Die Projektarbeit beschäftigt sich mit dem Buch als Kulturgut vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Globalisierung. Die Entwicklung der abendländischen Schrift ging aus der Entstehung der Keilschrift durch die Sumerer vor ca. 4000 Jahren hervor und gilt als eine der herausragenden Leistungen der Menschheitsgeschichte. Im Laufe eines langen Entwicklungsprozesses entstand in der Region Sumer, im damaligen Mesopotamien ca. 2000 Jahre später Literatur, das berühmte Gilgamesch-Epos, mit den ersten Fragen nach dem Sinn des Lebens sowie der menschlichen Selbstbestimmtheit. Durch die Römer (ca. 400 v. Chr. bis ca. 500 n.Chr.) wurde die Schrift wesentlich weiter entwickelt. Für nachfolgende Generationen, besonders in der westlichen Welt, ist die Entwicklung der Schrift die Grundlage von Zivilisation und Kultur. Durch die Digitalisierung und damit einhergehend einer vereinfachenden statischen Entwicklung im ökonomischen Bereich, siehe geplante Mega-Freihandelsabkommen, eine Oben- und Unten-Gesellschaft produziert, die kurioserweise gleichzeitig die Anerkennung archaisch gesellschaftskultureller Vorstellungen neben den modernen Zivilisationen des Westens fordert. Vielfalt scheint zur Einfalt zu werden, zwischen Mensch und „Maschine“ herrscht Terror, Gewalt und Armut. Das mögliche Schwinden der menschlichen Kreativität und Selbstbestimmtheit, sowie auch der Verlust von Kultur durch digitale Techniken im Zusammenhang mit der Globalisierung soll aufgezeigt und verdeutlicht werden. Die gesundheitlichen Folgen sind fatal, die Erinnerungsfähigkeit, als Überlebensstrategie der Menschen, scheint verloren zu gehen. Durch den Tunnelblick der Digitalisierung wird nach Auffassung der Autorin die Erde als Scheibe, ähnlich einer Ship-Karte, betrachtet; Elastizität von Kreisläufen, d.h. Rückwirkungen, bleiben unbeachtet. Die Politik wird aufgefordert, im Sinne ihrer Verantwortung und Fürsorgepflicht gegenüber den Bürgern in diesem Lande zu handeln, dazu werden Anregungen unterbreitet. Gefordert wird letztendlich eine Renaissance des ökonomischen und politischen Denkens.
Elke Schallmey, im März 2017
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Big Data – Die Welt als Algorithmus
3 Die Bedeutung und Entwicklung der Schrift und des Buches
3.1 Anfänge der Zivilisation – Die Entwicklung der abendländischen Schrift
3.2 Der Weg zum gedruckten Buch
3.3 Digitale Technologien
3.3.1 E-Book – Elektronisches Buch
3.3.2 Books on Demand - Bücher auf Nachfrage
3.4 Buchpreisbindung
3.5 Der Buchhandel und der Handelsgigant Amazon
4 Die Veränderung der Urheberrechte
4.1 Konfrontation US-Copyright vs. kontinentaleuropäisches Recht
5 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft
5.1 Schaden an Körper und Seele
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Buch als Kulturgut im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung und Globalisierung. Dabei wird insbesondere beleuchtet, welche Risiken die digitale Transformation für das menschliche Gehirn, die kulturelle Identität und bestehende Urheberrechtsstrukturen birgt, während gleichzeitig die Machtkonzentration großer Technologiekonzerne kritisch hinterfragt wird.
- Die historische Bedeutung der Schrift und des Buches als kulturelles Gedächtnis
- Die Auswirkungen der Digitalisierung auf kognitive Leistungen und die Hirngesundheit
- Machtstreben von Online-Plattformen und deren Einfluss auf den Buchhandel
- Urheberrechtliche Spannungsfelder zwischen US-amerikanischem Copyright und europäischem Recht
- Risiken durch internationale Freihandelsabkommen für die kulturelle Vielfalt
Auszug aus dem Buch
3.1 Anfänge der Zivilisation – Die Entwicklung der abendländischen Schrift
Als erste Hochkultur wird das damalige Reich der Sumerer im damaligen Mesopotamien (= zwischen den zwei Flüssen, Euphrat und Tigris auf dem Gebiet des heutigen Irak genannt), das etwa 4500 v.Chr. entstand.
Um den Erfordernissen des täglichen Lebens gerecht zu werden, durch die Entstehung einer differenzierten Gesellschaftsordnung, entwickelten die Sumerer um ca. 4000 v. Chr. die Keilschrift, als Ordnungs- und Buchführungsinstrument.
Es handelte sich zunächst um Bildzeichen (Piktogramme), die einen ganzen Gedanken wiedergaben. Daraus entwickelten sich im Laufe der Zeit Schriftzeichen (Logogramm), die eine Wortbedeutung repräsentieren und auf Tontafeln mit einem Keil eingeritzt wurden. Die Tontäfelchen dienten als Lieferversprechen sowie auch als Zahlungversprechen. Ein Handwerker z.B. konnte nun dieses Täfelchen verwenden, um seinerseits Zahlungen zu leisten.
Etwa 2100-600 v.Chr. bildete sich die Literatur heraus, weltbekannt ist das Gilgamesch-Epos. In diesem Epos bitten die Bürger von Uruk die Götter um Rat gegen den Übermut ihres stolzen Herrschers Gilgamesch, der zu zwei Dritteln Gott und zu einem Drittel Mensch ist. Er ist ein despotischer Herrscher, weswegen das Tiermenschwesen Enkidu (bedeutet so viel wie Mann der guten Erde) von den Göttern gerufen wird, um den Despoten zu besiegen. Vor dem Tempel kommt es zum Kampf, der unentschieden endet. Die Gegner werden Freunde und bestehen gemeinsame Abenteuer. Im weiteren Verlauf der Gilgamesch-Dichtung wird das Tiermenschwesen Enkidu durch den Geschlechtsverkehr mit einer Schamkat (Tempelpriesterin) der Natur entfremdet und zum Kulturmenschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einführung in die Thematik des Buches als Kulturgut und Identifizierung der kritischen Entwicklungen durch Globalisierung und Digitalisierung.
2 Big Data – Die Welt als Algorithmus: Analyse der Datensammlung durch Suchmaschinenbetreiber und die algorithmische Beeinflussung des individuellen Nutzerverhaltens.
3 Die Bedeutung und Entwicklung der Schrift und des Buches: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Keilschrift und die Bedeutung des gedruckten Buches bis hin zu digitalen Technologien wie E-Books und Books on Demand.
4 Die Veränderung der Urheberrechte: Untersuchung der Konflikte zwischen dem deutschen Urheberrecht und dem US-amerikanischen Copyright sowie die Kritik an geplanten Freihandelsabkommen.
5 Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gesellschaft: Erörterung der neurologischen und psychischen Folgen des exzessiven Medienkonsums, insbesondere im Hinblick auf kognitive Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen.
6 Fazit: Zusammenfassende kritische Betrachtung der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie ein Appell zur Bewahrung kultureller Werte und menschlicher Selbstbestimmung.
Schlüsselwörter
Buch, Digitalisierung, Globalisierung, Kulturgut, Urheberrecht, Algorithmus, Big Data, Gehirnforschung, Digitale Demenz, Schriftentwicklung, Kulturlandschaft, Buchpreisbindung, Freihandelsabkommen, Menschsein, Erinnerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel des Buches als kulturelles Gedächtnis und als Ordnungsinstrument unter dem Druck der modernen Digitalisierung und Globalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die technologische Entwicklung vom Keilschrift-Täfelchen bis zum E-Book, die Machtkonzentration durch Konzerne wie Amazon und Google, sowie die soziokulturellen Auswirkungen digitaler Medien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Schwinden menschlicher Kreativität und Selbstbestimmtheit durch digitale Technik zu verdeutlichen und einen bewussteren Umgang mit diesen Technologien einzufordern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturrecherche, Sekundäranalysen wirtschaftlicher und politischer Zusammenhänge sowie Erkenntnisse aus der Hirnforschung und Psychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit historischen Aspekten der Schrift, den Auswirkungen von Big Data auf das Individuum, dem Urheberrechtskonflikt zwischen EU und USA sowie den negativen gesundheitlichen Folgen der Digitalisierung für Körper und Geist.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Buch als Kulturgut, Digitale Demenz, Urheberrecht, Algorithmen und die Gefahr durch monopolistische Handelskonzerne.
Inwiefern beeinflussen US-amerikanische Konzerne den deutschen Buchhandel laut der Autorin?
Die Autorin sieht ein wachsendes Hegemonialstreben, bei dem große Konzerne wie Amazon Verlage zunehmend unter Druck setzen und die kulturelle Vielfalt sowie die Buchpreisbindung gefährden.
Warum warnt die Autorin vor „Digitaler Bildung“ in Schulen?
Auf Basis der Hirnforschung argumentiert die Autorin, dass eine zu frühe und einseitige digitale Konditionierung die kognitive Entwicklung und die soziale Reifung des Kindes negativ beeinträchtigen kann.
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- Elke Schallmey (Author), 2016, Das Buch als kulturelles Gedächtnis. Die Bedeutung des Buches und der Schrift vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354106