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Anwesenheitseffekte bei persönlichen Interviews. Inwiefern beeinflusst die Anwesenheit des Partners das Antwortverhalten bei dem Thema der Geschlechterrolle der Frau?

Titel: Anwesenheitseffekte bei persönlichen Interviews. Inwiefern beeinflusst die Anwesenheit des Partners das Antwortverhalten bei dem Thema der Geschlechterrolle der Frau?

Hausarbeit , 2016 , 25 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Thomas Beer (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Unter einer persönlichen Befragung versteht man in den Sozialwissenschaften gemeinhin ein dyadisches Interview-Setting, bei dem sich ein Interviewer und ein Befragter zum Zwecke der Datenerhebung in Person gegenübersitzen. Nach den Regeln der Umfrageforschung sollte es dabei möglichst vermieden werden, dass eine Befragungskonstellation durch zusätzliche Personen erweitert wird. Dies lässt sich speziell bei Interviews, die bei den Befragten zu Hause stattfinden, jedoch nicht immer durchsetzen, ohne dabei eine erfolgreiche Durchführung des Interviews an sich zu gefährden. Die Ursache, warum die Anwesenheit sogenannter "Dritter", vor allem bei standardisierten Interviews, zu einem Problem werden kann, liegt in den Grundprinzipien der quantitativen Datenerhebung begründet. Nur wenn es gelingt, die Interviewsituation über alle Befragten hinweg in bestmöglichem Maße konstant zu halten, erhält man gültige und verlässliche Messergebnisse, die sowohl untereinander vergleichbar als auch auf die intendierte Grundgesamtheit übertragbar sind. Jede Abweichung von dieser "Norm", wie sie auch die Anwesenheit einer dritten Person darstellt, verändert die Befragungssituation und ist somit eine potentielle Quelle für Messfehler. Allgemein ist der Anteil der Befragungen im Beisein Dritter jedoch trotzdem oft verhältnismäßig hoch. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich dabei hauptsächlich um Ehepartner sowie nichteheliche Lebenspartner. Besonders die Anwesenheit des Partners ist aus methodologischer Hinsicht bedenklich. So scheint es doch gerade in diesem Fall plausibel, dass sich das Antwortverhalten teilweise verändern kann. Man denke hierbei vor allem an Fragen, die zum Beispiel die Zufriedenheit, die Ehe, die Partnerschaft oder auch Geschlechterrollen thematisieren und somit den anwesenden Partner direkt oder indirekt betreffen. In Anlehnung an eine Analyse von Bettina Lander stehen die möglichen Auswirkungen einer Partneranwesenheit im Kontext der Geschlechterrollen im Fokus dieser Untersuchung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und theoretische Überlegungen

2. Daten, Operationalisierung und Methoden

2.1 Datengrundlage

2.2 Operationalisierung

2.3 Methodisches Vorgehen

3. Ergebnisse

4. Zusammenfassung und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Anwesenheit des Partners während eines persönlichen Interviews auf das Antwortverhalten von Befragten in Bezug auf Geschlechterrollen. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob durch die Anwesenheit Dritter eine Tendenz zu sozial erwünschteren, traditionelleren Antworten besteht und welche methodischen Herausforderungen sich daraus für die Validität der Messergebnisse ergeben.

  • Anwesenheitseffekte in der Umfrageforschung
  • Einfluss des Partners als soziale Bezugsperson
  • Einstellung zur Geschlechterrolle der Frau
  • Kausalanalyse mittels ordinaler logistischer Regression
  • Qualitätssicherung bei der Datenerhebung

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung und theoretische Überlegungen

Unter einer persönlichen Befragung versteht man in den Sozialwissenschaften gemeinhin ein dyadisches Interview-Setting, bei dem sich ein Interviewer und ein Befragter zum Zwecke der Datenerhebung in Person gegenübersitzen (Kahn und Cannell 1968: 149; Sudman und Bradburn 1974: 4ff.). Nach den Regeln der Umfrageforschung sollte es dabei möglichst vermieden werden, dass diese Befragungskonstellation durch zusätzliche Personen erweitert wird. Dies lässt sich speziell bei Interviews, die bei den Befragten zu Hause stattfinden, jedoch nicht immer durchsetzen, ohne dabei eine erfolgreiche Durchführung des Interviews an sich zu gefährden (Reuband 1984: 117; 1987: 303; 1992: 269). Die Ursache, warum die Anwesenheit sogenannter „Dritter“, vor allem bei standardisierten Interviews, zu einem Problem werden kann, liegt in den Grundprinzipien der quantitativen Datenerhebung begründet. Nur wenn es gelingt die Interviewsituation über alle Befragten hinweg in bestmöglichem Maße konstant zu halten, erhält man gültige und verlässliche Messergebnisse, die sowohl untereinander vergleichbar, als auch auf die intendierte Grundgesamtheit übertragbar sind. Jede Abweichung von dieser „Norm“, wie sie auch die Anwesenheit einer dritten Person darstellt, verändert die Befragungssituation und ist somit eine potentielle Quelle für Messfehler.

Allgemein ist der Anteil der Befragungen im Beisein Dritter jedoch trotzdem oft verhältnismäßig hoch (Reuband 1984: 120f.; Schnell 2012: 59). Bei genauerer Betrachtung handelt es sich dabei hauptsächlich um Ehepartner sowie nichteheliche Lebenspartner. Die berichteten Anteile an Befragungen mit Partneranwesenheit variieren von 17% (Reuband 1992: 271) über maximal 25% (Lander 2000: 232) bis hin zu maximal 32% (Smith 1997: 36) und sogar 36% (Aquilino 1993: 366). Obwohl eine solche Interviewsituation somit weit davon entfernt ist, als gelegentliche Ausnahme deklariert werden zu können, wird dieser Thematik und ihrer möglichen Folgen in der Forschung bislang kaum Beachtung geschenkt (Reuband 1984: 117; Smith 1997: 35; Cantillon und Newman 2005: 34f.). Besonders die Anwesenheit des Partners ist aus methodologischer Hinsicht bedenklich. So scheint es doch gerade in diesem Fall recht plausibel, dass sich das Antwortverhalten teilweise verändern kann. Man denke hierbei vor allem an Fragen, die z.B. die Zufriedenheit, die Ehe bzw. Partnerschaft oder auch Geschlechterrollen thematisieren und somit den anwesenden Partner direkt oder indirekt betreffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und theoretische Überlegungen: Einführung in das Thema der Anwesenheit Dritter in Interview-Settings und Herleitung der Forschungsfrage zum Einfluss des Partners auf Geschlechterrollen-Einstellungen.

2. Daten, Operationalisierung und Methoden: Beschreibung der verwendeten ALLBUS-Datengrundlage, der Operationalisierung der Einstellungs-Items und Erläuterung des gewählten statistischen Verfahrens (Generalized Ordered Logit Regression).

3. Ergebnisse: Darstellung der deskriptiven Befunde sowie der multivariaten Regressionsanalysen zum Einfluss der Partneranwesenheit unter Berücksichtigung von Kontrollvariablen.

4. Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse, kritische Reflexion der Einschränkungen der Untersuchung und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Anwesenheitseffekt, Interview-Setting, Geschlechterrolle, Partneranwesenheit, ALLBUS, Survey-Methodik, Messfehler, Soziale Erwünschtheit, Ordinale logistische Regression, Marginaleffekte, Kausalanalyse, Datenqualität, Umfrageforschung, Selektionseffekte, Validität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit untersucht den sogenannten Anwesenheitseffekt bei persönlichen Interviews und prüft, ob die Anwesenheit des Partners das Antwortverhalten bei Fragen zu traditionellen Geschlechterrollen beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Survey-Methodik, insbesondere die Störanfälligkeit von Interviewsituationen, sowie die soziologische Erforschung von Geschlechterrollen-Einstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ermitteln, ob Befragte in Anwesenheit ihres Partners eher traditionelle Antworten geben, um sich den Erwartungen des Partners anzupassen oder soziale Harmonie zu wahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative Datenanalyse auf Basis des ALLBUS 2012 Datensatzes durchgeführt, wobei Generalized Ordered Logit Regressionen zur Anwendung kommen, um auch nicht-lineare Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten korrekt abzubilden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Vorgehensweise, die deskriptive Auswertung der Stichprobe sowie die multivariate Analyse, in der verschiedene Kontrollvariablen einbezogen werden, um den "echten" Anwesenheitseffekt zu isolieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Anwesenheitseffekt, Geschlechterrolle, Partneranwesenheit, ALLBUS, Messfehler und ordinale logistische Regression.

Wie unterscheidet sich die methodische Behandlung der vier untersuchten Items?

Da nicht alle Items die "proportional-odds-Annahme" erfüllten, entschied sich der Autor für eine Generalized Ordered Logit Regression, um für jede Antwortkategorie separate Koeffizienten zu berechnen und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen.

Welche Limitationen werden bezüglich der Datenbasis genannt?

Der Autor weist darauf hin, dass nur ein Subsample verwendet werden konnte und die Variable "Partneranwesenheit" nicht präzise genug erfasst, ob der Partner während des gesamten Interviews anwesend war oder nur zufällig in Hörweite.

Welche zentrale Schlussfolgerung zieht der Autor?

Trotz der methodischen Einschränkungen zeigen die Daten, dass Partneranwesenheit eine ernstzunehmende potenzielle Quelle für Messfehler darstellt und bei entsprechenden Studien unbedingt kontrolliert werden sollte.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Anwesenheitseffekte bei persönlichen Interviews. Inwiefern beeinflusst die Anwesenheit des Partners das Antwortverhalten bei dem Thema der Geschlechterrolle der Frau?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Lehrstuhl für Soziologie, insb. Survey-Methodologie)
Veranstaltung
Fortgeschrittene Methoden der Datenerhebung: Datenerhebung und Fehlerquellen
Note
1,0
Autor
Thomas Beer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V354559
ISBN (eBook)
9783668412248
ISBN (Buch)
9783668412255
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anwesenheitseffekte Anwesenheit Partner Ehepartner Antwortverhalten Geschlechterrolle soziale Erwünschtheit Verzerrung Datenerhebung Messfehler Interview Anwesenheit Dritter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Beer (Autor:in), 2016, Anwesenheitseffekte bei persönlichen Interviews. Inwiefern beeinflusst die Anwesenheit des Partners das Antwortverhalten bei dem Thema der Geschlechterrolle der Frau?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354559
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Leseprobe aus  25  Seiten
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