHTE DER ZENSUR IN FRANKREICH

1.1 WARUM EINE ZENSUR?

1.2 OBERZENSOR MALESHERBES

1.3 ZENSUR ALS MITTEL DER POLITIK

2. SYSTEM UND STRUKTUR DER ZENSURBEHÖRDEN

2.1 DIE VORZENSUR

2.1.1 Le Bureau contentieux de la librairie

2.1.2 Le Bureau gracieux de la librairie

2.2. NACHZENSUR: LA POLICE DES LIVRES

2.3 SELBSTZENSUR

3. DRUCKERLAUBNISSE UND EINHALTUNG

3.1 LE PRIVILÈGE GÉNÉRAL

3.2 LA PERMISSION TACITE

3.3 LA SIMPLE TOLÉRANCE

3.4 NICHT ERLAUBT UND NICHT VERBOTEN

3.5 LES LIVRES DÉFENDUS

4. FAZIT: DIE ZENSUR STEHT IM ZEICHEN DER AUFKLÄRUNG

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Institution der Zensur im Frankreich des 18. Jahrhunderts, insbesondere deren widersprüchliche Rolle zwischen staatlicher Repression und der indirekten Förderung aufgeklärter Literatur. Es wird analysiert, wie durch die Arbeit von Zensoren wie Malesherbes sowie durch verschiedene Formen der Druckerlaubnis ein Handlungsspielraum entstand, der trotz absolutistischer Kontrolle die Verbreitung kritischen Gedankenguts ermöglichte.

  • Die historische Entwicklung und Legitimation der staatlichen Zensurbehörden in Frankreich.
  • Die Rolle des Oberzensors Malesherbes als Schlüsselfigur für eine aufgeklärte Zensurpolitik.
  • Strukturelle Analyse der verschiedenen Druckerlaubnisse (Privilège général, permission tacite etc.) und deren ökonomische Implikationen.
  • Das Spannungsfeld zwischen staatlicher Autorität, Selbstzensur der Autoren und der Verbreitung verbotener Werke.

Auszug aus dem Buch

1.2 Oberzensor Malesherbes

Unter Malesherbes wurde die königlichen Zensurpolitik und die damit verbundene neue Richtung klar: Er praktizierte eine strenge, aber dennoch flexible und aufgeklärte Literaturkontrolle. Die Pressefreiheit und dessen Gewährung nahm der Directeur de la Librairie pragmatisch vor. Er definierte eindeutig, was an kritischen Inhalten noch zu vertreten und was vollständig zu verbieten sei. Dadurch wollte er die Buchproduktion ankurbeln und gleichzeitig die Literatur schützen. Ohne diesen Schutz wären die Buchdrucker mangels fehlender Druckerlaubnis verloren gewesen.

Doch war Malesherbes keinesfalls ein heimlicher Gegner der Zensur. Er nannte in seinen Werken Bereiche, in denen er die Zensur für besonders sinnvoll hielt. Zum Druck nicht zugelassen werden durften Werke, die „Angriffe auf die Regierung enthalten oder königliche Autorität und die Gehorsamspflicht der Untertanen“ diskutierten. Zensur müsse ebenfalls Werke gegen Sitte und Anstand (ouvrages obscènes) uneingeschränkt verbieten.

Malesherbes wollte außerdem der vorherrschenden Willkürlichkeit der Zensur ein Ende bereiten. Im Gegenzug forderte er die strikte Einhaltung seiner Zensuren, um diese so effektiver zu gestalten. Er setzte sich für die insgeheim für die Förderung von aufgeklärten Autoren ein. Als Oberzensor hatte er einen „großen Entscheidungs- und Handlungsspielraum“, der es ihm ermöglichte, „einige Aufklärer, mit deren Ansicht er übereinstimmte erfolgreich vor der Zensur zu schützen.“ Durch Auszeichnungen für Autoren erhoffte er sich das Vertrauen von Schriftstellern und Verlegern trotz seines Amtes als Oberzensor zu vergewissern.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die repressive Natur der Zensur im 18. Jahrhundert und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem paradoxen Einfluss intellektueller Zensoren wie Malesherbes auf die Aufklärung.

1. GESCHICHTE DER ZENSUR IN FRANKREICH: Dieses Kapitel zeichnet den Weg vom kirchlichen und universitären Zensurrecht hin zur absolutistischen Monopolstellung des französischen Königs nach.

2. SYSTEM UND STRUKTUR DER ZENSURBEHÖRDEN: Hier werden die administrativen Organe, wie die Vorzensur und die Buchpolizei, in ihrer Funktionsweise und ihrem bürokratischen Ablauf analysiert.

3. DRUCKERLAUBNISSE UND EINHALTUNG: Das Kapitel differenziert zwischen den verschiedenen Typen der Druckgenehmigung und untersucht deren rechtliche sowie strategische Bedeutung für Verleger.

4. FAZIT: DIE ZENSUR STEHT IM ZEICHEN DER AUFKLÄRUNG: Das Fazit resümiert die widersprüchliche Handhabung der Zensur, die trotz ihrer repressiven Grundstruktur zu einem wichtigen Protektor aufgeklärter Ideen wurde.

Schlüsselwörter

Zensur, Frankreich, 18. Jahrhundert, Malesherbes, Aufklärung, Druckerlaubnis, Ancien Régime, Libellistik, Buchpolizei, Pressefreiheit, Literaturkontrolle, Encyclopédie, staatliche Autorität, absolutistische Zensur, Publikationsmöglichkeiten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Rolle der Zensurbehörden im 18. Jahrhundert in Frankreich und deren paradoxe Funktion als sowohl repressives Kontrollorgan als auch notwendige Instanz für die Unterstützung und Verbreitung aufgeklärter Literatur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Genese der französischen Zensur, die interne Struktur der Behörden wie der Direction de la Librairie, das System der Druckerlaubnisse sowie das Wirken des Oberzensors Malesherbes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Zensoren auf den intellektuellen Diskurs des 18. Jahrhunderts zu belegen und aufzuzeigen, wie durch flexible Handhabung von Vorschriften Räume für aufgeklärte Literatur geschaffen wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode, die sich auf zeitgenössische Quellen sowie fachspezifische Forschungsliteratur zur Geschichte des Buchdrucks und des Zensursystems im Ancien Régime stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Zensurinstanzen, den Prozess der Druckerlaubnisvergabe inklusive der "permission tacite" und die Strategien der Selbstzensur durch Autoren und Verleger.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zensur, Aufklärung, Druckerlaubnis, Malesherbes, Ancien Régime, Pressefreiheit und Buchpolizei.

Welche Rolle spielte die "permission tacite" für die Aufklärer?

Diese Form der "stillschweigenden Druckgenehmigung" war entscheidend, da sie Werke legalisierbar machte, die offiziell kein Privileg erhalten konnten, und somit beispielsweise das Erscheinen der späteren Bände der Enzyklopädie ermöglichte.

Inwiefern war das Amt des Zensors gefährlich?

Obwohl Zensoren Macht ausübten, waren sie selbst Gegenstand politischer Beobachtung und konnten bei Missfallen des Königs oder durch die Verbreitung "gefährlicher" Inhalte ihre Stellung verlieren oder politisch in Bedrängnis geraten.

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Details

Title
Aufgabe der Zensurbehörde im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung zur Verbreitung und Unterstützung von aufgeklärter Literatur in Frankreich im 18. Jahrhundert
College
University of Mannheim
Course
Aufklärung und Gegenaufklärung
Grade
1,3
Author
Master of Arts Alexander Monagas (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V35282
ISBN (eBook)
9783638352512
ISBN (Book)
9783638879705
Language
German
Tags
Aufgabe Zensurbehörde Zusammenhang Bedeutung Verbreitung Unterstützung Literatur Frankreich Jahrhundert Aufklärung Gegenaufklärung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Alexander Monagas (Author), 2004, Aufgabe der Zensurbehörde im Zusammenhang mit ihrer Bedeutung zur Verbreitung und Unterstützung von aufgeklärter Literatur in Frankreich im 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35282
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