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Alles nur Show? Dramatisierung und Emotionalisierung in Reality-TV-Formaten

"Frauentausch" und "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"

Title: Alles nur Show? Dramatisierung und Emotionalisierung in Reality-TV-Formaten

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 11 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Hendrik Wonsak (Author)

Communications - Movies and Television
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Diese Hausarbeit befasst sich mit der kontroversen Mediengattung des Reality TVs und mit verschiedenen Aspekten der Dramatisierung und Inszenierung innerhalb zweier Reality-TV-Formate. Für die exemplarische Analyse wurden die beiden Formate „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” (in vielen Fällen auch als „Dschungelcamp” bezeichnet) und „Frauentausch” gewählt. Bei beiden Formaten handelt es sich um langjährig erfolgreiche Adaptionen aus dem Ausland, die in Deutschland von privaten Sendeanstalten ausgestrahlt werden. Des Weiteren sind beide Formate, wie in dem nächsten Abschnitt erläutert wird, dem performativen Reality TV zuzuordnen.

Sich prügelnde Kinder, verzweifelte Mütter und verliebte Prominente – diese und ähnliche Szenerien sind aus der zeitgenössischen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. „Wenn die Zeiten draußen ungemütlich sind, wenn Krieg ist, wenn Unsicherheit ist, dann wollen die Leute gemütliches Fernsehen sehen. Wenn man sich an das Chaos draußen gewöhnt hat, dann sind die Menschen bereit für ein bisschen kontroverse Themen”, erklärte Boris Brandt von der Produktionsfirma „Endemol“ vor einigen Jahren in einem Interview mit Spiegel Online. Diese Produktionsfirma ist unter anderem für einige der derzeit beliebtesten TV-Formate in Deutschland verantwortlich, wie zum Beispiel „Vermisst”, „Verzeih Mir” oder „Promi Big Brother”.

Eben jene Formate tragen, wenn man Brandt Glauben schenkt, dazu bei, die angesprochenen, kontroversen Themen über den Fernseher in die deutschen Wohnzimmer zu transportieren. Die aufgelisteten Formate haben die Gemeinsamkeit, dass sie einer der populärsten Genre-Gattungen der internationalen Fernsehlandschaft angehören – dem Reality TV. Diese hybride, sich stetig wandelnde Gattung zeichnet sich unter anderem durch Skandale, Schockmomente, Ekel und Grenzübertretungen aus. Fernsehproduzent Markus Peichl verglich Reality TV gar mit einem altertümlichen Jahrmarkt: „Das ist wie frühher auf dem Jahrmarkt, wo in den Schaubuden Schlangenmenschen, Pygmäen und Frauen mit Bärten ausgestellt wurden”. Auch die aktuelle Bundeskanzlerin Angela Merkel gab ihr Interesse an den voyeuristischen, an den Alltag angelehnten Merkmalen des Reality TV zu: „Da schaut man doch gerne hinein, wenn die Leute ihre Gardinen nicht zugezogen haben”.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Reality TV

3. Docu-Soaps

3.1. Docu-Soaps - „Frauentausch”

4. Reality-Soaps

4.1. Reality-Soaps - „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus”

5. Dramatisierung und Emotionalisierung

5.1. Inszenierungsstrategien anhand des Formats “Frauentausch”

5.2. Inszenierungsstrategien anhand des Formats “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!”

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kontroverse Mediengattung Reality TV mit einem Fokus auf Mechanismen der Dramatisierung und Emotionalisierung. Anhand der Formate „Frauentausch“ und „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ wird analysiert, wie durch spezifische Inszenierungsstrategien, technische Stilmittel und narrative Strukturen eine Nähe zur Realität erzeugt wird, um Unterhaltungswert zu generieren.

  • Definition und Ausdifferenzierung der Reality-TV-„Genrefamilie“
  • Unterscheidung zwischen performativem und narrativem Reality TV
  • Analyse der Inszenierungsstrategien in Docu-Soaps und Reality-Soaps
  • Einfluss von Montage, Kameratechniken und Musik auf die Wahrnehmung von Dramatik
  • Verhältnis zwischen authentischer Abbildung und medialer Inszenierung

Auszug aus dem Buch

5.1. Inszenierungsstrategien anhand des Formats “Frauentausch”

Emotionalisierung basiert auf dem natürlichen Interesse des Menschen, auf welches letztendlich auch Fernsehproduzenten setzen. Auf dieser Rezeptionshaltung ruht auch der Erfolg von „Frauentausch”. Ein wichtiger Bestandteil des Formats ist der stetig gleichbleibende inhaltliche und technische Sendungsaufbau, der dazu führt, dass es sich bei dem Format eher um Alltagserzählungen handelt, als um Alltagsbeobachtungen.

Auch der bereits aufgeführte Handlungsverlauf, der auf die Exposition der beiden Tauschfamilien, der Tauschdauer und der beiden Heimatorte der Familien folgt, wird maßgeblich von Konflikten beeinflusst. Diese Ereignisdramaturgie ist gekennzeichnet durch eine Folge von einzelnen Streitereien, welche letztendlich in der Wiedervereinigung der beiden Tauschfamilien münden. Hierbei werden die einzelnen Konflikte dramatisch aufbereitet, indem sich die Erlebnisse der beiden „Tauschfamilien“ abwechseln und die beiden, parallel laufenden Erzählstränge so immer wieder unterbrochen werden. Der Weiteren werden die einzelnen Stränge in Spannungsbögen eingebaut, bei denen z.B. der Ausgang einer Konfrontation vorerst offen bleibt. Dies sorgt für Cliffhanger innerhalb der einzelnen Episoden (Vgl. Scharch; 2011; 6).

Auch technische Mittel werden für die Erzeugung von Dramatik genutzt. Während schnelle Schnitte für Dramatik sorgen, untermalt thematisch passende Musik die gewünschte Emotion. So können auch uninteressante Bilder, wie z.B. eine staubige Ecke im Badezimmer, auf den Rezipienten als dramatisch und brisant wirken. In derartigen Fällen arbeitet das Format vermehrt mit Nahaufnahmen, die Dreck oder Schmutz größer wirken lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Reality TV als populäre Fernsehgattung und Vorstellung der zu analysierenden Formate.

2. Reality TV: Theoretische Einordnung der „Genrefamilie“ Reality TV und Abgrenzung verschiedener Ausprägungen.

3. Docu-Soaps: Erläuterung des Sub-Genres der Docu-Soap als Mischform aus Dokumentation und Serie.

3.1. Docu-Soaps - „Frauentausch”: Detaillierte Betrachtung des Konzepts und des Erfolgs von „Frauentausch“.

4. Reality-Soaps: Analyse der Besonderheiten von Reality-Soaps, insbesondere hinsichtlich des arrangierten Settings.

4.1. Reality-Soaps - „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus”: Vorstellung des Formats und seiner spezifischen Bedingungen für die Protagonisten.

5. Dramatisierung und Emotionalisierung: Theoretische Grundlagen zu den zentralen Wirkmechanismen von Reality-Formaten.

5.1. Inszenierungsstrategien anhand des Formats “Frauentausch”: Untersuchung der eingesetzten dramaturgischen und technischen Mittel bei „Frauentausch“.

5.2. Inszenierungsstrategien anhand des Formats “Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!”: Untersuchung der Inszenierung im Kontext des Dschungelcamps.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und des Verhältnisses von Inszenierung und Realität.

Schlüsselwörter

Reality TV, Dramatisierung, Emotionalisierung, Frauentausch, Ich bin ein Star – Holt mich hier raus, Docu-Soap, Reality-Soap, Inszenierung, Genrefamilie, Voyeurismus, Medienwissenschaft, Fernsehanalyse, Unterhaltung, Authentizität, Konkurrenzverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Dramatisierung und Emotionalisierung im Reality TV, um zu verstehen, wie trotz des Anspruchs auf Realitätsnähe eine gezielte Inszenierung stattfindet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Gattung des Reality TV, die Sub-Genres Docu-Soap und Reality-Soap sowie die spezifischen filmischen und dramaturgischen Techniken zur Steigerung des Unterhaltungswerts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch diverse Inszenierungsstrategien bei den Formaten „Frauentausch“ und „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ beim Zuschauer der Anschein von Realität erzeugt wird, um eine voyeuristische Wirkung zu erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer exemplarischen Analyse spezifischer Reality-TV-Formate hinsichtlich ihrer dramaturgischen Aufbereitung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Reality-Genres sowie in eine praktische Analyse der Inszenierungsstrategien in den zwei ausgewählten Fernsehformaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Reality TV, Inszenierung, Dramatisierung, Emotionalisierung, Voyeurismus sowie die spezifischen Formate „Frauentausch“ und „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“.

Welche Rolle spielt die „living camera“ bei der Inszenierung von „Frauentausch“?

Die „living camera“ folgt den Protagonisten portabel auf Schritt und Tritt, wodurch beim Zuschauer eine Perspektive erzeugt wird, die Nähe und eine direkte Inklusion in das Geschehen suggeriert.

Wie unterscheidet sich die Inszenierung im Dschungelcamp von der in einer Docu-Soap?

Während bei der Docu-Soap ein Alltagsszenario (z.B. Haushalt) gewählt wird, erzeugt die Reality-Soap „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ durch ein künstliches, extremes Setting im Dschungel und Wettbewerbsbedingungen ein eigenes, soziales Arrangement.

Warum wird im „Dschungelcamp“ laut Autor eine Holzhütte eingesetzt?

Die Holzhütte dient als Ort, an dem sich Protagonisten direkt an das Publikum wenden können; dies fungiert als informatives Stilmittel, um Einblicke in den Gemütszustand der Teilnehmer zu geben.

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Details

Title
Alles nur Show? Dramatisierung und Emotionalisierung in Reality-TV-Formaten
Subtitle
"Frauentausch" und "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!"
College
University of Hamburg
Grade
2,3
Author
Hendrik Wonsak (Author)
Publication Year
2016
Pages
11
Catalog Number
V353949
ISBN (eBook)
9783668401730
ISBN (Book)
9783668401747
Language
German
Tags
Reality TV Ich bin ein Star Frauentausch Medienanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Wonsak (Author), 2016, Alles nur Show? Dramatisierung und Emotionalisierung in Reality-TV-Formaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353949
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