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Regulierung des Lobbyismus in Österreich. Das Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz

Titel: Regulierung des Lobbyismus in Österreich. Das Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz

Bachelorarbeit , 2016 , 49 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martin Eichinger (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
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„Es gibt nichts, was gefährlicher ist, als der Einfluss privater Interessen auf die öffentlichen Angelegenheiten.“ Mit diesem Ausspruch Jean Jacques Rousseaus, datierend bereits auf das Jahr 1762, lässt sich die Gesamtheit der Problematik des Lobbying und letztlich abstrahiert übertragen, die bedingende Grundlage für das mehrere Jahrhunderte später folgende „Bundesgesetz zur Sicherung der Transparenz bei der Wahrnehmung politischer und wirtschaftlicher Interessen“ in Worte fassen.

Bedingt durch verschiedenste Skandale und dem allgemeinen Normenverständnis zuwiderlaufenden Handlungen und deren mediale Ausschlachtung sah sich die Bundesregierung Österreichs dazu verpflichtet, mit dem sogenannten „Transparenzpaket 2012“ für Ordnung zu sorgen, in dieser vermeintlich obskuren Welt der Schattenmänner und Treffen im Hinterzimmer bei denen über die Köpfe der Bürger hinweg und an jeglichen demokratischen Verpflichtungen vorbei, die Entscheidungsfindungsprozesse beeinflusst würden.

Die Fragestellungen, welche mithin in dieser Abhandlung erörtert und zusammenfassend nochmals in der Conclusio aufgegriffen werden, sind folgende: Welche Auswirkungen hatte das Gesetz de facto auf das Lobbying in Österreich? Wurden und werden die gewünschten Effekte erzielt oder verfehlt das Gesetz seinen eigentlichen Bestimmungszweck? Wodurch wurde das Gesetzgebungsverfahren bedingt, respektive angestoßen? Wie fiele eine Stärken- und Schwächenanalyse des Gesetzesinhaltes aus? Änderte sich durch das Gesetz das Bild des Lobbyismus in der Öffentlichkeit? Wie effektiv sind die neuen Vorschriften tatsächlich, um künftigen Fällen der Bestechlichkeit und unsauberen Interessenvertretung gegenzuwirken?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Lobbying

2.1 Lobbying und Demokratie

2.2 Akteure, Zielpersonen und Inhalte

2.3 Lobbying in Europa und den USA

2.4 Lobbying in Österreich

2.4.1 (Neo-)Korporatismus

2.4.2 Sozialpartnerschaft

2.5 Spannungsfelder und Korruption

2.5.1 Strasser-Affäre

2.5.2 Telekom-Affäre

2.6 Normierungen

2.6.1 Regelungen der USA

2.6.2 Regelungen auf EU-Ebene

2.6.3 Regelungen in Österreich

3 Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz

3.1 Politische Debatte und Entstehung

3.2 Inhalt des Gesetzes

3.2.1 Ziele des Gesetzes

3.2.2 Anwendungsbereiche und Kompetenzen

3.2.3 Ausnahmen

3.2.4 Verhaltenspflichten

3.2.5 Lobbying- und Interessenvertretungs-Register

3.2.6 Sanktionen

4 Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Regulierung des Lobbyismus in Österreich durch das Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz vor dem Hintergrund einer historisch gewachsenen Verflechtung von Politik und Interessenvertretung. Ziel ist es, die Effektivität dieses Gesetzes hinsichtlich Transparenz und Korruptionsprävention zu bewerten.

  • Historische Entwicklung und demokratische Bedeutung des Lobbyismus
  • Strukturen des österreichischen Korporatismus und der Sozialpartnerschaft
  • Analyse von Korruptionsrisiken und prominenten Skandalen (Strasser, Telekom)
  • Vergleich internationaler Regulierungsansätze (USA, EU)
  • Kritische Würdigung des österreichischen Lobbying-Gesetzes

Auszug aus dem Buch

2.4.1 (Neo-)Korporatismus

Österreich gilt als Paradebeispiel einer Verhandlungsdemokratie: In einem Ranking mit 24 weiteren Ländern belegte Österreich den vordersten Platz in Bezug auf korporatistische Arrangements. Dieser Typus eines politischen Systems bedingt, dass wichtige Entscheidungen nicht schlichthin durch Mehrheitsentscheide, sondern via Aushandlungsprozessen gefällt werden. Essentiell hierfür ist die aktive Anteilnahme bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und Akteure am politischen Entscheidungsprozess. Es treten mithin also ausgewählte Verbände in institutionalisierte Beziehungen zu staatlichen Entscheidungsträgern, wobei der Beitrag zum politischen System in der Repräsentation und der Beteiligung an verbindlichen Entscheidungen besteht.

Dieses Prinzip, als zentrales Element österreichischer Politik, wird Korporatismus bezeichnet. Der Korporatismus kann grundsätzlich in zwei konträren Ausformungen geschehen: die autoritäre, dabei wird er zum Unterdrückungsinstrument zur Zerschlagung von Arbeiterbewegungen; zum anderen die liberale, wobei er sich als demokratisches Integrationsmittel zu Gunsten der (ua.) Arbeitnehmer manifestiert. Erstere findet sich vorwiegend – sofern überhaupt – in totalitären Regimen wieder.

Der Definition von Schmitter und Lehmbruch folgend kann für korporatistische Verbände weiters festgehalten werden, dass sie nach funktionalen Aspekten voneinander abgegrenzt sind, über staatliche Anerkennung verfügen, innerhalb der von ihnen vertretenen Bereiche über Repräsentationsmonopol verfügen und meist personelle Verflechtungen mit der Regierung bestehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Lobbyismus ein, thematisiert das Spannungsfeld zwischen demokratischer Partizipation und Einflussnahme und stellt die Forschungsfragen der Arbeit vor.

2 Lobbying: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Lobbyings, analysiert dessen Rolle in der Demokratie, beschreibt die relevanten Akteure sowie internationale Unterschiede (EU/USA) und diskutiert kritisch die Verflechtungen von Korruption und Interessenvertretung in Österreich.

3 Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz: Das Hauptkapitel widmet sich der politischen Genese, den Zielen, Anwendungsbereichen, Verhaltenspflichten sowie dem Transparenzregister und dem Sanktionsregime des österreichischen Lobbying-Gesetzes.

4 Conclusio: Die Conclusio fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die Lücken in der aktuellen Gesetzgebung und bewertet den Fortschritt bei Transparenz und Legitimität im Vergleich zu internationalen Standards.

Schlüsselwörter

Lobbying, Interessenvertretung, Österreich, Transparenzgesetz, Korporatismus, Sozialpartnerschaft, Korruption, Transparenzregister, Lobbying-Gesetz, Demokratie, politische Entscheidungsfindung, Gesetzgebung, Lobbyist, Regulierungsrahmen, Integrität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesetzliche Regulierung des Lobbyismus in Österreich und bewertet, inwieweit das „Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz“ für mehr Transparenz in politischen Prozessen sorgt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Rolle des Korporatismus in Österreich, die Abgrenzung zwischen legitimer Interessenvertretung und Korruption sowie ein Vergleich mit internationalen Regulierungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Effektivität des österreichischen Lobbying-Gesetzes von 2012 kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob es das Ziel einer höheren Transparenz erreicht hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Rechtsgrundlagen, parlamentarischen Unterlagen und Skandalanalysen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen des Lobbyings und dem österreichischen Korporatismus vor allem die konkreten Inhalte, Anwendungsbereiche und das Registerwesen des österreichischen Lobbying-Gesetzes detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lobbying, Transparenzgesetz, Österreich, Korporatismus, Sozialpartnerschaft und Korruptionsprävention.

Warum wird der Korporatismus in Österreich als problematisch erachtet?

Der Korporatismus wird kritisiert, da er zu einer engen personellen Verflechtung zwischen Verbänden und Regierung führt, was einen Prozess der „De-Parlamentarisierung“ auslösen kann, da Entscheidungen primär in exklusiven Zirkeln getroffen werden.

Welche Rolle spielten die Strasser- und Telekom-Affären für das Gesetz?

Diese Skandale deckten massive Defizite in der Transparenz auf und erhöhten den öffentlichen Druck, was die Bundesregierung dazu zwang, mit dem „Transparenzpaket 2012“ schärfere Regulierungen zu erlassen.

Was unterscheidet das Lobbying-Register von ähnlichen Modellen?

Im Vergleich zu US-amerikanischen Regelungen wird das österreichische Register oft als weniger restriktiv und aufgrund der Freiwilligkeit vieler Aspekte als weniger effektiv in der Kontrolle bewertet.

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Details

Titel
Regulierung des Lobbyismus in Österreich. Das Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck  (Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie)
Note
1,0
Autor
Martin Eichinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
49
Katalognummer
V353814
ISBN (eBook)
9783668399976
ISBN (Buch)
9783668399983
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lobbying Österreich Lobbygesetz Regulierung Lobbyismus Korruption Sozialpartnerschaft Lobbyregister
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Eichinger (Autor:in), 2016, Regulierung des Lobbyismus in Österreich. Das Lobbying- und Interessenvertretungs-Transparenz-Gesetz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353814
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Leseprobe aus  49  Seiten
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