Gerhard Schröder - Portrait eines Medienkanzlers im Wandel der Zeit


Hausarbeit, 2003
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Einleitung
2.1. Das deutsche Kanzlersystem im Überblick
2.2. Medien-eine kurze Definition
2.3. Können Medien Einfluss auf die Politik haben?

III. Das Portrait
3.1. Eine kurze Biographie Gerhard Schröders
3.2. Das Image von Gerhard Schröder: Der Medienkanzler

IV. Der Wandel der Zeit
4.1. Die erste Legislaturperiode als deutscher Bundeskanzler
4.2. Die zweite Amtszeit ab 2002

V. Fazit

VI. Quellenangaben
6.1. Textquellen
6.2. Sonstige Quellen

I. Vorwort

In der vorliegenden Arbeit geht es um einen bestimmten Aspekt des Politainments. Dabei ist es zunächst wichtig, diesen Begriff zu definieren.

Laut Andreas Dörner bezeichnet „Politainment“ eine „bestimmte Form der öffentlichen, massenmedial vermittelten Kommunikation, in der politische Themen, Akteure, Prozesse, Deutungsmuster, Identitäten und Sinnentwürfe im Modus der Unterhaltung zu einer neuen Realität des Politischen montiert werden“[1]. Das bedeutet, dass Politik und Medien näher zusammenrücken. Zum einen nutzen Politiker die Medien, zum anderen sind auch die Medien in die Politik involviert, da sie die Politik nutzen, um mit ihr zu unterhalten.

Diese Art der Politik hat sicherlich Vor- und Nachteile, die im Laufe der Arbeit angesprochen werden sollen. In dieser Arbeit soll es dabei vor allem um einen Aspekt des „Politainments“ gehen: Die Beziehungen zwischen den Medien und einem einzelnen Politiker, hier in Person Gerhard Schröders.

Als Einstieg werden dabei zunächst einige kurze Definitionen stehen, die als Basis für die folgenden Untersuchungen unverzichtbar sind. Auf dieser Grundlage werden dann einzelne Punkte näher betrachtet und am Schluss wird unter Beachtung des Seminarthemas ein Fazit abgegeben.

Angesichts der vielen politischen Felder, die notwendigerweise auch angeschnitten werden müssen, ist es schwierig, eine streng wissenschaftliche Hausarbeit zu diesem Thema aufzubauen. Zwar ist die Arbeit frei von jeglichen politischen Vorlieben und somit vorurteilsfrei, dennoch ist es manchmal notwendig, den Gegebenheiten Tribut zu zollen. Sollte die Arbeit daher an mancher Stelle nicht ausnahmslos wissenschaftlich sein, bitte ich dies zu entschuldigen (unter dieser Prämisse sind auch die zahlreichen Fußnoten zu lesen, die manches unterstreichen sollen und zudem als Anmerkungen dienen, die den einen oder anderen Aspekt tiefer ausleuchten).

II. Einleitung

2.1. Das deutsche Kanzlersystem im Überblick

Das deutsche Regierungssystem weist dem Bundeskanzler eine besonders herausragende Stellung zu.

Laut Artikel 65, Satz 1 des Grundgesetzes bestimmt der Bundeskanzler die Richtlinien der Politik und trägt hierfür die Verantwortung. Er leitet zudem die Geschäfte der Bundesregierung, dessen Mitglieder (die Minister) auf seinen Vorschlag vom Bundespräsidenten ernannt werden.

Diese kurze Definition des Bundeskanzleramtes macht klar, dass dieser eine der wichtigsten Stellungen im politischen System Deutschlands bekleidet, da er im Grunde die Richtung für das tatsächliche politische Geschehen vorgibt. Verbunden mit dieser Machtfülle ist eine große Verantwortung, die auch hohe Ansprüche an den Amtsinhaber stellen sollte.

Hier ergibt sich wieder die Parallele zum Seminar: Es ist wohl durchaus anders einzuschätzen, ob Politiker, auch Spitzenpolitiker mit entsprechenden Ämtern und Kompetenzen Einfluss auf die Medien nehmen oder gegebenenfalls andersherum oder ob der Bundeskanzler diesen Einfluss hat oder ihm unterliegt.

Somit lässt sich feststellen, dass gerade dieses Amt einer genaueren Betrachtung würdig ist.

2.2. Medien-eine kurze Definition

Laut Lexikon ist der Terminus „Medien“ eine „Sammelbezeichnung für Mittel und Verfahren zur Verbreitung von Informationen (…)“[2].

Dieser knappen Definition entgegenstehend kann angenommen werden, dass Medien mehr sind als nur bloße Mittel zur Informationsverbreitung. Vielmehr können Medien auch zur Verbreitung von Meinungen ge- und missbraucht werden und erfüllen somit auch instrumentalisierte Zwecke[3].

Abseits aller anderen Gebiete, in denen Medien auch Einfluss haben oder haben können, geht es in der vorliegenden Arbeit vor allem um das Zusammenspiel zwischen den Medien und dem politischen Geschehen. Von Bedeutung ist dabei die Frage, ob Medien hier nur der Information dienen oder auch, angesichts ihres Einflusses auf die Meinung Einzelner, gebraucht werden können, um eigene Ziele zu erreichen.

Als Beispiel für das Gebrauchen von Medien soll hier der derzeitige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder dienen. Da dieser auch als „Medienkanzler“ bezeichnet wird, ist die Interaktion zwischen ihm und den Medien ein beachtenswerter Punkt.

Dabei soll es die Arbeit keinesfalls auf die politischen Kompetenzen, Erfolge oder Misserfolge des Ministerpräsidenten oder Bundeskanzlers Gerhard Schröder eingehen[4]. Dies würde zum einen nicht dem Seminarthema gerecht werden, zum anderen ist es ein sehr subjektiver Punkt, der kaum wirklich objektiv untersucht werden kann.

2.3. Können Medien Einfluss auf die Politik haben?

Die bereits eben angeschnittene Frage soll hier noch einmal vertieft werden. Es lässt sich sagen, dass gerade heute die Medien einen zunehmenden Einfluss auf die allgemeine Meinungsbildung haben.

Dies ist zum einen das Resultat von Massenmedien wie dem Internet, die jedem eine Fülle von (teils zweifelhaften[5] ) Informationen zur Verfügung stellen, zum anderen machen sich Politiker auch diesen Fakt zu Nutze[6].

Dieses Zusammenspiel von Medien und Politik nennt Richard Meng einen „politisch-medialen Komplex“[7]. Das bedeutet, dass sowohl die Politik Einfluss hat auf die Berichterstattung, allerdings können die Medien auch einen Einfluss darauf haben, welches Thema sich zu einer „Zentralbotschaft der Koalition“[8] entwickeln kann. Das heißt, dass die Medien durch die Konzentrierung auf einzelne tagespolitische Themen Einfluss darauf nehmen können, welches dieser Themen von der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen wird und somit im Rückschluss auch Einfluss nimmt auf die Politiker, die sich mit den jeweils öffentlichkeitswirksamsten Themen gezielter befassen[9].

Dieter Stolte spricht in seinem Aufsatz gar von einer „Mediendemokratie“, in der fast logischerweise ein „Medienkanzler“ die Richtung vorgibt[10]. Der Terminus der „Mediendemokratie“ deutet darauf hin, dass die Medien einen größeren Einfluss auf die Politik haben als umgekehrt. Das ist wohl zu weit gegangen, trotzdem ist es unverkennbar, dass die Medien eine starke Rolle innehaben.

Ein Einfluss der Medien auf das politische System ist also unbestreitbar, auch wenn erwähnt werden sollte, dass die Politik durch bestimmte Themenwahl dieses Interesse steuern kann[11].

III. Das Portrait

3.1. Eine kurze Biographie Gerhard Schröders

An dieser Stelle soll nur kurz auf den persönlichen Werdegang Gerhard Schröders Rücksicht genommen werden. Dabei werden private Ereignisse eher ausgenommen, da sie für das Thema dieser Arbeit weniger von Bedeutung sind. Wichtiger ist vielmehr die berufliche und vor allem politische Entwicklung.

Gerhard Schröder wird am 7. April 1944 in Mossenberg (Westfalen) als zweites Kind geboren.

Wenige Tage nach seiner Geburt stirbt sein Vater Fritz Schröder in Rumänien. Seine Mutter, Erika Schröder, heiratet 1947 erneut, diesmal den Hilfsarbeiter Paul Vosseler, mit dem sie zwischen 1948 und 1954 drei weitere Kinder bekommt.

1963 tritt Schröder der SPD bei, im Jahr 1976 besteht er sein zweites Staatsexamen als Jurist. Während der Aufspaltung der Jungen Sozialisten (Jusos), der Jugendorganisation der SPD, in den 70er-Jahren erkennt Schröder bereits, dass „der Zugang zu den Massen (…) wichtiger ist als jede Parteidisziplin“[12]. 1978 wird er zum Juso-Vorsitzenden gewählt, bereits zwei Jahre später wird er bei den Bundestagswahlen in das deutsche Parlament gewählt.

Nach den Bundestagswahlen 1983, nach denen die SPD die Regierung abgeben muss, konzentriert sich Schröder zunehmend auf die Landespolitik in Niedersachsen, weil er hier mehr Perspektiven sieht. Ein Jahr später wird er daher der Spitzenkandidat der SPD in Niedersachsen.

[...]


[1] aus: Dörner, Andreas: Politainment. Politik in der medialen Erlebnisgesellschaft, edition suhrkamp Verlag, Frankfurt 2001, Seite 31

[2] aus: Meyers Neues Lexikon, Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1996, Band 6, Seite 315

[3] Die Möglichkeit, (Massen-) Medien zur Unterstützung und als Instrument zu gebrauchen, findet sich bereits im Dritten Reich. Dieses soll allerdings nur als Unterstreichung der gewichtigen Rolle der Medien dienen und keinesfalls Parallelen zu Gerhard Schröders politischem Handeln ziehen.

[4] Die subjektiv-parteipolitischen Aspekte des Schröder´schen Handelns haben keinen Platz in dieser Arbeit.

[5] Dass die Objektivität des Internets nicht immer gewährleistet ist, ist wohl unbestritten. Zwar sind auch Medien wie Zeitungen oder das Fernsehen teilweise subjektiv, sie unterliegen allerdings nicht so sehr einzelnen Meinungen.

[6] An dieser Stelle sei nur an das Referatsthema des Seminars erinnert, welches sich mit den Polittalkshows wie z.B. Sabine Christiansen befasst hat. Diese Talkshows haben einen nicht unbeträchtlichen Bekanntheitsgrad und dienen somit den Politikern auch als Plattform für das Öffentlichmachen der eigenen Meinung.

[7] aus: Meng, Richard: Der Medienkanzler – Was bleibt vom System Schröder?, edition suhrkamp Verlag, Frankfurt 2002, Seite 72

[8] aus: Meng, Richard: Der Medienkanzler – Was bleibt vom System Schröder?, edition suhrkamp Verlag, Frankfurt 2002, Seite 72

[9] Diese Meinung teilt auch der Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, der bilanzierte, dass die Politik von den Medien „viel stärker abhängig (ist) als umgekehrt“ (aus: Meng, Richard: Der Medienkanzler – Was bleibt vom System Schröder?, edition suhrkamp Verlag, Frankfurt 2002, Seite 71)

[10] aus: Stolte, Dieter: Mittlerfunktion statt Manipulation: Was die Medien für unsere Demokratie wert sind, Seite 1, aus: www.kas.de/publikationen/2001/kommunikation/polmein01-08_stolte.pdf

[11] Dieser Aspekt ist ein eigenes Feld, dessen Untersuchung ein gesondertes Arbeitsthema sein könnte. Daher soll dies nur als kurze, allgemeine Anmerkung dienen. Allerdings sollte an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich hier keinesfalls um objektiv Feststellbares handelt und somit das gesamte Abwägen nur aufgrund von bestimmten Indizien geschehen kann. Zwar können diese unter Umständen stark in eine bestimmte Richtung deuten, wirklich greifbare Beweise sind es jedoch kaum.

[12] aus: Anda, Béla und Kleine, Rolf: Gerhard Schröder – Eine Biographie, Ullstein Verlag, München 2002, Seite 29

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Gerhard Schröder - Portrait eines Medienkanzlers im Wandel der Zeit
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
17
Katalognummer
V35322
ISBN (eBook)
9783638352765
ISBN (Buch)
9783640393381
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gerhard, Schröder, Portrait, Medienkanzlers, Wandel, Zeit
Arbeit zitieren
Johan Fröhberg (Autor), 2003, Gerhard Schröder - Portrait eines Medienkanzlers im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35322

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