G7, G8 und G20. Internationale Organisationen und deren Rollenverständnis


Akademische Arbeit, 2014
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Gruppen als Internationale Organisationen?

3 Geschichte des Weltwirtschaftsgipfels
3.1 Von der G7 zur G8
3.2 G20

4 Zusammensetzung und Abgrenzung der einzelnen Gruppen
4.1 G7
4.2 G8
4.3 G20
4.4 Unterschiede zwischen der G7/G8 zur G20
4.5 Die Rolle Chinas in der G20
4.6 Ablösung der G7/G8 durch die G20

5 Arbeitsweise innerhalb der Gruppen
5.1 Konsensprinzip
5.2 Vorbereitung
5.2.1 Rolle der Sherpas
5.2.2 Sous-Sherpas
5.2.3 Zusammenarbeit der Sherpas
5.3 Kontakt zu Nicht-Mitgliedern

6 Widerstand und Kritik
6.1 Widerstand und Kritik innerhalb der Zivilgesellschaft
6.1.1 Bonn 1985
6.1.2 Genua 2001
6.2 Legitimität
6.2.1 Problem der Legitimität
6.2.2 „Lösung“
6.2.3 Legitimität der G7/G8 und G20 im Vergleich

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Weltwirtschaftsgipfel rufen in der Gesellschaft hohe Aufmerksamkeit hervor. Viele verbinden die jährlichen Gipfeltreffen mit den groß angelegten Demonstrationen und Protesten gegen die, wie Gegner kritisieren, elitäre Gruppen.

Die kategorische Einordnung der Gruppen ist aufgrund der informellen Zusam- mensetzung nur schwer eindeutig vorzunehmen. Anhand der Definition des Be- griffs der Internationalen Organisation soll beurteilt werden, inwieweit sich die Gruppen dieser Kategorie zuordnen lassen. Ein geschichtlicher Überblick soll verdeutlichen, wie es zur Gründung der Gruppen kam und wie sich diese vo- neinander abgrenzen. Des Weiteren soll eine Zukunftsprognose für die G20 gewagt und die Frage erörtert werden, inwieweit die G7/G8 auf lange Sicht ab- gelöst werden.

Die exklusive Zusammensetzung bedeutender Industrienationen, speziell in- nerhalb der G7/G8, kämpft seit etwa Mitte der Achtziger Jahre um Anerkennung innerhalb der Zivilgesellschaft. Der kleine Kreis, welcher bei den jährlichen Tref- fen über globale Wirtschafts- und Finanzthemen berät, tut sich beim Erlangen globaler Legitimation schwerer als die G20, welche sich an einen deutlich grö- ßeren Adressatenkreis richtet. Während den Gipfeltreffen große mediale Be- achtung zukommt, bleibt die Organisation, Koordination und Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure meist im Verborgenen. Ziel dieser Seminararbeit ist es, diesen komplexen Prozess zu beleuchten und die Arbeit der Beteiligten auf- zuzeigen.

Die Gruppen werden in der Gesellschaft oft kritische betrachtet. Die jährlichen Treffen werden mittlerweile schon traditionell von Demonstrationen und Protesten begleitet. Viele Gegner führen als Hauptargument die fehlende Legitimität an. Die Seminararbeit setzt sich mit dieser Kritik auseinander und bietet einen Lösungsvorschlag zur Optimierung an.

2 Die Gruppen als Internationale Organisationen?

Rittberger und Zangl definieren Internationale Organisationen als ,,[...]sowohl problemfeldbezogene als auch problemübergreifende zwischenstaatliche Insti- tutionen, die gegenüber ihrer Umwelt aufgrund ihrer organschaftlichen Struktur als Akteure auftreten können und die intern durch auf zwischenstaatlich verein- barten Normen und Regeln basierende Verhaltensmuster charakterisiert sind, welche Verhaltenserwartungen einander angleichen."(Rittberger u.a. 2003:25). Die G7/G8/G20 verfügen jedoch weder über eine organschaftliche Struktur, noch kann sie als Institution angesehen werden. Es gibt keinen Verwaltungsap- parat, Geschäftsstelle oder feste Mitarbeiter. In Bezug auf die Definition von Rittberger und Zangl handelt es sich daher nicht um eine Internationale Organi- sation, wobei in der Vergangenheit auch kein Anspruch darauf erhoben wurde. Schon beim Zusammenschluss der führenden Industrienationen 1975 war es den Initiatoren wichtig, ein informelles Forum zu schaffen. Den Ländern sollte eine Plattform des vertraulichen Meinungsaustauschs geboten werden (Thomas Jäger 2011:45f).

Bei der Einordnung der G7 beschreibt Zürn diese als „[...] ein internationales Netzwerk, bei dem zwar regelmäßig Treffen sowie Verfahrensregeln bestehen und ein regularisierter Informations- und Meinungsaustausch vorgesehen ist, das aber nur in Ausnahmefällen zu substantiellen Verhaltensvorschriften ge-langt.“ (Zürn 1998:174).

Hierbei bezieht sich die Einordnung zwar nur auf die G7, kann jedoch sowohl auf die G8, als auch auf die G20 bezogen werden.

3 Geschichte des Weltwirtschaftsgipfels

Die Entstehung der Gruppe der 7 / 8 / 20 geht bis in das Jahr 1975 zurück. Der damalige französische Präsident Valérie Giscard d´Estaing und der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt riefen gemeinsam zum ersten Weltwirtschafts- gipfel auf. Neben Deutschland und Frankreich nahmen an dem ersten Treffen auf dem Schloss Rambouillet, nahe Paris, die Länder Italien, Großbritannien, Japan und die USA teil.

Auslöser waren neben der Ölkrise auch die Aufhebung der fixen Wechselkurse, mit dem Dollar, als Leitwährung durch Zerfall des Bretton-Woods Systems. Auch in den kommenden Treffen dominierten diese Themen. Die sogenannten Kamingespräche dienten als Meinungsaustausch sowie der Erörterungen von Maßnahmen zur Behebung der Missstände. Ab 1976 wurde auch Kanada in die Treffen miteinbezogen. Die 7 beteiligten Staaten trafen sich von nun an jährlich zum sogenannten Weltwirtschaftsgipfel, woraus die Gruppe der Sieben (G7) hervorging. Während zunächst hauptsächlich über Wirtschafts-, Finanz- und Währungsfragen diskutiert wurde, rückten verstärkt außenpolitische Themen in den Mittelpunkt der Gespräche. Grund für die Aufnahme zusätzlicher Themen- bereiche war unter anderem die Beteiligung der Europäischen Gemeinschaft ab 1981. Diese ist seitdem Teilnehmer mit Beobachterstatus, kann jedoch nicht den Vorsitz übernehmen (o.V. Presse- und Informationsamt der Bundesregie- rung (Hrsg.) 2014b).

3.1 Von der G7 zur G8

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Russland schrittweise integriert. Be- reits 1992 wurde der damalige russische Präsident Boris Jelzin zum G7 Gipfel in München eingeladen. Ziel war es, die Demokratisierung in Russland voran- zutreiben. 1994 wurde Russland erstmals in außenpolitische Fragestellungen miteinbezogen. Beim Gipfel 1997 in Denver war der damalige russische Staats- chef Jelzin als vollwertiger Teilnehmer beteiligt. Dennoch wurden wirtschafts- und finanzpolitische Themen in der G7 Runde diskutiert. Vor dem Hintergrund, dass Russland wirtschaftlich weit hinter den restlichen Gipfelteilnehmern ein- zuordnen war, erhob die russische Regierung keinen Anspruch, in die Diskussionen involviert zu werden (Gerhard Wettig 1997:338). Die Aufnahme Russlands als Vollmitglied erfolgte 1998, woraus offiziell die G8 hervorging (o.V. Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (Hrsg.) 2005:18).

3.2 G20

Als Folge der Finanzkrise Ende der 90er Jahre in Asien, wurde 1999 die Grup- pe der 20 (G20) ins Leben gerufen. Diese besteht aus den G8 Staaten, ergänzt durch die Länder Argentinien, Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Saudi- Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und der Europäischen Union (Wildmann 2007:17). Die regelmäßige Teilnahme der EU, vertreten durch ihren jeweiligen jeweiligen President, ergibt sich aus deren „[.. ]Rolle als einem der machtigsten Wirtschaftsräume der Welt>«@³ (o.V. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hrsg.) 2009) und der Entwicklung von Lösungsansätzen in Hinblick auf internationale sicherheitspolitische Fragen. Die EU selbst kann die Präsidentschaft der G20 nicht übernehmen.

4 Zusammensetzung und Abgrenzung der einzelnen Gruppen

4.1 G7

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, die G7 sei durch die Aufnahme Russ- lands und der Gründung der G8 abgelöst worden, existiert diese weiterhin. In der Runde werden insbesondere Fragen der Finanz- und Wirtschaftswelt sowie Währungspolitische Themen diskutiert. Der Gruppe der Sieben wird bei den jährlichen G8-Gipfeltreffen die Möglichkeit eingeräumt, in verkleinerter Runde über relevante Themen zu debattieren. Teilnehmer sind hierbei die Staats- und Regierungschefs, Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der beteiligten Länder (o.V. Deutsche Bundesbank (Hrsg.) 2012:224). Die Tatsache, dass die G7 weiterhin existiert, obwohl aus ihr die G8 mit Russland als Neumitglied her- vorging, kann als Indiz gesehen werden, dass Russlands Mitgliedschaft mit ei- ner gewissen Skepsis gesehen wird. Weiterhin werden Finanzpolitische The- men erörtert, bei deren Entscheidungen Russland außen vor bleibt.

4.2 G8

Wie bereits beschrieben, ging die G8 durch Aufnahme Russlands 1998 aus der G7 hervor. Zusammen erwirtschaften die Mitglieder der G8 etwa 63% des weltweiten Bruttoinlandprodukts (BIP), 50% des weltweiten Handels fallen auf die G8 Staaten. Allerdings repräsentieren die Länder lediglich 13% der Weltbevölkerung (Gstöhl 2003:332).

Zu Beginn fanden die Treffen der Staats- und Regierungschefs im Beisein ihrer Finanzminister und Außenminister statt. Jedoch verflog GHU ÄGeist von Ram- bouilOHW³ ( Norbert Walter 2007:92f) und die Atmosphäre der Kamingespräche, welche durch die informelle Zusammensetzung bewusst herbeigeführt wurde, da sie sich unter der zunehmenden Teilnehmerzahl nicht mehr entfalten konnte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
G7, G8 und G20. Internationale Organisationen und deren Rollenverständnis
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Nürtingen
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V354190
ISBN (eBook)
9783668402713
ISBN (Buch)
9783668402720
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationale Organisationen, G7, G8, G20, NGO, Internationale Politik
Arbeit zitieren
Maximilian von Kleestein (Autor), 2014, G7, G8 und G20. Internationale Organisationen und deren Rollenverständnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354190

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