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Soziale Netzwerke. Theorie und Methodik der modernen soziologischen Netzwerkanalyse.

Title: Soziale Netzwerke. Theorie und Methodik der modernen soziologischen Netzwerkanalyse.

Scientific Essay , 2005 , 45 Pages , Grade: 1

Autor:in: Nadine Lange (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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Summary Excerpt Details

“Network analysis is a recent set of methods for the systematic study of social structures. (...) The decision to use this approach implies adopting a specific methodology but, at the very least, network analysis offers a new standpoint from which to judge social structures” (Degenne/Forsé, 1999, S. 1).
Die Netzwerkanalyse ist statistisches Instrumentarium und Theorieperspektive zu gleich (Jansen, 2003, S.11 ff). Netzwerke sind von besonderer Bedeutung für die Handlungsmöglichkeiten der Akteure, der Menschen in den Netzwerken. Sie sind eine zusätzliche Ebene der Handlungskoordination „neben“ und „über“ den individuellen und korporativen Akteuren. Die Netzwerkanalyse ist das Instrument zur Verbindung von Akteurs- und Handlungstheorien mit Theorien über Institutionen, Strukturen und Systemen. Sie vereint Mikro- und Makroansätze sowie emergente und systematische Eigenschaften von Sozialsystemen oder soziale Tatsachen von Durkheim. Die Netzwerkanalyse verhält sich dabei theoretisch neutral. Sie dient der spezifischen, systematischen und quantifizierenden Beschreibung von Netzwerken. Dabei werden wenige Vorannahmen über den Begriff, die Struktur oder Leistungsfähigkeit des Netzwerkes gebraucht. So ist eine vergleichende Analyse oder Kombination verschiedener theoretischer Ansätze möglich. Formal definiert sich ein Netzwerk als abgegrenztes Set aus Knoten und ein Set der für diese Knoten definierten Kanten (Jansen, 2003, S. 13).
Im ersten Teil dieser Arbeit wird näher auf die theoretischen Aspekte der Netzwerkanalyse eingegangen. Im zweiten Teil wird das Instrument der Netzwerkanalyse mit Definitionen, Erhebungsmethoden und Maßzahlen im Detail vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Theorien sozialer Netzwerke und der Netzwerkanalyse

1.1 (Sozial-)Struktur und Structural Analysis

1.2 Strukturelle Handlungstheorien

1.3 Soziale Netzwerke und Rational Choice

1.4 Strukturale Analyse und Systemtheorie

1.5 Netzwerkanalyse und Soziales Kapital

1.6 Analyse sozialer Netzwerke heute

2. Methodik der Netzwerkanalyse

2.1 Merkmalsträger, Merkmale und Analyseebenen

2.1.1 Merkmale von Individuen

2.1.2 Merkmale von Kollektiven

2.1.3 Netzwerke, Relationen und Analyseebenen

2.1.4 Triaden- und Triplettzensus als Mittel der Strukturbeschreibung

2.1.4.1 Unbewertete gerichtete und vollständige bewertete gerichtete Graphen als Strukturrepräsentation

2.1.4.2 Tripletts und Triplett-Typen

2.1.4.3 Triaden- und Triplettzensus

2.2 Erhebung von Netzwerkdaten

2.2.1 Gesamtnetzwerke

2.2.2 Ego-zentrierte Netzwerke

2.2.3 Stichprobentheorie

2.3 Analyseverfahren der Netzwerkanalyse

2.3.1 Soziogramme und Graphentheorie

2.3.2 Soziomatrizen und Affiliations-Matrizen

2.3.3 Netzwerkanalytische Maßzahlen

2.3.3.1 Maßzahlen für einzelne Akteure

2.3.3.1.1 Degree

2.3.3.1.2 Indegree

2.3.3.1.3 Outdegree

2.3.3.1.4 Multiplexitätsgrad

2.3.3.2 Maßzahlen ego-zentrierter Netzwerke

2.3.3.2.1 Dichte

2.3.3.2.2 Multiplexität des Akteurs

2.3.3.3 Maßzahlen für das Gesamtnetzwerk

2.3.3.3.1 Netzwerkdichte

2.3.3.3.2 Netzwerk- Multiplexität

2.3.3.3.3 Netzwerkkohäsion

2.3.4 Die Erreichbarkeitsmatrix

2.3.5 Die Pfaddistanzmatrix

2.4 Zentralität und Prestige in Netzwerken

2.4.1 Zentralität und Zentralisierung

2.4.1.1 Zentralität einzelner Akteure

2.4.1.2 Zentralisierung von Netzwerken

2.4.1.3 Vergleich der Maßzahlen hinsichtlich der Reichweite ihrer jeweiligen Aussage

2.4.2 Prestige und Hierarchisierung in Netzwerken

2.4.2.1 Degree-Prestige

2.4.2.2 Proximity-Prestige

2.4.2.3 Rang-Prestige

2.4.2.4 Prestige von Statusgruppen

2.4.2.5 Vergleich dieser Maßzahlen hinsichtlich der Reichweite ihrer jeweiligen Aussage

2.4.3 Vergleich der Maßzahlen des Prestiges mit den Maßzahlen der Zentralität und Zentralisierung

2.5 Teilgruppen in Netzwerken

2.5.1 Die Konzepte von kohäsiven Subgruppen in Netzwerken

2.5.2 Cliquen, n-Cliquen und soziometrische n-Cliquen

2.5.3 K-Plexe und k-Cores

2.5.4 Soziale Kreise, k-zyklische Blöcke und F-Blöcke

Zielsetzung und Themenbereiche

Diese Arbeit widmet sich der theoretischen Fundierung und methodischen Anwendung der modernen soziologischen Netzwerkanalyse. Das primäre Ziel ist es, das Instrumentarium der Netzwerkanalyse zu beleuchten, welches die Verbindung zwischen Mikro-Akteurstheorien und Makro-Strukturtheorien ermöglicht, um soziale Phänomene systematisch zu beschreiben und zu quantifizieren.

  • Theoretische Grundlagen und Handlungstheorien in Netzwerken
  • Methodik der Datenerhebung und Netzwerkabgrenzung
  • Analyseverfahren, insbesondere Maßzahlen für Akteure, Gruppen und Gesamtnetzwerke
  • Untersuchung von Zentralität, Prestige und strukturellen Teilgruppen

Auszug aus dem Buch

1.1 (Sozial-)Struktur und Structural Analysis

„Für den Soziologen ist die Netzwerkanalyse eine Methode zur Untersuchung von sozialen Strukturen. Eine Sozialstruktur wird repräsentiert durch die Beziehungen zwischen sozialen Einheiten wie Personen, Positionen, Gruppen, Organisationen usw. (…) Der theoretische Anspruch der Netzwerkanalytiker geht zunächst dahin, das Instrumentarium zur Entwicklung gehaltvoller Strukturtheorien bereitzustellen“ (Pappi, S.11). Mit der Netzwerkanalyse lassen sich sowohl Ansätze auf der Makroebene als auch zu Kleingruppen bearbeiten. Die Soziologen interessieren sich besonders für das Erstere. Für sie bietet die Netzwerkanalyse eine Methode zur Untersuchung von sozialen Strukturen. Die Verbindung zwischen Netzwerk und Struktur stellte bereits Radcliff-Brown 1940 her. Er benutze des Ausdruck „Sozialstruktur“ zur Beschreibung eines komplexen Netzwerkes sozialer Beziehungen. Das Wort „Netzwerk“ diente dort noch als Metapher, aber Mitchell versuchte 1969 daraus einen brauchbaren analytischen Begriff zu formen: Ein Netzwerk wird definiert durch Beziehungen eines bestimmten Typs verbundene Menge von sozialen Einheiten wie Personen, Positionen, Gruppen, Organisationen usw. (Vgl. Pappi, S. 11-13)

Die Netzwerkanalyse als strukturelle Analyse ist die formale Beschreibung von Strukturen als wesentliche soziale Eigenschaft. Sie dient der Erklärung individuellen Handelns im Netzwerk und die Folgen auf Entstehung oder Veränderungen der Strukturen im Netzwerk. Das Ganze (das Netzwerk) wird untersucht, um das Verhalten der Teile (die Netzwerkelemente) verstehen und erklären zu können. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ (Jansen, 2003, 13)

Kapitelzusammenfassungen

1. Theorien sozialer Netzwerke und der Netzwerkanalyse: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Einbettung der Netzwerkanalyse in die Soziologie und diskutiert Ansätze wie Rational Choice und Systemtheorie zur Integration von Struktur und Handeln.

2. Methodik der Netzwerkanalyse: Hier werden die methodischen Grundlagen vermittelt, angefangen bei der Definition von Merkmalen und Analyseebenen bis hin zur spezifischen Erhebung von Netzwerkdaten und komplexen mathematischen Maßzahlen.

Schlüsselwörter

Netzwerkanalyse, Sozialstruktur, Strukturelle Handlungstheorie, Soziales Kapital, Triadenzensus, Ego-zentriertes Netzwerk, Graphentheorie, Netzwerkdichte, Zentralität, Prestige, Cliquen, Pfaddistanz, Soziomatrix, Akteursintegration, Mikro-Makro-Integration

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die methodischen und theoretischen Grundlagen der modernen soziologischen Netzwerkanalyse und zeigt auf, wie soziale Strukturen und das Handeln von Akteuren formal beschrieben werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit umfasst theoretische Perspektiven, Techniken der Datenerhebung, verschiedene Analyseverfahren, die Berechnung von Maßzahlen für Netzwerke sowie die Identifikation von Teilgruppen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Vermittlung des netzwerkanalytischen Instrumentariums, um komplexe soziale Gefüge und die Positionierung von Akteuren innerhalb dieser Strukturen wissenschaftlich messbar zu machen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es kommen Verfahren der Graphentheorie, Soziomatrizen sowie verschiedene statistische Maßzahlen wie Dichte, Zentralität, Prestige und Triadenanalysen zum Einsatz.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Analyseebenen (Dyaden, Triaden, Ego-Netzwerke, Gesamtnetzwerke) sowie mathematische Modelle zur Ermittlung von Zentralität und Prestige vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Netzwerkanalyse, Sozialstruktur, Zentralität, Prestige, Cliquen und Soziomatrix.

Wie unterscheiden sich Zentralität und Prestige?

Zentralität beschreibt eher die Rolle und Stabilität eines Akteurs im Netzwerk, während Prestige die Qualität und das Ansehen eines Akteurs widerspiegelt, basierend auf gerichteten Beziehungen.

Welche Bedeutung haben "Cutpoints" in einem Netzwerk?

Cutpoints sind kritische Akteure, die als Mittler fungieren; ihr Wegfall kann zum Zerbrechen der Verbindungen im Netzwerk führen.

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Details

Title
Soziale Netzwerke. Theorie und Methodik der modernen soziologischen Netzwerkanalyse.
College
University of Hamburg  (Institut für Soziologie)
Course
Allgemeine Soziologie
Grade
1
Author
Nadine Lange (Author)
Publication Year
2005
Pages
45
Catalog Number
V35308
ISBN (eBook)
9783638352666
ISBN (Book)
9783638742962
Language
German
Tags
Analyse Netzwerke Theorie Methodik Netzwerkanalyse Allgemeine Soziologie Thema Soziale Netzwerke
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Lange (Author), 2005, Soziale Netzwerke. Theorie und Methodik der modernen soziologischen Netzwerkanalyse., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35308
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