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Attraktive Gesichter, der orbitofrontale Cortex und Geschlechterunterschiede

Titel: Attraktive Gesichter, der orbitofrontale Cortex und Geschlechterunterschiede

Seminararbeit , 2014 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christian Olaf Häusler (Autor:in)

Psychologie - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Aussehen von Gesichtern hat einen großen Einfluss auf soziale Interaktionen und psychologische Studien zeigen, dass nicht nur Erwachsene, sondern auch Kleinkinder die Tendenz haben, ästhetisch schöne Gesichter zu bevorzugen. Darüber hinaus haben Gesichter einen Einfluss auf die Partnerwahl. So werden strukturelle Eigenschaften eines Gesichtes bevorzugt, die mit physischer Gesundheit in Verbindung gebracht werden. Insofern geben Gesichter Hinweise über die genotypische und phänotypische Qualität ihres Trägers.

Zudem deutet eine wachsende Anzahl bildgebender Studien darauf hin, dass Regionen des menschlichen Gehirns bei der Betrachtung attraktiver Gesichter gegenüber unattraktiven Gesichter mit unterschiedlichen Aktivierungen einhergehen. Neuere Meta-Analysen zeichnen ein konsistentes Bild dahingehend, dass es sich dabei um Regionen handelt, die dem »Belohnungssystem« zugeschrieben werden. Es handelt sich im Zusammenhang mit attraktiven Gesichten namentlich um den medialen orbitofrontalen Cortex (mOFC), den anterioren cingulären Cortex, den linken Nucleus Caudatus und, bei überdurchschnittlich schönen Gesichtern, um das ventrale Striatum, das den Nucleus Accumbens beinhaltet.

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll zunächst auf die Ergebnisse bisheriger, bildgebender Studien unter Berücksichtigung eines Geschlechterunterschiedes eingegangen werden. Nach einer kritischen Wertung dieser Ergebnisse sollen abschließend offene Forschungsfragen formuliert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Attraktive Gesichter als Belohnung

3 Geschlechterunterschied

4 Interpretation und Kritik

5 Forschungsfragen

6 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die neuronale Verarbeitung attraktiver Gesichter im Gehirn, insbesondere die Rolle des orbitofrontalen Cortex (mOFC) und die bestehenden Geschlechterunterschiede bei der Bewertung von Attraktivität.

  • Neuronale Korrelate der Attraktivitätsbewertung
  • Funktion des Belohnungssystems bei der Gesichtswahrnehmung
  • Einfluss des Geschlechts und der sexuellen Orientierung
  • Evolutionäre Perspektiven auf Partnerwahl und Reproduktionsfitness
  • Methodische Ansätze in der fMRI-Forschung

Auszug aus dem Buch

Attraktive Gesichter als Belohnung

Eine frühe Studie durch Aharon et al. (2001) zeigte, dass bei männlichen Probanden, die passiv attraktive weibliche Gesichter betrachten, Regionen des Belohnungssystems stärker aktiviert sind, als wenn sie schöne männliche oder unattraktive Gesichter beiderlei Geschlechts betrachten.

O'Doherty et al. (2003) zeigten zudem, dass Regionen des präfrontalen Cortex auf attraktive und auf unattraktive Gesichter unterschiedlich reagieren. Insbesondere reagieren mediale präfrontale Regionen, die den mOFC umfassen, stärker auf attraktive Gesichter, während laterale Regionen stärker auf unattraktive Gesichter reagieren. Allerdings zeigen sich höhere Aktivierungen im mOFC nicht nur beim Betrachten attraktiver Gesichter (Ishai, 2007; Kranz & Ishai, 2006; Tsukiura & Cabeza, 2011; Ueno et al., 2014), sondern auch bei als ästhetisch bewerteter Bilder (Kawabata et al., 2004) oder gar abstrakter, aber dennoch »schöner« mathematischer Formeln (Zeki et al., 2014). In Folge dessen wird dem mOFC eine entscheidende Rolle beim »subjektiven hedonistischem Empfinden« im Speziellen und der Verarbeitung des »Belohnungswertes« im Allgemeinen zugeschrieben (für eine Meta-Analyse s. Kühn & Gallinat, 2012).

Für die vorgenommene Klassifizierung schöner Gesichter als Belohnung spricht, dass Aktivierungen des mOFC auch mit sozialer Bestätigung und der Präsentation monetärer Anreize korreliert (Ito et al., 2011; Kringelbach, 2005). Neben den bildgebenden Studien unterstützen ferner behaviorale Daten diese Klassifizierung: Wilson & Daly (2004) zeigten, dass attraktive weibliche Gesichter Männer dazu veranlassen, spätere höhere Belohnungen gegenüber unmittelbaren, aber kleineren Belohnungen zu vernachlässigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Gesichtswahrnehmung für soziale Interaktionen ein und erläutert die zentrale Rolle des Belohnungssystems.

2 Attraktive Gesichter als Belohnung: Dieses Kapitel thematisiert die neuronale Aktivierung im orbitofrontalen Cortex (mOFC) bei der Wahrnehmung ästhetischer Reize.

3 Geschlechterunterschied: Hier werden geschlechtsspezifische Unterschiede und der Einfluss der sexuellen Orientierung bei der Bewertung von Gesichtsschönheit dargelegt.

4 Interpretation und Kritik: Dieses Kapitel diskutiert evolutionäre Erklärungsmodelle und hinterfragt die Grenzen einer rein biologischen Interpretation.

5 Forschungsfragen: Hier werden offene Fragen für zukünftige Untersuchungen formuliert, insbesondere im Hinblick auf hormonelle Einflüsse und methodische Störvariablen.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Erkenntnis, dass attraktive Gesichter als belohnende Stimuli fungieren und ihre Verarbeitung durch individuelle Faktoren moduliert wird.

Schlüsselwörter

Attraktive Gesichter, orbitofrontaler Cortex, mOFC, Belohnungssystem, Geschlechterunterschiede, neuronale Korrelate, Partnerwahl, evolutionäre Psychologie, fMRI-Studien, sexuelle Orientierung, subjektives Empfinden, Belohnungswert, Gesichtswahrnehmung, soziale Interaktion, hormonelle Einflüsse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das menschliche Gehirn attraktive Gesichter verarbeitet und inwieweit diese als Belohnungsreize wahrgenommen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Neuropsychologie der Gesichtswahrnehmung, den geschlechtsspezifischen Unterschieden und der Rolle des Belohnungssystems im Gehirn.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Analyse bisheriger bildgebender Studien zur Aktivierung des mOFC bei der Betrachtung attraktiver Gesichter unter Berücksichtigung von Geschlechterdifferenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende neurowissenschaftliche und psychologische Studien sichtet, vergleicht und kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die Rolle des orbitofrontalen Cortex analysiert, die Auswirkungen des Geschlechts auf die Reizverarbeitung beleuchtet und eine kritische Auseinandersetzung mit evolutionären Erklärungsmodellen geführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Belohnungssystem, orbitofrontaler Cortex (mOFC), Gesichtswahrnehmung und geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Attraktivitätsbewertung.

Welche Rolle spielt der mOFC bei der Wahrnehmung?

Der mOFC gilt als zentrale Region bei der Bewertung des Belohnungswertes, nicht nur für Gesichter, sondern auch für ästhetische und abstrakte Reize.

Inwiefern beeinflusst die sexuelle Orientierung die Ergebnisse?

Studien deuten darauf hin, dass die Aktivität des mOFC bei der Betrachtung von Gesichtern signifikant durch die sexuelle Orientierung der Probanden moduliert wird.

Warum sind evolutionäre Erklärungen kritisch zu betrachten?

Sie werden in der Arbeit als oft retrospektive Interpretationen dargestellt, die komplexe soziale Phänomene vereinfachen und bei der Erklärung von Homosexualität an ihre theoretischen Grenzen stoßen.

Welche zukünftige Forschung wird angeregt?

Die Arbeit schlägt vor, den Einfluss von Hormonstatus und den aktuellen Beziehungsstatus der Probanden in künftigen Studien stärker zu kontrollieren.

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Details

Titel
Attraktive Gesichter, der orbitofrontale Cortex und Geschlechterunterschiede
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Abteilung für Allgemeine Psychologie)
Veranstaltung
Seminar Emotion und Motivation
Note
2,0
Autor
Christian Olaf Häusler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V353569
ISBN (eBook)
9783668396128
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesichter Attraktivität kognitive Neurowissenschaften Cognitive Neuroscience orbitofrontaler Cortex OFC Ästhetik Geschlechterunterschiede Belohnung Bildgebung MRT Magnetresonanztomographie Psychologie kognitive Psychologie Wahrnehmungspsychologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Olaf Häusler (Autor:in), 2014, Attraktive Gesichter, der orbitofrontale Cortex und Geschlechterunterschiede, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353569
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Leseprobe aus  11  Seiten
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