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Dinge, Konsum, Arbeit, Geld? Identifikationsverschiebung und Arbeitsbegriff in der Gegenwart

Titel: Dinge, Konsum, Arbeit, Geld? Identifikationsverschiebung und Arbeitsbegriff in der Gegenwart

Hausarbeit , 2013 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lucia Xu (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Empirische Kulturwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf Grundlage verschiedener wissenschaftlicher Thesen zu konsumgesellschaftlichen Verhaltensweisen soll in dieser Arbeit untersucht werden, wie sich das gegenwärtige Menschenbild durch eine solche Loslösung verändern kann. Hierbei soll die Annahme, finanzielle Unabhängigkeit entkopple die mit der Arbeit verbundene Identifikation von bestimmten Tätigkeiten und Lebensstilen, eine fundamentale Rolle spielen.

Um sich diesem Ansatz zu nähern, ist es wichtig, sich ein aktuelles Bild von den gesellschaftlichen Verbindungen und Beziehungen zu machen, die wir zu Arbeit und Geld pflegen. Hierbei wird auch der durch Foucault geprägte Begriff der Kontrollgesellschaften eine Rolle spielen. Inwiefern lässt sich unser Bedürfnis, stetig mehr zu erwerben, auf den Mechanismus der Kontrollgesellschaften zurückführen? Diese Arbeit ist ein Versuch, verschiedene Theorien in einen Zusammenhang zu bringen – und diese Strukturen im Sinne der finanziellen Unabhängigkeit zu diskutieren und zeitweise auch zu durchbrechen.

Dinge, Konsum, Arbeit, Geld – in vielerlei Hinsicht richtet sich das allgemeine Vertrauen der arbeitenden und konsumierenden Gesellschaft auf diesen Kreislauf, der weit verbreitet als Existenzgrundlage angesehen wird. Seit der Arbeitsbegriff nach der Industrialisierung fundamental revolutioniert wurde, hat eben jener Kreislauf seine rein nützliche Funktion übertroffen. Geändert hat sich das Verständnis des Kreislaufes in der modernen Gesellschaft nicht, wohl aber das Ding, der Konsum, die Arbeit oder das Geld an sich. Diese moderne Beziehung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sich die meisten Menschen mit ihrem Beruf identifizieren.

Dieses Phänomen wirft die Frage auf, welche Funktionen die Arbeit heute eigentlich hat. Sind wir wirklich freier und unabhängiger, weil wir uns prinzipiell jedem Beruf annähern können? In was für ein Geflecht aus Abhängigkeiten begeben wir uns mit unserer Arbeit und welche Auswirkungen ergeben sich daraus für unser Konsumverhalten und unsere Bedürfnisse?

Die Untersuchung eben solcher Fragen hat dazu geführt, dass es seit den siebziger Jahren Bewegungen gibt, die sich der Konsum-und Arbeitsgesellschaft nicht direkt widersetzen, sondern sich vielmehr von ihr loslösen möchten. Finanzielle Unabhängigkeit heißt der Trend, der auf einen bewussten Umgang mit Geld zielt und sich aus dem Geflecht von Abhängigkeiten befreien will.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abbild der Gegenwart

2.1. Arbeitsbegriff heute: die allgemeine Arbeit

2.2. Arbeit und Abhängigkeit

3. Finanzielle Unabhängigkeit

3.1. Aufklärung und Transformation

3.2. Wirkung und Auswirkung

4. Aus dem Mechanismus?

4.1. Kontrollgesellschaften als Grundlage

4.2. Durchbrechung durch Entkopplung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Identifikationsverschiebung in der modernen Arbeitsgesellschaft. Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Arbeit, Konsumverhalten und dem Bedürfnis nach finanzieller Unabhängigkeit zu analysieren, um das gegenwärtige Menschenbild in Bezug auf die Kontrollgesellschaft kritisch zu hinterfragen.

  • Die Rolle der Identifikation mit dem Beruf in der modernen Gesellschaft
  • Finanzielle Unabhängigkeit als Mittel zur Entkopplung von Konsumzwängen
  • Die Bedeutung der Kontrollgesellschaft nach Foucault und Deleuze
  • Die psychologische Dimension der Identitätsverschiebung
  • Kritische Reflexion über den Arbeits- und Konsumkreislauf

Auszug aus dem Buch

2.1. Arbeitsbegriff heute: die allgemeine Arbeit

Das, was wir sind, wird mehr zu dem, was wir präsentieren. Die Darstellung der Persönlichkeit spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

So innovativ und modern dieses Phänomen auch scheint, so liegt diesem Treiben ein Kreislauf zu Grunde, der sich seit der Industrialisierung bewährt hat und Arbeit als ein Verständnis zur Existenzsicherung geworden ist. Formulierungen wie „der amerikanische Traum“, „Must-Have“ oder „Lebensstandard“ setzen eine Ebene, die für jeden zu erreichen ist. Sie impliziert überdies, dass es das Recht eines jeden Menschen in einem industrialisierten Staat ist, sich mit den materiellen Gütern zu bedecken, die einem Standard unterliegen. Wenn dieser Standard durch eigene finanzielle Mittel nicht erreicht werden kann, bieten Kredite und Verschuldung einen temporären Ausweg.

Nach einer Untersuchung der Bundeszentrale für politische Bildung nennen 27 Prozent der hoch verschuldeten privaten Haushalte Arbeitslosigkeit als Grund der Überschuldung. Die gleiche Untersuchung legt dar:

Hochgerechnet kann laut Armuts- und Reichtumsbericht von etwa 1,80 Millionen Haushalten mit hoher Überschuldungsintensität ausgegangen werden – 2006 waren es noch 1,62 Millionen Haushalte. Die Zahl der über 18-Jährigen mit hoher Überschuldungsintensität stieg auf Basis der Creditreform-Daten zwischen 2006 und 2011 von 3,40 auf 3,70 Millionen.

Die Untersuchung legt die Vermutung nahe, dass Arbeit eine Lösung hoher Überschuldung ist. Dies erklärt aber nicht, warum gleichzeitig die Zahl der Arbeitslosen von 2005 bis 2012 zurückging. Daraus folgt die Annahme, dass die allgemeine Verschuldungsbereitschaft auch unter Erwerbstätigen gestiegen ist, zumal die Untersuchung nur von hoher Überschuldung ausgeht und niedrigere Schulden außer Acht lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des modernen Arbeits- und Konsumkreislaufs ein und stellt die zentrale Forschungsfrage zur Identifikation mit dem Beruf sowie Möglichkeiten der Loslösung.

2. Abbild der Gegenwart: Hier werden der aktuelle Arbeitsbegriff und die damit verbundenen Abhängigkeitsverhältnisse sowie die Rolle der Selbstpräsentation in der heutigen Gesellschaft analysiert.

3. Finanzielle Unabhängigkeit: Dieses Kapitel behandelt das Konzept der finanziellen Unabhängigkeit als Mittel der Transformation sowie die damit verbundene psychologische Aufklärung über Bedürfnisse.

4. Aus dem Mechanismus?: Hier wird die Struktur der Kontrollgesellschaft beleuchtet, um zu erklären, warum individuelle Transformationsprozesse gesellschaftlich erschwert werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer Identitätsverschiebung für ein selbstbestimmtes Leben jenseits des Konsumzwangs.

Schlüsselwörter

Identifikationsverschiebung, Arbeit, Konsumgesellschaft, finanzielle Unabhängigkeit, Kontrollgesellschaft, Selbstdesign, Entfremdung, Existenzangst, Lebenszeit, Arbeitsbegriff, Flexibilität, Konsumverhalten, Identität, Wirtschaftswachstum, soziale Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie sich der moderne Arbeitsbegriff und die Identifikation mit dem Beruf auf unser Konsumverhalten und unser Selbstbild auswirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Einfluss von Arbeit und Geld auf die individuelle Lebensführung, der Konsumzwang sowie die Strukturen der Kontrollgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, wie durch finanzielle Unabhängigkeit eine Identitätsverschiebung erreicht werden kann, die sich vom ökonomischen Wachstumszwang entkoppelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze (u.a. Foucault, Marx, Deleuze) mit aktuellen wirtschaftlichen Statistiken und Konsumstudien in einen Zusammenhang bringt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der modernen Arbeitswelt, die Untersuchung des Konzepts der finanziellen Unabhängigkeit und die kritische Betrachtung der Kontrollgesellschaft als Rahmenbedingung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Identifikationsverschiebung, Arbeit, Konsum, finanzielle Unabhängigkeit, Kontrollgesellschaft und Entfremdung sind zentrale Begriffe.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Lebenszeit und Arbeit?

Die Arbeit betrachtet Lebenszeit als ein endliches Gut, das durch den Verkauf an den Arbeitsmarkt entfremdet wird, wobei Arbeit oft lediglich der Finanzierung von Konsum dient, der wiederum die Arbeitsfähigkeit sichern soll.

Welche Rolle spielt die „Kontrollgesellschaft“ für den Konsum?

Die Kontrollgesellschaft erfordert ständige Flexibilität und Mobilität; der Konsum dient hierbei als demonstratives Mittel, um soziale Anerkennung zu sichern und Exklusionsängste zu kompensieren.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dinge, Konsum, Arbeit, Geld? Identifikationsverschiebung und Arbeitsbegriff in der Gegenwart
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Lucia Xu (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V353732
ISBN (eBook)
9783668401594
ISBN (Buch)
9783668401600
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Identifikation Konsumgesellschaft Kontrollgesellschaft Michel Foucault Arbeitsbegriff
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lucia Xu (Autor:in), 2013, Dinge, Konsum, Arbeit, Geld? Identifikationsverschiebung und Arbeitsbegriff in der Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353732
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Leseprobe aus  19  Seiten
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