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Einfluss von Warentermingeschäften auf Rohstoffpreise am Spotmarkt

Titel: Einfluss von Warentermingeschäften auf Rohstoffpreise am Spotmarkt

Hausarbeit , 2016 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maximilian von Kleestein (Autor:in)

BWL - Investition und Finanzierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die zunehmende Schwankung von Rohstoffpreisen erschwert nicht nur Produzenten und Abnehmern eine wirtschaftliche Planung, sondern wirft auch die Frage auf, inwiefern die Preise tatsächlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden. Ein Großteil des Rohstoffhandels erfolgt über Termingeschäfte, bei welchen zukünftige Konditionen bereits im Vorfeld vertraglich vereinbart werden. Warentermingeschäfte stellen kein Phänomen des Börsenzeitalters dar, sondern dienten bereits in der Vergangenheit sowohl Produzenten wie auch Abnehmern als Instrument zur Absicherung unvorhersehbarer Risiken. In den letzten Jahren hat sich das Spektrum der beteiligten Akteure an den Rohstoffmärkten stark verbreitert. Preisspitzen und starke Preisschwankungen dienten als Auslöser emotionaler Debatten und rückten die Frage nach der Legitimität der Spekulation mit Rohstoffen in den Fokus moralischer und ethischer Grundsatzdiskussionen, woraus sich die Relevanz einer empirischen Betrachtung ergibt.

Diese Arbeit stellt die Thesis auf, wonach die Preisentwicklung an Rohstoffmärkten, insbesondere die der Spotpreise, durch das Investitionsvolumen von Warentermingeschäften beeinflusst wird. Ist der Preis nicht mehr komplett auf fundamentale Faktoren zurückzuführen, deutet dies auf eine Verzerrung des Gleichgewichtspreises hin.

Das Ziel der Arbeit liegt darin, einen Überblick über den bisherigen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu vermitteln. Hierzu werden zunächst deskriptiv die zugrundeliegenden Abläufe an Warenterminmärkten sowie die allgemeine Funktionsweise dargestellt, Motive der handelnden Akteure erläutert und eine Unterscheidung von Termingeschäften und den handelbaren Kontrakten vorgenommen. In Hinführung zur Untersuchung des Einflusses von Warentermingeschäften auf die Preisentwicklung der zugrundeliegenden Basiswerte, erfolgt eine nähere Betrachtung der Rohstoffmärkte, insbesondere in Hinblick auf die zunehmende Finanzialisierung. Anschließend werden die Forschungsergebnisse dreier ausgewählter Studien vorgestellt, kritisch bewertet und verglichen. Die Auswahl der Studien begründet sich durch die untereinander abweichenden Ergebnisse und Interpretationen bezüglich einer kausalen Korrelation zwischen Termin- und Spotpreisen am Rohstoffmarkt. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, welche zur Verhinderung von Marktverzerrungen beitragen sollen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Termingeschäfte

2.1 Entstehung und Entwicklung

2.2 Funktionsweise von Termingeschäften

2.3 Motive für den Einsatz von Termingeschäften

2.4 Unterscheidung von Termingeschäften

2.4.1 Bedingte Termingeschäfte

2.4.2 Unbedingte Termingeschäfte

2.4.2.1 Forwards

2.4.2.2 Futures

2.4.3 Unterscheidung von bedingten und unbedingten Termingeschäften

3 Termingeschäfte mit Rohstoffen

3.1 Unterteilung des Terminmarkts

3.2 Termingeschäfte mit Rohstoffen in der Kritik

3.3 Finanzialisierung der Rohstoffmärkte

4 Finanzialisierung der Rohstoffmärkte in der Wissenschaft

4.1 Vergleich empirischer Untersuchungen

4.1.1 Michael W. Masters: Masters-Studie

4.1.2 Ingo Pies: Chancengerechtigkeit durch Ernährungssicherung

4.1.3 Braun und Tadesse: Global Food Price Volatility and Spikes

4.2 Bewertung der Studien

4.3 Zusammenführung der Erkenntnisse

4.4 Handlungsempfehlungen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die zunehmende Finanzialisierung der Rohstoffmärkte – insbesondere das Investitionsvolumen von Warentermingeschäften – zu einer Verzerrung der Spotpreise und zur Bildung von Preisspitzen führt. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Kenntnisstand anhand ausgewählter Studien kritisch zu bewerten und politische Handlungsempfehlungen abzuleiten.

  • Grundlagen und Funktionsweise von Termingeschäften
  • Kritik an der Spekulation mit Agrarrohstoffen
  • Finanzialisierung der Rohstoffmärkte durch indexorientierte Anlagen
  • Vergleichende Analyse empirischer Studien zu Preisspitzen
  • Diskussion über Markttransparenz und regulatorische Gegenmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Michael W. Masters: Masters-Studie

Eine Korrelation zwischen dem in indexorientierte Fonds investierten Kapital und den Spotpreisen an den Rohstoffmärkten, insbesondere deren Einfluss auf die Bildung von Preisspitzen, wurde erstmals 2008 vom US-Ökonomen Michael W. Masters empirisch untersucht. In der Folge beriefen sich viele weitere Untersuchungen auf diese Studie, weshalb sie in der Literatur allgemein als „Masters-Studie“ bezeichnet wird.

In der Studie wird die Höhe des Anstiegs der Rohstoff- und Energiepreise untersucht und quantifiziert, welche auf die Spekulation institutioneller Investoren zurückzuführen ist. Hierbei erfolgt ein Vergleich der Notierung des S&P GSCI Spot Price Commodity Index (linke Achse), welcher sich aus 25 verschiedenen Rohstoffen unterschiedlicher Gewichtung zusammensetzt, zu dem Investitionsvolumen in diverse Indexfonds (rechte Achse), welche Rohstoffindizes mit identischer oder annähernd identischer Zusammensetzung nachbilden.

Der simultan einhergehende Anstieg von Investitionsvolumen und Spotpreisen, welcher in Abbildung 6 aufgezeigt wird, weist auf eine starke positive Korrelation zwischen den verglichenen Größen hin.

Als problematisch führt Masters die Hypothese an, dass die Nachfrage von Indexspekulanten nach Futures durch Preissteigerungen selbiger getrieben wird, was zu einer Aufwärtsspirale führt, welche sich, bedingt durch den unterstellten kausalen Zusammenhang zu Terminpreisen, in den steigenden Spotpreisen niederschlägt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema der zunehmenden Rohstoffpreisschwankungen und Darstellung der Thesis, dass die Finanzialisierung die Preisbildung beeinflusst.

2 Termingeschäfte: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, Motive für Termingeschäfte (Absicherung, Arbitrage, Spekulation) sowie Unterscheidung verschiedener Kontraktarten.

3 Termingeschäfte mit Rohstoffen: Einordnung der Commodities in den Terminmarkt und Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Kritik an der Spekulation mit Lebensmitteln.

4 Finanzialisierung der Rohstoffmärkte in der Wissenschaft: Kritischer Vergleich dreier Studien (Masters, Pies, Braun/Tadesse) hinsichtlich ihrer Erklärungsansätze für Preisspitzen.

5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die auf eine kausale Korrelation hindeuten, aber kein einheitliches Maß definieren, verbunden mit einem Appell an regulatorische Maßnahmen.

Schlüsselwörter

Termingeschäfte, Rohstoffmärkte, Finanzialisierung, Warentermingeschäfte, Preisspitzen, Spekulation, Spotpreise, Indexfonds, Agrarrohstoffe, Hedging, Arbitrage, Marktverzerrung, Volatilität, Finanzspekulation, Nahrungsmittelpreise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Finanzialisierung der Rohstoffmärkte auf die Preisbildung von Rohstoffen, insbesondere auf das Entstehen von Preisspitzen an Spotmärkten.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Sie behandelt die Funktionsweise von Termingeschäften, die Rolle der Finanzspekulation, die Kritik an Agrarspekulation und analysiert empirische Studien zu diesem Themenkomplex.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den wissenschaftlichen Erkenntnisstand über den Zusammenhang zwischen Investitionsvolumen in Warentermingeschäfte und der Entwicklung von Spotpreisen zusammenzufassen und zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und vergleichende Analyse bestehender empirischer Studien und wissenschaftlicher Literatur zu den Einflussfaktoren auf Rohstoffpreise.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundlagen von Termingeschäften, die finanzspezifischen Aspekte der Rohstoffmärkte und eine detaillierte Gegenüberstellung der Studien von Masters, Pies sowie Braun und Tadesse.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Finanzialisierung, Warentermingeschäfte, Spekulation, Rohstoffindizes und Preisvolatilität.

Wie bewerten die untersuchten Studien die Rolle der Spekulanten?

Die Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Während Masters Spekulation als treibenden Faktor für Preisspitzen sieht, argumentiert Pies eher mit realwirtschaftlichen Fundamentalfaktoren.

Welche politischen Handlungsempfehlungen werden am Ende abgeleitet?

Die Arbeit empfiehlt die Sicherstellung transparenter Fundamentaldaten, eine Meldepflicht für gehaltene Positionen und diskutiert die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zur Marktberuhigung.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Kausalität?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass zwar eine kausale Korrelation wahrscheinlich ist, aber keine vollständige Quantifizierung möglich bleibt, da die Datenlage begrenzt ist und weitere Einflussfaktoren variieren.

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Details

Titel
Einfluss von Warentermingeschäften auf Rohstoffpreise am Spotmarkt
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
1,0
Autor
Maximilian von Kleestein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
27
Katalognummer
V354179
ISBN (eBook)
9783668403017
ISBN (Buch)
9783668403024
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Warentermingeschäfte Spekulation Futures Börse Terminbörse Forwards Kapitalmarkt Nahrungsmittel Ölpreis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian von Kleestein (Autor:in), 2016, Einfluss von Warentermingeschäften auf Rohstoffpreise am Spotmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354179
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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