Soziale Netzwerke. Theorie und Methodik der modernen soziologischen Netzwerkanalyse.


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
45 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Theorien sozialer Netzwerke und der Netzwerkanalyse
1.1 (Sozial-)Struktur und Structural Analysis
1.2 Strukturelle Handlungstheorien
1.3 Soziale Netzwerke und Rational Choice
1.4 Strukturale Analyse und Systemtheorie
1.5 Netzwerkanalyse und Soziales Kapital
1.6 Analyse sozialer Netzwerke heute

2. Methodik der Netzwerkanalyse
2.1 Merkmalsträger, Merkmale und Analyseebenen
2.1.1 Merkmale von Individuen
2.1.2 Merkmale von Kollektiven
2.1.3 Netzwerke, Relationen und Analyseebenen
2.1.4 Triaden- und Triplettzensus als Mittel der Strukturbeschreibung
2.1.4.1 Unbewertete gerichtete und vollständige bewertete gerichtete Graphen als Strukturrepräsentation
2.1.4.2 Tripletts und Triplett-Typen
2.1.4.3 Triaden- und Triplettzensus
2.2 Erhebung von Netzwerkdaten
2.2.1 Gesamtnetzwerke
2.2.2 Ego-zentrierte Netzwerke
2.2.3 Stichprobentheorie
2.3 Analyseverfahren der Netzwerkanalyse
2.3.1 Soziogramme und Graphentheorie
2.3.2 Soziomatrizen und Affiliations-Matrizen
2.3.3 Netzwerkanalytische Maßzahlen
2.3.3.1 Maßzahlen für einzelne Akteure
2.3.3.1.1 Degree
2.3.3.1.2 Indegree
2.3.3.1.3 Outdegree
2.3.3.1.4 Multiplexitätsgrad
2.3.3.2 Maßzahlen ego-zentrierter Netzwerke
2.3.3.2.1 Dichte
2.3.3.2.2 Multiplexität des Akteurs
2.3.3.3 Maßzahlen für das Gesamtnetzwerk
2.3.3.3.1 Netzwerkdichte
2.3.3.3.2 Netzwerk- Multiplexität
2.3.3.3.3 Netzwerkkohäsion
2.3.4 Die Erreichbarkeitsmatrix
2.3.5 Die Pfaddistanzmatrix
2.4 Zentralität und Prestige in Netzwerken
2.4.1 Zentralität und Zentralisierung
2.4.1.1 Zentralität einzelner Akteure
2.4.1.2 Zentralisierung von Netzwerken
2.4.1.3 Vergleich der Maßzahlen hinsichtlich der Reichweite ihrer jeweiligen Aussage
2.4.2 Prestige und Hierarchisierung in Netzwerken
2.4.2.1 Degree-Prestige
2.4.2.2 Proximity-Prestige
2.4.2.3 Rang-Prestige
2.4.2.4 Prestige von Statusgruppen
2.4.2.5 Vergleich dieser Maßzahlen hinsichtlich der Reichweite ihrer jeweiligen Aussage
2.4.3 Vergleich der Maßzahlen des Prestiges mit den Maßzahlen der Zentralität und Zentralisierung
2.5 Teilgruppen in Netzwerken
2.5.1 Die Konzepte von kohäsiven Subgruppen in Netzwerken
2.5.2 Cliquen, n-Cliquen und soziometrische n-Cliquen
2.5.3 K-Plexe und k-Cores
2.5.4 Soziale Kreise, k-zyklische Blöcke und F-Blöcke

Abbildungsverzeichnis:

Tabelle 1: Strukturale Analyse und Systemtheorie

Tabelle 2: 6 Ressourcen/Werte, die Sozialkapital vermitteln kann

Tabelle 3: vier Konstellationen einer Beziehung zwischen A und B

Tabelle 4: Triadentypen nach dem MAN-SCHEMA

Tabelle 5: Verschiedene Formen der Netzwerkanalyse nach Burt

Tabelle 6: MAN-Schema

Tabelle 7: Die 8 möglichen Zustände eines Tripletts

Tabelle 8: Triaden- und Dyadentypen, Transitivität von Tripletts

Tabelle 9: Verteilung der 6 Tripletts auf die 8 Triplett-Typen in Abhängigkeit vom Triadentyp

Tabelle 10: Verbundenheit zwischen Punkten in Digraphen

Tabelle 11: Verbundenheit von Digraphen als Charakteristik des Netzwerkes

1. Theorien sozialer Netzwerke und der Netzwerkanalyse

“Network analysis is a recent set of methods for the systematic study of social structures. (...) The decision to use this approach implies adopting a specific methodology but, at the very least, network analysis offers a new standpoint from which to judge social structures” (Degenne/Forsé, 1999, S. 1).

Die Netzwerkanalyse ist statistisches Instrumentarium und Theorieperspektive zu gleich (Jansen, 2003, S.11 ff). Netzwerke sind von besonderer Bedeutung für die Handlungsmöglichkeiten der Akteure. Sie sind eine zusätzliche Ebene der Handlungskoordination „neben“ und „über“ den individuellen und korporativen Akteuren. Die Netzwerkanalyse ist das Instrument zur Verbindung von Akteurs- und Handlungstheorien mit Theorien über Institutionen, Strukturen und Systemen. Sie vereint Mikro- und Makroansätze sowie emergente und systematische Eigenschaften von Sozialsystemen oder soziale Tatsachen von Durkheim. Die Netzwerkanalyse verhält sich dabei theoretisch neutral. Sie dient der spezifischen, systematischen und quantifizierenden Beschreibung von Netzwerken. Dabei werden wenige Vorannahmen über den Begriff, die Struktur oder Leistungsfähigkeit des Netzwerkes gebraucht. So ist eine vergleichende Analyse oder Kombination verschiedener theoretischer Ansätze möglich. Formal definiert sich ein Netzwerk als abgegrenztes Set aus Knoten und ein Set der für diese Knoten definierten Kanten (Jansen, 2003, S. 13)

Im ersten Teil dieser Arbeit werde ich näher auf die theoretischen Aspekte der Netzwerkanalyse eingehen. Im zweiten Teil werde ich das Instrument der Netzwerkanalyse mit Definitionen, Erhebungsmethoden und Maßzahlen vorstellen.

1.1 (Sozial-)Struktur und Structural Analysis

„Für den Soziologen ist die Netzwerkanalyse eine Methode zur Untersuchung von sozialen Strukturen. Eine Sozialstruktur wird repräsentiert durch die Beziehungen zwischen sozialen Einheiten wie Personen, Positionen, Gruppen, Organisationen usw. (…) Der theoretische Anspruch der Netzwerkanalytiker geht zunächst dahin, das Instrumentarium zur Entwicklung gehaltvoller Strukturtheorien bereitzustellen“ (Pappi, S.11). Mit der Netzwerkanalyse lassen sich sowohl Ansätze auf der Makroebene als auch zu Kleingruppen bearbeiten. Die Soziologen interessieren sich besonders für das Erstere. Für sie bietet die Netzwerkanalyse eine Methode zur Untersuchung von sozialen Strukturen. Die Verbindung zwischen Netzwerk und Struktur stellte bereits Radcliff-Brown 1940 her. Er benutze des Ausdruck „Sozialstruktur“ zur Beschreibung eines komplexen Netzwerkes sozialer Beziehungen. Das Wort „Netzwerk“ diente dort noch als Metapher, aber Mitchell versuchte 1969 daraus einen brauchbaren analytischen Begriff zu formen: Ein Netzwerk wird definiert durch Beziehungen eines bestimmten Typs verbundene Menge von sozialen Einheiten wie Personen, Positionen, Gruppen, Organisationen usw. (Vgl. Pappi, S. 11-13)

Die Netzwerkanalyse als strukturelle Analyse ist die formale Beschreibung von Strukturen als wesentliche soziale Eigenschaft. Sie dient der Erklärung individuellen Handelns im Netzwerk und die Folgen auf Entstehung oder Veränderungen der Strukturen im Netzwerk. Das Ganze (das Netzwerk) wird untersucht, um das Verhalten der Teile (die Netzwerkelemente) verstehen und erklären zu können.

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ (Jansen, 2003, 13)

Dabei haben Netzwerke Eigenschaften, die Individuen nicht haben können (emergente Eigenschaften). Sie sind jedoch abhängig von den Individuen des Netzwerkes.

Die Frage des Verhältnisses zwischen Individuen und Gesellschaft ist in der Soziologie bereits als das Problem sozialer Ordnung bekannt, welches allerdings meistens sehr einseitig angegangen worden ist. Mikrosoziologische Ansätze (bspw. Homans, Humml/Oppl) beschränken sich auf die Perspektive individuellen Handelns. So kann zwar das individuelle Handeln, aber nicht ganze gesellschaftliche Bewegungen und Trends erklärt werden. Vertreter der Makrosoziologie (z.B. Parsons) postulieren in ihren Ansätzen Entwicklungstendenzen für ganze Gesellschaften. Sie können die Entwicklungen aber nicht mehr mit den Beweggründen und Handlungsweisen einzelner Individuen verbinden. Stattdessen werden funktionale Erfordernisse für die Gesamtgesellschaft zur Erklärung herangezogen. (Vgl. Jansen, 2003, S. 14)

Coleman, der eigentlich nicht zu den Netzwerkanalytikern zu rechnen ist, kritisiert die Vernachlässigung der Mikro- Makro- Integration in der Soziologie. Ihm ging es um die Integration von Struktur/System und Akteur/Handlung. In seinem Aufsatz zu Sozialtheorie und Sozialforschung brachte er den Durchbruch der standardisierten Umfrageforschung in den USA der 40iger Jahre in Zusammenhang mit einem Wechsel der Theorieperspektive von makrosoziologischen hin zu individualistisch-behavioristischen Fragestellungen. Aber nicht die Erklärung individuellen Verhaltens sondern des Verhaltens zusammengesetzter Einheiten wie Gemeinden, Organisationen oder Gesamtgesellschaften sei zentrale Aufgabe der Sozialforschung. (Vgl. Jansen, 2003, S. 14/15.)

Anfang der 80iger Jahre haben Berkowitz, Blau und Burt die Strukturanalyse als wesentliche Vertreter theoretisch und empirisch vorangetrieben (Vgl. Ohlemacher S. 14-19). Im Fokus der Analyse stand dabei weniger der Zusammenhang von Struktur und Handeln sondern die Beschreibung von Strukturen sozialer Systeme. Dabei wird versucht eine Synthese der Ansätze der Mikro- und der Makrosoziologie zu erreichen. Burt versuchte dies 1982 indem der die formalen Modelle der Netzwerkanalyse aufgriff. Diese hatte sich in den 70iger Jahren emanzipiert und stellte ein differenziertes Instrumentarium zur formalisierten Beschreibung sozialer Strukturen dar. Ein wichtiger Beitrag war die Umsetzung der strukturellen Äquivalenz in mathematisch auswertbare Modelle. Dieses Modell geht davon aus, dass das Handeln eines Akteurs nicht nur durch die Nähe zu Anderen sondern signifikant auch durch Konkurrenz ihm unbekannten, aber strukturell ähnlich verankerten Akteuren bestimmt wird. Burt suchte dabei nicht den direkten Weg von Struktur nach Handlung. (Vgl. Burts strukturelle Handlungstheorie im Kapitel 1.2)

1.2 Strukturelle Handlungstheorien

Die Netzwerkanalyse hat als Methode und als theoretische Perspektive das Potential zur Lösung des zentralen Problems der Soziologie, der Integration von Struktur und Handeln. Im Zentrum der Analyse stehen die relationale Ordnung von Personen und deren relationalen Merkmale. Die Beziehungen der Individuen untereinander und ihre Einbettung in eine Struktur sind von zentralem Interesse. Sozialstruktur entsteht so durch die Beziehungen der Akteure. Erfolgsversprechend für die Integration von Mikro- und Makrosoziologie ist die gemäßigte strukturelle Analyse, wie sie von verschiedenen strukturellen Handlungstheoretikern (wie Burt, Granovetter, Wellman und später White) vertreten wird (Vgl. Jansen, 2003, S. 18). Diese Ansätze werden im Folgenden kurz vorgestellt.

In Auseinandersetzung mit Parsons entwickelte Burt seine strukturelle Handlungstheorie mit strukturellen und akteursbezogene Komponenten. Diese beruhen auf folgenden Grundannahmen (Jansen 2003, S 18/19):

1. Die Makroebene bildet die Gesellschaft als eine relationale und nach Positionen stratifizierte Sozialstruktur.
2. Entwicklung eigener Interessen durch einen Akteur wird durch seine Position in der Sozialstruktur geformt.
3. Die Position in der Sozialstruktur und die bereits durch die Position bestimmten Interessen sind die constraints für die Handlung.
4. Die Handlungen der zweckorientierten Akteure reproduzieren die soziale Struktur und verändern sie unter Umständen auch.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieses Modell wurde später von Giddens (mit Verweis auf die späten Arbeiten von Blau) kritisiert, der Strukturen sowohl als Medium aber auch als Produkt von Handlungen sah (Ohlemacher, S. 19).

Granovetter vertritt eine Handlungstheorie der Eingebettetheit, die die Atomisierungstendenzen der über- und der untersozialisierten Akteursmodelle vermeidet. Das bedeutet, dass Akteure nicht nur Eigeninteressen, sondern verstärkt soziale Kontexte in ihrem Handeln berücksichtigen. „Solche Kontexte relativieren auch die Orientierung an Rollenvorschriften und Normen und die Bedeutung übergeordneter institutioneller Regelungen wie Markt und Hierarchie.“ (Jansen, 2003, S. 20)

Wellmann „plädiert für eine gemäßigte strukturelle Position, die die Analyse von individuellen Handlungsmotivationen nicht ausschließt“ (Jansen, 2003, S. 21) und wendet sich dabei ebenfalls gegen Parsons. Er beschreibt fünf grundlegende Prämissen der strukturellen Analyse:

1. individuelles Verhalten ist auf strukturelle Zwänge und Gelegenheiten zu interpretieren statt auf innere Antriebe, internalisierte Normen oder Ziele.
2. Die Analyse bezieht sich auf die Beziehungen zwischen den Akteuren statt auf ihre persönlichen Merkmale.
3. Die strukturierten Beziehungsmuster zwischen den verschiedenen Akteuren sind prägend für das Verhalten der Netzwerkmitglieder.
4. Strukturen ergeben sich als ein Netzwerk aus Netzwerken. Netzwerke sind dabei nicht notwendig dicht und eng geknüpft.
5. Analytische Verfahren zielen auf die Abbildung der Beziehungen, Netzwerke und Strukturen. Sie ergänzen und ersetzen zum Teil die konventionellen, statistischen Verfahren, die die Unabhängigkeit der Elemente voneinander voraussetzen.

„Es geht hier um eine Reihe von Thesen, die statt Normen strukturelle Einbettung der Individuen als überlegene Erklärungsvariablen behaupten“ (Jansen, 2003, S. 23). Der Erwerb und die Befolgung von Normen sind abhängig vom Ort des Individuums in einem strukturierten Beziehungssystem. Nicht Motive, Ziele und Normen begründen Verhaltensauffälligkeiten, sondern die strukturelle Einbettung der Akteure und die daraus resultierende Chancen und Zwänge für das Individuum. „ Der vorrangige Charakter der Sozialstruktur lässt sich daran zeigen, dass Eigenschaften der Sozialstruktur auch zur Erklärung von Nonkonformität, Innovation, Modernisierung und abweichendem Verhalten herangezogen werden können“ (Jansen, 2003, S. 23).

1.3 Soziale Netzwerke und Rational Choice

Der Netzwerkanalyse, die einen allgemeinen begrifflichen Rahmen und präzise Verfahren zum Ausbau von Modellen der Sozialstruktur liefert, setzt Schweizer (S. 36 ff.) mit Bezug auf Coleman die Theorie des rationalen Handelns (rational choice) als Lösung der Mikro-/Makroproblematik und als Forschungsperspektive zum sozialen Wandel vor:

Grundannahme der Theorie ist, dass die individuellen Akteure zielgerichtet und vernünftig handeln, d.h. ihre Ziele im Rahmen vorhandener Mittel und sozialer Einschränkungen optimieren. Die Grundsituation, die die Theorie auf der sozialen Mikroebene analysiert, ist der dyadische Austausch. Die Akteure besitzen Ziele und daraus erwachsende Interessen und sie kontrollieren Ressourcen oder Ereignisse, die sie gemäß ihren Interessen zu beeinflussen trachten. Die Theorie des rationalen Handelns analysiert diese unterschiedlichen Konfigurationen und ihre Handlungskonsequenzen dieses Austausches im Detail. Bis zu diesem Punkt bewegt sich die Theorie auf der sozialen Mikroebene. Die Sozialstruktur entsteht als Auswirkung der Handlungen auf der Mikroebene.

Die Theorie des rationalen Handelns enthält jedoch außerdem eine Makrosicht. So bilden die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhandenen Institutionen und Normen die Spielregeln („the rules of the game“), unter denen die mit Interessen und Ressourcen ausgestatteten individuellen Akteure in Interaktion treten können. Die vorhandene Sozialstruktur bildet somit den institutionellen Kontext für das individuelle Handeln auf der Mikroebene. Individuelle Handlungen können Veränderungen der Sozialstruktur und eventuell der Rahmenbedingen zur Folge haben. Die Theorie rationalen Handelns verfügt damit über einen einheitlichen theoretischen Rahmen zur Erklärung der Mikro-Makro, der Makro-Mikro-Verflechtungen und der diachronen Veränderungen.

Die Netzwerkanalyse liefert präzise und praktikable Verfahren zur Auswertung sozialethnologischer Daten und zur Bildung von Modellen der Sozialstruktur. Die Theorie sozialen Handelns enthält hochrangige Erklärungsprinzipien, mit denen man die Verbindung zwischen Mikro- und Makro ebene herstellen kann. Beide Forschungsperspektiven lassen sich zudem verbinden: Netzwerkanalysen entwirren die aus dem Wechselspiel der individuellen Akteure entstanden sozialen Strukturen und präzisieren somit die Tatbestände, die von der Theorie des rationalen Handelns zu erklären sind.

1.4 Strukturale Analyse und Systemtheorie

In diesem Abschnitt möchte ich die wesentlichen Aussagen von Ohlemacher zur strukturalen Analyse und Systemtheorie wiedergeben. Er setzt sich hier mit der Strukturalen Analyse stellvertretend für die Schule der empirieorientierten (Des-) Integration auseinander.

„Struktur im Sinne der Systemtheorie besteht aus selegierten „Erwartungen“, die konstitutiv für soziale Systeme sind“ (Ohlemacher, S. 14; mit Verweis auf Luhmann). Die amerikanische geprägte Structural Analysis fasst hingegen Strukturen konzeptionell sehr weit und definiert sie als regelmäßige, ständige Muster im Verhalten der elementaren Teile eines sozialen Systems. Dies scheint die Integration systemtheoretischer Ansätze schwierig erscheinen, weil dem systemtheoretischen Ansatz per se die Akteure, die Handelnden fehlen, wie sie für den strukturalen Ansatz so zentral sind. (Ohlemacher , s. 32) Die Systemtheorie beruht alleine auf Kommunikation, im Sinne von Information, Mitteilung, Verstehen, als Grundlage sozialer Systeme (Vgl. Luhmann). Dennoch können in den Elmenten beider Theorien Parallelen festegestellt werden. Ohlemacher (S. 42) hat ein Versuch unternommen, dies tabellarisch darzustellen:

[...]

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Soziale Netzwerke. Theorie und Methodik der modernen soziologischen Netzwerkanalyse.
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Allgemeine Soziologie
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
45
Katalognummer
V35308
ISBN (eBook)
9783638352666
ISBN (Buch)
9783638742962
Dateigröße
611 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Netzwerke, Theorie, Methodik, Netzwerkanalyse, Allgemeine, Soziologie, Thema Soziale Netzwerke
Arbeit zitieren
Nadine Lange (Autor), 2005, Soziale Netzwerke. Theorie und Methodik der modernen soziologischen Netzwerkanalyse., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35308

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