Wenn wir heute von einem „Wunder“ sprechen, dann ist damit etwas gemeint, was wir Menschen nicht rational mit all unserem Wissen über die Abläufe auf der Welt erklären können und was uns deshalb Probleme bereitet. Auch in der Bibel kommen Wundergeschichten vor, die uns Menschen beim Lesen Schwierigkeiten bereiten können. Eine entscheidende Frage i st, ob das Erzählte wirklich wahr ist oder wie wir es verstehen können. Wunder treten nicht erst im Neuen Testament auf. Schon „das Alte Testament ist voll solcher Ereignisse, die über die Grenzen des Natürlichen hinausgehen und Gottes Macht bezeugen“ (He nnig 1998, S. 936). Im AT ist Gott ist derjenige, der Wunder vollbringt. Die Errettung aus der Sklaverei Ägyptens wird z.B. als Wunder erkannt, als Eingreifen Gottes und als Zeichen der uneingeschränkten Herrschaft Gottes über alle Mächte und Gewalten.
Wenn im Neuen Testament von Jesus und zum Teil auch von seinen Jüngern Wundergeschichten überliefert werden, so bedeutet das, dass die Autoren des NT von einer besonderen Vollmacht ausgehen, die Jesus und den Jüngern von Gott selbst geschenkt worden ist, die „Wundertaten sind Ausdruck seiner Sendung und seines Auftrages“ (Hennig 1998, S. 938).
Im Folgenden werde ich zunächst verschiedene Definitionen des Begriffs „Wunder“ gegenüberstellen, ehe ich mögliche Schwierigkeiten im Umgang mit Wundergeschichten thematisiere und auf den Sinn und die Möglichkeiten des Verstehens dieser Geschichten in der heutigen Zeit eingehe. Anschließend folgt ein kurzer Überblick über den typischen Aufbau von Wundergeschichten und eine mögliche Einteilung, bevor ab Kapitel 5 der Hauptteil meiner Seminararbeit beginnt, in dem ich mich mit den didaktischen Problemen und der Frage, ob Wundergeschichten für den Religionsunterricht der Grundschule schon angemessen sind, beschäftigen werde.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Was sind Wunder?
- DER NEUTESTAMENTLICHE WUNDERBEGRIFF
- Schwierigkeiten im Umgang mit Wundergeschichten
- DER SINN VON WUNDERGESCHICHTEN
- WIE KÖNNEN WUNDERGESCHICHTEN VERSTANDEN WERDEN?
- Aufbau von Wundergeschichten
- EINTEILUNG DER WUNDER
- Wundergeschichten - ein Thema für die Grundschule?
- WARUM WUNDERGESCHICHTEN DES NEUEN TESTAMENTS?
- ENTWICKLUNGSSTUFEN VON SCHÜLERN
- EIGNEN SICH WUNDERGESCHICHTEN FÜR DEN RU IN DER GRUNDSCHULE?
- LERNZIELE
- DIDAKTISCHE PROBLEME
- DIDAKTISCHE MÖGLICHKEITEN IM UMGANG MIT WUNDERGESCHICHTEN
- Schlussbetrachtung/Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit der Frage, ob neutestamentliche Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule angemessen sind. Dabei wird untersucht, wie diese Geschichten in der heutigen Zeit verstanden werden können und welche didaktischen Probleme und Möglichkeiten sich im Umgang mit ihnen ergeben.
- Definition und historischer Kontext des Wunderbegriffs
- Schwierigkeiten im Umgang mit Wundergeschichten in der heutigen Zeit
- Der Sinn und die Bedeutung von Wundergeschichten
- Didaktische Herausforderungen im Umgang mit Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule
- Mögliche didaktische Ansätze zur Vermittlung von Wundergeschichten in der Grundschule
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Relevanz der Frage nach der Bedeutung von Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule heraus. Sie befasst sich mit dem Verständnis von Wunder im heutigen Kontext und führt ein in die Themenschwerpunkte der Arbeit.
- Was sind Wunder?: Das Kapitel definiert den Begriff "Wunder" und stellt verschiedene Perspektiven auf das Phänomen dar. Es geht auf den historischen Kontext des Wunderbegriffs in der Antike und im Neuen Testament ein.
- Schwierigkeiten im Umgang mit Wundergeschichten: Dieses Kapitel beleuchtet die Herausforderungen, die sich beim Verständnis von Wundergeschichten in der heutigen Zeit ergeben. Es beschäftigt sich mit dem Problem des historischen Abstands und der Schwierigkeit, die Inhalte der Geschichten in das heutige Weltbild einzupassen.
- Aufbau von Wundergeschichten: Das Kapitel gibt einen kurzen Überblick über den typischen Aufbau von neutestamentlichen Wundergeschichten und stellt eine mögliche Einteilung vor.
- Wundergeschichten - ein Thema für die Grundschule?: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit und setzt sich mit der Frage auseinander, ob und wie Wundergeschichten im Religionsunterricht der Grundschule behandelt werden können. Es beleuchtet die Entwicklungsstufe von Grundschülern, mögliche Lernziele und didaktische Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der neutestamentlichen Wundergeschichten und ihren didaktischen Möglichkeiten im Religionsunterricht der Grundschule. Dabei stehen Themen wie das Verständnis von Wunder im historischen und heutigen Kontext, die Schwierigkeiten im Umgang mit diesen Geschichten, die Bedeutung von Wunder für den Glauben und die didaktischen Implikationen im Vordergrund.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Definition eines Wunders im neutestamentlichen Kontext?
Im Neuen Testament werden Wunder als Taten Jesu oder seiner Jünger verstanden, die als Ausdruck einer göttlichen Vollmacht und Sendung dienen. Sie bezeugen Gottes Macht und das Anbrechen seiner Herrschaft.
Eignen sich Wundergeschichten für den Religionsunterricht in der Grundschule?
Ja, sie sind ein zentrales Thema, müssen aber didaktisch an die Entwicklungsstufen der Schüler angepasst werden. Es geht weniger um die historische Beweisbarkeit als um die Vermittlung der religiösen Botschaft und Hoffnung.
Welche Schwierigkeiten gibt es heute im Umgang mit Wundergeschichten?
Das moderne, naturwissenschaftlich geprägte Weltbild erschwert den Zugang zu Erzählungen, die Naturgesetze scheinbar außer Kraft setzen. Die Herausforderung besteht darin, den Sinn hinter dem historischen Bericht zu verstehen.
Wie sind neutestamentliche Wundergeschichten typischerweise aufgebaut?
Oft folgen sie einem festen Schema: Schilderung der Notlage, Begegnung mit dem Wundertäter, die Wunderhandlung selbst und schließlich die Demonstration des Erfolgs sowie die Reaktion der Umstehenden.
Welche didaktischen Möglichkeiten bieten Wundergeschichten?
Sie ermöglichen es Kindern, über existenzielle Fragen wie Krankheit, Not und Hoffnung nachzudenken. Durch kreative Methoden können Schüler einen persönlichen Bezug zu den Themen Vertrauen und Hilfe entwickeln.
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- Jessica Schulze (Author), 2004, Die neutestamentlichen Wundergeschichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35424