Die einleitenden Kapitel zeigen den Weg auf, den die Gesellschaft der vorletzten Jahrhundertwende gegangen ist und welche Schwierigkeiten es zu bewältigen galt. Neben den politischen und wirtschaftlichen Aspekten, sollen insbesondere die geistigen Entwicklungsschritte, in Bezug auf die Geschlechterpolarisierung, beleuchtet werden. Das alltägliche Leben der verschiedenen Gesellschaftsklassen wird umrissen und, so weit es möglich ist, offen gelegt. Hier ist der Fokus vor allem auf die Lebensbedingungen der Mädchen gerichtet, da in dieser Arbeit die Mädchenerziehung im Wilhelminischen Kaiserreich besonders betont werden soll. Anhand der Differenziertheit der Mädchenleben wird schließlich deutlich, warum die Mädchenliteratur eine signifikante Aufgabe in der pädagogischen Leitung der Mädchen übernimmt. Mittels der geschlechtsspezifischen Literatur kann ein Abbild der Mädchenerziehung gezeichnet werden, wofür die Sparten der Mädchenratgeber, der Mädchenromane und der Mädchenzeitschriften eingehend exzerpiert werden . Das Ziel dieser Arbeit ist, die erzieherischen Momente der mädchentypischen Literatur heraus zu arbeiten um möglichst realitätsnahe Erziehungswerte und -normen aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Das politische und gesellschaftliche Leben im Wilhelminischen Kaiserreich
- 1. Die Entwicklung des Wilhelminischen Reichs
- 2. Alltag im Besitz-, Bildungs- und Großbürgertum
- a) Das Frauenbild zur Jahrhundertwende
- b) Die Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft
- c) Kindererziehung im Großbürgertum
- d) Mädchenleben in der Bourgeoisie
- 3. Alltag des Kleinbürgertums, der Arbeiter und Bauern
- a) Mädchenleben im Proletariat
- b) Frauenrechtlerinnen
- III. Mädchenliteratur im Wilhelminischen Kaiserreich und ihre pädagogischen Implikationen
- 1. Ein Überblick über die Sparten der Mädchenliteratur
- a) Mädchenratgeber
- b) Backfischliteratur
- c) Mädchenzeitschriften
- 2. Die Beliebtheit der Mädchenliteratur
- a) Die Funktion der Mädchenliteratur für höhere Töchter
- b) Die Funktion der Literatur für Arbeitermädchen
- 3. Die Mädchenratgeber und ihre pädagogischen Inhalte
- a) Karl Weiß: Unsere Töchter und ihre Zukunft. Mädchen-Erziehungs-Buch.
- b) Malvine von Steinau: Leitfaden für junge Mädchen beim Eintritt in die Welt.
- c) Amalie Baisch (Hg.): Aus der Töchterschule ins Leben. Ein allseitiger Berater für Deutschlands Jungfrauen.
- 4. Der Mädchenroman und seine Erziehungswerte, aufgezeigt am Beispiel von Fanny Stöckert's „Trudchens Tagebuch“
- 5. Die Zeitschriften für Mädchen und ihre Diversität
- 1. Ein Überblick über die Sparten der Mädchenliteratur
- IV. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Rolle der Mädchenliteratur im Wilhelminischen Kaiserreich und ihre pädagogischen Implikationen. Sie beleuchtet die gesellschaftliche und politische Landschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit Fokus auf die Lebensbedingungen von Mädchen und Frauen in verschiedenen sozialen Schichten. Insbesondere untersucht sie die erzieherischen Inhalte von Mädchenratgebern, Romanen und Zeitschriften und zeigt auf, wie diese die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen an Mädchen widerspiegelten.
- Entwicklung des Wilhelminischen Reichs
- Geschlechterrollen und Frauenbild im Wilhelminischen Kaiserreich
- Mädchenerziehung und ihre pädagogischen Ziele
- Analyse verschiedener Genres der Mädchenliteratur
- Der Einfluss von Mädchenliteratur auf die Lebensgestaltung von Mädchen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert den Kontext und die Forschungsfrage der Arbeit. Sie beleuchtet den Wandel der Gesellschaft von der feudalen Agrargesellschaft zur kapitalistischen Industriegesellschaft und die damit einhergehenden sozialen und politischen Veränderungen. Insbesondere wird der Fokus auf die Lebensbedingungen von Mädchen und Frauen gelegt, um die Rolle der Mädchenliteratur in der Erziehung von Mädchen zu erklären.
Das zweite Kapitel behandelt das politische und gesellschaftliche Leben im Wilhelminischen Kaiserreich. Es skizziert die Entwicklung des Reichs unter der Herrschaft Kaiser Wilhelms II., die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche sowie den Einfluss der Industrialisierung auf die verschiedenen Gesellschaftsklassen. Insbesondere werden die Lebensbedingungen von Mädchen in den verschiedenen Schichten des Bürgertums und des Proletariats beleuchtet, um einen Einblick in die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen an Frauen zu gewinnen.
Das dritte Kapitel widmet sich der Mädchenliteratur im Wilhelminischen Kaiserreich und ihren pädagogischen Implikationen. Es gibt einen Überblick über die verschiedenen Genres der Mädchenliteratur, darunter Mädchenratgeber, Backfischliteratur und Mädchenzeitschriften. Die Funktion der Mädchenliteratur in der Erziehung von Mädchen aus unterschiedlichen sozialen Schichten wird analysiert. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der erzieherischen Inhalte von Mädchenratgebern, um die pädagogischen Ziele und Normen der Zeit aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Mädchenliteratur im Wilhelminischen Kaiserreich, ihren pädagogischen Implikationen und den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen an Mädchen und Frauen. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe umfassen: Mädchenliteratur, Mädchenerziehung, Wilhelminisches Kaiserreich, Geschlechterrollen, soziale Schichten, Mädchenratgeber, Backfischliteratur, Mädchenzeitschriften, pädagogische Inhalte, erzieherische Normen, gesellschaftliche Erwartungen.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ziel der Mädchenerziehung im Wilhelminischen Kaiserreich?
Das Ziel war primär die Vorbereitung auf die Rolle als Ehefrau und Mutter, wobei Werte wie Häuslichkeit, Gehorsam und Sittsamkeit im Vordergrund standen.
Was versteht man unter „Backfischliteratur“?
Backfischliteratur bezeichnet Romane für junge Mädchen im Teenageralter, die deren Lebenswelt thematisierten und gleichzeitig gesellschaftliche Normen und Erziehungswerte vermittelten.
Welche Rolle spielten Mädchenratgeber?
Ratgeber dienten als pädagogische Leitfäden für den Eintritt in die Welt. Sie gaben Anweisungen zu Etikette, Haushaltsführung und moralischem Verhalten für „höhere Töchter“.
Gab es Unterschiede in der Erziehung zwischen Bürgertum und Proletariat?
Ja, während bürgerliche Mädchen auf eine repräsentative Rolle im Haushalt vorbereitet wurden, war das Leben von Arbeitermädchen durch frühe Mitarbeit und ökonomische Not geprägt.
Wie beeinflussten Mädchenzeitschriften das Frauenbild?
Zeitschriften boten eine Mischung aus Unterhaltung und Belehrung, festigten jedoch meist das traditionelle Bild der Frau in Familie und Gesellschaft.
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- Stefanie Krämer (Author), 2004, Mädchenliteratur im Wilhelminischen Kaiserreich und ihre pädagogischen Implikationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35297