In dieser Arbeit soll das Gleichnis vom verlorenen Schaf näher betrachtet und analysiert werden. Hierbei vergleiche ich zunächst die beiden Fassungen des Lukas-Evangeliums und des Matthäus-Evangeliums. Dazu verwende ich die jeweiligen Fassungen der „Neuen Jerusalemer Bibel“ und Kommentare zu den Evangelien.
Genauer möchte ich auf die Elementarisierung als didaktische Grundkategorie eingehen und diese auf das Gleichnis vom verlorenen Schaf anwenden, um einen Unterrichtsentwurf für die Grundschule zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf nach Lk 15, 1-7
2.1 Auslegung der redaktionellen Einleitung (V. 1+2)
2.2 Auslegung des Gleichnisses vom verlorenen Schaf (V.3-7)
3. Synoptischer Vergleich von Lk 15, 1-7 und Mt 18, 10-14
4. Elementarisierung
4.1 Elementare Struktur
4.2 Elementare Erfahrung
4.3 Elementare Zugänge
4.4 Elementare Wahrheit
5. Unterrichtsentwurf für Jahrgang 3 und 4
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das biblische Gleichnis vom verlorenen Schaf (Lk 15,1-7) theologisch zu analysieren, mit der matthäischen Fassung zu vergleichen und auf Basis des Konzepts der Elementarisierung für den Religionsunterricht in der Grundschule didaktisch aufzubereiten.
- Theologische Auslegung der lukanischen Fassung des Gleichnisses
- Synoptischer Vergleich mit der Version des Matthäus-Evangeliums
- Anwendung des didaktischen Konzepts der Elementarisierung
- Entwicklung eines praxisorientierten Unterrichtsentwurfs für die Jahrgangsstufen 3 und 4
- Förderung metaphorischen Verstehens bei Grundschulkindern
Auszug aus dem Buch
2. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf nach Lk 15, 1-7
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf (Lk 15, 1-7) ist das erste von drei Gleichnissen von der Rückkehr, die auch als die lukanische Apologie bezeichnet werden. Sie werden in Vers 1-2 redaktionell eingeleitet und die Adressaten werden deutlich. Bezieht man das Gleichnis auf die Einleitung, so entsteht der Charakter einer Apologie, gegenüber den Anschuldigungen der Pharisäer und Schriftgelehrten. „Es geht um Jesu Gemeinschaft mit allen Zöllnern und Sündern, an der die Pharisäer Anstoß nehmen. Weil Jesus demonstrativ Sünder und Diskriminierte „aufnimmt und mit ihnen ißt“ (vgl. 5, 29-32; 7,34) empören sich die religiösen Führer der Juden. Mit den Gleichnissen verteidigt Jesus sein Verhalten“1. In Mt 18,12 f. ist das Gleichnis vom verlorenen Schaf ebenfalls zu finden, was darauf hindeutet, dass es aus der Spruchquelle Q stammt. Die anderen Gleichnisse der Rückkehr „sind Sondergut des Lukas bzw. redaktionelle Bildungen. Der in allen drei Gleichnissen gleiche Skopos zeigt, wie wichtig Lukas die damit angezielte Sache war“2.
Das Gleichnis lässt sich zunächst in zwei Abschnitte einteilen:
a) Redaktionelle Einleitung (V. 1+2)
b) Das Gleichnis vom verlorenen Schaf (V. 3-7)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Vorhaben, das Gleichnis exegetisch zu untersuchen und didaktisch für die Grundschule nutzbar zu machen.
2. Das Gleichnis vom verlorenen Schaf nach Lk 15, 1-7: Dieses Kapitel erläutert den exegetischen Hintergrund des lukanischen Textes und die Bedeutung der Gemeinschaft Jesu mit Sündern.
3. Synoptischer Vergleich von Lk 15, 1-7 und Mt 18, 10-14: Ein Vergleich der Fassungen zeigt die unterschiedlichen Schwerpunkte: Freude über die Bekehrung bei Lukas versus Vorbild für die Vergebung in der Gemeinde bei Matthäus.
4. Elementarisierung: Hier wird das religionspädagogische Konzept der Elementarisierung mit seinen Dimensionen (Struktur, Erfahrung, Zugänge, Wahrheit) auf das Gleichnis angewendet.
5. Unterrichtsentwurf für Jahrgang 3 und 4: Das abschließende Kapitel präsentiert einen konkreten Stundenverlauf, der die theologischen Erkenntnisse in pädagogische Lernschritte für Grundschüler übersetzt.
Schlüsselwörter
Gleichnis vom verlorenen Schaf, Lukas-Evangelium, Matthäus-Evangelium, Elementarisierung, Religionsdidaktik, Grundschule, Guter Hirte, Sünder, Umkehr, Freude im Himmel, Biblische Exegese, Tischgemeinschaft, Metaphorisches Verstehen, Unterrichtsentwurf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Analyse und der didaktischen Vermittlung des Gleichnisses vom verlorenen Schaf für den Religionsunterricht in der Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Auslegung der lukanischen Fassung, dem Vergleich mit Matthäus, dem didaktischen Prinzip der Elementarisierung und der praktischen Unterrichtsplanung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, eine Brücke zwischen der theologischen Exegese des Textes und den Verstehensmöglichkeiten von Kindern im Grundschulalter zu schlagen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die historisch-kritische Methode für die Textanalyse sowie die geisteswissenschaftliche Didaktik, insbesondere das Schema der Elementarisierung nach Nipkow.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auslegung des Textes, einen synoptischen Vergleich, die theoretische Grundlegung der Elementarisierung und einen ausgearbeiteten Unterrichtsentwurf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gleichnis, Elementarisierung, Religionsdidaktik, Umkehr, Freude, Guter Hirte und Grundschule.
Inwiefern unterscheiden sich die Darstellungen bei Lukas und Matthäus?
Lukas fokussiert auf die Freude über die Bekehrung des einzelnen Sünders, während Matthäus das Gleichnis als Aufforderung zur gegenseitigen Vergebung innerhalb der Gemeinde deutet.
Warum ist das Elementarisierungskonzept für diese Arbeit wichtig?
Es dient dazu, den komplexen biblischen Stoff auf die kindliche Erfahrungswelt abzustimmen, um ein tieferes, metaphorisches Verständnis zu ermöglichen.
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- Jasmin Hennig (Author), 2016, Das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Didaktisch-methodische Zugänge für die Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354222