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Ökonomische Ansätze zur Legitimation globaler Rechnungslegungsstandards

Title: Ökonomische Ansätze zur Legitimation globaler Rechnungslegungsstandards

Seminar Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Alexander Behne (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Globalisierte Märkte und die damit einhergehende Internationalisierung der Unternehmen sämtlicher Größenklassen schafften eine Nachfrage für international vergleichbare Jahresabschlüsse. Die Unternehmen wollten entscheidungsnützliche Informationen für potenzielle Eigenkapitalgeber zur Verfügung stellen. Damit versprachen sie sich sinkende Eigenkapitalkosten auf den Kapitalmärkten.

Die Entwicklung eines internationalen Rechnungslegungsstandards wurde an eine private Organisation delegiert, das IASB. Private Regelsetzung verspricht eine kostengünstige Alternative zu staatlicher Regulierung. Auch lässt sich eine größere Akzeptanz der Regelungen durch das Einbinden von Expertenwissen annehmen. Private Regulierung wirft aber das Problem der Legitimation auf. Dies lässt sich nicht durch demokratische Vertreter auch nicht durch einen Konsens aller beteiligten Akteure herleiten. In der EU geschieht dies durch den Endorsement-Prozess. Diese Form der hybriden Regelsetzung bringt unter Berücksichtigung der Konstitutionenökonomik Nachteile mit sich.

In Kapitel 1 und 2 wird ein Überblick über die Entwicklung der IFRS gegeben und welcher Nutzen für die Nutzer eines Rechnungslegungssystems daraus resultiert. In Kap. 3 wird erörtert unter welchen Voraussetzungen der Staat in einen solchen Markt eingreifen sollte. Weiter soll die Frage beantwortet werde, ob es gelingt ein privates Standardsetting zu legitimieren. Dabei soll das Endorsement-Verfahren innerhalb der EU in den Blick genommen werden, ebenso die Form der hybriden Standardsetzung. Ferner wird unter Berücksichtigung einer konstitutionenökonomischen Betrachtung eine ökonomische Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines internationalen Rechnungslegungsstandards vollzogen werden. Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefasst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Entwicklung der internationalen Rechnungslegung

3. Rechnungslegung, Marktversagen und Regulierung

3.1 Rechnungslegung zwischen Angebot und Nachfrage

3.2 Ökonomische Begründung der Regulierung

4. Die Legitimation privater Regelsetzung

5. Ökonomische Analyse internationaler Standards

5.1 Neue Institutionenökonomik

5.2 Probleme unter Berücksichtigung der Konstitutionenökonomik

5.3 Wettbewerb der Systeme als Lösungsansatz

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomische Legitimierung der internationalen Rechnungslegung. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern die Delegierung der Standardsetzung an eine private Organisation wie das IASB aus einer konstitutionenökonomischen Perspektive zu begründen ist und welche Rolle das Endorsement-Verfahren innerhalb der EU bei der Lösung von Legitimationsproblemen spielt.

  • Marktversagen und die Rolle staatlicher vs. privater Regulierung
  • Legitimationsdefizite privater Standardsetter
  • Anwendung der Neuen Institutionenökonomik auf die Rechnungslegung
  • Konstitutionenökonomische Analyse des Endorsement-Verfahrens
  • Wettbewerb der Systeme als möglicher Lösungsansatz

Auszug aus dem Buch

3.2 Ökonomische Begründung der Regulierung

Entsprechend der normativen Theorie sollte ein Staat immer dann in einen Markt eingreifen, wenn dadurch die Gesamtwohlfahrt gesteigert werden kann. Auf vollständigen und vollkommenen Märkten würde sich ein Gleichgewicht bilden, das pareto-effizient ist.13 Mit einem Eingriff des Staates würden hier Wohlfahrtsverluste einhergehen. Bei unvollkommenen Märkten, wie wir sie in der Realität vorfinden, bei denen es nicht zu einer optimalen Ressourcen Allokation kommt, liegt Marktversagen vor. Als Auslöser für Marktversagen werden zwei Gründe genannt, öffentliche Güter und externe Effekte.14

Ein öffentliches Gut liegt vor, wenn zwei Kriterien erfüllt sind, Nicht-Ausschließbarkeit im Konsum und oder eine Nicht-Rivalität im Konsum.15 Veröffentlicht ein Unternehmen seinen Jahresbericht, so versagt das Ausschlussprinzip. Dies hätte zur Folge, dass durch das Verhalten der free rider16 nur noch wenige Anleger bereit wären, für bereits bekannte Informationen einen Preis zu zahlen, der auch ihrem Grenznutzen entspricht. Dann würden Unternehmen das Gut „Jahresabschlussinformation“ nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stellen.17 Ein anderes Szenario wäre, dass ein Unternehmen diese Informationen nur einem selektierten Kreis zur Verfügung stellt, so dass diese verborgen bleiben. Dieser Zustand ließe sich allerdings nicht lange aufrechterhalten, denn wenn Marktteilnehmer inoffizielle Auskünfte bekommen, lassen ihre daraus hervorgehenden Reaktionen eine logische Folgerung auf den Gehalt der Information zu. Demnach wäre ein Informationsvorsprung nur für einen kurzen Zeitraum möglich und eine Ausschließbarkeit nicht vollständig zu realisieren.18 Letztendlich kann aus einer Unterversorgung des Marktes mit Informationen resultieren, dass sich ein Eingreifen des Staates legitimiert.19 Abschließend kann nicht genau bestimmt werden, ob Informationen ein öffentliches Gut darstellen. Diesbezüglich bezeichnet Merkt Informationen in der Ökonomie als hybride Güter.20

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Die Arbeit führt in die Globalisierung der Rechnungslegung ein und thematisiert das Legitimationsproblem privater Standardsetter wie dem IASB.

2. Entwicklung der internationalen Rechnungslegung: Es wird der historische Wettbewerb zwischen US GAAP und IFRS sowie deren zunehmende globale Bedeutung dargestellt.

3. Rechnungslegung, Marktversagen und Regulierung: Dieses Kapitel erläutert, warum Rechnungslegung als öffentliches Gut Marktversagen hervorrufen kann und unter welchen Bedingungen staatliche Regulierung eingreifen sollte.

4. Die Legitimation privater Regelsetzung: Der Fokus liegt auf der Problematik der fehlenden legislativen Kompetenz des IASB und der Kompensation durch den Endorsement-Prozess in der EU.

5. Ökonomische Analyse internationaler Standards: Unter Anwendung der Neuen Institutionenökonomik und Konstitutionenökonomik wird die Vorteilhaftigkeit und Konsensfähigkeit hybrider Standardsetzung kritisch geprüft.

6. Zusammenfassung: Die zentralen Ergebnisse zur ökonomischen Legitimation und zur möglichen wettbewerblichen Lösung durch ein System der Standardsetter werden zusammengeführt.

Schlüsselwörter

Rechnungslegung, IFRS, US GAAP, Legitimation, Marktversagen, Neue Institutionenökonomik, Konstitutionenökonomik, Endorsement-Prozess, IASB, Regulierung, Standardsetting, Agencykosten, Öffentliche Güter, Wettbewerb, Harmonisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Hintergründe und die Legitimationsgrundlagen globaler Rechnungslegungsstandards vor dem Hintergrund der Verlagerung staatlicher Regulierungsaufgaben auf private Institutionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Marktversagen im Bereich der Informationsbereitstellung, die Rolle von Institutionen bei der Normsetzung und die kritische Würdigung der EU-Regulierungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die ökonomische Legitimierung der internationalen Rechnungslegung zu hinterfragen und zu prüfen, ob die aktuelle hybride Form der Standardsetzung ökonomisch vorteilhaft und konsensfähig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine ökonomische Analyse unter Verwendung der Neuen Institutionenökonomik, der Konstitutionenökonomik sowie der normativen und positiven Theorie der Regulierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Begründung von Regulierung, der demokratischen Legitimation des IASB, dem spezifischen EU-Endorsement-Verfahren und der Idee eines Wettbewerbs zwischen verschiedenen Rechnungslegungssystemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen IFRS, Legitimation, Marktversagen, Neue Institutionenökonomik, Endorsement-Prozess und Standardsetting.

Was versteht man in diesem Kontext unter einem "hybriden Gut"?

Der Begriff, basierend auf Merkt, beschreibt, dass Informationen in der Rechnungslegung nicht eindeutig als reines öffentliches Gut klassifiziert werden können und somit komplexe Anforderungen an die Regulierung stellen.

Welches Problem identifiziert der Autor beim Endorsement-Prozess?

Der Autor weist auf hohe Agencykosten hin und befürchtet, dass das Verfahren aufgrund seiner Länge und der personellen Verflechtungen in Gremien zu Unsicherheiten und Interessenkonflikten führen kann.

Welchen Lösungsvorschlag bietet der Autor für ein Monopol bei der Rechnungslegung?

Der Autor schlägt einen Wettbewerb der Systeme vor, bei dem beispielsweise durch die Definition eines "Core-Bereichs" zwischen US-amerikanischen und europäischen Standards die Vormachtstellung einzelner Institutionen aufgebrochen werden soll.

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Details

Title
Ökonomische Ansätze zur Legitimation globaler Rechnungslegungsstandards
Grade
2,7
Author
Alexander Behne (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V354480
ISBN (eBook)
9783668405264
ISBN (Book)
9783668405271
Language
German
Tags
ökonomische ansätze legitimation rechnungslegungsstandards
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Behne (Author), 2015, Ökonomische Ansätze zur Legitimation globaler Rechnungslegungsstandards, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354480
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