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Soziologische Begriffe und soziale Wirklichkeit

Title: Soziologische Begriffe und soziale Wirklichkeit

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Magistra Sylwia Tomaszczyk (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Soziologie ist eine Wissenschaft, die bei ihren Forschungen auf das Medium Sprache angewiesen ist, weil soziale Interaktionen und Strukturen nicht im herkömmlichen Sinne messbar sind, sondern nur mittels Sprache untersucht und vermittelt werden können. Als kleinste Einheit gilt das Wort als Manifestation des Begriffs. Die Schwierigkeit für die Soziologie besteht eben darin, dass Begriffe oft vage sind und Wörtern- vor allem in der Alltagssprache- oft unterschiedliche oder nur ähnliche Bedeutungen zukommen. Die Soziologie ist aber trotzdem auf diese Wörter und Begriffe angewiesen, da diese die hauptsächliche Quelle von sozialwissenschaftlichen Begriffen bilden. In dieser Arbeit soll vor allem der Begriff „des Begriffs“, dessen Bedeutung für Soziologie und seine Anwendbarkeit für die empirische Sozialforschung näher erklärt werden.
Mit dem Thema der sozialen Begriffe und ihrer sozialen Wirklichkeit haben sich schon viele Forscher beschäftigt. Dabei stellt sich die Hauptfrage: was sind Begriffe, wie, wofür und wann werden sie gebraucht? Die Antwort ist doch viel komplizierter als man es behaupten kann, denn die meisten Begriffe lernen wir von Kind auf und denken darüber nicht nach. Im Folgenden werde ich in dieser Arbeit auf die Begriff-Wort- Beziehung eingehen, wo ich eben die oben genannten Fragen beantworte. Im weiteren Teil meiner Ausführungen versuche ich das Verfahren und die Arten der Definition näher zu bringen. Weiterhin werde ich auf die Arten und Funktionen der Begriffen eingehen und damit beende ich die theoretische „Überlegungen und Feststellungen“, die uns die Sprache bietet. Zum Schluss komme ich auf die praktischen Probleme, die die Begriffe mit sich bringen, d.h. auf das Verhältnis zwischen dem Begriff und der Realität, auf die Präzisierung und letztendlich die Operationalisierung der Begriffen, wo es versuchensweise „greifbar“ gemacht werden sollte, wie die theoretischen Begriffe zu realen, brauchbaren Definitionen kommen können.

Excerpt


Gliederung

1. Begriff- Wort

2. Das Verfahren der Definition

2.1. Arten der Definition

3. Begriffsarten

3.1. logische Begriffe

3.2. außerlogische Begriffe

3.2.1.präskriptive Begriffe

3.2.2.deskriptive Begriffe

3.3. Individual-, und Allgemeinbegriffe

3.4. Qualitative, komparative und quantitative Begriffe

4. Begriffsfunktionen

4.1. kognitive oder Ordnungsfunktion

4.2. kommunikative oder Kommunikationsfunktion

4.3. evaluative oder Bewertungsfunktion

4.4. pragmatische oder Praxisfunktion

5. Verhältnis Begriff- Realität

6. Präzisierung von Begriffen

7. Operationalisierung von Begriffen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht das essenzielle Verhältnis zwischen Sprache und soziologischer Erkenntnis. Ziel ist es, den Begriff „des Begriffs“ zu analysieren, seine Bedeutung für die empirische Sozialforschung darzulegen und Wege aufzuzeigen, wie theoretische Begriffe durch Präzisierung und Operationalisierung in eine beobachtbare soziale Wirklichkeit übersetzt werden können.

  • Die fundamentale Beziehung zwischen Wort und Begriff.
  • Die wissenschaftlichen Anforderungen an Definitionen und Begriffsarten.
  • Die Funktionen von Begriffen in der soziologischen Forschungspraxis.
  • Methodische Verfahren zur Präzisierung und Explikation unscharfer Ausdrücke.
  • Die Herausforderungen der Operationalisierung bei der Brückenbildung zur Realität.

Auszug aus dem Buch

1. Begriff- Wort

Die Grundeinheit sprachlicher Aussagen ist das „Wort“, was eine Kombination verschiedener Buchstaben ist. Die Zusammenstellung eines Wortes kann beliebig sein, das heißt, das Wort trägt von sich aus noch keinen Sinn, also muss noch nicht verständlich sein, als Beispiel nehme ich „t-i-k-i-v“, es ist leer also ohne Bedeutung, aber es ist trotzdem ein Wort.

Unter einem „Begriff“ versteht man ein mit einem bestimmten Wort (bzw. einer Wortkombination) bezeichneter Vorstellungsinhalt, der sich auf Merkmale, Merkmalskombinationen und Beziehungen zwischen Merkmalen beziehen kann. (nach Prim/Tilmann, 1973, s. 33).

Das erste Beispiel wurde aus der Alltagssprache übernommen. Das Wort „Tisch“ lernt man von Kind auf und aus diesem Grund kann man sich sofort darunter einen Gegenstand vorstellen; man verbindet also ein Vorstellungsinhalt mit einem „t-i-s-c-h“. Dieses Wort hat für uns daher einen Sinn, ist nicht mehr bedeutungslos. Dagegen wird das zweite Beispiel direkt aus der Sprache der Soziologie übernommen. Es handelt sich hier um „s-o-z-i-a-l-e-r W-a-n-d-e-l“, diesem Wort kann man nicht sofort einen Vorstellungsinhalt zuordnen, weil dies eben aus der „soziologischen Begriffssprache“ kommt. Diesen Wörtern „Tisch“ und „sozialer Wandel“ sind feste Vorstellungsinhalte zugeordnet worden. Sie sind also zu Begriffen geworden und sind damit nicht mehr inhaltsleer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriff- Wort: Untersucht die theoretische Basis des Wort-Begriffs-Verhältnisses und verdeutlicht den Unterschied zwischen einer bloßen Buchstabenkombination und einem mit Bedeutung gefüllten Vorstellungsinhalt.

2. Das Verfahren der Definition: Erläutert den Prozess der begrifflichen Festlegung und unterscheidet zwischen Nominal- und Realdefinitionen hinsichtlich ihrer Gültigkeit.

3. Begriffsarten: Kategorisiert Begriffe in logische und außerlogische Typen sowie weiter in präskriptive, deskriptive, Individual- und Allgemeinbegriffe.

4. Begriffsfunktionen: Definiert die vier zentralen Funktionen von Begriffen: Ordnung, Kommunikation, Bewertung und die pragmatische Anwendung im Handeln.

5. Verhältnis Begriff- Realität: Analysiert die Kluft zwischen sprachlicher Abstraktion und der tatsächlichen sozialen Wirklichkeit.

6. Präzisierung von Begriffen: Stellt das Verfahren der Explikation vor, um vage Alltagssprache in präzise wissenschaftliche Kategorien zu überführen.

7. Operationalisierung von Begriffen: Behandelt die methodische Umsetzung von Begriffen in messbare Forschungsoperationen zur empirischen Überprüfung.

Schlüsselwörter

Soziologie, Begriffe, Sprache, Definition, Nominaldefinition, Realdefinition, Begriffsarten, Forschungsoperationen, Explikation, Operationalisierung, Vorstellungsinhalt, empirische Sozialforschung, Sprachgebrauch, soziale Wirklichkeit, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sprache in der Soziologie und erläutert, wie aus Wörtern wissenschaftlich präzise Begriffe geformt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Definition von Begriffen, deren Systematisierung, ihre Funktionen in der Kommunikation sowie die methodische Verbindung zur empirischen Realität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Prozess der Begriffsbildung und -präzisierung transparent zu machen, um die zwischenmenschliche und wissenschaftliche Kommunikation störungsfrei zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse der soziologischen Methodologie, insbesondere durch den Vergleich und die Explikation klassischer Definitionstheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung von Begriffsarten, deren Funktionen, das Verhältnis zur Realität sowie die konkreten Schritte der Präzisierung und Operationalisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Begriffsbildung, Definition, Operationalisierung, Empirie, Kommunikation und sprachliche Präzisierung maßgeblich geprägt.

Was ist der Unterschied zwischen einem „Wort“ und einem „Begriff“?

Ein Wort ist eine bloße Kombination von Buchstaben, während ein Begriff ein mit dem Wort verknüpfter, definierter Vorstellungsinhalt ist, der sich auf Merkmale von Objekten bezieht.

Warum ist die „Operationalisierung“ für Soziologen so schwierig?

Da viele soziologische Konzepte indirekt empirisch sind, müssen Forscher geeignete Indikatoren finden, die zuverlässig und gültig das Phänomen abbilden, was häufig zu Interpretationsspielräumen führt.

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Details

Title
Soziologische Begriffe und soziale Wirklichkeit
College
Technical University of Braunschweig
Course
Proseminar: Einführung in die Soziologie
Grade
2,3
Author
Magistra Sylwia Tomaszczyk (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V35307
ISBN (eBook)
9783638352659
ISBN (Book)
9783638834773
Language
German
Tags
Soziologische Begriffe Wirklichkeit Proseminar Einführung Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Sylwia Tomaszczyk (Author), 2004, Soziologische Begriffe und soziale Wirklichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35307
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