Soziologische Begriffe und soziale Wirklichkeit


Seminararbeit, 2004

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung

1. Begriff- Wort

2. Das Verfahren der Definition
2.1. Arten der Definition

3. Begriffsarten
3.1. logische Begriffe
3.2. außerlogische Begriffe
3.2.1.präskriptive Begriffe
3.2.2.deskriptive Begriffe
- theoretische
- mit direktem empirischem Bezug
- mit indirektem empirischem Bezug
3.3. Individual-, und Allgemeinbegriffe
3.4. Qualitative, komparative und quantitative Begriffe

4. Begriffsfunktionen
4.1. kognitive oder Ordnungsfunktion
4.2. kommunikative oder Kommunikationsfunktion
4.3. evaluative oder Bewertungsfunktion
4.4. pragmatische oder Praxisfunktion

5. Verhältnis Begriff- Realität

6. Präzisierung von Begriffen

7. Operationalisierung von Begriffen

8. Literaturverzeichnis

Einleitung:

Soziologie ist eine Wissenschaft, die bei ihren Forschungen auf das Medium Sprache angewiesen ist, weil soziale Interaktionen und Strukturen nicht im herkömmlichen Sinne messbar sind, sondern nur mittels Sprache untersucht und vermittelt werden können.

Als kleinste Einheit gilt das Wort als Manifestation des Begriffs. Die Schwierigkeit für die Soziologie besteht eben darin, dass Begriffe oft vage sind und Wörtern- vor allem in der Alltagssprache- oft unterschiedliche oder nur ähnliche Bedeutungen zukommen. Die Soziologie ist aber trotzdem auf diese Wörter und Begriffe angewiesen, da diese die hauptsächliche Quelle von sozialwissenschaftlichen Begriffen bilden.

In dieser Arbeit soll vor allem der Begriff „des Begriffs“, dessen Bedeutung für Soziologie und seine Anwendbarkeit für die empirische Sozialforschung näher erklärt werden.

Mit dem Thema der sozialen Begriffe und ihrer sozialen Wirklichkeit haben sich schon viele Forscher beschäftigt. Dabei stellt sich die Hauptfrage: was sind Begriffe, wie, wofür und wann werden sie gebraucht? Die Antwort ist doch viel komplizierter als man es behaupten kann, denn die meisten Begriffe lernen wir von Kind auf und denken darüber nicht nach.

Im Folgenden werde ich in dieser Arbeit auf die Begriff-Wort- Beziehung eingehen, wo ich eben die oben genannten Fragen beantworte. Im weiteren Teil meiner Ausführungen versuche ich das Verfahren und die Arten der Definition näher zu bringen. Weiterhin werde ich auf die Arten und Funktionen der Begriffen einzugehen und damit beende ich die theoretische „Überlegungen und Feststellungen“, die uns die Sprache anbietet.

Zum Schluss komme ich auf die praktischen Probleme, die die Begriffe mit sich bringen, d.h. auf das Verhältnis zwischen dem Begriff und der Realität, auf die Präzisierung und letztendlich die Operationalisierung der Begriffen, wo es versuchensweise „greifbar“ gemacht werden sollte, wie die theoretischen Begriffe zu realen, brauchbaren Definitionen kommen können.

1. Begriff- Wort

Die Grundeinheit sprachlicher Aussagen ist das „Wort“, was eine Kombination verschiedener Buchstaben ist. Die Zusammenstellung eines Wortes kann beliebig sein, das heißt, das Wort trägt von sich aus noch keinen Sinn, also muss noch nicht verständlich sein, als Beispiel nehme ich „t-i-k-i-v“, es ist leer also ohne Bedeutung, aber es ist trotzdem ein Wort.

Unter einem „Begriff“ versteht man ein mit einem bestimmten Wort (bzw. einer Wortkombination) bezeichneter Vorstellungsinhalt, der sich auf Merkmale, Merkmalskombinationen und Beziehungen zwischen Merkmalen beziehen kann. (nach Prim/Tilmann, 1973, s. 33).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das erste Beispiel wurde aus der Alltagssprache übernommen. Das Wort „Tisch“ lernt man von Kind auf und aus diesem Grund kann man sich sofort darunter einen Gegenstand vorstellen; man verbindet also ein Vorstellungsinhalt mit einem „t-i-s-c-h“. Dieses Wort hat für uns daher einen Sinn, ist nicht mehr bedeutungslos. Dagegen wird das zweite Beispiel direkt aus der Sprache der Soziologie übernommen. Es handelt sich hier um „s-o-z-i-a-l-e-r W-a-n-d-e-l“, diesem Wort kann man nicht sofort einen Vorstellungsinhalt zuordnen, weil dies eben aus der „soziologischen Begriffssprache“ kommt. Diesen Wörtern „Tisch“ und „sozialer Wandel“ sind feste Vorstellungsinhalte zugeordnet worden. Sie sind also zu Begriffen geworden und sind damit nicht mehr inhaltsleer.

Wenn man diese beiden Wörter unter dem Gesichtspunkt seiner Zusammensetzung aus Buchstaben betrachtet, dann sind sie das gleiche wie „tikiv“, z.B. jemand der die deutsche Sprache nicht beherrscht, weiß nicht, was „Tisch“ und „sozialer Wandel“ bedeuten; für ihn sind diese Wörter inhaltsleer, er kann keinen Bezug auf die damit gemeinte Realität finden.

Jeder von uns benennt eine bestimmte Vorstellung mit einem entsprechenden Wort, dieses Wort wird dann zum Begriff. Oft hat man Probleme mit der Interpretation von Begriffen, weil sie nicht selten mehrdeutig sind, als Beispiel hätte ich das Wort „Tisch“ und „Franzose“ in einer bestimmten Situation, die zeigt, dass das Wort auch in einem anderen Zusammenhang verwendet werden kann:

Ein Klient ruft bei einer Aktiengesellschaft: “Bernstein, Guten Tag, ich hätte gerne Herr Müller gesprochen“, darauf antwortet die Sekretärin: „es tut mir Leid, er ist gerade zur Tisch.

Ein Mechaniker sagt zu dem anderen: „gib den Franzose her“, der andere antwortet: „hast Glück, dass ich ihn dabei hab“

Im ersten Beispiel wird das Wort „Tisch“ nicht als ein Gegenstand sondern als eine Mahlzeit verstanden, was man sich nur aus dem Kontext erdenken kann. Das gleiche zählt für das zweite Beispiel, wo ein „Franzose“ nicht als Mensch französischer Herkunft sondern als ein Gegenstand verstanden wird, was ebenso aus dem Kontext herkommt.

Damit wollte ich darauf hinweisen, dass es auch Schwierigkeiten in der Bezeichnung und Verstehen von Begriffen gibt. Diese sind aber ein Teil unseres Daseins und wir lernen sie treffend zu interpretieren und weiterhin gezielt zu verwenden.

Begriffe müssen festgelegt sein, vorausgesetzt wird das Wissen, welcher Begriff genau gemeint ist und mit welchen Einzelmerkmalen des gesamten Vorstellungsinhaltes man ihn verbinden sollte, damit die zwischenmenschliche Kommunikation störungslos verlaufen kann.

2. Das Verfahren der Definition

Darunter versteht man ein Verfahren, mit dem Worte und Vorstellungsinhalte als Begriffe festgelegt werden, dabei ist zu entscheiden, ob ein sprachliches Zeichen nur noch in einer bestimmten Weise verwendet werden soll (nach Prim/Tilmann, 1973, s. 34).

Die Definition als Angabe des in einem Begriff gedachten Inhalts (nach Mayntz/Holm/Hübner, 1978, s. 14.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Soziologische Begriffe und soziale Wirklichkeit
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die Soziologie
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V35307
ISBN (eBook)
9783638352659
ISBN (Buch)
9783638834773
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologische, Begriffe, Wirklichkeit, Proseminar, Einführung, Soziologie
Arbeit zitieren
Magistra Sylwia Tomaszczyk (Autor), 2004, Soziologische Begriffe und soziale Wirklichkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35307

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