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Sprache und Macht. Hat Sprache das Potential, das Zwei-Geschlechter-Modell zu erhalten?

Eine Untersuchung anhand von Judith Butlers Performativitätstheorie

Titel: Sprache und Macht. Hat Sprache das Potential, das Zwei-Geschlechter-Modell zu erhalten?

Hausarbeit , 2016 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Miriam P. (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit untersucht aktuelle Diskurse zum Thema gendergerechter Sprache und diskutiert die verschiedenen Modelle derselben. Die Leitfrage ist dabei, welche Rolle die Sprache in Bezug auf die binäre Geschlechterordnung spielt. Die Arbeit soll demnach zur Klärung der Frage beitragen, ob Sprache ein entscheidender Faktor bei der Konstruktion und Aufrechterhaltung des Zwei-Geschlechter-Modells ist.

Um diese Frage zu klären, sollen zunächst theoretische Ansätze Judith Butlers in Betracht gezogen werden, die sich mit dem Verhältnis von Sprache und Geschlecht befassen. Davon Ausgehend wird die Feministische Linguistik dargelegt und auf ihre Grenzen zur Gendergerechtigkeit hin untersucht.

Den Bogen von der Theorie zur Praxis schlägt die Diskussion möglicher Ansätze gendergerechter Sprechweisen. Zwei konkrete praktische Ansätze gendergerechter Sprache erfuhren in jüngster Vergangenheit mediale Aufmerksamkeit und eröffneten gesellschaftliche Kontroversen. Der Vorschlag von Professx Lann Hornscheidt sowie die Verwendung der femininen Form in einem Dokument der Uni Leipzig sollen deshalb abschließend diskutiert werden. Im Fazit werden die Ergebnisse der Arbeit dargelegt und die anfangs aufgestellte These geklärt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Konzepte Judith Butlers

2.1 Sprechakttheorie und Performativität

2.2 Körper-Materialität als Effekt Sprachlicher Konstitution von Subjekten

2.3 Geschlecht als performativ hervorgebrachte Subjektkategorie

2.4 Das Subjekt feministischer Theorie: die Kategorie „Frauen“

3 Feministische Linguistik im deutschsprachigen Raum

4 Grenzen feministischer Linguistik und Ansätze Queerer Linguistik

5 Gendergerechte Sprechweisen

5.1 Gendergerechte Sprechweisen, welche die Sichtbarkeit von Frauen zum Ziel haben

5.1.1 Das generische Femininum

5.1.2 Binnen-I, Benennung der weiblichen sowie männlichen Form, abwechselnde Benutzung der weiblichen und männlichen Form

5.2 Gendergerechte Sprechweisen, welche die sprachliche Sichtbarmachung von vielfältigen Geschlechtsidentitäten zum Ziel haben

5.2.1 Sternchen-Form; Unterstrich-Form („Gender-Gap“)

5.2.2 Dynamischer Unterstrich

5.3 Weitere in Leitfäden vorgeschlagene Formen

5.3.1 Partizipialformen und neutrale Bezeichnungen

5.3.2 Schrägstrich; Klammern

6 Aktuelle Kontroversen

6.1 Lann Hornscheidts Vorschlag: die „x-Form“

6.2 Das generische Femininum in der Grundordnung der Universität Leipzig

7 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Rolle der Sprache bei der Konstruktion und Aufrechterhaltung des Zwei-Geschlechter-Modells und analysiert, inwiefern eine diskriminierungsfreie, gendergerechte Sprache das Potential hat, soziale Wirklichkeit zu verändern. Dabei wird die Hypothese geprüft, dass Sprache ein entscheidender Faktor für die Festschreibung binärer Geschlechterordnungen ist.

  • Anwendung der Sprach- und Gendertheorien von Judith Butler auf die binäre Grammatik.
  • Kritische Analyse der feministischen Linguistik und deren Grenzen hinsichtlich der Inklusion vielfältiger Geschlechtsidentitäten.
  • Diskussion verschiedener Konzepte für gendergerechte Sprechweisen und deren jeweilige Potenziale und Herausforderungen.
  • Betrachtung aktueller gesellschaftlicher Kontroversen anhand konkreter Beispiele wie der „x-Form“ und dem generischen Femininum an der Universität Leipzig.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sprechakttheorie und Performativität

Judith Butler untersucht in ihrem Werk „Hass Spricht“ den performativen Charakter von Sprache sowie die Wirksamkeit von Aufrufungen beziehungsweise sprachlichen Benennungen von Subjekten und deren Potential, zu verletzen. Sie sieht Sprache und Grammatik nicht als unabhängige Faktoren, sondern als kulturell und historisch abhängig. Spachgebrauch wird bei ihr also im Kontext sozialer Gegebenheit betrachtet.

In Anlehnung an Austins Theorie der Sprache als Handlung (Austin 1975) bezeichnet Butler den Sprechakt als etwas, das getan wird, und weiterhin als Modus durch den und mit dem aktiv gehandelt wird (Butler 1998: 18). Das Sprechen ist insofern performativ, als darin die Macht der Produktivität besteht (Butler 1998: 9). Als zentraler Begriff für die Sprachtheorie Butlers soll die Performativität genauerer Erläuterung unterzogen werden. Ursprünglich von Austin verwendet, beschreibt die Theorie der Performativität den Handlungscharakter von Sprechakten. Der Originaltitel von Austins Werk „how to do things with words“ formuliert dies bereits treffend (Austin 1975). Daran angelehnt untersucht Butler, inwiefern diese Handlung Macht ausüben, verletzen und soziale Wirklichkeit herstellen kann. Performativ sind nach Butler Prozesse mit Wiederholungscharakter, die Normativität produzieren. Die Subjekte agieren hierbei nicht unbedingt willentlich. Auch darf Performativität nicht als unabhängiger Handlungsakt verstanden werden, sondern als „die ständig wiederholende und zitierende Praxis, durch die der Diskurs die Wirkungen erzeugt, die er benennt“ (Butler 1997: 22) Die Sprache ist ein zentrales Medium der Performativität. Butler verwendet den Begriff um diejenigen sprachlichen Handungen als performativ zu bewerten, die das gesagte gleichzeitig ausführen oder herstellen (Butler 1998: 10-18).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik sprachlicher Diskriminierung durch Nicht-Benennung ein und stellt die Leitfrage zur Rolle der Sprache in der binären Geschlechterordnung.

2 Theoretische Konzepte Judith Butlers: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Performativität, die Konstitution von Subjekten durch Sprache und die Theorie der heterosexuellen Matrix.

3 Feministische Linguistik im deutschsprachigen Raum: Hier wird die Entwicklung der feministischen Linguistik als universitäres Fach und deren Fokus auf die Aufdeckung sprachlichen Sexismus dargestellt.

4 Grenzen feministischer Linguistik und Ansätze Queerer Linguistik: Das Kapitel kritisiert die feministische Linguistik für ihre oftmals binäre Grundannahme und stellt die Queere Linguistik als Gegenentwurf vor.

5 Gendergerechte Sprechweisen: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über verschiedene sprachliche Ansätze, von der Sichtbarmachung von Frauen bis zur Inklusion vielfältiger Geschlechtsidentitäten.

6 Aktuelle Kontroversen: Es werden zwei prominente Beispiele für Sprachveränderungen und die darauf folgenden heftigen gesellschaftlichen Debatten diskutiert.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprache soziale Wirklichkeit performativ herstellt und ein mächtiges Instrument zur Veränderung von Geschlechtervorstellungen sein kann.

Schlüsselwörter

Sprache, Geschlecht, Performativität, Judith Butler, Feministische Linguistik, Queere Linguistik, Geschlechtergerechtigkeit, Zwei-Geschlechter-Modell, Diskriminierung, Heteronormativität, Gender-Gap, generisches Femininum, x-Form, Machtstrukturen, Sprachpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Sprache, binären Geschlechterkategorien und Machtstrukturen sowie Möglichkeiten, diese durch einen neuen Sprachgebrauch aufzubrechen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Sprachphilosophie nach Judith Butler, die feministische und queere Linguistik sowie die gesellschaftliche Diskussion um geschlechtergerechte Sprachformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, welche Rolle Sprache bei der Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit spielt und wie antidiskriminierende Sprechweisen dazu beitragen können, Geschlechtsidentitäten außerhalb dieser Binarität sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit poststrukturalistischen Konzepten (insb. Butler) und einer kritischen Analyse bestehender sprachwissenschaftlicher Ansätze sowie aktueller gesellschaftlicher Debatten.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine kritische Bestandsaufnahme feministischer Linguistik, eine Übersicht konkreter Sprachformen und die Analyse aktueller öffentlicher Kontroversen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Performativität, Geschlechtergerechtigkeit, Heteronormativität und Sprachpolitik charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Queere Linguistik von der feministischen Linguistik?

Während die klassische feministische Linguistik oft von der binären Kategorie „Frau“ ausgeht, versucht die Queere Linguistik, normativ-binäre Geschlechterkonstruktionen generell als solche kritisch zu hinterfragen.

Welche Bedeutung hat die „x-Form“ in der Arbeit?

Die x-Form wird als ein radikaler, kreativer Ansatz vorgestellt, der die grammatische Zweigenderung der deutschen Sprache grundlegend auflösen und Geschlechtsidentitäten jenseits der Dichotomie ermöglichen soll.

Warum löste das generische Femininum an der Universität Leipzig eine solche Debatte aus?

Die öffentliche Reaktion zeigt, dass selbst minimale Verschiebungen in der sprachlichen Repräsentation von der Mehrheitsgesellschaft als direkter Angriff auf etablierte Ordnungsprinzipien und Identitätsstabilität wahrgenommen werden.

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Details

Titel
Sprache und Macht. Hat Sprache das Potential, das Zwei-Geschlechter-Modell zu erhalten?
Untertitel
Eine Untersuchung anhand von Judith Butlers Performativitätstheorie
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Miriam P. (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V354423
ISBN (eBook)
9783668412002
ISBN (Buch)
9783668412019
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender Sprache Geschlechtergerechte Sprache feminismus frauenforschung gerechte sprache Diskriminierung Butler feministische Theorie Performativität Diskursanalyse Spachtheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Miriam P. (Autor:in), 2016, Sprache und Macht. Hat Sprache das Potential, das Zwei-Geschlechter-Modell zu erhalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354423
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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