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Die Sprachenfrage nach der Unabhängigkeit. USA und Lateinamerika im Vergleich

Titre: Die Sprachenfrage nach der Unabhängigkeit. USA und Lateinamerika im Vergleich

Dossier / Travail de Séminaire , 2003 , 26 Pages , Note: 1

Autor:in: Daniela Wienhold (Auteur)

Romanistique - Philologie latino-américaine
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts erreichen die nordamerikanischen Staaten² und Lateinamerika¹ ihre Unabhängigkeit von der Kolonialmacht. Eigenständige Staaten mit eigenen Verfassungen werden gegründet. Die ehemaligen Kolonien werden politisch unabhängig. Es stellt sich nun die Frage ob diese politische Unabhängigkeit auch eine sprachliche Unabhängigkeit mit sich bringen kann, obwohl die Sprache des Mutterlandes zum Großteil auch die eigene ist. Gibt es andere Möglichkeiten der sprachlichen Abgrenzung als die Einsetzung einer fremden Sprache, die in der Durchführung völlig unmöglich wäre? Gerade für die Literatur spielt diese Frage eine große Rolle, denn sie besteht aus Sprache und ist ein Träger von Kultur. Und diese Kultur gilt es neu zu definieren, oder auch zu erschaffen im Hinblick auf eine eigene Identität des neuen Staates. Daher scheint es einleuchtend, dass neben Politik und Wirtschaft auch die Sprachenfrage die damaligen Denker, Gelehrten und Staatsmänner bewegt. Die Sprache also als wichtige Ingredienz im jungen Land das sich vom ehemaligen Besatzer abgrenzen möchte.

Dieses Thema fand einen Platz auf beiden Seiten des amerikanischen Kontinents, auch wenn es auf unterschiedliche Art zur Sprache kommt. In Lateinamerika kamen, zumindest Teile dieser Debatte, für die Öffentlichkeit zugänglich zur Sprache. Diese berühmte P olemik wurde über die chilenische Presse von den zwei oft gegenübergestellten Persönlichkeiten in diesem Thema ausgetragen: Andés Bello und Domingo Faustino Sarmiento. Aber nicht nur diese beiden machten sich ausführlich Gedanken zur spanischen Sprache in Lateinamerika. Auch einige Zeit später gab es einen Universalgelehrten, der sich in einer für diese Zeit äußerst innovativen Weise der Sache widmete: Rufino José Cuervo.

Auf der anderen Seite, in Nordamerika, geht es zwar etwas leiser zu, jedoch nicht minder durchdacht. Heraus ragt hier der berühmte Noah Webster, den die meisten heute nur noch als Namen für ein Wörterbuch kennen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurzbiografien

2.1 Andrés Bello (1781 – 1865)

2.2 Domingo Faustino Sarmiento (1811 – 1888)

2.3 Rufino José Cuervo (1844 – 1911)

2.4 Noah Webster (1758 – 1843)

3. Lateinamerikanische Polemik in der Sprachenfrage: Bello vs. Sarmiento

4. Die lateinamerikanischen Positionen

4.1 Bello

4.2 Sarmiento

4.3 Cuervo

5. Nordamerika soll amerikanisch werden: Noah Webster

6. Gemeinsamkeiten und Unterschiede

7. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen politischer Unabhängigkeit und sprachlicher Identitätsbildung nach dem Ende der Kolonialzeit. Dabei wird analysiert, wie Denker in Lateinamerika und den USA die Frage der nationalen Sprache als Instrument zur Abgrenzung vom ehemaligen Mutterland und zur Stärkung des nationalen Zusammenhalts diskutierten.

  • Vergleich der linguistischen Positionen von Andrés Bello, Domingo Faustino Sarmiento und Rufino José Cuervo.
  • Analyse der Rolle von Noah Webster für die Etablierung eines eigenständigen amerikanischen Englisch.
  • Untersuchung der Debatte um Rechtschreibreformen als Mittel zur Bildungsförderung und Identitätsstiftung.
  • Gegenüberstellung von Konzepten der sprachlichen Einheit (panhispanisch vs. national) in den beiden Subkontinenten.

Auszug aus dem Buch

4. Die lateinamerikanischen Positionen

Wie bereits durch diese Polemik deutlich wurde, prallen in Lateinamerika in der Sprachenfrage zwei Tendenzen aufeinander. Bello ist der Vertreter der konservativen, klassischen Seite, der eine panhispanische linguistische Norm, d. h. zusammen mit Spanien befürwortet. Diese Norm sollte durch die Real Academia Española bewahrt werden. Er vertritt den Gedanken, dass die spanische Sprache ein kulturelles Erbe Spaniens ist, das es zu schätzen gilt, da es zusammen mit anderen Werten des spanischen Geistes nach Amerika gekommen ist (Torrejón 363). Bello möchte sich also, trotz Unabhängigkeit, in der Sprachenfrage nicht von Spanien abgrenzen.

Bello legt in der Frage der Sprachregulierung also Wert auf eine höhere Instanz, die von oben herab den Sprechern gewisse Normen vermitteln soll, die ihre vorangeschrittene sprachliche Abdriftung aufhält indem man sie korrigiert. Seiner Meinung nach ist es nicht zulässig, das das Volk selbst, durch seine Art und Weise zu sprechen, die Norm vorgibt. Das würde nach Bellos Ansicht dazu führen, dass ein erneutes „Babel“ entsteht, d. h. dass sich die einzelnen Sprechweisen, wenn man ihnen freien Lauf lässt, so von einander wegbewegen, dass man sich untereinander nicht mehr versteht. Bello nimmt als Beispiel das Latein, dass sich in die verschiedenen romanischen Sprachen aufgesplittet hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage ein, in der neue Staaten nach der politischen Unabhängigkeit auch eine sprachliche Identität suchten.

2. Kurzbiografien: Die Biografien der vier Hauptakteure Andrés Bello, Domingo Faustino Sarmiento, Rufino José Cuervo und Noah Webster werden vorgestellt.

3. Lateinamerikanische Polemik in der Sprachenfrage: Bello vs. Sarmiento: Dieses Kapitel beleuchtet den öffentlichen intellektuellen Streit zwischen Bello und Sarmiento in der chilenischen Presse.

4. Die lateinamerikanischen Positionen: Hier werden die unterschiedlichen Ansichten der drei lateinamerikanischen Gelehrten detailliert analysiert und deren linguistische Konzepte gegenübergestellt.

5. Nordamerika soll amerikanisch werden: Noah Webster: Dieses Kapitel widmet sich dem Wirken Noah Websters und seinem Ziel, ein amerikanisches Englisch als nationale Standardsprache zu etablieren.

6. Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Die verschiedenen nationalen und internationalen Sprachkonzepte werden kritisch miteinander verglichen.

7. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, wie der Wunsch nach Unabhängigkeit auf beiden Kontinenten zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Sprachnorm führte.

Schlüsselwörter

Sprachenfrage, Unabhängigkeit, Lateinamerika, USA, Andrés Bello, Domingo Faustino Sarmiento, Rufino José Cuervo, Noah Webster, Sprachnorm, nationale Identität, Rechtschreibreform, panhispanisch, Neologismen, Sprachgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung nationaler Sprachidentitäten nach der Unabhängigkeit von Kolonialmächten in Lateinamerika und den USA.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen linguistischen Purismus, die Rolle von Sprachakademien, den Einfluss von Bildung auf die Schriftsprache und die Abgrenzung zum Mutterland.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die unterschiedlichen sprachphilosophischen Ansätze führender Denker des 19. Jahrhunderts im Vergleich zwischen Nord- und Lateinamerika aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literatur- und Diskursanalyse, um die Ansichten der vier Protagonisten anhand ihrer Schriften und historischer Kontexte zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Biografien und linguistischen Positionen der Akteure sowie den intellektuellen Diskurs in der Presse und in grammatikalischen Werken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören nationale Identität, Sprachnorm, Unabhängigkeit, linguistischer Nationalismus und kulturelle Eigenständigkeit.

Warum spielt die chilenische Presse eine so große Rolle für Bello und Sarmiento?

Die Presse fungierte als zentraler öffentlicher Raum, in dem Bello und Sarmiento ihre gegensätzlichen Ansichten über den korrekten Sprachgebrauch austragen konnten.

Inwiefern unterscheidet sich Websters Ansatz von dem der lateinamerikanischen Denker?

Während die Lateinamerikaner stark zwischen verschiedenen Modellen der kulturellen Bindung an Spanien schwankten, zielte Webster konsequenter auf eine nationale Standardsprache für die USA ab.

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Résumé des informations

Titre
Die Sprachenfrage nach der Unabhängigkeit. USA und Lateinamerika im Vergleich
Université
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Note
1
Auteur
Daniela Wienhold (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
26
N° de catalogue
V35339
ISBN (ebook)
9783638352918
Langue
allemand
mots-clé
Sprachenfrage Unabhängigkeit Lateinamerika Vergleich
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniela Wienhold (Auteur), 2003, Die Sprachenfrage nach der Unabhängigkeit. USA und Lateinamerika im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35339
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Extrait de  26  pages
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