Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Problem gewalttätiger SchülerInnen auseinander. Es soll darum gehen, inwieweit Schule bei der Prävention von Gewaltverhalten präventiv wirken kann. Um Gewalt vorbeugen zu können, muss man eine Vorstellung davon haben, wodurch Gewalt entsteht bzw. wie sie ausgelöst wird. Hierzu gibt es verschiedene Ansätze, von denen ich im Folgenden zwei vorstellen werde.
Klaus Hurrelmann auf der einen Seite sieht gewalttätiges Verhalten als fehlende soziale Kompetenz, die er im weitesten Sinne auf die Veränderte Kindheit zurückführt. Die Projektgruppe „Schulen ohne Gewalt“ auf der anderen Seite sieht Gewalt begründet in einem fehlenden oder falschen Selbstbewusstsein. Beide Ansätze entwickeln Leitideen für eine positive Einwirkung der Schulen auf ihre SchülerInnen.
Im Folgenden sollen jeweils die Ansätze über die Entstehung von Gewalt ebenso wie die daraus gewonnen Konsequenzen für die Schule dargestellt werden.
Ob und inwieweit sich diese Ansätze überschneiden oder ob sie womöglich gegensätzlich sind, wird sich am Ende dieser Arbeit zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Klaus Hurrelmann: Gewalt ist ein Symptom für fehlende soziale Kompetenz
2.1. Die Ursachen von Gewaltverhalten
2.2. Möglichkeiten der Schule zur Gewaltprävention
3. Das Projekt „Schulen ohne Gewalt“
3.1. Entstehung des Projektes „Schulen ohne Gewalt“
3.2. Die Ursachen von Gewaltverhalten – das systemische Grundmodell
3.3. Die Bedeutung des Selbstbewusstseins
3.4. Die Bedeutung der Kooperation
3.5. Die Entwicklung der Kooperation
3.6. Die Durchführung des Projektes
4. Einige Projektbausteine
5. Ergebnisse des Projektes
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, welche präventiven Möglichkeiten die Institution Schule besitzt, um gewalttätigem Verhalten von Schülerinnen und Schülern entgegenzuwirken, indem sie zwei unterschiedliche theoretische Ansätze vergleicht und in der Praxis evaluiert.
- Analyse der Ursachen von Gewalt an Schulen (Hurrelmann vs. systemisches Modell)
- Die zentrale Rolle des Selbstwertgefühls bei der Entstehung von Gewalt
- Bedeutung der Kooperation zwischen Schule, Elternhaus und weiteren Institutionen
- Praktische Implementierung von Gewaltpräventionsprojekten
- Evaluation von Schulbausteinen zur Steigerung der sozialen Kompetenz
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Ursachen von Gewaltverhalten – das systemische Grundmodell
Die Projektgruppe „Schulen ohne Gewalt“ geht von einem systemischen Grundmodell aus, d.h. es wird davon ausgegangen, dass das System an sich Ursache von gewalttätigem Verhalten ist, also Aggression und Gewalt in einem Bezugssystem begründet liegen.
Um eine Strategie zur Gewaltprävention zu entwickeln, wurden die Biographien von mehreren jugendlichen Straftätern analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass eine solche „kriminelle Karriere“ oft schon in der Kindheit beginnt, da es häufig familiäre Belastungen gab. Zu einem späteren Zeitpunkt hatten zwar fast alle Eltern externe Hilfe gesucht, meist hatte es jedoch keine effektive Hilfe gegeben, weil die Institutionen nicht zusammengearbeitet hatten.
Da es auch in der einschlägigen Literatur ähnliche Befunde gab, erwuchs aus diesen Erkenntnissen der Ansatz der „optimalen Anschubpunkte für eine positive Entwicklung“. Demnach sollen positive Bestätigungsfelder aufgebaut werden, bevor der Abbau negativen Verhaltens in Angriff genommen wird.
Diesem systemischen Modell liegt die Annahme zugrunde, dass das Selbstwertgefühl einen sehr starken Einfluss auf gewalttätiges Verhalten habe. Auch dies wurde aus der Analyse von Lebensläufen von Gewalttätern entwickelt. Dabei zeigte sich, dass Gewaltverhalten eine prozesshafte Entwicklung ist. Die Gewaltspirale zieht sich oft schon durch die Kindheit dieser Personen und hat sich häufig aus kleinen Defiziten entwickelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Problemstellung gewalttätigen Schülerverhaltens und stellt die zwei zentralen Vergleichsansätze der Arbeit vor.
2. Klaus Hurrelmann: Gewalt ist ein Symptom für fehlende soziale Kompetenz: Dieses Kapitel erläutert Hurrelmanns Sichtweise, dass Gewalt als Ausdruck einer durch moderne Lebensbedingungen erschwerten Sozialisation zu verstehen ist.
3. Das Projekt „Schulen ohne Gewalt“: Hier wird ein systemischer Präventionsansatz beschrieben, der auf der Analyse von Gewaltbiografien basiert und die Bedeutung von Selbstwertgefühl und Kooperation hervorhebt.
4. Einige Projektbausteine: Es werden beispielhafte Maßnahmen vorgestellt, die von der Vernetzung der Institutionen bis hin zur konkreten Förderung der Schüleridentifikation mit der Schule reichen.
5. Ergebnisse des Projektes: Das Kapitel evaluiert die Auswirkungen des Projekts und stellt eine Verbesserung des Schulklimas sowie eine Zunahme der Zufriedenheit bei den Schülern fest.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass trotz theoretischer Unterschiede beide Ansätze in ihren praktischen Forderungen an die Schule weitgehend übereinstimmen.
Schlüsselwörter
Gewaltprävention, Schule, Soziale Kompetenz, Selbstwertgefühl, Systemisches Grundmodell, Schüler, Kooperation, Gewaltverhalten, Schulklima, Leistungsdruck, Bildungssoziologie, Sozialisation, Präventionsprojekte, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Strategien, die Schulen nutzen können, um Gewalt unter Schülern wirksam vorzubeugen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Ursachen von Gewalt aus psychologischer und systemischer Sicht, der Einfluss des Selbstwertgefühls sowie die Bedeutung kooperativer Netzwerke im schulischen Umfeld.
Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, zwei verschiedene theoretische Ansätze zur Gewaltentstehung zu analysieren und deren praktische Umsetzung in schulischen Präventionsprogrammen zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallbeispielen und Evaluationsdaten des Projekts „Schulen ohne Gewalt“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Erklärungsansatzes von Klaus Hurrelmann sowie die detaillierte Beschreibung des systemischen Modells der Projektgruppe „Schulen ohne Gewalt“ inklusive deren Umsetzung und Projektergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Gewaltprävention, systemisches Grundmodell, Selbstwertförderung und interinstitutionelle Kooperation.
Warum spielt die Kooperation mit Eltern eine so wichtige Rolle?
Die Einbindung der Eltern ist essenziell, da sie neue Impulse und Ressourcen einbringen können und eine ganzheitliche Unterstützung des Schülers nur durch die Vernetzung der verschiedenen Lebenswelten möglich ist.
Was besagt das Konzept der „optimalen Anschubpunkte“?
Dieses Konzept empfiehlt, gezielt positive Bestätigungsfelder für Schüler aufzubauen und zu fördern, um deren Selbstwertgefühl zu stärken, bevor man versucht, negative Verhaltensweisen abzubauen.
- Quote paper
- Jana Becker (Author), 2004, Gewaltprävention - welche Möglichkeiten gibt es für die Institution Schule?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35429