Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Politics, Political Education

Demokratie lernen durch Rituale und Regeln

Title: Demokratie lernen durch Rituale und Regeln

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: Noten wurden nicht erteilt

Autor:in: Marjan Rosetz (Author)

Didactics - Politics, Political Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Bei den Wörtern „Ritual“ und „Regel“ kommen bei den meisten Menschen negative Gefühle auf. Man verbindet mit Ritualen und Regeln Vorschriften, die die persönliche Freiheit einschränken, disziplinieren und unterdrücken. Rituale haben den Ruf von automatisierten Verhaltensabläufen, die einem von außen aufoktroyiert werden - Handlungen, die Ordnung, Disziplin und Verhaltensnormen trainieren und einüben wollen. Gerade ältere Menschen denken bei Ritualen in Bezug auf die eigene Schulzeit hauptsächlich an negative Disziplinierungsmaßnahmen, wie das Aufstehen, wenn der Lehrer die Klasse betritt.
Die Bedeutung von Ritualen Regeln in der Pädagogik hat sich aber jedoch grundlegend geändert. Rituale und Regeln werden als gemeinschafts- und demokratiefördernde Maßnahmen gesehen und haben Einzug in den Schulalltag von vielen Schulen gefunden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die pädagogische Bedeutung von Ritualen und Regeln

3. Rituale und Regeln in der Grundschule

4. Bestimmungsmerkmale von Ritualen und Regeln

5. Die Kugellagermethode als Beispiel für ein positives, ritualisiertes Zusammenleben in der Schule

5.1 Gesprächsimpulse für eine Kugellagerdiskussion am Beispiel des Themas “ Einführung von Ritualen in den Schulalltag“ für ein LehrerInnenkollegium.

6. Einige beispielhafte Rituale

6.1 Ritual: Gruppenzählen

6.2 Ritual: Hand-Ruhezeichen

6.3 Ritual: Ruhezeichen durch Instrument/ beliebiges Hilfsmittel

6.4 Ritual: Die versteinerte Klasse

6.5 Ritual: Die volle Wasserschale

6.6 Ritual: Das Klatschsignal

6.7 Ritual: Der Erzählstein

6.8 Ritual: Das Stimmungsbarometer

6.9 Ritual: Fundstück der Woche

6.10 Ritual: Die Freundschaftskerze

7. Das Erstellen von Regeln und Ritualen in der Grundschule

8. Das Spannungsfeld zwischen der Institution Schule und Demokratie.

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Relevanz von Ritualen und Regeln im Grundschulalltag und diskutiert, inwiefern diese als Instrumente zur Demokratieerziehung dienen können, ohne die notwendigen institutionellen Rahmenbedingungen zu verletzen.

  • Bedeutungswandel von Ritualen in der modernen Pädagogik
  • Kriterien für sinnvolle Rituale und ihre entlastende Wirkung
  • Praktische Implementierungsmethoden, wie die Kugellagermethode
  • Konkrete Anwendungsbeispiele für den Schulalltag
  • Der Konflikt zwischen demokratischer Selbstbestimmung und schulischer Institutionalisierung

Auszug aus dem Buch

4. Bestimmungsmerkmale von Ritualen und Regeln

Im Unterrichtsgeschehen ist es wichtig, dass Phrasen und Methoden sich ablösen. Anstrengende Lernphasen mit hohem Arbeitsaufwand und geistigen Anforderungen, müssen von Ruhe und Entspannungsphasen zur Regeneration von SchülerInnen (und auch LehrerInnen) abgelöst werden. Rituale und Regeln helfen dabei, die Rhythmisierung des Schulalltags harmonisch zu gestalten. Rituale und Regeln sind jedoch nur ein Teil Schullebens und immer mit anderen Elementen eingebunden. In einem positiven Verständnis von Ritualen und Regeln kann man folgende Bestimmungsmerkmale aufstellen:

Signalwirkung: Rituale sind Symbolhandlungen, die von den Beteiligten sofort verstanden werden. Sie wirken auf das Verhalten signalhaft.

• Einübung ("Ankern"): Rituale und Regeln müssen schrittweise eingeübt und regelmäßig und kontinuierlich praktiziert werden.

• Entlastung: Rituale und Regeln haben eine entlastende Funktion, weil sie, wenn sie erst einmal bekannt sind, nicht jedes Mal neu eingeführt werden müssen. Die Darbietungsform wird bei häufiger Durchführung vergessen und es findet eine Konzentration auf das Wesentliche statt.

• Gemeinschafts- und Konsensbildung: Rituale und Regeln sind auf Gemeinschaft bezogen und müssen von allen Beteiligten akzeptiert werden. Es ist nötig, sich auch immer wieder die Gefahren der negativen Ritualisierung und Reglementierung zu vergegenwärtigen und ein Ritual und Regelwerk, sobald es zwanghaft, oder unangemessen wird, möglicherweise auflösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert den Wandel der Wahrnehmung von Ritualen und Regeln weg von Disziplinierungsmaßnahmen hin zu demokratiefördernden Elementen.

2. Die pädagogische Bedeutung von Ritualen und Regeln: Das Kapitel kontrastiert die historische, oft negative Sichtweise auf Rituale mit einer positiven, gemeinschaftsstiftenden Perspektive.

3. Rituale und Regeln in der Grundschule: Hier werden Definitionen sowie der grundlegende Unterschied zwischen rationalen Regeln und symbolhaften Ritualen erläutert.

4. Bestimmungsmerkmale von Ritualen und Regeln: Es werden zentrale Qualitätsmerkmale wie Signalwirkung, Entlastungsfunktion und Ganzheitlichkeit definiert.

5. Die Kugellagermethode als Beispiel für ein positives, ritualisiertes Zusammenleben in der Schule: Das Kapitel stellt eine Methode zur Förderung der Kommunikation vor, die sozialen Austausch jenseits des Plenums ermöglicht.

6. Einige beispielhafte Rituale: Eine Zusammenstellung von zehn konkreten Ritualen für verschiedene Zwecke, wie Ruhephasen oder den Morgenkreis.

7. Das Erstellen von Regeln und Ritualen in der Grundschule: Hier wird diskutiert, wie Kinder durch Beteiligung bei der Regelaufstellung demokratische Prinzipien verinnerlichen können.

8. Das Spannungsfeld zwischen der Institution Schule und Demokratie: Das Kapitel thematisiert die Grenzen der Selbstbestimmung innerhalb eines staatlich reglementierten Bildungssystems.

Schlüsselwörter

Demokratieerziehung, Rituale, Regeln, Grundschule, pädagogische Methoden, Kugellagermethode, Schulalltag, Gemeinschaftsbildung, Disziplin, Symbolkraft, Selbstbestimmung, Partizipation, Unterrichtsgestaltung, Rhythmisierung, Institution Schule.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Ritualen und Regeln im Kontext der politischen Bildung und Demokratieerziehung in der Primarstufe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die pädagogische Bedeutung von Ritualen, ihre konkrete Umsetzung durch Methoden wie das Kugellager und den strukturellen Konflikt zwischen Demokratie und der Institution Schule.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch rituelles Handeln ein demokratisches Miteinander im Klassenzimmer gestaltet werden kann und wo die Grenzen dieser Demokratisierung liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung didaktischer Konzepte sowie die praktische Darlegung bewährter Methoden und Beispiele für die Grundschule.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, methodische Ansätze wie das Kugellager und eine umfangreiche Sammlung konkreter Anwendungsrituale für den Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Demokratieerziehung, Rituale, Regeln, Grundschule, Partizipation und pädagogische Didaktik.

Wie unterscheiden sich Regeln von Ritualen?

Regeln basieren meist auf rationalen Erklärungen und organisieren Arbeitsabläufe, während Rituale eine tiefere Symbolkraft besitzen und auf die soziale Gemeinschaft sowie das Zugehörigkeitsgefühl zielen.

Warum stößt demokratische Selbstbestimmung in der Schule an Grenzen?

Da die Schule eine staatlich reglementierte Institution ist, müssen geltende Gesetze, Rahmenlehrpläne und die Schulordnung stets Vorrang vor den demokratischen Wünschen der Schülerschaft haben.

Welchen Zweck erfüllt die „Kugellagermethode“?

Die Methode fördert den persönlichen Austausch zwischen SchülerInnen, durchbricht klassische Sitzordnungen und stärkt soziale Kontakte durch ein dynamisches Rotationsprinzip.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Demokratie lernen durch Rituale und Regeln
College
University of Frankfurt (Main)  (Professur für Didaktik der Sozialwissenschaften und des Politischen Unterrichts)
Course
Politische Bildung in der Primarstufe - emokratie innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers
Grade
Noten wurden nicht erteilt
Author
Marjan Rosetz (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V35386
ISBN (eBook)
9783638353106
ISBN (Book)
9783638761796
Language
German
Tags
Demokratie Rituale Regeln Politische Bildung Primarstufe Klassenzimmers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marjan Rosetz (Author), 2003, Demokratie lernen durch Rituale und Regeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35386
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint