7 Tage im Oktober 1989. Dresden zwischen Volksaufstand und Dialog


Seminararbeit, 2011
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Szenen der Gewalt als Auftakt der Friedlichen Revolution - Die Unruhen um den Dresdner Hauptbahnhof vom 3. bis 5. Oktober 1989

3. Vom „Wir wollen raus!" zum „Wir bleiben hier!" - Das Erwachen der Dresdner Burgerschaft

4. Der Richtungswechsel in letzter Minute - Hans Modrow und Wolfgang Berghofer auf Deeskalationskurs

5 Ausblickund Schluss

6. Literaturangaben
6.1 Quellenmaterial
6.2 Sekundarliteratur

7. Anhang
7.1 Erklarung der Mitglieder der Staatskapelle Dresden zur gegenwartigen Situation in der DDR. Dresden 1989
7. 2 Ausschnitt Straftenkarte DDR - 8. Dresden. Berlin, 1982

1. Einleitung

Nach einem bekannten Ausspruch Richard Schraders, gelingen Revolutionen „immer (nur) unter gunstigen Umstanden, andernfalls sind es gescheiterte Revolutionen."[1] Betrachtet man den Ver- lauf der Ereignisse des Herbstes 1989 in der DDR, so wird an diesem die Richtigkeit dieser Fest- stellung nur zu deutlich: Ohne Gorbatschows AuRerkraftsetzung der Breschnew-Doktrin, ohne den Verfall des Machtmonopols der sozialistischen Parteien in Polen und vor allem Ungarn, ohne den zunehmenden Vertrauensverlust der SED-Parteibasis zu ihrer Fuhrung[2] - man konnte die Liste fortfuhren - ohne all diese Faktoren ware das bewundernswerte Engagement hunderttau- sender DDR-Burger nicht von Erfolg gekront gewesen und hatte moglicherweise ein ahnliches Ende gefunden wie der Volksaufstand 36 Jahre zuvor. Ihren Anfang nahm die Erhebung des Vol- kes, die schlieRlich innerhalb weniger Wochen eine Diktatur hinwegfegte, in Sachsen. Flier ent- wickelte sich, mit den Worten Frank Richters, ein „revolutionare(r) Flachenbrand, der innerhalb weniger Wochen das gesamte Land erfasste."[3] In Dresden herrschte ein besonders hohes Pro- testpotential. Bis Ende 1988 stellten etwa 30.000 Dresdner einen Ausreiseantrag. Ein Viertel al- ler Ausreiseantrage des Jahres 1989 entfielen auf den Bezirk Dresden, obwohl hier lediglich elf Prozent der DDR-Bevolkerung lebte.[4] Hier, wo also scheinbar die Frustration der Bevolkerung am groRten war, entwickelte sich im zeitigen Oktober 1989 aus Protesten verzweifelter Ausrei- sewilliger eine Demonstrationsbewegung, die innerhalb weniger Tage einen ersten friedlichen Dialog mit lokalen Vertretern der Staats- und Parteifuhrung erzwang, obwohl die auReren Um- stande eher darauf hindeuteten, dass der Protest in einem Blutbad enden wurde.

Die Zielsetzung dieser Hausarbeit ist es, den Verlauf der Ereignisse in Dresden vom 3. bis zum 9. Oktober nachzuzeichnen, und dabei zu zeigen, welche die spezifischen Faktoren, die gunstigen Umstande also waren, die in Dresden den Weg fur diesen ersten friedlichen Dialog ebneten. Anhand der Erinnerungen engagierter Burger, Demonstranten und unbeteiligter Zeugen auf der einen Seite, aber auch durch die kritische Auseinandersetzung mit Interviewtexten, Memoiren und anderen Stellungnahmen damaliger Entscheidungstrager auf der anderen, werden die so dramatischen wie folgenreichen Sieben Tage im Oktober[5] dargestellt. Hierbei ist von zentralem Interesse, welche die Faktoren fur die Mobilisierung und Politisierung der Bevolkerung waren, und inwieweit der Verlauf der Ereignisse auch von den Entscheidungen bzw. Initiativen einzelner Personen abhing. Von groBem Nutzen hierfur waren etliche zurate gezogene wissenschaftliche Veroffentlichungen zum Thema, so vor allem die umfangreichen Darstellungen Michael Richters. Von gleicher, wenn nicht noch groBerer Bedeutung war die Auswertung bereits veroffentlichten sowie neu zusammengetragenen Quellenmaterials. Als Beispiele waren etwa die edierten Zeit- zeugenberichte in Eckhard Bahrs Sieben Tage im Oktober und die von Michael Richter veroffent- lichten Berichte von Staatssicherheit und Volkspolizei zu nennen, jedoch auch Mitschriften des Verfassers dieser Hausarbeit aus zwei selbst gefuhrten Gesprachen, das eine mit Hans Modrow[6] nach einem Vortrag im Rahmen der dritten Chemnitzer Ringvorlesung im Dezember 2009 und das andere im November 2011 mit Andreas Priebst, einem Mitglied der Staatskapelle Dresden.

2. Szenen der Gewalt als Auftakt der Friedlichen Revolution - Die Unruhen urn den Dresdner Hauptbahnhof vom 3. bis 5. Oktober 1989

Dem Sturmischen Herbst 1989[7] war ein Sommer vorangegangen, in dem eine Vielzahl von DDR- Burgern den Entschluss gefasst hatte, ihr Land fur immer zu verlassen. Als Reaktion auf die Off- nung der ungarischen Grenze zu Osterreich[8] - innerhalb von zwei Tagen flatten bereits 18.000 Menschen ihren Weg in die Bunderepublik gefunden - beschloss das SED-Politburo am 12. Sep­tember, „gefahrdeten Burgern" eine Reise nach Ungarn, Rumanien oder Bulgarien fortan nicht mehr zu gestatten.[9] Dieser Beschluss hatte zur Folge, dass „Urlauber", die von tschechoslowaki- schen Grenztruppen an der Ausreise nach Ungarn gehindert worden waren, sich in den standi- gen Vertretungen der Bundesrepublik in Prag aber auch in Warschau sammelten - in Prag waren es Ende September schon 3500.[10] Um dieser Situation Herr zu werden, beschloss die SED-Fuh- rung am 29. September schlieBlich, die Fluchtlinge in die BRD ausreisen zu lassen.

In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober wurden also alle auf dem Prager Botschafts- grundstuck befindlichen DDR-Burger in sechs verschlossenen Sonderzugen uber Dresden, Karl- Marx-Stadt und Plauen in die BRD ausgefahren. Begleitet wurde dieser „Humanitare Akt"[11] mit einer massiven Verscharfung der antiwestlichen Propaganda.[12] Da sich innerhalb kurzester Zeit die bundesdeutsche Vertretung in Prag wieder mit Ausreisewilligen fullte, beschloss das Polit­buro, auch diese in die BRD ausreisen zu lassen. Diesen Entschluss verknupfte die SED-Fuhrung jedoch mit der SchlieBung der Grenze zur CSSR. Um die „zeitweilige Aussetzung des pass- und visafreien Verkehrs zwischen der DDR und der CSSR fur die Burger der DDR"[13] durchzusetzen, ordnete Generalmajor Horst Bohm, Chef der Dresdner Bezirksleitung des Ministeriums fur Staatssicherheit (MfS), fur den 3. Oktober an, samtlichen DDR-Burgern, die sich in Zugen in Rich- tung Tschechoslowakei befanden, am Bahnhof und Grenzubergang Bad Schandau die Weiter- fahrt zu verwehren. So wurden am Abend und in der Nacht des dritten Oktobers mehrere hun- dert Ausreisewillige in eigens bereitgestellten Bussen und Zugen nach Dresden zuruckgeschickt - ein Vorgang, der sich auch am nachsten Tag mehrfach wiederholen sollte.

Es sammelte sich also am Abend des 3. Oktobers eine groBe Zahl von Ausreisewilligen vor dem Dresdner Hauptbahnhof, die in ihrer Verzweiflung ob der SchlieBung der Ostgrenze keinen an- deren Ausweg sahen, als auf einen der innerhalb der nachsten Stunden erwarteten Zuge aus Prag aufzuspringen, um so vielleicht doch noch in die BRD zu gelangen. Uber 2.000 Menschen, vor allem auswartige aber auch Dresdner Ausreisewillige, skandierten „Wir wollen raus!", wobei sich viele teils mit bloBen Handen teils auch mit Pflastersteinen gegen die Schlagstocke der bru­tal vorgehenden Polizisten und Angehorigen desMfSzurWehr setzten, die versuchten das Bahn- hofsareal zu raumen. Insgesamt wurden an diesem Abend 239 Verhaftungen vorgenommen, davon 128 im Grenzgebiet,[14] 74 bei der Raumung des Hauptbahnhofs und 37 im Raum Gorlitz.[15] Uber die Zahl der Verletzten liegen keine eindeutigen offiziellen Angaben vor, jedoch sprechen die gesammelten Erlebnisberichte dafur, dass die im Einsatz befindlichen Sicherheitskrafte mit auBerster Brutalitat vorgingen.[16]

Hatte man die Ausweisung am Vortag noch hinausgezogert, so konnte das Politburo am Vormit- tag des 4. Oktobers nicht mehr umhin, die Ausreise der uber 7600 auf dem Gelande der Prager Botschaft befindlichen DDR-Burger noch fur denselben Abend anzuordnen - der Druck seitens der tschechoslowakischen Regierung war zu groR. Wie vier Tage zuvor, sollte die Fahrt uber Dresden, Karl-Marx-Stadt und Plauen ins frankische Hofgehen; dies konnte man innerhalb kur- zester Zeit im Deutschlandfunk horen - auch in der DDR. So belagerten Ausreisewillige aus der gesamten Republik die Haltepunkte und Langsamfahrstrecken zwischen Bad Schandau und Plauen, was wiederum zum intensiven Einsatz des Schlagstocks seitens der eingesetzten Polizei- beamten fuhrte. In Dresden kam es zur Eskalation. Bereits am 12. Juli hatte Willi Nyffenegger, Chef der Volkspolizei (VP) im Bezirk Dresden, Anweisungen gegeben, „feindlich-negative Hand- lungen" wie Kundgebungen und Demonstrationen jeder Art zu verhindern. MaRnahmen hierzu waren unter anderem die Einrichtung von sogenannten Zufuhrungspunkten und die Vorberei- tung des Einsatzes kasernierter Einheiten.[17] Diese mit langer Hand getroffenen Vorkehrungen sollten nun zum Tragen kommen.

Bereits am Nachmittag befanden sich etwa 500 Menschen auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs, die mit lauten Rufen („Wir wollen raus!" oder „Faschisten! Schamt euch!") ihre Frustration zum Ausdruck brachten. Samtliche Aufgange zu den Bahnsteigen waren von Transport- und Bereit- schaftspolizisten blockiert. In den fruhen Abendstunden kam es dann zu gewalttatigen Aus- schreitungen durch inzwischen mehr als 5000 Demonstranten, die versuchten die Blockaden der Beamten zu durchbrechen. Dabei wurden auch Brandsatze und Steine geworfen, was, laut An- gaben der VP, zu Verletzungen bei einigen Polizisten fuhrte.[18] Um 21:00 Uhr wurde schlieRlich der Bahnverkehr eingestellt. Etwa zur selben Zeit erteilte Generaloberst Wagner, der Stellver- treter des Innenministers, Willi Nyffenegger die Genehmigung zum Einsatz von Wasserwerfern und Tranengas.[19]

Wahrend die Unruhen am Hauptbahnhof zunehmend Zuge eines Volksaufstandes annahmen, gelang es einigen Demonstranten, die katholische Hofkirche, die Kreuzkirche und die Dreikonigs- kirche zu besetzen. Der Dompfarrer der Hofkirche, Klemens Ullmann, berichtet, dass es sich um Ausreisewillige handelte, die die Gotteshauser erst wieder verlassen wurden, sobald man ihnen von staatlicher Stelle gultige Papiere fur die Ausreise aus der DDR aushandigte. Die Machtlosig- keit der Kirchen in diesen Belangen betonend, leitete der Geistliche die Forderungen trotzdem an die zustandigen Stellen weiter, mit dem Erfolg, dass noch in derselben Nacht alle Kirchenbe- setzer ihre Ausreisepapiere erhielten.[20]

Laut Lagebericht der Volkspolizei eskalierte dann gegen 21:30 Uhr die Lage vor dem Hauptbahn- hof, als etwa 500 Demonstranten die Absperrungen durchbrachen und in das Bahnhofsgebaude eindrangen. „Unter Einsatz aller Krafte" versuchten die Beamten sich der aufgebrachten Menge entgegen zu stellen.[21] Glaubt man den Angaben Hans Modrows, richtete die frustrierte Menge hierbei einen Schaden von ungefahr einer halben Million Mark an, indem sie einen groRen Teil der Einrichtung des Bahnhofgebaudes zerstorte.[22] Wiederholt und ohne Erfolg seien die, laut Bericht des MfS, mittlerweile 15.000 - 20.000 Demonstranten auf dem Vorplatz des Bahnhof aufgefordert worden, das Gelande zu verlassen und am nachsten Tag bei den zustandigen Stel­len in ihren Heimatorten Antrage auf Ausreise zu stellen; diese, so wurde versprochen, sollten dann zugig bearbeitet werden.[23]

Die Gewalt zwischen den Einsatzkraften und aufgebrachten Burgern nahm immer weiter zu - inzwischen waren Verletzte auf beiden Seiten zu beklagen, und ein umgeworfener Einsatzwagen der VP brannte. Diese zunehmende Eskalation veranlasste Modrow schlieRlich dazu, um eine Umleitung der Fluchtlingszuge zu ersuchen, was jedoch in Berlin abgelehnt wurde.[24] AuRerdem erbat er gegen 22:15 Uhr bei Verteidigungsminister Heinz KeRler die Unterstutzung von Kampf- verbanden der NVA, um „die Ordnung aufrecht zu erhalten, Menschenleben zu schutzen, ernste Zerstorungen und damit wahres Verkehrschaos fur viele Tage zu verhindern."[25] Fur den Einsatz in Dresden wurden also je zwei Bataillone der 7. Panzerdivision und der NVA-Offiziershochschule Lobau bereitgestellt, auRerdem sieben Hundertschaften der Kampfgruppen und 100 Absolven- ten der Militarakademie „Friedrich Engels". Dass dieser massive Militareinsatz in so kurzer Zeit gewahrleistet werden konnte, war dem Umstand zu verdanken, dass schon im Sommer des Jah- res 1989 Vorbereitungen getroffen worden waren, 30 Hundertschaften der NVA standig einsatz- bereit zu halten. Diese Sonderkommandos wurden speziell dafur ausgebildet, zum Schutz von zentral wichtigen Objekten oder im direkten Einsatz gegen die demonstrierende Bevolkerung zu agieren. Fahrzeuge, Waffen und Munition standen Tag und Nacht bereit.[26] Wahrend die Armee- hundertschaften und Jungoffiziere mobilisiert wurden, schlugen die Krafte der Bereitschafts- und Transportpolizei unterstutzt von Mitarbeitern des MfS unter Einsatz von Wasserwerfern, Reizgasgranaten und abgerichteten Hunden den Aufstand am Hauptbahnhof nieder. Laut Anga­ben des MfS war um 2:13 Uhr die Lage weitestgehend unter Kontrolle, sodass um 2:30 Uhr der normale Personenverkehr wieder aufgenommen werden konnte. Ohne weitere Vorkommnisse passierten die drei Personenzuge aus Prag den Bezirk Dresden. Auf Seiten der Volkspolizei gab es 60 Verletzte; 152 Demonstranten wurden verhaftet.

Erweckten bereits die Vorgange vom 4. Oktober den Anschein, als ob ein offener Krieg zwischen Staat und Bevolkerung ausbrache, so sollte sich dies am nachsten Tag sogar noch intensivieren. Laut Angaben vieler Betroffenen, wurde den am Vorabend und in der Nacht verhafteten (im Polizeijargon „zugefuhrten") Demonstranten wahrend ihrer Haft eine menschenverachtende Behandlung zuteil. Es wird von offener Gewalt, Schlafentzug, der Anordnung stundenlangen Ste- hens in ungeheizten Raumen und anderen Formen der physischen und seelischen Peinigung be- richtet. Viele der durch die Auseinandersetzungen mit der Polizei teils erheblich verletzten Zu- gefuhrten wurden, ohne einem Haftrichter vorgefuhrt zu werden, ja teils ohne jegliche Angabe offizieller Vorwurfe, tagelang im uber Nacht eingerichteten zentralen Zufuhrungspunkt auf der Kurt-Fischer-Allee oder in der Justizvollzugsanstalt Bautzen II festgehalten.[27] Wahrend so fur viele Demonstranten eine Zeit der Misshandlung und Erniedrigung begann, wurde der Kampf um die StraRe und vor allem um den Dresdner Hauptbahnhof fortgesetzt. Am Morgen bereits hatte der Minister fur Staatssicherheit in einem Kommunique seinen Bezirksleitern den Befehl erteilt, jegliche „Ansammlung feindlich-negativer Krafte" mit alien Mitteln zu verhindern.[28] Wie am Vortag begann sich das Areal um den Bahnhof ab den spaten Nachmittagsstunden mit Men- schen zu fullen. Dabei waren es anfangs vor allem Jugendliche, die bereits am Vortag erklunge- nen Parolen wie „Wir wollen raus!" und „Gorbi, Gorbi!" riefen. Binnen kurzer Zeit gesellten sich jedoch viele Reisende aber auch Berufstatige auf dem Heimweg dazu, sodass sich gegen 20:00 Uhr bereits wieder etwa 10.000 Personen am Bahnhof aufhielten. Ein Kern von militanten De­monstranten war mit Brandflaschen, Pflastersteinen und Fahrradketten bewaffnet, und ver- suchte aus Banken, Stuhlen und anderen „Ausgestaltungselementen" Barrikaden zu errichten. Der Tenor der Sprechchore („Wir wollen eine Leiche sehenl", „l-2-3-Knuppelpolizei!", „Kommu- nistenschweinel")

[...]


[1] RichardSchroder, ZwanzigJahre Herbstrevolution. (Schritte zur Freiheit.) Vortrag in Halle a. d. Saale 2009.

[2] Zwischen dem 1. September und dem 9. Oktober traten laut Sachsischem Hauptstaatsarchiv 2.091 SED-Mitglieder aus ihrer Partei aus. Vgl. Andreas Graff/Walter Bohme, Sturmischer Herbst 1989. Chronik der Ereignisse in Dresden - eingebettet in den gesellschaftlichen Umbruch der DDR; (Zeitraum September bis Dezember 1989) . Dresden 1994, 26.

[3] Frank Richter, Das letzte Jahr war das beste Jahr, in: Jesse, Eckhard/Schubert, Thomas (Hrsg.), Zwischen Konfronta- tion und Konzession. Friedliche Revolution und deutsche Einheit in Sachsen. Berlin 2010, 21-38.

[4] Vgl. Michael Richter, Die friedliche Revolution. Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90. 1. Aufl. Gottingen, 2009, 258.

[5] So der Titel einer 1990 herausgegebenen Quellensammlung, die von zentraler Bedeutung fur die Recherchen im Rahmen der vorliegenden Arbeit gewesen ist. Eckhard Bahr/Sven Bartnik/Elisabeth Groh, Sieben Tage im Oktober. Aufbruch in Dresden. 1. Aufl. Leipzig 1990.

[6] 1973 - 1989 Erster Sekretar der Bezirksleitung der SED im Bezirk Dresden.

[7] So der Titel einer Monografie von Andreas Graff und Walter Bohme. Graff, Bohme (wie Anm.2,1)

[8] Schonam2.Mai 1989 hatten ungarische Grenztruppen damit begonnen, die Befestigungsanlagen ihrer Staatsgrenze zu Osterreich abzubauen; was dazu fuhrte, dass sich in den folgenden Wochen und Monaten die nordostlichen Grenz- gebiete zunehmend mit Ausreisewilligen aus der DDR fullten. Am 10. September gestattete die ungarische Fuhrung den in eigens eingerichteten Lagern befindlichen Fluchtlingen schlielSlich die Ausreise.

[9] Protokoll der Sitzung des SED-Politburos vom 12.9.1989 (SAPMO BArch, ZPA, J IV 2/2/2345).

[10] Vgl. Michael Richter/Erich Sobeslavsky, Die Gruppe der 20. Gesellschaftlicher Aufbruch und politische Opposition in Dresden 1989/90. Koln 1999,13.

[11] Uberschrift einer Verlautbarung des Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienstes (nachfolgend: ADN) im Zentral- organ der SED „Neues Deutschland" am 02.10.1989. (Neues Deutschland, 02.10.1989)

[12] Ein besonders markantes Beispiel fur die manipulative Darstellung der Ereignisse war ein weiterer Artikel, der eben- falls am 02.10.1989 vom ADN auf derselben Seite wie die weiter oben zitierte Verlautbarung veroffentlicht wurde. Daraus: „Zugellos wird von Politikern und Medien der BRD eine StabsmalSig vorbereitete „Heim-ins-Reich"-Psychose gefuhrt, um Menschen in die Irre zu fuhren und auf einen Weg in ein ungewisses Schicksal zu treiben. [...] Die heuch- lerischen Erklarungen Bonner Politiker, ihre unverhohlenen Versuche, sich in innere Angelegenheiten der DDR einzu- mischen, der grolSdeutsche nationalistische Rummel, den sie veranstalten - dies alles lauft nur auf Konfrontation hinaus und schadet einer vernunftigen Zusammenarbeit der beiden deutschen Staaten, was den Interessen der Men­schen, ja den Interessen Europas zuwiderlauft." (Neues Deutschland, 2.10.1989)

[13] Armin Mitter/Stefan Wolle, Ich liebe euch doch alle! Befehle und Lageberichte des MfS Januar-November 1989. 2. Aufl. Berlin 1990,192.

[14] Im Laufe der Nacht versuchten mehrere Dutzend Menschen, entlang der Bahnstrecke zu Ful$ zum Grenzubergang Bad Schandau zu gelangen. Auf der Strecke kam es wiederholt zu Sitzblockaden, die durch Einheiten der Transport- polizei ebenfalls gewaltsam aufgelost wurden.

[15] Vgl. Richter (wie Anm. 4, 259)

[16] Vgl. Richter (wie Anm. 4, 260f)

[17] Vgl. ebd. 239.

[18] Auszug aus dem Lagefilm der Bezirksbehorde der Deutschen Volkspolizei vom 4. Oktober 1989. In: Michael Rich­ter/Erich Sobeslavsky, Entscheidungstage in Sachsen. Berichte von Staatssicherheit und Volkspolizei uber die friedli- che Revolution im Bezirk Dresden; eine Dokumentation. Dresden 1999, 28.

[19] Vgl. Richter, Sobeslavsky (wie Anm. 10, 20)

[20] Vgl. Bahr/Bartnik, Groh (wie Anm. 5, 43-45)

[21] Richter, Sobeslavsky (wie Anm. 18, 27)

[22] Vgl. Hans Modrow, Aufbruch und Ende. Hamburg 1991,14.

[23] Vgl. Auszug aus dem Lagefilm der Bezirksverwaltung des MfS. Telefonate/Leiter der Bezirksverwaltung. In: Richter, Sobeslavsky (wie Anm. 18, 31)

[24] Vgl. ebd., 33.

[25] Vgl. Heinz Kefiler, Zur Sache und zur Person. Erinnerungen. Berlin 1996, 264.

[26] Vgl. Richter, Sobeslavsky (wie Anm. 10, 22)

[27] Vgl. Gedachtnisprotokolle zu den Zufuhrungen vom 3.10. bis 7.10.1989 in: Bahr/Bartnik, Groh (wie Anm. 5, 45-52, 62-74); Weitere Verweise finden sich unter anderem in: Richter, Sobeslavsky (wie Anm. 10, 30-34) und Richter (wie Anm. 4, 286-291)

[28] Aus einem Schreiben Erich Mielkes vom 5. Oktober an die Leiter der Diensteinheiten des MfS: „Die Wirksamkeit aller Vorkehrungen und MaRnahmen zur Sicherung der Veranstaltungen (zum 40. Jahrestag der Grundung der DDR, Anm. d. V.) sind mit dem Ziel des rechtzeitigen Erkennens jeglicher provokatorisch-demonstrativer Handlungen, der Formierung und Ansammlung feindlich-negativer Krafte nochmals grundlich zu uberprufen. Feindlich-negative Akti- vitaten sind mit alien Mitteln zu unterbinden. Es ist zu uberprufen, inwieweit die bereits eingeleiteten MaRnahmen unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung der politisch-operativen Lage tatsachlich ausreichend sind." Mfs, Doku- mentenverwaltung, Nr. 103625 (Fernschreiben) Mielke an Leiter der Diensteinheiten. In: Mitter, Wolle (wie Anm. 13, 199)

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
7 Tage im Oktober 1989. Dresden zwischen Volksaufstand und Dialog
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Neuere und Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar: Die Friedliche Revolution
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
26
Katalognummer
V353968
ISBN (eBook)
9783668543201
ISBN (Buch)
9783668543218
Dateigröße
974 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gruppe der Zwanzig; Friedliche Revolution; Wende; Niedergang der DDR; Wendezeit in Dresden
Arbeit zitieren
Benjamin Priebst (Autor), 2011, 7 Tage im Oktober 1989. Dresden zwischen Volksaufstand und Dialog, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353968

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