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Der Umgang mit Stigmatisierung. Die Auswirkungen eines Stigmas auf die Identität und den Selbstwert

Titel: Der Umgang mit Stigmatisierung. Die Auswirkungen eines Stigmas auf die Identität und den Selbstwert

Hausarbeit , 2016 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Vanessa Poth (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Beleidigung, Missachtung und Gewalt – Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte ist zwischenmenschliche Feindseligkeit Bestandteil des alltäglichen Lebens. Menschen, die durch Äußerlichkeiten, Verhaltensweisen oder bestimmten Merkmalen von gesellschaftsspezifischen Werten und Normen abweichen, werden aufgrund ihres unerwünschten Merkmals ausgesondert und auch Opfer von Stigmatisierung. Stigmatisiert werden Menschen, die aufgrund eines unerwünschten Merkmals, einer stigmatisierten Personengruppe zugeordnet werden können. Dazu gehören unter anderem: psychisch Kranke, Obdachlose, Behinderte oder homosexuelle Menschen.

Stigmatisierung ist in jeder Gesellschaft verankert und unterliegt kulturellen Unterschieden sowie historischen Veränderungen. Sie geschieht durch Mitglieder der jeweiligen Gesellschaft und kann einige Folgen für den Betroffen hervorrufen. Dem Betroffenen kann Diskriminierung, Einschränkungen der Lebensqualität und Lebenschancen, sowie erhebliche Konsequenzen in Bezug auf die eigene Person und Persönlichkeit widerfahren. Diese Annahme stellte der amerikanische Soziologe Erving Goffman in den Fokus seiner Analyse sozialer Zuschreibungsprozesse. In seiner klassischen Monographie „Stigma: Notes on the Management spoiled Idenity“ (erstmals veröffentlicht 1963) analysiert Goffman den Prozess der Stigmatisierung und die Folgen für die Betroffenen. Der Betroffene bemüht sich im Kampf gegen den Stigmatisierungsprozess um die Wiederherstellung, beziehungsweise um das Bewahren einer möglichst positiven Definition seiner Selbst und versucht mit sogenannten Bewältigungsstrategien seinem Stigma und dessen Auswirkungen entgegen zu wirken.

Die vorliegende Arbeit handelt von den Auswirkungen eines Stigmas, dabei wird der Fokus auf die Identität und dem Selbstwert gelegt. Zunächst folgen die Begriffsdefinitionen der einzelnen Elemente eines Stigmatisierungsprozesses. Im Anschluss daran werden die Begriffe Stigma und Stigmatisierung näher definiert, bevor die möglichen Folgen auf die Identität durch die Stigma-Identitäts-These erläutert werden. Im letzten Teil dieser Arbeit werden die Bewältigungsstrategien der Betroffenen beschrieben und den Wirkungsgrad dieser mit einer empirischen Studie über den Selbstwertschutz gestützt.ge?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Verwandte psychologische Variablen von Stigma

1.1 Stereotyp

1.2 Vorurteil

1.3 Soziale Diskriminierung

2. Stigma – Was ist das?

2.1 Der Prozess der Stigmatisierung

2.2 Formen von Stigmata

3. Die Folgen von Stigmatisierung

3.1 Identitätsbegriffe nach Goffman

3.2 Die Stigma-Identitäts-These

4. Reaktion und Umgang im Zusammenhang mit Stigmatisierung

4.1 Bewältigungsstrategien im Umgang mit Stigmatisierung

4.2 Der Effekt des Selbstwertschutzes

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen von Stigmatisierung auf die Identität und den Selbstwert von Individuen. Dabei wird analysiert, wie Betroffene durch spezifische Bewältigungsstrategien auf Stigmata reagieren und inwieweit diese Mechanismen als Schutz für den Selbstwert dienen können, wobei der Fokus insbesondere auf der theoretischen Auseinandersetzung und empirischen Belegen liegt.

  • Grundlagen der psychologischen Variablen von Stigma (Stereotype, Vorurteile, Diskriminierung)
  • Prozess der Stigmatisierung und verschiedene Stigma-Formen nach Goffman
  • Folgen der Stigmatisierung für Identität und Selbstkonzept
  • Empirische Untersuchung von Bewältigungsstrategien und deren Wirksamkeit
  • Der Effekt des Selbstwertschutzes bei stigmatisierten Personen

Auszug aus dem Buch

3.2 Formen von Stigmata

Von großer Bedeutung dafür, ob ein Stigmatisierungsprozess entsteht und welche Auswirkungen er auslöst, ist die Sichtbarkeit des unterscheidenden Merkmals. Goffman unterteilt Stigmata in sichtbare und unsichtbare und somit in Stigmata der Diskreditierten und Diskreditierbaren (vgl. Goffman, 1970). Das Stigma der Diskreditierten ist in einer sozialen Interaktion unmittelbar sichtbar, wie zum Beispiel eine Körperbehinderung oder das Körpergewicht. Das Stigma der Diskreditierbaren ist im Gegensatz dazu in der sozialen Interaktion nicht unmittelbar sichtbar. Dazu gehören zum Beispiel Homosexualität oder eine HIV-Infektion (vgl. Goffman, 1970). Ob ein Stigma sichtbar oder unsichtbar ist, hängt von der Form des Stigmas ab. Goffman unterscheidet hierbei drei Formen von Stigmata:

Die erste Form umfasst Physische Deformationen, also „Abscheulichkeiten des Körpers“ (Goffman, 1970, S. 12) wie zum Beispiel eine Körperbehinderung. Die zweite Form beinhaltet „individuelle Charakterfehler“ (Goffman, 1970, S. 12), wie zum Beispiel eine psychische Störung und die dritte Form ist gekennzeichnet durch „Phylogenetische Stigmata“ (Goffman, 1970, S. 13), dazu gehört zum Beispiel die Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe (vgl. Goffman, 1970).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es werden die Grundlagen der Stigmatisierung sowie die Zielsetzung der Arbeit erläutert, wobei ein besonderer Fokus auf das Werk von Erving Goffman und die Auswirkungen auf Identität und Selbstwert gelegt wird.

1. Verwandte psychologische Variablen von Stigma: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Stereotyp, Vorurteil und soziale Diskriminierung, um ein Verständnis für die Komponenten des Stigmatisierungsprozesses zu schaffen.

2. Stigma – Was ist das?: Hier wird der Begriff Stigma historisch und psychologisch hergeleitet und der Prozess der Stigmatisierung sowie verschiedene Stigma-Formen detailliert beschrieben.

3. Die Folgen von Stigmatisierung: Es wird analysiert, wie Stigmatisierung die Identität gefährden kann, wobei das Konzept der "beschädigten Identität" nach Goffman und die Stigma-Identitäts-These im Mittelpunkt stehen.

4. Reaktion und Umgang im Zusammenhang mit Stigmatisierung: Dieses Kapitel betrachtet Stigmaträger als aktive Akteure, die durch Bewältigungsstrategien und Selbstwertschutz aktiv gegen negative Identitätsfolgen vorgehen.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Stigmatisierung zwar identitätsbedrohend wirken kann, Betroffene jedoch durch individuelle Ressourcen und Strategien erfolgreich ihren Selbstwert schützen und den Alltag meistern können.

Schlüsselwörter

Stigmatisierung, Stigma, Identität, Selbstwert, Selbstwertschutz, Bewältigungsstrategien, Stereotyp, Vorurteil, Diskriminierung, Soziale Identität, Erving Goffman, Identitätskrise, Beschädigte Identität, Psychologie, Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die psychologischen Auswirkungen von Stigmatisierung auf die Identität und den Selbstwert von Menschen, die aufgrund bestimmter Merkmale von gesellschaftlichen Normen abweichen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Stigmatisierung, die theoretischen Ansätze nach Erving Goffman, die Identitätsfolgen bei Betroffenen sowie Strategien zur Bewältigung und zum Schutz des Selbstwertes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu untersuchen, wie Stigmatisierung die Identität beeinflusst und durch welche Mechanismen bzw. Bewältigungsstrategien Betroffene ihren Selbstwert trotz negativer gesellschaftlicher Zuschreibungen aufrechterhalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer theoretischen Analyse soziologischer und psychologischer Literatur sowie der Einbeziehung empirischer Studien, wie etwa zu den Effekten von Selbstwertschutz bei Afroamerikanern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst verwandte psychologische Variablen definiert, der Stigmatisierungsprozess und Stigma-Formen erläutert, die Identitätsproblematik nach Goffman diskutiert und schließlich verschiedene Bewältigungsstrategien und Studien zum Selbstwertschutz analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Stigmatisierung, Identität, Selbstwertschutz, Bewältigungsstrategien und Stigma.

Wie unterscheidet Goffman zwischen der Identität von Stigmatisierten?

Goffman differenziert zwischen der sozialen Identität, der persönlichen Identität und der Ich-Identität, wobei er aufzeigt, wie Stigmatisierung zu einer "beschädigten Identität" führen kann, wenn die Selbstwahrnehmung mit der fremdbestimmten sozialen Zuschreibung kollidiert.

Können empirische Studien die "Stigma-Identitäts-These" immer bestätigen?

Nein, die Arbeit zeigt auf, dass diverse Studien, beispielsweise von Major & O’Brien, belegen, dass ein Stigma nicht zwangsläufig zu einer Identitätskrise führt, da Betroffene über Schutzmechanismen verfügen.

Welche Bedeutung hat der Selbstwertschutz im Stigmatisierungsprozess?

Der Selbstwertschutz ermöglicht es Betroffenen, negative Rückmeldungen der Umwelt von ihrem eigenen Selbstkonzept zu entkoppeln, was eine chronische Entkoppelung des Selbstwertes von stigmatisierenden Erfahrungen zur Folge haben kann.

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Details

Titel
Der Umgang mit Stigmatisierung. Die Auswirkungen eines Stigmas auf die Identität und den Selbstwert
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Autor
Vanessa Poth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V354526
ISBN (eBook)
9783668405417
ISBN (Buch)
9783668405424
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie pädagogik psychologie stigma stigmatisierung stereotyp Vorurteil diskriminierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vanessa Poth (Autor:in), 2016, Der Umgang mit Stigmatisierung. Die Auswirkungen eines Stigmas auf die Identität und den Selbstwert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354526
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Leseprobe aus  21  Seiten
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