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Der Wohlfahrtsstaat - eine gerechte Institution? Eine Betrachtung des WFs anhand der Theorie von John Rawls

Title: Der Wohlfahrtsstaat - eine gerechte Institution? Eine Betrachtung des WFs anhand der Theorie von John Rawls

Term Paper , 2004 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tamara Oberhauser (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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[...] In den Medien wird uns immer wieder im Rahmen der Debatten der Regierungs- und Oppositionsparteien der beinahe zum Schlagwort sozialer Reformen gewordenen Begriff der ‚Gerechtigkeit’ präsentiert. An diesem Punkt stellt sich zwingend die Frage, was unter dem nahezu inflationär verwendeten Gerechtigkeitsbegriff eigentlich zu verstehen ist. Auf welche Gerechtigkeitsprinzipien beruft sich die Politik, wenn sie von ‚gerechten Reformen’ des Sozialstaats spricht, und welche Form der Gerechtigkeit fordert die Gesellschaft ein? Oder anders gefragt: Kann die Institution Wohlfahrtsstaat auf ein Konzept von Gerechtigkeit zurückgreifen bzw. kann die Heranziehung eines theoretischen Gerechtigkeitskonzepts für die Erklärung oder gar Legitimation der Institution Wohlfahrtsstaat dienlich sein? Um dieser Frage nachzugehen, soll in der vorliegenden Arbeit die „Theorie der Gerechtigkeit“ von John Rawls aus dem Jahre 1971 in ihren Grundzügen betrachtet werden, um im Anschluss zu untersuchen, inwiefern sich diese Theorie eignet, wohlfahrtsstaatliche Interventionen unter dem Aspekt der Gerechtigkeit zu erklären. Als Beispiel einer der Dimensionen wohlfahrtsstaatlicher Wirkungsfelder soll hier knapp auf das gesellschaftlich dringlichste Problem der Massenarbeitslosigkeit und auf die politische Antwort darauf in Form sozialstaatlicher Versorgung von Arbeitslosen bzw. die Arbeitsmarktpolitik eingegangen werden. Bereits an dieser Stelle sei gesagt, dass davon auszugehen ist, dass die in der vorliegenden Arbeit aufgenommene Diskussion, sich nicht allzu detailliert aufzeigen lässt, da die Komplexität der Thematik dies in diesem Rahmen nicht gebietet. [...] Die Arbeit kann somit als eine ausschnittsweise Betrachtung des Wohlfahrtsstaates gesehen werden, die sich auf die Anwendung der Grundzüge der Gerechtigkeitstheorie Rawls’ konzentriert. Im ersten Kapitel soll zunächst der Begriff der Gerechtigkeit genauer beschrieben werden und anschließend das Gerechtigkeitskonzept Rawls’ aufgezeigt werden. Die Bedeutung der Rawls’schen Theorie für die Institution Wohlfahrtsstaat wird im zweiten Kapitel dargelegt, um abschließend darauf einzugehen, wie das Problem der Arbeitslosigkeit und die dazugehörigen wohlfahrtsstaatlichen Eingriffe unter dem Aspekt der Gerechtigkeit einzuordnen sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Begriff der Gerechtigkeit und die Gerechtigkeitstheorie nach Rawls

1.1 Definition: Gerechtigkeit

1.2 Die Gerechtigkeitstheorie nach John Rawls: Verteilungsgerechtigkeit

1.3 Die Gesellschaft im hypothetischen Urzustand

1.4 Die Grundprinzipien der Gerechtigkeit

1.5 Chancengleichheit

1.6 Kritik

2. Der Wohlfahrtsstaat: eine Institution der Verteilungsgerechtigkeit?

2.1 Arbeitsmarkt und soziale Sicherung

2.2 Gerechtigkeit im Wohlfahrtsstaat unter der Bedingung von Massenarbeitslosigkeit

3. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die "Theorie der Gerechtigkeit" von John Rawls als theoretische Grundlage dienen kann, um wohlfahrtsstaatliche Interventionen unter dem Aspekt der Gerechtigkeit zu erklären und zu legitimieren, wobei insbesondere das Problem der Massenarbeitslosigkeit betrachtet wird.

  • Grundlagen des Gerechtigkeitsbegriffs
  • Die Theorie der Gerechtigkeit nach John Rawls (Urzustand und Differenzprinzip)
  • Der Wohlfahrtsstaat als Institution der Verteilungsgerechtigkeit
  • Soziale Sicherungssysteme und Arbeitsmarktpolitik
  • Kritische Analyse von Verteilungskonflikten und gesellschaftlichen Gerechtigkeitsvorstellungen

Auszug aus dem Buch

Die Gerechtigkeitstheorie nach John Rawls: Verteilungsgerechtigkeit

John Rawls zählt zu den bedeutendsten Gerechtigkeitstheoretikern des 20. Jahrhunderts. Der amerikanische Philosoph hat mit seinem Werk „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ eine interdisziplinäre Theorie der praktischen politischen Philosophie geschaffen, die der Theorierichtung des Egalitarismus zuzuordnen ist und als wegweisend für die Entwicklung der Gerechtigkeits- und Sozialstaatsphilosophie gesehen werden muss. (vgl. Kersting 2001, 7ff.).

Nach Kersting (2001, 37) handelt es sich bei der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie um eine Theorie der Verteilungsgerechtigkeit, „deren Anwendungsbereich nicht das soziale Handeln der Menschen, sondern die gesellschaftliche Grundordnung ist“. Rawls (1975, 23) selbst bezeichnet als den Gegenstand der Gerechtigkeit (in Form von „sozialer Gerechtigkeit“) die „Grundstruktur der Gesellschaft“ und die „Art, wie die wichtigsten gesellschaftlichen Institutionen Grundrechte und –pflichten und die Früchte der gesellschaftlichen Arbeit verteilen“.

Rawls’ Theorie ist den Vertragstheorien zuzurechnen, die bereits ab dem 17. Jahrhundert entstanden sind (z. B. die Theorien von Locke, Rousseau und Kant). Jedoch grenzt er sich bewusst von der herkömmlichen Theorie des Gesellschaftsvertrags ab und beansprucht für sich eine Verallgemeinerung dieser theoretischen Konstrukte, die er versucht, auf eine „höhere Abstraktionsstufe zu heben“ und zudem spricht er von einer Überlegenheit seiner Theorie „gegenüber der vorherrschenden utilitaristischen Tradition“ (Rawls 1975, 12).

Gleichsam den traditionellen Vertragstheorien findet sich auch bei Rawls ein kontraktualistischer Ausgangspunkt von Gesellschaft, das heißt eine Vertragssituation, die ein Konfliktszenario beinhaltet. Der kennzeichnende Konflikt der Gesellschaft im Urzustand – Rawls spricht hier von der original position – besteht darin, dass die Mitglieder einer Gesellschaft sich in einem Interessenkonflikt befinden, der sich aus der Verteilung der gesellschaftlichen Güter ergibt, wobei „jeder lieber mehr als weniger haben möchte“ (Rawls 1975, 20).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Gerechtigkeitsfrage im Kontext sozialer Reformen ein und steckt den Rahmen der Arbeit ab, die Rawls' Theorie auf wohlfahrtsstaatliche Interventionen anwendet.

1. Der Begriff der Gerechtigkeit und die Gerechtigkeitstheorie nach Rawls: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls, einschließlich des Urzustands, des Schleiers des Nichtwissens und der zentralen Verteilungsprinzipien.

2. Der Wohlfahrtsstaat: eine Institution der Verteilungsgerechtigkeit?: Hier wird untersucht, ob sich die theoretischen Konzepte von Rawls auf die Institution des Wohlfahrtsstaates übertragen lassen, insbesondere im Hinblick auf den Arbeitsmarkt und soziale Sicherungssysteme.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass trotz Kritikpunkten an der Realisierbarkeit und der hypothetischen Basis ein hoher Wert der Rawls’schen Theorie in der Bereitstellung normativer Handlungsprinzipien für einen fairen Ausgleich von Ungleichheiten liegt.

Schlüsselwörter

Gerechtigkeit, John Rawls, Wohlfahrtsstaat, Verteilungsgerechtigkeit, Urzustand, Differenzprinzip, Soziale Sicherung, Arbeitsmarkt, Chancengleichheit, Theorie der Gerechtigkeit, Soziale Gerechtigkeit, Massenarbeitslosigkeit, Egalitarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, inwiefern John Rawls' "Theorie der Gerechtigkeit" dazu dienen kann, wohlfahrtsstaatliche Eingriffe und soziale Sicherungssysteme theoretisch zu erklären und zu begründen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Gerechtigkeitstheorie nach Rawls, die Struktur des Wohlfahrtsstaates, die Bedeutung von Erwerbsarbeit für soziale Sicherung sowie die Problematik von Massenarbeitslosigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Anwendbarkeit Rawls’ abstrakter Gerechtigkeitsprinzipien auf die reale, durch Verteilungskonflikte geprägte wohlfahrtsstaatliche Praxis in Deutschland zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der Rawls' philosophisches Konzept mit sozialpolitischen Diskursen und Gegebenheiten des deutschen Wohlfahrtsstaates in Verbindung gebracht wird.

Welche Themen werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil behandelt ausführlich Rawls' Gerechtigkeitsbegriff (Urzustand, Differenzprinzip) und wendet diesen auf die Institution des Wohlfahrtsstaates sowie aktuelle Herausforderungen wie Massenarbeitslosigkeit und regionale Ungleichheiten an.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Verteilungsgerechtigkeit, Urzustand, Differenzprinzip, Sozialstaat, Chancengleichheit und soziale Sicherung.

Was versteht Rawls unter dem "Schleier des Nichtwissens"?

Es ist ein hypothetisches Gedankenexperiment, bei dem die Akteure im Urzustand nicht wissen, welche soziale Stellung, Talente oder Klasse sie in der Gesellschaft innehaben werden, was unparteiische und faire Entscheidungen über Gerechtigkeitsprinzipien ermöglichen soll.

Inwiefern beeinflusst Massenarbeitslosigkeit die Gerechtigkeitsdebatte?

Sie stellt ein zentrales Verteilungsproblem dar, da Arbeit als grundlegende Quelle für Einkommen, Status und soziale Teilhabe fungiert; ihr Verlust wird oft als ungerecht wahrgenommen, da er soziale Sicherheit und Selbstachtung gefährdet.

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Details

Title
Der Wohlfahrtsstaat - eine gerechte Institution? Eine Betrachtung des WFs anhand der Theorie von John Rawls
College
University of Heidelberg
Course
Neuere Beiträge zur Theorie des WFS
Grade
2,0
Author
Tamara Oberhauser (Author)
Publication Year
2004
Pages
20
Catalog Number
V35293
ISBN (eBook)
9783638352574
Language
German
Tags
Wohlfahrtsstaat Institution Eine Betrachtung Theorie John Rawls Neuere Beiträge Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tamara Oberhauser (Author), 2004, Der Wohlfahrtsstaat - eine gerechte Institution? Eine Betrachtung des WFs anhand der Theorie von John Rawls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35293
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