In den letzten Jahren haben Medien für Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene eine immer größer werdende Alltagsrelevanz bekommen. Dementsprechend hat auch die Bedeutung der Medien sowie deren Verwendung in der Schule stark zugenommen.
Die folgende Arbeit befasst sich im ersten Teil mit dem Medienbegriff im Allgemeinen, um zu klären, was in unserer heutigen Gesellschaft unter dem Begriff 'Medien' verstanden wird und wie sich dieser im Laufe der Zeit entwickelte. Für diese Klärung werden unterschiedliche Definitionen von verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen herangezogen. Anschließend wird der Medienbegriff aus der Sicht der Pädagogik betrachtet, um schließlich die geschichtsdidaktische Perspektive zu beleuchten und die Frage zu klären, was ein Medium in Bezug auf den Geschichtsunterricht ist.
In einem letzten Schritt gehe ich auf das Lernen mit und an Medien ein und zeige die Forderungen nach Pandel auf, die Medien mit sich bringen sollen. Doch bevor ich im Hauptteil auf die oben aufgeführten Aspekte komme, möchte ich auf das allgemeine Begriffsverständnis von Medien in unserer heutigen Gesellschaft eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff 'Medium/Medien'
3. Medienbegriff in der Pädagogik
4. Medien im Geschichtsunterricht
5. Lernen mit und an Medien
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen und vielschichtigen Medienbegriff im Kontext der Geschichtsdidaktik. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie verschiedene Medientypen im Geschichtsunterricht eingesetzt werden können, um historisches Lernen effektiv zu fördern und kritische Reflexionskompetenz bei Schülerinnen und Schülern zu stärken.
- Differenzierung zwischen Quellen, Darstellungen und Fiktionen
- Bedeutung der Authentizität und Kritikfähigkeit im Umgang mit historischen Medien
- Funktion von Medien zur Veranschaulichung und Vergegenwärtigung von Geschichte
- Umsetzung der sechs geschichtsdidaktischen Forderungen für das Lernen mit Medien
- Multiperspektivität und Identitätsbildung im Geschichtsunterricht
Auszug aus dem Buch
4. Medien im Geschichtsunterricht
Nachdem geklärt wurde, was unter Medium bzw. Medien im allgemeinen Sinne zu verstehen ist und wie die allgemeine Pädagogik Unterrichtsmedien in der eigenen Disziplin definiert, folgt in diesem Kapitel die spezielle Betrachtung von Medien im Geschichtsunterricht. Da nur wenige Ansätze vorliegen, die das Medienproblem für historisches Lernen thematisierten, kann nicht von einer Mediendiskussion gesprochen werden. Trotzdem finden sich vereinzelte Definitionsversuche für den Medienbegriff im Geschichtsunterricht.
Hermann Ammon und Wolfgang Protzner griffen die Einteilung aus der Mediendidaktik in Soft- und Hardware auf und versuchten von dieser Grundlage ausgehend den geschichtsdidaktischen Medienbegriff zu definieren. Dies schlug allerdings fehl, da sich wie Hans-Jürgen Pandel schreibt, „kein Verweis auf die geschichtsdidaktische Qualität der Medien und der Klassifikationskriterien“ findet. Seine These hierzu ist also, dass solch ein Klassifikationsversuch nicht zielführend ist und die geschichtsdidaktische Qualitätsthematisierung komplett fehlt, jedoch offensichtlich angebracht sei. Es ist nicht ersichtlich, dass von einer geschichtsdidaktischen Medienklassifikation gesprochen wird. Die Formulierung ist zu allgemein und passt praktisch auf jedes Schulfach.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Medien im Unterricht ein und verdeutlicht anhand eines Zitats von Pandel die Notwendigkeit, zwischen Quellen und Medien zu unterscheiden.
2. Der Begriff 'Medium/Medien': Dieses Kapitel beleuchtet die etymologische Herkunft und die vielfältigen Definitionen des Medienbegriffs in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und dem allgemeinen Sprachgebrauch.
3. Medienbegriff in der Pädagogik: Es wird untersucht, wie Unterrichtsmedien in der Pädagogik kategorisiert werden und warum technische oder rein funktionsbasierte Ansätze für den Unterricht als unzureichend kritisiert werden.
4. Medien im Geschichtsunterricht: Dieser Abschnitt analysiert spezifische Definitionsversuche für den geschichtsdidaktischen Medienbegriff und stellt Pandels Unterscheidung zwischen Quellen, Darstellungen und Fiktionen in den Fokus.
5. Lernen mit und an Medien: Hier werden sechs zentrale Forderungen für das historische Lernen mit Medien dargelegt, die auf den Dimensionen des Geschichtsbewusstseins basieren.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass es kein ideales Medium gibt, sondern dass eine Vielfalt an Medien zur Förderung historischer Erkenntnis und mündiger Entscheidung nötig ist.
Schlüsselwörter
Geschichtsdidaktik, Medienbegriff, Historisches Lernen, Unterrichtsmedien, Quellen, Darstellungen, Fiktion, Hans-Jürgen Pandel, Authentizität, Multiperspektivität, Mediendidaktik, Geschichtsbewusstsein, Veranschaulichung, Vergegenwärtigung, Handlungsorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Verortung des Medienbegriffs innerhalb der Geschichtsdidaktik und diskutiert deren Bedeutung für den Geschichtsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung von Begriffen wie Medium, Quelle und Darstellung sowie die didaktischen Anforderungen an den Medieneinsatz zur Förderung historischen Lernens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Untersuchung der Vielfalt von Medien und die Reflexion über ihren spezifischen Einsatz im Geschichtsunterricht zur Förderung historischer Erkenntnis.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse geschichtsdidaktischer Theorien und Fachliteratur, insbesondere unter Bezugnahme auf die Arbeiten von Hans-Jürgen Pandel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der allgemeine Medienbegriff, seine pädagogische Definition, die geschichtsdidaktische Perspektive sowie die Anforderungen an das Lernen mit Medien analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschichtsdidaktik, Medienbegriff, historisches Lernen, Quellen, Darstellungen, Authentizität und Geschichtsbewusstsein.
Wie unterscheidet Pandel Medien im Geschichtsunterricht?
Pandel unterscheidet Medien unter anderem nach ihrem Realitäts- bzw. Fiktionsgehalt sowie nach ihrer Rolle als Quelle oder Darstellung.
Welche Herausforderung stellt das Internet für den Geschichtsunterricht dar?
Die Arbeit stellt heraus, dass durch die digitale Recherche die Gefahr besteht, dass Schülerinnen und Schüler verstärkt mit Darstellungen arbeiten, statt eine direkte Begegnung mit authentischen Originalquellen zu haben.
- Arbeit zitieren
- I. Magel (Autor:in), 2014, Der Medienbegriff in der Geschichtsdidaktik. Die Medien historischen Lernens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354388