Ziel meiner Arbeit soll es sein, Schüler anhand von Werbeanalysen für die interkulturellen Unterschiede im Rahmen des Französischunterrichts zu sensibilisieren. Ich beziehe mich dabei ausschließlich auf die Printmedien, die durch die Kürze der Texte sehr überschaubar sind und sich auch für niedere Kompetenzniveaus eignen. Außerdem bieten sie sich sehr gut an, um im Fremdsprachenunterricht differenziert zu arbeiten und verschiedene Sozialformen einzusetzen.
Die Werbung umgibt uns und unsere Schüler tagtäglich; sei es im Supermarkt, auf Plakatwänden, in der Zeitung, im Internet, ja sogar auf Müsliverpackungen können wir vor ihr die Augen nicht verschließen. Firmen versuchen transnational ihre Produkte zu vermarkten und bedienen sich meist landestypischen Klischees. Aus diesem Grund werden den Schülern in Werbeanzeigen unbewusst kulturelle Werte einer Sprachgemeinschaft vermittelt. Erst im direkten Vergleich können sie auf interkulturelle Unterschiede aufmerksam gemacht werden. Die Analyse von Werbetexten bietet den Schülern nicht nur die Möglichkeit ihre eigene Kultur zu vergleichen, sondern ist ebenfalls ein geeigneter Ausgangspunkt für das kritische Hinterfragen von Wertevorstellungen. Des Weiteren können Fertigkeiten, wie das Leseverstehen, die eigene Textredaktion sowie Strategien der mündlichen Präsentation trainiert werden. Zusätzlich erlaubt es die semiotische Komplexität, die Sprach-Bild-Relationen in Bezug auf diverse Kommunikationstechniken zu vergleichen und zu analysieren. Idealer Nebeneffekt ist die Erweiterung des Wortschatzes hinsichtlich komplexer lexikalischer Einheiten.
Im Anschluss an den theoretischen Teil, der vor allem kulturraumspezifische Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland als Schwerpunkt aufzeigt, wird ein detailliertes Unterrichtsmodell mit Beispielanalysen der Firmen Heinken, SIXT und BMW vorgestellt, die für mich als zukünftige Fremdsprachenlehrerin als Unterrichtsvorlage dienen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bausteine der Werbung
2.1 Schlagzeile
2.2 Fließtext
2.3 Slogan
3. Semiotische Strategien von Werbeanzeigen
4. Kulturraumspezifische Unterschiede in der Werbekommunikation
5. Sprachwissenschaftliche Forschungsfelder im nationalen Vergleich: Frankreich vs. Deutschland
6. Unterrichtsmodell & detaillierte Werbeanalysen
6.1 Heineken
6.2 SIXT
6.3 BMW
7. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, Schüler im Französischunterricht anhand von Printwerbeanzeigen für interkulturelle Unterschiede zu sensibilisieren, indem zentrale sprachliche und kulturelle Mechanismen der Werbekommunikation im deutsch-französischen Vergleich analysiert werden.
- Analyse der Bausteine von Werbeanzeigen (Schlagzeile, Fließtext, Slogan)
- Untersuchung semiotischer Strategien in der Werbekommunikation
- Gegenüberstellung kulturraumspezifischer Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland
- Sprachwissenschaftlicher Vergleich von Werbephänomenen
- Entwicklung eines praxisorientierten Unterrichtsmodells
Auszug aus dem Buch
4. Kulturraumspezifische Unterschiede in der Werbekommunikation
Frankreich und Deutschland grenzen zwar geographisch aneinander, dennoch divergieren ihre Norm- und Moralvorstellungen, sowie ihre Kulturen deutlich. Aus diesem Grund müssen Werbemacher auf ihre präsentierten Lebens- und Erlebniswelten vor allem in Bezug auf die soziale Identifikation der Rezipienten Rücksicht nehmen. Es gibt zahlreiche Debatten über die interkulturelle Perspektive der Werbeindustrie, die sich vor allem mit der Standardisierbarkeit von Werbung beschäftigen. Hahn erörtert für die kulturübergreifende Werbekommunikation acht Schwierigkeiten, die bei der Adaption von standardisierten Kampagnen zum Problembereich werden können.
Um Werbung im jeweiligen Land wirksam zu machen, müssen die visuellen Zeichenelemente übereinstimmen und sprachliche sowie kulturelle Besonderheiten des Landes in verbalen und visuellen Register berücksichtigt werden. Um die verschiedenen Mentalitäten anzusprechen, ist ein kulturraumspezifisches Wissen der werbenden Unternehmen eine Grundvoraussetzung für Erfolg. Vergleicht man die Stereotypen Deutschlands und Frankreichs, lässt sich deren Wiederspiegelung in der Werbung nicht leugnen. Frankreich, auch bekannt als das Land der Weinkenner und des schönen Wetters, bedient sich zahlreicher Klischees in der Werbung, zum Beispiel mittels Weinkampagnen oder Werbung für Cabriolets für den heißen Sommer. In Deutschland, das Land des Bieres, wird vermehrt mit verschiedenen Biersorten geworben, Weinwerbung hingegen ist selten bzw. gar nicht vorhanden. Im Folgenden werden die signifikanten Unterschiede der Werbekommunikation in den Ländern Deutschland und Frankreich tabellarisch gegenübergestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz interkultureller Sensibilisierung im Fremdsprachenunterricht durch die Analyse von Werbeanzeigen ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Bausteine der Werbung: Dieses Kapitel definiert und beschreibt die zentralen Bestandteile von Printanzeigen, namentlich Schlagzeile, Fließtext und Slogan.
3. Semiotische Strategien von Werbeanzeigen: Hier wird die Bedeutung der Bild-Text-Relation sowie die Übertragung semiotischer Modelle auf Werbebotschaften beleuchtet.
4. Kulturraumspezifische Unterschiede in der Werbekommunikation: Dieses Kapitel analysiert die Differenzen in Norm- und Moralvorstellungen zwischen Frankreich und Deutschland sowie deren Einfluss auf die Werbestrategien.
5. Sprachwissenschaftliche Forschungsfelder im nationalen Vergleich: Frankreich vs. Deutschland: Die Untersuchung konzentriert sich auf Wortbildung, Wortarten, Verwendung von Fremdsprachen und Rhetorik im direkten sprachlichen Vergleich.
6. Unterrichtsmodell & detaillierte Werbeanalysen: Ein praktisches Modell für den Fremdsprachenunterricht wird vorgestellt und anhand von Fallbeispielen der Marken Heineken, SIXT und BMW konkretisiert.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Eignung von Werbetexten als authentisches Material zur Vermittlung interkultureller Kompetenz.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Französischunterricht, Werbeanalyse, Printmedien, Semiotik, Werbekommunikation, Sprachwissenschaft, Kulturraum, Deutschland, Frankreich, Wortbildung, Rhetorik, Stereotype, Werbestrategien, Fremdsprachenunterricht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Werbeanzeigen genutzt werden können, um Schüler für interkulturelle Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland zu sensibilisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die semiotischen und sprachwissenschaftlichen Strategien in der Werbung sowie die kulturellen Einflüsse auf Werbekampagnen im nationalen Vergleich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, ein Unterrichtsmodell zu entwickeln, das Werbeanzeigen als authentisches Material für den Fremdsprachenunterricht verwendet, um interkulturelle Kompetenzen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Werbesprache und Semiotik, kombiniert mit einer detaillierten Analyse konkreter Anzeigenbeispiele der Marken Heineken, SIXT und BMW.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Grundlagen der Werbebausteine, semiotische Strategien, einen Vergleich von Werbekulturen sowie die Anwendung dieser Konzepte in einem strukturierten Unterrichtsmodell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Werbeanalyse, Fremdsprachenunterricht, Semiotik, Werbekommunikation und deutsch-französischer Vergleich.
Wie unterscheidet sich die Werbung in Frankreich von der in Deutschland laut der Analyse?
Die Analyse zeigt, dass Frankreich in der Werbung stärker auf Emotionen, Ästhetik und einen subtileren Kommunikationsstil setzt, während Deutschland eine höhere Tendenz zu rationalen Argumenten und Produktinformationen aufweist.
Warum eignet sich das Beispiel der Firma SIXT besonders gut für den Unterricht?
SIXT eignet sich besonders gut, da die Marke aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehnisse des jeweiligen Landes satirisch aufgreift, was eine hohe Identifikation und Diskussion bei Schülern ermöglicht.
Welche Rolle spielt die Sprache im französischen Werbekontext?
Aufgrund der französischen Sprachpolitik werden Slogans stärker in die Muttersprache übersetzt, um die nationale Identität zu wahren und nicht mit gesellschaftlichen Moralvorstellungen zu kollidieren.
- Arbeit zitieren
- Lysiane Schützler (Autor:in), 2014, Die Sensibilisierung interkultureller Unterschiede. Analyse von Werbeanzeigen der Marken Heineken, SIXT und BMW, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/352944