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Wie unterscheiden sich die Transformationsprozesse in Spanien und Polen? Theorieansätze und Erklärungen

Titel: Wie unterscheiden sich die Transformationsprozesse in Spanien und Polen? Theorieansätze und Erklärungen

Hausarbeit , 2010 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Stefan Rausch (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird aufbauend auf der Erläuterung des Systemwechsels in Spanien und Untersuchung der Gründe desselbigen in den 70er Jahren die Transition Polens ab 1989 projiziert. Dabei treten besonders die Faktoren der Ausgangsvoraussetzungen und der Institutionalisierung hervor. Mit der deskriptiven Gegenüberstellung speziell auf der Ebene der politischen Systementwicklung eröffnen sich Erkenntnisse zu der Fragestellung, wo sich Anhaltspunkte und Ursachen finden lassen, die letztendlich die Handlungen und das Wirken der beteiligten Kräfte und den damit verbundenen Verlauf ausführlicher veranschaulichen lassen.

Um einen nachvollziehbaren Aufklärung geben zu können, orientiert sich die Beschreibung der einzelnen Transformationsphasen an dem Phasenmodell des 1952 in Hof geborenen Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Wolfgang Merkel. Sein Werk „Systemtransformation – Eine Einführung in die Theorie und Empirie der Transformationsforschung“ vermittelt einen Überblick über die wichtigsten Transformationsbegriffe und Theorien der bedeutendsten politikwissenschaftlichen Strömungen und Arbeiten u.a. der Modernisierungs- und Akteurstheoretiker. Zusätzlich dazu offenbart seine Literatur eine Möglichkeit der Darstellung und des Vergleichs an Hand des angesprochen Phasenmodels und den darin auftretenden Abschnitten „Ende des autokratischen Systems“, „Institutionalisierung“ und „Konsolidierung“ und den dazu gehörigen Unterpunkten, welche sich zur Veranschaulichung des Vergleich als nützlich erweisen. Dazu enthält sein Schaffen generelle Auskünfte über Entwicklungsgänge zu Zeiten beider Transformationen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Transformation in Spanien

2.1. Ende des autokratischen Systems

2.1.1. Charakteristika des Francoregimes

2.1.2. Das Scheitern des autoritären Systems

2.2 Institutionalisierung Spaniens nach dem Tod Francos

2.2.1. Die „reforma pactada“

2.2.2. Die Etappen der Institutionalisierung

2.3 Konsolidierung der Demokratie

2.3.1. konstitutionelle Konsolidierung

2.3.2. Entwicklung des Verbände- und Parteiensystems und der Bürgergesellschaft.

3. Vergleich mit der Transformation in Polen

3.1. Vergleich der Ausgangssituation Polens und Spaniens

3.2. Legitimationskrise, Erstarken der Solidarnosc, Umbruch des Systems

3.3 Verhandlungen am „runden Tisch“ und Institutionalisierung

3.3.1 Wahlen 1989/1990/1991

3.3.2 Verfassung vom 17.10.1997

3.3.3 Gründe für den Verlauf und das Ergebnis der Institutionalisierung Spaniens und Polens

3.4 Konsolidierung der Demokratie

4. Schlussfolgerung und die Problematik der Vielschichtigkeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die Transformationsprozesse von Spanien und Polen nach dem Zusammenbruch ihrer jeweiligen autokratischen Systeme, um die Gründe für Unterschiede im Ablauf und Ergebnis des Systemwechsels unter Rückgriff auf politikwissenschaftliche Theorieansätze zu verdeutlichen.

  • Phasenmodell der Systemtransformation nach Wolfgang Merkel
  • Vergleich der Ausgangsbedingungen und Akteurskonstellationen
  • Die Rolle der „reforma pactada“ in Spanien
  • Die Bedeutung der Solidarnosc und Verhandlungen am „runden Tisch“ in Polen
  • Konstitutionelle Konsolidierung und Entwicklung des Parteiensystems

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Charakteristika des Francoregimes

Durch die lange Dauer des autokratischen Systems (1939 – 1975) verfügte keiner der politischen Akteure über Erfahrungen mit der Demokratie zu Zeiten des Systemwechsels in den 70er Jahren.

Obwohl Francos Machtergreifung von anderen, zu der Zeit faschistisch (Italien) bzw. nationalsozialistisch (Deutschland) geleiteten Staaten unterstützt wurde, so bestand der Diktator auf die Unabhängigkeit Spaniens.

Die Typologie des Systems änderte sich binnen seiner Existenz. In der Anfangszeit wies es Merkmale eines faschistisch-totalitären Regimes auf. Die Falange, eine 1933 gebildete faschistische Partei, welche nach dem Aufstieg Francos als regierende Partei fungierte, war die einzig zugelassene politische Organisation, wohingegen Arbeiterbewegungen und Interessenvertretungen zerschlagen wurden. Ebenso die Rolle Francos als „Caudillo“ (span. „Anführer“) offenbart Parallelen zu dem Führerkult in Deutschland und Italien. Nicht zuletzt wird dieser Zusammenhang mittels der schon angesprochenen militärischen und politischen Unterstützung der beiden Staaten begründet.

Im weiteren Verlauf seiner Obrigkeit änderte sich jedoch diese Ausrichtung. Vor allen Dingen durch die Kriegsniederlage der Achsenmächte und der damit verbunden Ächtung des politischen Systems, verminderte Franco den Einfluss der Falange und verhinderte die Weiterentwicklung der faschistischen Ideologie. Dementsprechend lässt sich das Francoregime nach dem Zweiten Weltkrieg als eher autoritär definieren. Das gesellschaftliche Leben der Bevölkerung wurde nur teilweise durch politische Parteien und Gewalten beschränkt. Der Herrschaftszugang war nicht vollständig geschlossen, da im „Gesetz über das Referendum“, welches am 22.10.1945 verabschiedet wurde, die Beteiligung des Volkes nach Entscheid des Staatschefs, gewährleistet worden ist. 1947 fand dieses Gesetz beim Referendum über „Das Gesetz über die Nachfolge in der Staatsführung“ Anwendung. Ebenso wies Francos Regime keine ausgeprägte Ideologie, sowie nach Kriegsende keinen charismatischen Führerkult auf, den er verfolgt, wie es im Dritten Reich der Fall war. Dieser fehlende Faktor ermöglichte die Bildung von Gruppierungen außerhalb der Falange, die sich zwar im politisch ausgerichteten Spektrum befinden mussten, nichtsdestotrotz aber die Präsenz politischen Pluralismus darstellten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf den Vergleich der Demokratisierungsprozesse in Spanien und Polen anhand theoretischer Modelle und relevanter Literatur.

2. Transformation in Spanien: Dieses Kapitel analysiert das Ende des Franco-Regimes, die anschließende Phase der Institutionalisierung mittels „reforma pactada“ sowie die darauf folgende Konsolidierung der jungen Demokratie.

3. Vergleich mit der Transformation in Polen: Hier werden die unterschiedlichen Ausgangslagen und Transformationspfade von Polen und Spanien gegenübergestellt, wobei die Rolle der Solidarnosc und die Verhandlungen am runden Tisch im Zentrum stehen.

4. Schlussfolgerung und die Problematik der Vielschichtigkeit: Das Fazit fasst die Komplexität der Transformationsforschung zusammen und betont die Notwendigkeit, neben politischen auch wirtschaftliche und soziale Faktoren zur Erklärung von Systemwechseln einzubeziehen.

Schlüsselwörter

Demokratisierung, Spanien, Polen, Transformation, Institutionalisierung, Konsolidierung, Francoregime, Solidarnosc, Systemwechsel, Autokratie, Parteiensystem, politische Akteure, Bürgergesellschaft, parlamentarisches System, Transition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Transformation von Spanien und Polen von autokratischen Systemen hin zu Demokratien und analysiert, warum die Verläufe und Ergebnisse dieser Prozesse trotz gewisser Gemeinsamkeiten unterschiedlich ausfielen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?

Die zentralen Themen sind das Ende der Diktaturen, die Phasen der Institutionalisierung des neuen politischen Systems sowie die langfristige Konsolidierung der Demokratie und die Rolle der Bürgergesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu beleuchten, wie sich die Unterschiede in den Transformationsprozessen von Spanien und Polen erklären lassen und welche Theorieansätze sowie Akteurskonstellationen dabei eine entscheidende Rolle spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es wird ein deskriptiver, vergleichender Ansatz gewählt, der sich am Phasenmodell von Prof. Dr. Wolfgang Merkel orientiert und durch modernisierungstheoretische sowie akteurstheoretische Perspektiven ergänzt wird.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der spanischen Transformation (Francoregime bis Konsolidierung) sowie einen ausführlichen Vergleich mit dem polnischen Weg unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Solidarnosc.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Transformation, Institutionalisierung, Konsolidierung, das Phasenmodell nach Merkel sowie die Gegenüberstellung von systeminternen und systemexternen Faktoren.

Welche Rolle spielte die „reforma pactada“ beim Übergang zur Demokratie in Spanien?

Sie beschreibt den langsamen, ausgehandelten Prozess des Systemwechsels, bei dem die Eliten des alten Francoregimes maßgeblich in die Umgestaltung der politischen Ordnung eingebunden blieben.

Warum war der Einfluss der Solidarnosc für die Transformation in Polen so prägend?

Die Solidarnosc entwickelte sich als breite gesellschaftliche Bewegung zu einem mächtigen politischen Gegenspieler, der das kommunistische Regime durch Streiks und Verhandlungen zum Kompromiss und letztlich zur Systemöffnung zwang.

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Details

Titel
Wie unterscheiden sich die Transformationsprozesse in Spanien und Polen? Theorieansätze und Erklärungen
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,3
Autor
Stefan Rausch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V353498
ISBN (eBook)
9783668395084
ISBN (Buch)
9783668395091
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transformationsprozesse spanien polen theorieansätze erklärungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Rausch (Autor:in), 2010, Wie unterscheiden sich die Transformationsprozesse in Spanien und Polen? Theorieansätze und Erklärungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353498
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Leseprobe aus  21  Seiten
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