Das verkehrssichere Fahrrad. Eine Überprüfung (Sachunterricht 4. Klasse Grundschule)


Unterrichtsentwurf, 2017
25 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Lernvoraussetzungen

3. Sachanalyse

4. Didaktische Begründung

5. Methodische Begründung

6. Reflexion

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Die vorliegende Ausarbeitung stellt eine Unterrichtsstunde innerhalb der Unterrichts- einheit „Mobilität“ dar, die in der 4a an der XXXX-Grundschule in XXXX am 16.06.16 in der 3. Stunde im Zuge des GHR-300 Schulpraktikums gehalten worden ist. In der vorliegenden Stunde wurde das „verkehrssicher Fahrrad“ sowie dessen Be- standteile thematisiert und praktisch an Fahrrädern dargestellt, nachdem in der vorhe- rigen Stunde lediglich eine rein theoretische Betrachtung eines verkehrssicheren Fahrrads stattgefunden hatte. Die gehaltene Stunde, in der die SuS in Gruppen durch den Lehrkörper vorbereitete Fahrräder auf ihre Sicherheit überprüfen sollen und mit- hilfe einer bereitgestellten Materialkiste wieder verkehrssicher machen, dient einem Einstieg in den kommenden Fahrradparkour, mit dem die Einheit abgeschlossen wird.

2. Lernvoraussetzungen

Die Klasse 4a setzt besteht aus insgesamt 23 Schülern und Schülerinnen ( im Folgen- den als SuS abgekürzt). Der Klassenraum ist als eher klein zu bezeichnen, so dass die hier gezeigte Stunde auf den hinteren Schulhof verlegt wird. Die Klasse erhält derzeit keine weitere pädagogische Unterstützung, obwohl die diagnostischen Ergebnisse bei einem Schüler hinsichtlich einer ADHS-Diagnose noch ausstehen. Die Lernatmo- sphäre innerhalb der Klasse ist als schlecht zu bezeichnen und oftmals durch verein- zelte Störungen gekennzeichnet, die schnell die gesamte Klasse erfassen. Das Leis- tungsvermögen der Schülerinnen und Schüler, die sich aus 18 Kindern mit und 5 ohne Migrationshintergrund zusammensetzen, ist insgesamt als schwach zu bezeich- nen und nur sehr wenige SuS arbeiten konzentriert und motiviert. Die Namen sind im folgenden hinsichtlich des Datenschutzes verändert worden. In der mündlichen Mit- arbeit zeigen insbesondere Maxim, Elias, Naomi und Alexander große Bereitschaft, sodass sie mit qualitativ guten Beiträgen den Unterricht inhaltlich weiterbringen. Hierbei ist jedoch anzumerken, dass Maxims Arbeitsverhalten möglicherweise auf- grund des ADHS sehr ambivalent ist und schnell in Unterrichtsstörung übergeht. Auch Elias´ Beiträge sind manchmal durch Provokationen geprägt, welche den Un- terricht stören können.

Die anderen Schüler sind in der mündlichen Mitarbeit zurückhaltender, weisen je- doch eine höhere Arbeitsmotivation in der nicht-mündlichen Arbeit auf, wobei Cari- na hier als Leistungsträgerin zu nennen ist. Sehr schwach im Unterrichtsgespräch sind Carina, Wedar und Justin.. Justin fällt es zudem sehr schwer, sich auf den Ver- lauf des Unterrichts zu konzentrieren und muss daher öfter zum Mitdenken aufgefor- dert werden, was teilweise nur schwer angenommen wird und stark von seinen eige- nen Interessen abhängt. Die Verteilung im schriftlichen Bereich gestaltet sich ähnlich problematisch. Bei den guten SuS zeigt sich dies insbesondere auf das Arbeitstempo sowie auf die Genauigkeit, mit der die Aufgaben bewältigt werden, wobei Carina und Özlem zu nennen sind. Andere SuS benötigen hingegen viel Zeit um Aufgaben zu bearbeiten sowie individuelle Unterstützung. Daher wird hier mit differenziertem Material, wie Hilfestellungen, vereinfachte Texte oder Tippkarten gearbeitet. Zwei SuS, Mara und Murad, kommen aus Syrien und sind erst seit wenigen Monaten in Deutschland, was sich auf die sprachliche Kompetenz auswirkt sowie auf ihre Stel- lung innerhalb des Klassenverbandes, der insgesamt als problematisch zu betrachten ist und durch viele kleine soziale Konflikte geprägt ist. Mara und Murad nehmen nur sporadisch am Sachunterricht teil und erhalten in jener Zeit DaZ-Unterricht.

Des Weiteren ist innerhalb der Klasse von einer sehr differenten Lernbereitschaft auszugehen. Einige SuS sind nur schwerlich zu motivieren, sodass jene oft in unter- richtsstörenden Verhaltensweisen verfallen und eine Fokussierung auf das zu Erar- beitende getrübt ist.

Die individuellen Lernvoraussetzungen werden im folgenden anhand der Strukturie- rung von Hempel und Lüpkes aufgezeigt. Hempel und Lüpkes nennen hierbei vier Lernvoraussetzungen, welche zu beachten sind. Hierbei handelt es sich um die sach- strukturellen Lernvoraussetzung, die arbeitsmethodische Lernvoraussetzung, die ent- wicklungsbezogene Lernvoraussetzung sowie die wertbezogene Lernvoraussetzung. Erste beschreibt die Sachkompetenzen und Lernstände der SuS. Die arbeitsmethodi- sche Lernvoraussetzung hingegen bezieht sich auf Methoden- und Sozialkompeten- zen der SuS und inwiefern deren Kooperationsverhalten sowie Lern- und Arbeitsver- halten ist. Die entwicklungsbezogene Lernvoraussetzung beschreibt die geistige, kör- perliche und motorische Entwicklung der SuS und welche Stärken und Schwächen diese aufweisen. Die wertbezogene Lernvoraussetzung beschreibt Selbstkompeten- zen, Einstellungen sowie die Ausprägung von Verantwortungsbewusstsein.1

In der Einführungsstunde für das Thema „Das verkehrssichere Fahrrad“ wurde das Vorwissen sowie die Präkonzepte der SuS erfasst, indem die SuS in Gruppen unter dem Stichwort „Das verkehrssichere Fahrrad“ gruppenoffenes Schreibgespräch durchführten und die wichtigsten Punkte der Klasse vorstellten. Bei dem Schreibge- spräch liegt der Gruppe ein DIN-3 Blatt vor, das hinsichtlich eines Begriffes oder Stichwortes beliebig beschrieben werden kann.(Bilder im Anhang). Dies ermöglichte insbesondere einen Einblick in die sachstrukurelle Lernvoraussetzung, die die SuS zu dem Thema aufwiesen. So war generell von einem großen Interesse an dem Thema zu beobachten, da viele SuS das Thema direkt auf ihre eigene Lebenswirklichkeit übertragen konnten, da alle SuS der Klasse mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Hinsichtlich der Sachkompetenzen der Thematik waren große Unterschiede zwischen den einzelnen SuS auszumachen. So konnten einige bereits viele Merkmale eines verkehrssicheren Fahrrads benennen. Bei anderen hingegen war auffällig, dass hin- sichtlich der korrekten Benennung einiger Fahrradteile Probleme auftraten. So muss- te für einige SuS innerhalb der Vorstellungsphase geklärt werden, was ein Dynamo ist und welche Funktion dieser inne hat. Auch andere Bestandteile des Fahrrads konnten zwar von einigen SuS als wichtig für die Sicherheit des Fahrrads erkannt werden und in ihrer Funktion sogar erklärt werden, doch war auch hier das nötige Vokabular falsch oder schwammig. Der Begriff Reflektor war beispielsweise kaum geläufig und musste erläutert werden.

Hinsichtlich der arbeitsmethodischen Voraussetzungen ist das teilweise schlechte Ar- beits- und Kooperationsverhalten als problematisch zu nennen. Insbesondere da die in der Stunde geplante Gruppenarbeit nur mit festgelegten Gruppen funktioniert, um Unterrichtsstörungen zu vermeiden und Gruppen zu ermöglichen, in denen die Kin- der optimal lernen können und in denen ein gutes Kooperationsverhalten erfolgt. So arbeitet Naomi, die sich schnell ablenken lässt, stets konzentriert, wenn sie mit Cari- na zusammenarbeitet. Eine weitere Gruppe, die derzeit nicht aufgelöst werden kann ist jene, die aus Mara, Murad, Wedar und Elias besteht. Elias und Wedar arbeiten meist unkonzentriert und sind als motivationslos zu bezeichnen. Doch da ihnen in dieser Gruppe eine spezielle Aufgabe zu teil wird, ist ihre Arbeitsverhalten besser.

Die besondere Aufgabe besteht in der Überbrückung der sprachlichen Problemen, die im Unterricht auftreten können. Da Elias sowie Wedar fließend Deutsch sowie Ara- bisch sprechen, arbeiten sie optimal mit Mara und Murad zusammen, auch wenn dar- auf geachtet wird, dass soviel Deutsch wie möglich gesprochen wird. Die Verantwor- tung, die Elias und Wedar erhalten wirkt sich positiv auf ihr Arbeitsverhalten aus.

Das Arbeiten mit Checklisten und das anschließende präsentieren der Ergebnisse ist den SuS bekannt. Laut Klassenlehrer war dies fester Bestandteil in der dritten Klas- senstufe. Auch in der vierten Klassenstufe wurde an diesem Vorgehen festgehalten, so dass keine sechs Wochen zuvor die SuS Präsentationen gehalten hatten, für die sie lange üben konnten. Jene Darstellungskompetenz wird sooft wie möglich in den Un- terricht integriert.

Hinsichtlich der entwicklungsbezogenen Lernvoraussetzungen ist zum einen die sprachlichen Defizite zu nennen, die bereits hinsichtlich der sachstrukturellen Vor- aussetzung genannt wurden und die viele Kinder betrifft. Da die wichtigsten Be- zeichnungen in der vorherigen Stunde bereits gefallen sind, existiert so ein Grundvo- kabular. Als eine Stärke der Klasse ist ihre Interesse an praktischen Unterrichtsstun- den und all jenen, die von dem alltäglichen Unterricht abweichen. Hinsichtlich der geistigen, körperlichen und motorischen Entwicklung sind keine Besonderheiten zu nennen. Die SuS befinden sich laut dem Stufenkonzept nach Piaget in der konkret- operationalen Phase.

Bezüglich der wertbezogenen Vorraussetzung ist zu erwähnen, dass das in der Klasse vorherrschende Verantwortungsbewusstsein oft als problematisch zu bezeichnen ist. Daher muss dieses mit den SuS oft geübt und wiederholt werden, wie durch spezifische Aufgaben während der Gruppenarbeit.

3. Sachanalyse

Die Ausstattung eines verkehrssicheren Fahrrads ist in Deutschland durch den Gesetzgeber geregelt. Im Falle des verkehrssicheren Fahrrads greifen die Vorgaben der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO).

So muss jedes geführte Fahrzeug eine funktionierende Bremse besitzen, um es legal im Straßenverkehr zu nutzen. Dies gibt der § 65 Abs.1 S. 1 und 2 der StVZO vor.

Darin heißt es: Alle Fahrzeuge müssen eine ausreichende Bremse haben[...]. Fahrräder müssen zwei voneinander unabhängige Bremsen haben.“2 Des Weiteren wird die Bremse wie folgt definiert: „Als ausreichende Bremse gilt jede am Fahrzeug fest angebrachte Einrichtung, welche die Geschwindigkeit des Fahrzeugs zu vermindern und das Fahrzeug festzustellen vermag.“3 Auch hinsichtlich des Warninstruments, das an einem Fahrrad angebracht werden muss, gibt es vom Gesetzgeber vorgaben. So heißt es: „Fahrräder[...] müssen mit einer helltönenden Glocke ausgerüstet sein[...]. Andere Einrichtungen für Schallzeichen dürfen an diesen Fahrzeugen nicht angebracht sein.“4 Dies bedeutet, dass selbst die oft zu sehenden Hupen an den Fahrrädern nicht gestattet sind.

Die lichttechnischen Einrichtungen an Fahrrädern unterliegen den Vorgaben des § 67 der StVO. So müssen der Scheinwerfer sowie die Schlussleuchte des Fahrrads mit ei- ner Lichtmaschine oder anderen Energiequelle ausgerüstet sein, die eine Nennleis- tung von 3 Watt und eine Nennspannung von 6 Volt aufweist. Der Frontscheinwerfer muss für weißes Licht ausgerüstet sein und muss befestigt sein, dass er sich nicht un- beabsichtigt verstellen kann. Ein weißer Rückstrahler muss sich ebenfalls an der Front des Fahrrads befinden. An der Rückseite des Fahrrads muss sich eine Schluss- leuchte für rotes Licht befinden, die sich nicht niedriger als 250 mm über der Fahr- bahn befinden darf. Des Weiteren müssen zwei rote Rückstrahlern vorhanden sein. Bei einem muss es sich um eine Großflächenrückstrahler handeln. Die Schlussleuch- te und einer der Rückstrahler dürfen hierbei auch in einem Gerät vereinigt sein. Sämtliche Lichteinrichtungen müssen nicht gleichzeitig einschaltbar sein. Die Peda- len des Fahrrads müssen mit nach vorne und hinten gerichteten wirkenden gelben Rückstrahlern ausgerüstet sein. An den Längsseiten des Fahrrads müssen zwei gelben Speichenrückstrahlern an dem Vorder- und Hinterrad dieses sichtbar sein, die an je- dem Rad um 180 Grad versetzt sind. Auch sind retroreflektierende weiße Streifen ge- stattet, die an den Reifen oder Speichen befestigt sind.5

Dies waren all jene Komponenten, welche für das verkehrssichere Fahrrad verpflich- tend sind. Daneben finden sich noch Bestandteile, die nicht gesetzlich vorgeschrie- ben sind, aber als sinnvoll erachtet werden. Dazu gehören eine Standlichtanlage, ein Kettenschutz, ein stabiler Gepäckträger sowie Schutzbleche für die Reifen.6 All diese Punkte dienen sicherlich ebenfalls der Verkehrssicherheit, lassen sich aber besser un- ter dem Aspekt der Betriebssicherheit nennen, zu der auch die korrekte Funktionalität dieser Dinge gehört.7

4. Didaktische Begründung

Das Thema der Stunde lautet „Ist dieses Fahrrad verkehrssicher?“ und dient der Überprüfung von Verkehrssicherheit von Fahrrädern. Das Lernziel der Stunde ist es, dass die SuS die verkehrssicheren Bestandteile eines Fahrrads benennen und deren Nutzen erläutern, indem sie in Gruppen anhand einer Checkliste vorbereitete Fahrrä- der auf deren Verkehrssicherheit überprüfen, gegebene Mängel ausbessern und die Ergebnisse präsentieren, wobei die vorgestellte Checkliste mit einer vollständigen Liste abgeglichen wird.

Die Stunde ist in das theoretische Ende der Einheit einzuordnen. In der vorherigen Stunde wurde das Vorwissen zu dem verkehrssicheren Fahrrad erhoben, nachdem in den anderen Stunden der Schwerpunkt auf den individuellen Schulwegen der Kinder und den allgemeinen Verkehrsregeln lag. Nach der hier vorgestellten Stunde schließt der praktische Fahrradparcour an, mit dem die Einheit beendet wird. So soll durch die Stunde vermittelt werden, wie ein verkehrssicheres Fahrrad ausgerüstet sein muss, da die SuS für den Parcour dafür sorgen müssen, dass sie diesen mit einem verkehrssicheren Fahrrad bestreiten können. Die vorgestellte Stunde ist daher als eine Stunde zu betrachten, die eine neue Problematik anführt und deren Lösung bein- haltet.

[...]


1 Vgl.: Hempel, Lüpkes, 2009, S. 44f.

2 Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (2012): StVZO: § 65 Abs. 1 S. 1 und 2

3 Ebd.: § 65 Abs. 2

4 Ebd.: § 64a

5 Vgl.: Ebd. § 65 Abs. 1-7

6 Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V (adcf).: Technische Ausstattung. Das verkehrssicher Fahrrad

7 Vgl.: Neumann, 1999, S.17

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Das verkehrssichere Fahrrad. Eine Überprüfung (Sachunterricht 4. Klasse Grundschule)
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
25
Katalognummer
V353481
ISBN (eBook)
9783668425347
ISBN (Buch)
9783668425354
Dateigröße
1230 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fahrrad, eine, überprüfung, sachunterricht, klasse, grundschule
Arbeit zitieren
Lars Johannes Nowack (Autor), 2017, Das verkehrssichere Fahrrad. Eine Überprüfung (Sachunterricht 4. Klasse Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353481

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