Industrie 4.0. Chancen und Risiken für das Personal in Unternehmen


Hausarbeit, 2016
24 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wesentliche Aspekte der Industrie 4.0
2.1 Definition Industrie 4.0
2.2 Kurzabriss der Industrie 1.0 bis 4.0
2.3 Veränderung der Arbeit durch Industrie 4.0

3 Wesentliche Auswirkungen der Industrie 4.0 auf das Personalwesen
3.1 Auswirkungen auf das Recruiting
3.2 Auswirkungen auf die Qualifizierung

4 Darstellung der Chancen von Industrie 4.0 für das Personal

5 Wesentliche Risiken von Industrie 4.0 für das Personal

6 Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: BEFRAGUNG ZUM BEGRIFF „INDUSTRIE 4.0“

ABBILDUNG 2: VON INDUSTRIE 1.0 BIS 4.0

ABBILDUNG 3: PROGNOSE DER BRUTTOWERTSCHÖPFUNG BIS 2025

1. Einleitung

„Der Mensch wird auch in einer durchgängig virtualisierten Fabrik weiterhin im Mittelpunkt stehen. Er fungiert zunehmend als Dirigent der Wertschöpfung in der Fabrik, nicht als Materialbeweger“1

Dieses Zitat von Johann Soder zeigt, dass Industrie 4.0, die vierte industrielle Revolution, als Chance für den Arbeitsmarkt angesehen werden kann und nicht zwingend eine Bedrohung der Arbeitsplätze darstellen muss. Johann Soder leitete ab 1998 das Elektronikwerk in Bruchsal.2 Heute ist er Geschäftsführer der SEW Eurodrive GmbH und dort für Produktion und Innovation zuständig.3 Das Unternehmen gilt als Vorreiter im Bereich digitaler Wandel.

Historisch gesehen geschehen Revolutionen, weil das Volk es möchte und nicht weil es politisch so gewollt ist. Üblicherweise wenden sich Revolutionen sogar gegen die Politik.4

Industrie 4.0 ist gegenwärtig ein umstrittenes Thema, was auch durch die stark differierenden Studienergebnisse in Bezug auf deren Auswirkungen unterstrichen wird. Nachrichten, nach denen Industrie 4.0 ein Auslöser für zukünftige Massenarbeitslosigkeit sein soll, beziehen sich dabei auf lediglich einen Teil der Studien, tragen aber damit zum negativen Image der Industrie 4.0 bei - so zum Beispiel der Artikel „Millionen Jobs fallen weg“5 in der FAZ oder der Bericht „Fünf Millionen Jobs verschwinden durch Industrie 4.0“6 in der Tageszeitung Die Welt. Die Studie „The Future of Jobs“7, auf die sich beide Meldungen stützen, wurde auf dem Weltwirtschaftsforum vom 20. bis 23. Januar 2016 in Davos vorgestellt.

„Die Angst vor dem Jobkiller Fortschritt ist so alt wie der Fortschritt selbst: Während zu Beginn der Industrialisierung in Großbritannien noch die Weber Angst vor der Konkurrenz durch den automatischen Webstuhl hatten, fürchten heute die Taxi- und Busfahrer das selbstfahrende Auto und die Einzelhandelskaufleute die Selbstzahlerkassen, wie sie beispielsweise bereits bei Ikea zum Einsatz kommen.“8

Dass der Mensch jedoch trotz aller Bedenken weiterhin im Mittelpunkt stehen wird, zeigt die Studie „Man and Machine in Industry 4.0. How will Technology Transform the Industrial Workforce through 2025?“9,10 der Boston Consulting Group (BCG). Auf diese Studie wird in Kapitel fünf näher eingegangen.

In der vorliegenden Arbeit wird die Frage behandelt, ob und wie der digitale Wandel als Chance für das Personal genutzt werden kann. Die Frage wird in Anlehnung an die genannte Studie der BCG beantwortet. Dabei wird aufgezeigt, wie sich Industrie 4.0 auf Beschäftigte auswirkt und welche Risiken es dabei gibt.

Zu Beginn werden wesentliche Aspekte der Industrie 4.0 dargestellt und es wird gezeigt, wie sich Arbeitsplätze dadurch verändern. Um das Personal optimal auf die Arbeit 4.0 und die Zusammenarbeit mit der Robotertechnik vorzubereiten, ist das Personalwesen gefordert. Im Fokus des dritten Kapitels stehen daran anknüpfend die wesentlichen Auswirkungen auf das Personalwesen. Darauf aufbauend wird im vierten und fünften Kapitel gezeigt, wie sich Industrie 4.0 positiv und negativ auf das Personal auswirken kann. Im sechsten Kapitel werden die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefasst.

2 Wesentliche Aspekte der Industrie 4.0

2.1 Definition Industrie 4.0

Ulrich Sendler, CAD-Systementwickler und heutiger Journalist, Buchautor und Technologie-Analyst, bezeichnete 2013 in seinem Buch „Industrie 4.0: Beherrschung der industriellen Komplexität mit SysLM“ Industrie 4.0 als einen „vor allem marketingtechnisch wirkungsvollen Begriff, der sich erstaunlich schnell herumgesprochen hat“.11

Der Begriff Industrie 4.0 ist erstmals auf der Hannover Messe 2011 öffentlich genannt worden. Erdacht wurde er aber ein Jahr zuvor von einem durch die Bundesregierung geförderten Forschung- und Arbeitskreis. 2012 tauchte der Begriff in dem vorläufigen Abschlussbericht „Deutschlands Zukunft als Produktionsstandort sichern Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0“12 auf. Nach dieser Veröffentlichung stieg die Anzahl an journalistischen Beiträgen, Veranstaltungen und Studien. Nicht nur die „Plattform Industrie 4.0“ hatte Mühe diesen Begriff eindeutig zu definieren, auch andere Akteure fanden, dass er nur schwer zu fassen ist.13 Bei derartiger politischer Intervention ist es fraglich, ob tatsächlich die Revolution stattfindet oder ob versucht wird, diese herbeizureden.

„Punkt Null“ im Begriff Industrie 4.0 ist eine Idee aus der Softwarebranche und bezeichnet damit die Version. Werden bei Software größere Änderungen vorgenommen, dann ändert sich die Version, also die erste Zahl, die die Versionsnummer angibt wird um eins erhöht und die Zahl hinter dem Punkt wird auf null zurückgesetzt. Größere Veränderungen bringen die Hoffnung auf Verbesserung mit sich, weshalb alle „PunktNull“-Wortschöpfungen marketingtechnisch erfolgreich waren.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat untersucht, wie bekannt der Begriff Industrie 4.0 ist. Unter Abgeordneten stieg die Bekanntheit des Begriffs im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 33 % auf 90 % an. Um 36 % wuchs die Bekanntheit unter Führungskräften, siehe Abbildung 1.15

Sowohl Prozesse der Wertschöpfungskette als auch Produkte werden zunehmend digitalisiert und automatisiert. Informationsinfrastruktur und Produktion werden demnach als Einheit funktionieren.14 Industrie 4.0 heißt aber nicht, per se, so viel wie möglich zu automatisieren. Produktionssysteme der Zukunft sind in der Lage, sich selbst zu steuern und zu optimieren, was durch cyber-physische Systeme (CPS) realisiert wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Befragung zum Begriff „Industrie 4.0“15

CPS sind mit der Außenwelt durch eingebetteter Software, Elektronik und Sensoren verbunden. Sie vernetzen sich untereinander und in das Internet. Daten der physikalischen Welt werden verarbeitet und für netzbasierte Dienste verfügbar, die dann wiederum Dinge der natürlichen Welt beeinflussen. Somit wird die natürliche Welt und der Cyberspace eins. Dadurch wird die Welt zu einem globalen Netz von intelligenten, untereinander kommunizier fähigen Geräten, also dem „Internet der Dinge“.16

Ein „Internet der Dinge“ entsteht, wenn viele CPS verbunden sind, also wenn Dinge und Geräte Informationen austauschen. Neben Computer und Netzwerkgeräte können auch Gegenstände des Alltags wie Gebäude, Autos oder Kühlschränke untereinander kommunizieren.17

Der Nutzen dieses Netzwerks im Vergleich zu den Kosten kann mithilfe des Matcalfschen Gesetzes berechnet werden. Das Metcalfsche Gesetz stellt eine Faustregel dar, um das Kosten-Nutzen-Verhalten der Kommunikation von Netzwerkteilnehmern zu errechnen. Der Nutzen eines Teilnehmers wächst in etwa proportional zum Quadrat der möglichen Kommunikationsbeziehungen im Netzwerk. Die Kosten wachsen allerdings nur proportional zur Teilnehmerzahl.18

Mit der Einführung mechanischer Produktionsanlagen begann die erste industrielle Revolution. 1784 wurden erste mechanische Webstühle zur Massenproduktion eingesetzt, und später ab dem frühen 19. Jahrhundert wurden Maschinen mithilfe von Wasser- und Dampfkraft betrieben, wobei Wasserkraft als erste Primärenergie galt.19,20 Die Industrie erschloss neue Bereiche wie „Eisenbahnen, Kohleabbau, Schwerindustrie, die Dampfschifffahrt, Tuchherstellung, Verkehr und Textildruck“21 und schuf so neue Arbeitsplätze.22

Als Ende des 19. Jahrhunderts auf die arbeitsteilige Massenproduktion mithilfe elektrischer Energie als Antriebskraft eingesetzt wurde, begann die zweite industrielle Revolution, siehe Abbildung 2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Von Industrie 1.0 bis 4.023

Arbeitsprozesse wurden durch Telekommunikation wie Telefon und Telegramm beschleunigt. Motoren nahmen Arbeiten ab und es konnte in Rekordzeit am Fließband produziert werden. Zu dieser Zeit wurden erstmals Produkte über Kontinente hinweg verschickt, da die Luftfahrt ihren Betrieb aufgenommen hatte. Erstmals fanden Unterhaltungselektronik wie Schallplattenspieler, Radios und Spielwaren in Privathaushalten Einzug.24

[...]


1 Soder, J. (2016) [online][Stand: 04.11.2016].

2 Vgl. Lestyn (2015) [online][Stand: 04.11.2016].

3 Vgl. Florian (2016) [online][Stand: 04.11.2016].

4 Vgl. Wollert, J. (2016) S.39

5 Vgl. Hank & Meck (2016) [online][Stand: 04.11.2016].

6 Vgl. Die Welt (2016) [online][Stand: 04.11.2016].

7 Vgl. Schwab (2016) [online][Stand: 04.11.2016].

8 Dämon (2015) [online][Stand: 04.11.2016].

9 Vgl. Strack (2015) [online][Stand: 04.11.2016].

10 Lorenz, Rüßmann, Strack, Lueth & Bolle (01.09.2015) [online][Stand: 04.11.2016].

11 Vgl. Sendler, U. (2013) S. 6.

12 Acatech & Forschungsunion (2013). [online][Stand: 04.11.2016].

13 Vgl. Banholzer (2016) [online][Stand: 04.11.2016].

14 Vgl. Gebhardt, Neugebauer & Grimm (2015) [online][Stand: 04.11.2016].

15 IfD Allensbach (2015) [online][Stand: 04.11.2016].

16 Vgl. Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. (2016) [online][Stand: 04.11.2016].

17 Vgl. Engelhart (2015) [online][Stand: 04.11.2016].

18 Vgl. Bächle (2015) Seite 45.

19 Vgl. Beuker & Storp (2015) [online][Stand: 08.11.2016].

20 Acatech & Forschungsunion (2013). [online][Stand: 04.11.2016].

21 Vgl. Beuker & Storp (2015) [online][Stand: 08.11.2016].

22 Vgl. Beesten (2013) [online][Stand: 08.11.2016].

23 DKFI (2011) [online][Stand: 08.11.2016].

24 Vgl. Beesten (2013) [online][Stand: 08.11.2016].

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Industrie 4.0. Chancen und Risiken für das Personal in Unternehmen
Hochschule
Private Fachhochschule Göttingen
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V353494
ISBN (eBook)
9783668395114
ISBN (Buch)
9783668395121
Dateigröße
814 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
industrie 4.0
Arbeit zitieren
Marcel Pohl (Autor), 2016, Industrie 4.0. Chancen und Risiken für das Personal in Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353494

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