Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Romance Studies - Spanish Studies

Die arabisch-spanischen Übersetzungen zur Zeit Alfons des Weisen und ihre Konsequenzen für die spanische Schriftsprache

Title: Die arabisch-spanischen Übersetzungen zur Zeit Alfons des Weisen und ihre Konsequenzen für die spanische Schriftsprache

Term Paper , 2000 , 18 Pages , Grade: 1

Autor:in: Daniela Wienhold (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Meine Proseminararbeit mit obigem Titel gliedert sich in zwei Teile, wobei sich der zweite wiederum in zwei Bereiche aufteilt. Der erste Teil (I + II) beschreibt die arabisch-spanischen Übersetzungen und der zweite (IV), die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die spanische Schriftsprache bezüglich Sprachkorpus zum einen und Sprachstatus zum anderen. Beide Teile beziehen sich auf die Regierungszeit (1252 - 1284) des Königs von Kastilien und León, Alfons X., genannt „der Weise“, im 13. Jahrhundert. Unter der Regentschaft von Alfons dem Weisen beginnt eine rege Übersetzertätigkeit wissenschaftlicher arabischer Werke ins Spanische bzw. Kastilische. Sie vollzieht sich unter Alfons Schirmherrschaft in der bereits um 1130 in der Regierungszeit von Alfons VII. gegründeten Übersetzerschule von Toledo. Die Tatsache, daß diese Werke ins Kastilische übersetzt wurden und nicht in ins Lateinische war außergewöhnlich für eine Zeit, in der das Lateinische in Europa die einzige Literatursprache darstellte und das Kastilische bis auf weniges, allgemein zugängliches gemachtes Schriftgut, nur eine gesprochene Sprache war. Dies stellte ein Problem für Alfons und seine Übersetzer dar: Wie übersetzt man komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge und abstrakte Begriffe aus einer kulturell so weit entwickelten Sprache wie dem Arabischen, in eine Sprache in der vorher etwas Ähnliches noch nie ausgedrückt wurde? Die spanische Sprache wies Defizite auf, die es nötig machten, das noch sehr junge Schriftspanisch entsprechend auszubauen.

Unter Punkt II werde ich näher auf die Übersetzerschule von Toledo eingehen, darstellen welche Bereiche die übersetzten Werke umfaßten und welche Gründe es für die Wahl des Kastilischen an Stelle des Lateins gab. Unter Punkt III werde ich dann das Problem der Übersetzung erläutern, indem ich die Unterschiede zwischen der spanischen und der arabischen Sprache zu jener Zeit beschreibe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die alfonsinischen Übersetzungen im Spanien des 13. Jahrhunderts.

III. Die Notwendigkeit des Ausbaus der spanischen Sprache.

IV. Die Konsequenzen der arabisch-spanischen Übersetzungen im Hinblick auf:

1. Sprachkorpus

a) Syntax

b) Stil

c) Morphologie

d) Lexikon

e) Orthographie

2. Sprachstatus

V. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der arabisch-spanischen Übersetzungen während der Regierungszeit von Alfons X. dem Weisen im 13. Jahrhundert auf die Entwicklung und Standardisierung der spanischen Schriftsprache. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch die Notwendigkeit, komplexes arabisches Wissen in das junge Kastilische zu übertragen, eine sprachliche Emanzipation vom Lateinischen eingeleitet wurde.

  • Die historische Bedeutung der Übersetzerschule von Toledo
  • Notwendigkeit und Problematik des sprachlichen Ausbaus (Sprachkorpus)
  • Veränderungen in Syntax, Stil, Morphologie und Orthographie
  • Aufwertung des Sprachstatus und Etablierung des Kastilischen als Amtssprache

Auszug aus dem Buch

Die alfonsinischen Übersetzungen im Spanien des 13. Jahrhunderts.

Die Übersetzerschule von Toledo hat 2 Blütezeiten zu verzeichnen. Zum einen die Phase von 1130 – 1187 unter der Leitung Raimundos, des Erzbischofs von Toledo und zum anderen die Periode unter Alfons dem Weisen von 1257? – 1283 (Zeitangaben und Fragezeichen von Gil 52). Zwischendrin gibt es eine Übergangszeit in der man die Übersetzungsproduktion fast einstellte.

Nach Kontzi bestand ein Übersetzerteam unter Raimundo aus einem Arabisten und einem Latinisten. Der Arabist übersetzte den arabischen Text mündlich ins Kastilische und der Latinist übersetzte das gehörte Kastilisch ins Lateinische und hielt es als Endversion fest („Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen und seine sprachlichen Folgen“ 417).

Unter Alfons bestand das Übersetzerteam aus einem Arabisten und einem Latinisten „auxiliados por un ‚emenador‘, un ‚capitulador‘ y un ‚glosador‘“ (Gil 17). Der Übersetzungsprozeß funktionierte wie oben beschrieben, mit dem Unterschied, daß die mündliche Kastilische Version von einem weiteren Schreiber schriftlich festgehalten wurde (Kontzi, „Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen...“ 418). Am Ende lagen so nun zwei schriftliche Versionen vor, eine lateinische und eine kastilische. Das Kastilische fungierte nun nicht mehr nur als Mittler zwischen beiden Sprachen, sondern war die Grundlage einer dem Latein ebenbürtigen schriftliche Endversion. „So entstand früh eine spanische Prosaliteratur hohen Ranges“ (Kontzi, Das Zusammentreffen der arabischen Welt mit der romanischen ...“ 418).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Arbeit erläutert ihre Gliederung in den historischen Kontext der Regierungszeit von Alfons X. und die daraus resultierenden sprachlichen Fragestellungen.

II. Die alfonsinischen Übersetzungen im Spanien des 13. Jahrhunderts.: Dieses Kapitel beschreibt die Arbeitsweise der Übersetzerschule von Toledo und den Wandel zur Etablierung einer volkssprachlichen Prosaliteratur.

III. Die Notwendigkeit des Ausbaus der spanischen Sprache.: Hier wird der Bedarf an sprachlicher Flexibilität und abstraktem Wortschatz thematisiert, da das Kastilische anfangs noch nicht als wissenschaftliche Sprache fungieren konnte.

IV. Die Konsequenzen der arabisch-spanischen Übersetzungen im Hinblick auf:: Der Hauptteil analysiert detailliert die Auswirkungen auf den Sprachkorpus (Syntax, Morphologie, Lexikon, Orthographie) und den erhöhten Status des Kastilischen im Staat.

V. Schluß: Das Fazit fasst die Transformation des Kastilischen zur offiziellen Amtssprache und seine Emanzipation gegenüber dem Lateinischen zusammen.

Schlüsselwörter

Alfons der Weise, Übersetzerschule von Toledo, Kastilisch, Sprachkorpus, Sprachstatus, Übersetzungsprozess, Altspanisch, Arabismen, Orthografie, Fachwortschatz, Syntaxwandel, Reconquista, Wissenschaftssprache, Sprachnormierung, Romanistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie die Übersetzung wissenschaftlicher Werke aus dem Arabischen ins Kastilische unter Alfons X. im 13. Jahrhundert die Entwicklung des Spanischen entscheidend geprägt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die Arbeitsweise der Übersetzerschule von Toledo, die Notwendigkeit des sprachlichen Ausbaus für wissenschaftliche Zwecke und die resultierende Aufwertung des Kastilischen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, den autozentrierten und heterozentrierten Korpuswandel des Spanischen zu belegen und die Etablierung des Kastilischen als offizielle Sprache in Staat und Wissenschaft zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Literaturanalyse, die auf primären Fachquellen der Romanistik und Hispanistik basiert, um die sprachhistorischen Veränderungen methodisch nachzuzeichnen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung innersprachlicher Strukturen wie Syntax, Morphologie, Lexik und Orthographie sowie die Analyse der neuen, offiziellen Funktion des Kastilischen im staatlichen Gefüge.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Alfons der Weise, die Übersetzerschule von Toledo, Sprachstatus, Korpuswandel und die Emanzipation der Volkssprache vom Lateinischen.

Wie veränderte sich die Rolle der Übersetzer unter Alfons X. im Vergleich zur Zeit Raimundos?

Unter Alfons X. wurde der Übersetzungsprozess institutionalisiert und durch Schreiber ergänzt, wodurch das Kastilische nicht mehr nur als mündliche Vermittlersprache, sondern als Grundlage für hochwertige Schriftsprache diente.

Warum war die orthografische Normierung unter Alfons dem Weisen so bedeutsam?

Die Normierung, bekannt als „ortografía alfonsí“, war notwendig, um im wachsenden Rechtswesen und der königlichen Verwaltung Eindeutigkeit zu schaffen und Missverständnisse zu vermeiden.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Die arabisch-spanischen Übersetzungen zur Zeit Alfons des Weisen und ihre Konsequenzen für die spanische Schriftsprache
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Grade
1
Author
Daniela Wienhold (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V35343
ISBN (eBook)
9783638352956
Language
German
Tags
Zeit Alfons Weisen Konsequenzen Schriftsprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Wienhold (Author), 2000, Die arabisch-spanischen Übersetzungen zur Zeit Alfons des Weisen und ihre Konsequenzen für die spanische Schriftsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35343
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint