Typisch Mann – Typisch Frau!? Vorstellen der signifikanten Rollenunterschiede (Ethik, 8. Klasse)


Unterrichtsentwurf, 2016

9 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Lernausgangslage für die Planung der Unterrichtsstunde

2. Kompetenz- und Zielorientierung der Unterrichtsstunde

3. Verlaufsplan

4. Verwendete Literatur und andere Quellen

5. Anhang: Unterrichtsmaterialien

1. Lernausgangslage für die Planung der Unterrichtsstunde

Für meinen ersten offiziellen Unterrichtsbesuch fiel die Wahl auf einen Ethikkurs der 8. Klasse der Xxxxx-Schule in X. In der Klasse lernen 16 Kinder, darunter 6 Mädchen und 10 Jungen. Dieser Kurs wird als Äquivalenzveranstaltung zum Religionsunterricht angeboten.

Die Lerngruppe ist sehr multikulturell, 7 Schüler*Innen der Klasse weisen einen sichtbaren Migrationshintergrund auf.

Die Lerngruppe erschien mir bereits in der ersten Stunde als besonders lebhaft.

Die Schülerinnen und Schüler begegneten mir gegenüber sehr aufgeschlossen, vor allem sind dabei die Jungen zu nennen.

Diese fallen im Unterrichtsgeschehen öfter durch Unaufmerksamkeiten auf. Die Mädchen hingegen zeigen eine hohe produktive Mitarbeit. Die Jungen der Klasse schweifen im Unterrichtsgespräch öfters in Privatgespräche ab. Dabei sind sie leicht abzulenken, sodass bereits die Anwesenheit eines Praktikanten bei ihnen das Bedürfnis entwickelt, diesen in ihre Gespräche einzubinden.

Weiterhin fielen mir in meinen Hospitationssitzungen in der Klasse diverse Reifestadien auf. Dabei beobachtete ich, dass die Jungen der Klasse bereits zahlreiche pubertäre Entwicklungseigenschaften aufzeigten, die Mädchen jedoch diesem Bild nicht ganz folgten. Da der Großteil der Klasse aus Jungen besteht, sind die Stunden durch Störung geprägt und erfordern ein Eingreifen durch die Lehrkraft.

Im Gespräch mit Frau X. (der Lehrkraft) berichtete sie mir, dass sie die Klasse erst vor kurzem übernommen habe. Sie erklärte mir, dass die Schüler*Innen noch sehr unreif seien und es schwierig ist, das curriculare Thema „Freundschaft & Liebe“ mit dieser Lerngruppe zu bearbeiten. Dabei nannte sie mir zum Beispiel, dass die Nennung der primären und sekundären Geschlechtsmerkmale für großes Gelächter in der Klasse sorge.

In diesem Punkt sehe ich eine mögliche Gefahr für meine Stunde:

Da ich über spezifische Rollenbilder beider Geschlechter reden möchte, vermute ich Unruhe und eventuelle sexistische Sprüche gegenüber dem anderen Geschlecht, auch eine völlige Zurückhaltung beziehungsweise eventuelle Scheu vor Preisgabe von Auffassungen und Wertevorstellungen.

Des Weiteren erklärte mir die Lehrerin, dass es innerhalb der Klasse ein großes Leistungsgefälle gibt und auch einige Schüler nicht gymnasialtauglich seien. In Vorbereitung auf meinen Unterrichtsbesuch ist es gut zu wissen, von welchen Schülern man qualitativ hochwertige Antworten erwarten kann. Aber auch der Bezug auf leistungsschwächere Schüler ist natürlich ein wichtiger Punkt, welcher zu berücksichtigen ist.

Ich glaube, dass ich mich auf eine lebhafte und freundliche Klasse freuen kann, die die aber auch durchaus aufgrund pubertärer Veränderungen etwas schwieriger zu unterrichten ist. Die Klasse hat mich seit der ersten Hospitationsstunde in Interesse versetzt und ich denke, dass ich darin meinen Berufswunsch, Lehrer zu werden, besonders gut erproben kann. Von Vorteil war sicherlich, dass ich die Klasse im Vorfeld öfters besucht habe. So konnte ich erste Eindrücke gewinnen und die Schüler*Innen hatten die Gelegenheit, mich auch ein wenig kennenzulernen.

Thematisch stelle ich ein Themengebiet aus einem Lernzirkel vor, an dem die Schüler*Innen seit der letzten Doppelstunde selbstständig arbeiten. Dabei ist mein Stundenthema herausgenommen wurden, und so mir die Möglichkeit geboten, mich in dieser Klasse zu erproben.

Der genannte Lernzirkel bietet den Schüler*Innen einen Einstieg in das Lehrplanthema „Freundschaft & Liebe“.

Meinen Unterrichtsentwurf plane ich für eine Schulstunde. In der darauffolgenden Stunde sollen die Schüler*Innen weiter an dem Lernzirkel arbeiten.

2. Kompetenz- und Zielorientierung der Unterrichtsstunde

Zentrales Anliegen der Stunde:

Die Schüler*Innen sollen einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Geschlechterrollen und deren Klischees erhalten. Dabei werden sie mit den verschiedenen Meinungen der Mitschüler konfrontiert. Sie sollen lernen, diese in Bezug auf ihre eigene Meinung einschätzen zu können. Ein wichtiges Lernziel ist dabei das Empfinden von Toleranz und Empathie.

Als Erkenntnisgewinnung sollen sie sich bewusst werden, dass es sich bei Rollenbildern immer um Vorurteile handelt. Diese sind meist negativ geprägt. Die Schüler*Innen sollen versuchen, diese abzulegen und anderen Menschen vorurteilsfrei entgegenzutreten.

Weitere Stundenziele:

Zum Einstieg möchte ich das Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer vorspielen. Dieses Lied beinhaltet sehr viele Vorurteile und eignet sich als guter Einstieg in die Thematik. Dabei sollen die Schüler zuhören und den Text kennenlernen. Dies ist wichtig, da dieser Song in dieser Generation nicht mehr zum aktuellen musikalischen Spektrum der Schüler gehört, und somit das Lied unbekannt sein könnte. Dabei werden Kompetenzen im verstehenden Hören angesprochen. Weiterhin wird auf Lesekompetenz Wert gelegt, die Schüler müssen den Text erst einmal lesen und erschließen.

In meiner Stunde plane ich viele Gesprächssituationen zu schaffen, sei es über die Interpretation des Textes oder über eine Abgabe einer persönlichen Meinung. Dies fällt in den Kompetenzbereich der Kommunikation. Nach Abschluss des Einstieges werden die Schüler herausgefordert, eine Transformation des Gehörten in den Stundenkontext zu übertragen, sie sollen den Begriff Rollenbild herleiten (Kompetenzbereich: Erkenntnisgewinnung). In der Ergebnissicherung I werde ich als Lehrkörper eine allgemeine Definition der Begriffe Rollenbild und Klischee geben und auch die Abgrenzung dieser beiden. Zur Sicherung einer Erkenntnis sollen die Schüler*Innen eine schülergerechte Definition in ihr Heft übernehmen.

In der Erarbeitungsphase II werde ich dann eine Folie auflegen. Darin ist ein geschlechtsneutrales Gesicht zu erkennen, von dem verschiedene Aussagen ausgehen. Die Schüler werden hierbei angeleitet, ihre eigenen Vermutungen im Blick auf diese Sachen vorurteilsbehafteter Aussagen zu treffen(Rollenkompetenz). Sie sollen dann später begründen, warum sie ausgerechnet dieses Geschlecht gewählt haben. Dies wird die Schüler in Erklärungsnöte versetzen. Sie werden argumentieren, dass es einfach so sei, wobei das Stundenthema dann einen Bezug bietet.

Um das erreichen zu können, werde ich mit meinem Meinungsspiel fortfahren. Der Klassenraum wird in zwei Ecken eingeteilt. In der einen Ecke sollen sich alle Schüler versammeln, welche einer gegebenen Aussage von mir vollends zustimmen. Die andere Ecke wird der Bereich der vollständigen Ablehnung sein. Danach sollen die beiden Ecken miteinander diskutieren und begründen, warum sie sich so entschieden haben. Dieses Spiel hat das Ziel, sich mit den Meinungen der anderen Schüler*Innen auseinanderzusetzen und gegebenenfalls auf diese zuzugehen.

Dieses Spiel spricht zahlreiche Kompetenzbereiche an:

- Sie müssen auf einander Achten und miteinander kommunizieren (Sozial- und Interaktionskompetenz).
- Sie müssen ihre Meinung mit dem Thema in Kontext setzen (Vernetzungskompetenz).
- Sie müssen im Sinne ihrer Positionen interagieren (Rollenkompetenz).
- Sie müssen die Positionen anderer bewerten (Bewertungskompetenz).
- Nach Abgabe ihrer Position und Hören einer Argumentation der Gegenseite sollen sie ihre Position überdenken und diese gegebenenfalls ändern. (Selbstreflexionskompetenz).

Bei der Auswahl der Spielfragen habe ich ein Modell der Problematisierung eingebaut, indem auch Fragen der vorherigen besprochenen Folie verwendet werden. Diese werde ich in leicht veränderter Form erneut abfragen um damit eine Veränderung der Meinung vergleichen zu können. Wenn dieser Schritt gelingt und die Schüler unterschiedliche Antworten abgeben, sollte es zu einer Erkenntnisgewinnung seitens der Schüler kommen.

Falls dies eintritt, bietet es einen perfekten Einstieg in die Abschlusssequenz der Stunde. Hierbei soll bei der Ergebnissicherung und beim anschließenden Eintrag in die Schülerhefte festgehalten werden, dass Rollenbilder und Klischees einen negativen Einfluss auf unsere Gesellschaft haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Typisch Mann – Typisch Frau!? Vorstellen der signifikanten Rollenunterschiede (Ethik, 8. Klasse)
Autor
Jahr
2016
Seiten
9
Katalognummer
V353895
ISBN (eBook)
9783668400542
ISBN (Buch)
9783668400559
Dateigröße
695 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
typisch, mann, frau, vorstellen, rollenunterschiede, ethik, klasse, Unterrichtsentwurf
Arbeit zitieren
Tim Hartmann (Autor), 2016, Typisch Mann – Typisch Frau!? Vorstellen der signifikanten Rollenunterschiede (Ethik, 8. Klasse), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353895

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