Jugendbanden in Zentralamerika


Hausarbeit, 2016

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Struktur der Arbeit

2 Maras in Zentralamerika
2.1 Mara salvatrucha und Mara 18 / el barrio-18
2.2 Entstehung der maras in Zentralamerika
2.3 Beitrittsgründe und Merkmale der maras

3 Maßnahmen des Staates zur Bekämpfung der maras
3.1 Honduras
3.2 El Salvador
3.3 Wirksamkeit der mano dura Politik

4 Diskussion

5 Fazit
5.1 Zusammenfassung und Stellungnahme
5.2 Ausblick

6 Literaturverzeichnis

7 Eigenständigkeitserklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Staatliche Repression in Lateinamerika von 1990 bis 2010 6

1 Einleitung

Neben der Problemstellung werden in diesem Abschnitt die Zielsetzung sowie die Struktur der Hausarbeit dargestellt.

1.1 Problemstellung

„Zehntausende Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in El Salvador, Honduras, Guatemala und (in geringerem Maße) Nikaragua gelten als aktive Mitglieder in Jugendbanden, den so genannten maras oder pandillas juveniles.“ (Peetz, 2004, S. 49). Bei einer Befragung der Corporación Latinobarómetro aus dem Jahr 2015, an der etwa 900 Personen aus den Ländern El Salvador, Honduras und Guatemala teilgenommen haben, wurden die Probanden gefragt, welches Problem ihres Landes sie als am gravierendsten einstufen würden. Die Ergebnisse zeigen, dass in allen drei Ländern Kriminalität und öffentliche Sicherheit als größtes Problem gesehen wird. Die Arbeitslosigkeit hingegen, welche mehr als 60% der Bevölkerung betrifft, wird erst an zweiter Stelle genannt (Latinobarómetro, 2015; Strassenkinderreport, 2013). Die Jugendbanden sind ein Synonym für Gewalt und Unsicherheit im tríangulo norte, dem nördlichen Dreieck Zentralamerikas (bestehend aus El Salvador, Honduras und Guatemala) (Peetz, 2012, S. 5). „Die Regierungen der Länder des Triángulo Norte machen seit einigen Jahren insbesondere […] die so genannten maras, für die hohen Gewalt- und Kriminalitätsraten verantwort­lich.“ (Peetz, 2012, S. 6; Peetz, 2007, S. 4).

Die Relevanz dieses Themas ergibt sich zunächst aus der Beobachtung, dass die von den maras ausgehende und gegen sie eingesetzte Gewalt zur Reduzierung des Gewaltniveaus zuwiderläuft. Aus diesem Grund befasst sich die Arbeit damit, wie die honduranische und salvadorianische Regierung mit dem maras Phänomen umgeht und, ob die eingesetzten Maßnahmen langfristig erfolgreich sind oder nicht.

1.2 Struktur der Arbeit

Gewalt, Kriminalität und Unsicherheit sind zu zentralen Themen in der sozialwissenschaft­lichen Analyse der lateinamerikanischen Gegenwart geworden. Hierbei wird zwischen drei Ebenen differenziert - die Ebene der Gewalt- und Kriminalitätsphänomene selbst, die Ebene der Wahrnehmung dieser Phänomene in der Gesellschaft und die Ebene der politischen und gesellschaftlichen Reaktionen auf die wahrgenommenen Sicherheitsdefizite. Im Rahmen dieser Arbeit wird die erste und die dritte Ebene betrachtet, bei dem letzteren liegt der Fokus allerdings auf die politischen Reaktionen (Peetz, 2007, S. 1).

Die Hausarbeit besteht aus sechs Kapiteln. Nach der Einleitung in Kapitel 1, welches die Fragestellung der Hausarbeit, die damit verbundene Problemstellung sowie die Struktur der Arbeit beinhaltet, folgt in Kapitel 2 der theoretische Bezugsrahmen, der die Beschreibung der theoretischen Grundlagen zum Thema maras beinhaltet und die Basis für diese Ausarbeitung darstellt. Zunächst wird das Phänomen der maras beschrieben. Hierbei wird der Fokus auf El Salvador und Honduras und gelegt, da sie eine erhöhte Präsenz der maras, speziell der mara salvatrucha und mara dieciocho aufweisen (Peetz, 2004, S. 49-50).

Im weiteren Verlauf wird in Kapitel 2 auf die Entstehung und auf die Erkennungsmerkmale dieser eingegangen. Im Anschluss werden mögliche Ursachen der Entstehung analysiert und Beitrittsgründe in Jugendbanden von jungen Lateinamerikanern abgeleitet. In Kapitel 3 wird die Problemstellung aufgegriffen und auf die politischen Reaktionen der wahrgenommenen Sicherheitsdefizite bezüglich des maras Phänomens eingegangen. Hierbei werden Maßnahmen der Regierung in El Salvador und Honduras, die zur Bekämpfung der maras eingesetzt werden, vorgestellt. An dieser Stelle wird insbesondere der vom Militär ausgeübte plan mano dura (starke Handpolitik) betrachtet.

In Kapitel 4 werden im Rahmen einer Diskussion die Wirksamkeit der Maßnahmen bewertet und weitere Bewältigungsmaßnahmen betrachtet. Abschließend wird in Kapitel 5 Stellung zu den aktuellen Herausforderungen zur Lösung des maras Phänomens genommen und ein kurzes Fazit gegeben.

2 Maras in Zentralamerika

Mit mara sind zwei antagonistische, international vernetzte Gruppen gemeint. Bezüglich der Abstammung der Bezeichnung mara gibt es diverse Theorien. Zum einen wird geglaubt, dass die Begrifflichkeit von dem spanischen „ marabunta “ abstammen könnte, welches übersetzt so viel wie Gedränge bedeutet und der Name von eine in der Amazonasregion bekannten Ameisenart ist. Eine andere, weit verbreitete Theorie hingegen nimmt an, dass der Begriff mara als Synonym für „Gruppe von Freunden“ verwendet wird (Titova, 2015; Peetz, 2004, S. 51).

2.1 Mara salvatrucha und Mara 18 / el barrio-18

Eine dieser beiden Gruppen ist die mara salvatrucha (MS-13). Die MS-13 entstand 1980 in einem ärmeren Latinoviertel in Los Angeles. Schätzungen zufolge besteht die Gruppe aus 70.000 Mitgliedern, von denen 85% in El Salvador, Guatemala, Honduras und Mexiko zu finden sind. Der Rest der Mitglieder ist in den USA, Kanada und Spanien präsent. Die meisten der Mitglieder der MS-13 sind salvadorianischer Abstammung. Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass es sich auch um Mitglieder aus den Nachbarländern handeln kann (Titova, 2015).

Die mara 18 (M-18) entstand in den 1960er Jahren in Pico-Union, einer verarmten Migrantengegend in Los Angeles. Sie sollte als Protestreaktion auf die mexikanischen Jugendbanden dienen, welche nur ihre eigenen Landesmänner als Mitglied akzeptierten. Die mareros (mara- Mitglieder) gründeten im Gegenzug ihre eigene Jugendbande und nannten sie 18th Street Gang. Eine genaue Mitgliederzahl ist bei den mara 18 nicht definierbar. Es wird angenommen, dass sie allein in El Salvador 70.000 Mitglieder haben, wovon 10.000 bereits inhaftiert sind. Die M-18 ist wie die MS-13 international vernetzt. Sie haben in elf Ländern aktive Mitglieder und erscheinen in sogenannten clicas (Gruppen), die in der Regel 30 Personen umfassen und nach Regionen oder Gegenden verteilt sind (Titova, 2015; Wolf, 2013, S. 150)

2.2 Entstehung der maras in Zentralamerika

Beide Straßenbanden gelangten in den 1990er Jahren nach Zentralamerika. Zu dem Zeitpunkt handelte es sich bei den maras um sogenannte barrio- Gruppen (Straßengruppen), die von männlichen Mitgliedern dominiert wurden. Manche Straßenbanden hatten sogar den Eintritt von Frauen in die Gruppen verwehrt. Das Alter der Mitglieder variierte von jungen siebenjährigen bis zu 31-jährigen. Die Jugendlichen stammen aus ärmeren sozialen Verhältnissen und aus brüchigen Familienstrukturen. Die Wohnkonditionen waren eher verschlechtert, da alle Mitglieder der unteren und mit Ausnahmen der mittleren Schicht angehören. Die Möglichkeit Bildung zu genießen, hatten viele der jungen Männer nicht. Sie waren dazu verpflichtet, ihren Unterhalt zu finanzieren oder ihren Familien in ärmeren Verhältnissen auszuhelfen. Die angebotenen Arbeiten wurden in der Regel nur gering bezahlt und die vorbestraften jungen Männer mussten oftmals Absagen akzeptieren (Wolf, 2013, S. 149).

Als Ursache der maras wird in vielen Quellen auf die in den 1980-1990 Jahren vorherrschenden Bürgerkriege in El Salvador, Honduras, Guatemala und Nikaragua verwiesen. Peetz spricht von einer Spätfolge der Bürgerkriege. Vielmehr betont er, dass die eigentlichen Ursachen „[…] Jugendarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Armut, Mängel in Erziehung und Bildung – kurz das Fehlen wirtschaftlicher und sozialer Integrationschancen – boten und bieten einen fruchtbaren Boden für alle möglichen Formen sozialer Anomie, also auch für die hier thematisierte Gewalt und Kriminalität von Jugendlichen“ sind (Peetz, 2004, S. 50-51).

Nicht aufgenommene zentralamerikanische Migranten suchten in Pico-Union Schutz vor der politischen Gewalt in ihrem Land. Die Gegend zeichnete sich durch ihre verarmte und dicht bewohnte Eigenschaft aus. Weder wurden den Migranten Freizeitaktivitäten zur Verfügung gestellt noch gab es für sie ein entspanntes Leben in der Ferne von Krieg. Neben dem Kriegstrauma wurden die Familien auch mit einem Kulturschock, sprachlichen Defiziten, Diskriminierungen und gering bezahlten Jobs konfrontiert. Die Lebensumstände führten zu dysfunktionalen Familienstrukturen, weshalb es oftmals zu angespannten Verhältnissen, Vernachlässigung der Kinder und zu häuslicher Gewalt kam. Zentralamerikanische Jugendliche fingen immer mehr an den bereits existierenden Straßenbanden beizutreten, um auf die schlechten Bedingungen und ihren persönlichen Umständen zu reagieren. (Wolf, 2013, S. 150-151).

Sowohl die MS-13, als auch die M-18 wuchsen schnell. Grund hierfür war in großem Maße die Desorientierung der von den USA in ihre Heimat zurückgewiesenen Jugendlichen, die meist nur schlechte Erinnerungen und traumatisierende Bilder in den Köpfen hatten. Nach außen wirkten die Bandenmitglieder vorbildlich. Elegante Kleidung, finanzielle Mittel und die Darstellung eines harmonischen Miteinanders der Bandenmitglieder weckten den Willen von jungen Männern einer solchen Bande anzugehören (Wolf, 2013, S. 150-151).

„Mara Salvatrucha und Dieciocho wiesen bald bedeutend Unterschiede mit den traditionellen Gruppen auf. Ihre Bandenkleidung besaß Identifikationswert, das Organisationsniveau war höher, interne Normen waren strenger sowie gewaltsamer, und Erwachsenenpflichten beeinflussten nicht die Bandenmitgliedschaft“. Derzeit sind die MS-13 und die M-18 die mächtigsten und größten Straßenbanden in Zentralamerikas und sind einander verfeindet (Wolf, 2013, S. 151).

Zweifelsohne haben Faktoren wie die Armut, der Mangel an Bildungs- und Arbeitsplatzmöglichkeiten zu der Entstehung und Förderung des Phänomens beigetragen. Eine wichtige Rolle trugen auch gesellschaftliche Stigmata, die Rolle der Medien und Berichterstattung. Durch das gegenseitige Bedingen und Antreiben dieser Faktoren wurde maßgeblich dazu geführt, dass das Phänomen der maras entstehen und sich derartig weiterentwickeln konnte (Seelke, 2009, S. 6-7).

2.3 Beitrittsgründe und Merkmale der maras

„In der Ausübung krimineller Handlungen liegt nicht der eigentliche Beweggrund für die Jugendlichen, sich zu maras zusammenzuschließen. Vielmehr stellen die Solidarität in der Gruppe und die Zugehörigkeit zu einem machtvollen, familien-, staats- und männerbundähnlichen Netzwerk den primären Sinn und Zweck der Banden dar (Peetz, 2004, S. 49).“

Junge Männer, die ein Teil der maras sein wollen, durchlaufen zunächst eine Beobachtungsphase in den Kreisen der Banden. Im Anschluss dessen können sie ihren Willen beweisen und müssen Prüfungen zur Aufnahme ablegen. Trotz schwieriger und herausfordernder Aufnahmerituale, genehmigten die Banden ihren Mitgliedern im Falle einer Familiengründung oder bei einer Möglichkeit eine feste Arbeitsstelle anzunehmen, einen Austritt. Locker fallende Kleidung, lange ungekämmte Haare und sämtliche Tätowierungen, die alle eine entweder religiöse oder diabolische Bedeutung haben, vereinfachten den Mitgliedern das gegenseitige Erkennen. Die Fülle an Tätowierungen hängt in den meisten Fällen mit den eigenen Erfahrungen und Erlebnissen des Mitglieds zusammen. Eine Träne beispielsweise symbolisiert den Tod eines Freundes (Wolf, 2013, S. 150-152; Peetz, 2004, S. 53). Ihren Lebensunterhalt finanzieren sich die Bandenmitglieder durch Raub, Diebstahl, dem Handel mit Drogen und Waffen, Erpressungen und weiteren kriminellen Aktivitäten. Ein eiserner Ehrenkodex bestimmt die vida loca (Bezeichnung des Lebensstils der maras) der Bandenmitglieder. Ein Mitglied ist dazu verpflichtet, für die Ehre der Bande sein Leben zu opfern (Peetz, 2004, S. 49-52). Oftmals ist die Rede von einer eigenen Kultur dieser Jugendbanden, die Pflichten mit sich bringt. Um ihre kulturelle Identität auszudrücken, verwenden die maras Kommunikationsmittel, die von externen nicht verstanden, dennoch als zu den maras zugehörig identifiziert werden können. Diese sind nonverbale, optische und akustische Zeichen. „Im Großen und Ganzen handelte es sich um Jugendliche, die sich von Familie und Gesellschaft zurückgewiesen oder übergangen fühlten und sich einer Straßenbande auf der Suche nach Unterstützung, Verständnis und Spaß zugewandt hatten“ (Wolf, 2013, S. 149; Peetz, 2004, S. 53).

Die maras haben Forderungen, jedoch bieten sie den Jugendlichen das, wonach sie sich sehnen - Freundschaft, Zugehörigkeit, Zuwendung und finanzielle Unterstützung. Im Gegenzug sollen Mitglieder Loyalität mitbringen, gehorsam sein und sich nicht vor Verbrechen scheuen. Wer sich diesen Regeln nicht untergibt, wird mit dem Tod bestraft (Wolf, 2013, S. 152).

3 Maßnahmen des Staates zur Bekämpfung der maras

In diesem Kapitel wird die mano dura Politik zur Bekämpfung der maras durch die honduranische und salvadorianische Regierung betrachtet und auf ihre Wirksamkeit geprüft. Die mano dura Politik wurde durch die Berichterstattung in den Medien so dargestellt, dass auch die Bevölkerung einzig und allein, diese Herangehensweise als geeignet klassifizierte und ihren Zuspruch zur repressiven Bekämpfung der maras gab (Wolf, 2013, S. 153).

Abbildung 1: Staatliche Repression in Lateinamerika von 1990 bis 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: (Kurtenbach & Heuser, 2013, S. 3).

Die Abbildung 1 zeigt, dass in El Salvador und Honduras gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen Repression durch die Regierung ausgeübt wird. Mit dieser Abbildung und den empirischen Forschungen als Ausgangspunkt kann davon ausgegangen werden, dass mit der Bezeichnung gegen bestimmte Völkergruppen, von den maras in El Salvador und in Honduras gesprochen wird. Die honduranische und salvadorianische Politik der Regierungen konzentriert sich überwiegend auf repressive Ansätze, um die Unsicherheit in den Ländern zu reduzieren (Stand 2007). Sie rüsteten beispielsweise die Einsatzkräfte der Polizei und des Militärs auf und setzten insbesondere das Militär zur Verbrechensbekämpfung ein. Die Absicht der Regierung mit dieser Herangehensweise war, die innenpolitische Macht, welche durch die Bürgerkriege geschwächt war, zu stärken. „Die unter dem Schlagwort mano dura („Harte Hand“) beschriebene Politik beinhaltet auch eine Verschärfung des Strafrechts, oft unter Beschneidung der Bürgerrechte“ (Peetz, 2007, S. 5).

3.1 Honduras

Honduras war der erste Staat des triangulo norte, welches im Jahr 2002 die mano dura- oder auch Null-Toleranz-Politiken eingeführt hat, unter dem Präsidenten Ricardo Maduro. Er näherte sich mit seiner Strategie der Bekämpfung der maras und versprach den Honduranern eine sichere Zukunft, welche er auch mit seinem Wahlkampfmotto „Maduro - Sichere Zukunft (Maduro- Futuro Seguro)“ untermauerte. Am zweiten Tag seiner Amtsübernahme, im Januar 2002, führte er die Null-Toleranz-Politik ein und das Land war von heute auf morgen mit schwer bewaffneten Militärsoldaten und Polizisten besetzt. Diese führten tägliche Kontrollgänge durch die Straßen Honduras, insbesondere in den Armenvierteln des Landes. „Die Sicherheitskräfte stürmen mit großkalibrigen Waffen, gepanzerten Fahrzeugen, Helikoptern und hohem Personalaufwand ein Viertel und kämmen es Haus für Haus nach mara -Mitgliedern durch (Peetz, 2004, S. 56).“

Tätowierungen allein konnten schon ein Indiz für ein marero und Grund für eine, zumindest vorläufige Verhaftung sein. In enger Kooperation versuchten Polizei und Militär auch bei Verkehrskontrollen Bandenmitglieder zu verhaften. Busse und Autos, die in die Richtung der auffälligen Ortschaften fuhren, wurden angehalten und die männlichen Insassen wurden aufgefordert ihre Hemden auszuziehen. Somit wurde überprüft wer tätowiert ist und die Männer mit einer Tätowierung wurden mit auf das Revier genommen. Die Situationen in den Gefängnissen nahmen unmenschliche Verhältnisse an und wurden immer mehr durch Inhaftierte überfüllt (Wolf, 2013, S. 152-153; Peetz, 2004, S. 56).

Die Form der repressiven Maßnahmen zur Bekämpfung der maras führt der honduranische Staat seit August 2003 unter dem Namen Operación Libertad („Operation Freiheit“) durch. Im Rahmen des Programmes für mehr Sicherheit (Comunidad Más Segura) wurden finanzielle Mittel zur Aufstellung von Laternen oder HahahahshshsHandys zur Verfügung gestellt, um eine schnellere Erreichbarkeit der Polizei bei Gefahr zu gewährleisten. Ziel war es die Sicherheit der Bürger zu ermöglichen. Im Jahr 2003 wurde eine verschärfte Variante des Antibandengesetzes verabschiedet, bei der beispielsweise die Freiheitsstrafe von den Bandenführern von drei bis sechs Jahren auf neun bis zwölf Jahren erhöht wurde. Laut Maduro sei ein Erfolg erkennbar und die Tötungsdelikte seien um 57% zurückgegangen. Auch wenn durch die Verabschiedung dieser Gesetze eine interne Schwächung der maras erwartet wird, muss zusätzlich die heranwachsende Anzahl von Nachfolgern und jungen Männer, welche die Positionen wiederbesetzen, berücksichtigt werden (Wolf, 2013, S. 153-154; Peetz, 2004, S. 56-57).

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Jugendbanden in Zentralamerika
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V353499
ISBN (eBook)
9783668396715
ISBN (Buch)
9783668396722
Dateigröße
558 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jugendbanden, zentralamerika
Arbeit zitieren
Nergihan U. (Autor:in), 2016, Jugendbanden in Zentralamerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353499

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