Erziehung im Dritten Reich


Seminararbeit, 2004

20 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erziehungsgrundsätze im Dritten Reich
2.1. Hitlers erziehungspolitische Grundsätze
2.1.1 Der Rassebegriff
2.1.2 Erziehungsgrundsätze
2.1.2.1 Die Bildung des Körpers
2.1.3 Die Wissenschaftliche Bildung
2.1.3.1 Kürzung des Unterrichts
2.1.3.2 Unterrichtsgrundsätze

3. Das Schulwesen und der Lehrer im Dritten Reich
3.1. Das Schulwesen und die Erziehung
3.1.1 Die verschiedenen Schultypen
3.1.2 Ausschaltung und Gleichschaltung
3.1.3 Ziele der Erziehung
3.1.4 Die neue Rolle des Sportunterrichts
3.1.5 Der reformierte Geschichtsunterricht
3.2. Der Lehrer im Dritten Reich
3.2.1 Die Lehrerbildung
3.2.1.1 Die Aufgaben des Lehrers in der Volksschule
3.2.1.2 Regeln für den Lehrer in der Volksschule
3.3. Zusammenfassung

4. Die Schule und die Rolle des Lehrers heute
4.1. Das heutige Schulsystem
4.1.1 Die Grundschule
4.1.2 Die Hauptschule
4.1.2.1 Ziele der Hauptschule
4.1.2.2 Unterrichtsinhalte
4.1.2.3 Geschichtsunterricht in der Hauptschule
4.1.2.4 Sportunterricht in der Hauptschule
4.2. Der Lehrer in der Hauptschule
4.2.1 Lehrerausbildung
4.2.2 Aufgaben des Lehrers in der Hauptschule

5. Fazit

Quellennachweise

1. Einleitung

„Ein professioneller Pädagoge (benötigt) die Einsicht und den festen Willen, den Menschen, die ihm anvertraut sind, nach ihren Möglichkeiten den für sie besten Lebensweg zu eröffnen, ihnen zu helfen, sich auf diesem Weg zu finden“[1] So beschreibt Dieter Lenzen im Einführungskapitel zu seinem Buch „Erziehungswissenschaft“ die seiner Meinung nach nicht immer selbstverständliche, aber wohl wichtigste Aufgabe der Pädagogen. Betont werden hierbei vor allem die Individualität und „das Wohlbefinden des einzelnen“[2]

In unserer heutigen Gesellschaft wird hierauf auch vermehrt Wert gelegt. Doch das war in Deutschland nicht immer so. Zur Zeit des Nationalsozialismus waren so gut wie alle Bereiche des öffentlichen Lebens auf den Staat ausgelegt, also auch die Erziehung.[3]

Die Machthaber des Dritten Reiches haben übereinstimmend versichert: „Die nationalsozialistische Revolution ist eine Revolution der Erziehung, die sich auf dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung vollziehe.“[4]. Dabei ist gemeint, dass die Erziehung im Vordergrund steht, und es darum geht, die Jugend bestmöglich zu erziehen und zu bilden. Das bedeutet, dass man viel Zeit in die Jugend investiert und die Jugend auch außerhalb der Schule in verschiedenen Vereinen gefördert wird.

Mein Interesse besteht nun darin zu klären, welche Erziehungstheorien zu der Reform der Erziehung beigetragen haben und wie die Schule und somit auch Lehrerrolle im dritten Reich sich zu dem Lehrer und der Schule heute unterscheidet.

2. Erziehungsgrundsätze im Dritten Reich

Der Nationalsozialismus hat viele Wissenschaftler, vermehrt Philosophen, dazu veranlasst, Theorien zu der Erziehung aufzustellen.[5] Unter ihnen auch Adolf Hitler. Adolf Hitler kam 1933 an die Macht und wollte nun die Erziehung reformieren, so dass die Erziehung an die nationalsozialistische Weltanschauung angepasst wird[6]. Hitler hatte seine ganz genauen Vorstellungen, wie er das Bildungssystem reformieren wollte und diese führte er in seinem Buch „Mein Kampf“ auf.[7]

2.1. Hitlers erziehungspolitische Grundsätze

„Mein Kampf“ wurde von Hitler in Gefangenschaft nach einem missglückten Putschversuch verfasst. Nach einem Überblick über sein Leben beschreibt er seine nationalsozialistischen Vorstellungen und Ziele[8]. Hierbei kommen auch erzieherische Anschauungen nicht zu kurz; Hitler setzt auf die Jugend als Zukunft eines neuen völkischen Staates.[9]

Für Hitler ist das Erziehungsideal, dass die Kinder und Jugendlichen in einem ausbruchsicheren Staat aufwachsen, in dem festgelegt wird, dass später auf alle Fälle ein Nationalsozialist entsteht.[10]

2.1.1 Der Rassebegriff

Der Begriff „Rasse“ taucht in Hitlers Weltanschauungen sehr oft auf, und er unterscheidet zwischen den Ariern, die alleinige Hochkultur, und zwischen dem größten Gegner der Arier, nämlich dem Judentum. Das Judentum ist der größte Feind der Arier, so Hitler, und muss vernichtet werden.[11]

Auch die „Mischrassen“[12] sind nach Hitler nicht zu dulden, da das arische Volk mit anderen vermischt wird, und das arische Volk reinrassig bleiben sollte, damit es nicht mit „minderwertigen Rassen“ vermischt wird. Hierbei musste Hitler arische von nicht- arischen Menschen trennen, und das tat er nach dem Prinzip des Sozialdarwinismus. Mit Sozialdarwinismus ist hier gemeint, dass Hitler die Theorie Darwins „survival of the fittest“ vom Reich der Tiere in das Reich der Menschen überträgt.[13]

Das Ziel für Hitler war eine arische Welt, mit dem germanistischen Volk, das seine Gedanken und Lebensweisen auf andere übertragen sollte, und die anderen zu Sklaven machen sollte[14].

2.1.2 Erziehungsgrundsätze

2.1.2.1 Die Bildung des Körpers

Hitler beschäftigte sich auch sehr mit der Erziehung der Kinder und der Jugend, aber nur mit denjenigen die „rein“ waren. Diese ‚reinen’ Familien wurden vom Staat sehr stark unterstützt, um eine gute „Elite“ zu ‚züchten’.[15] Hier war vor allem nicht das Wissen der Kinder im Vordergrund, sondern das ‚Heranzüchten’ einer mächtigen Armee, und deswegen war der gesunde Körper wichtiger als geistiges Wissen.[16] „Dass zudem die Schule körperfeindlich sei und vor allem in den Großstädten die Leibeserziehung vernachlässige, gehörte zu den häufig zu hörenden Klagen.“[17]

Weiterhin hatte Hitler den Wunsch einen Nationalsozialisten zu erstellen, der hart sein sollte und leiden können sollte.[18] Und der beste Sport für Hitler, der all dies den jungen Menschen lehren sollte war das Boxen. „Es gibt keinen Sport, der wie dieser den Angriffsgeist in gleichem Maße fördert, blitzschnelle Entschlusskraft verlangt, den Körper zu stählerner Geschmeidigkeit erzieht“[19]

Zudem war für Hitler sehr wichtig, dass die Jugend eine gute „Charaktererziehung“ gelehrt bekam, und dabei durfte man aber keinen Wert auf Selbstständiges Denken legen, sondern auf die Willenskraft und auf die ‚Verantwortungsfreudigkeit’.[20]

2.1.3 Die Wissenschaftliche Bildung

2.1.3.1 Kürzung des Unterrichts

Erst an dritter Stelle Hitlers Grundsätze kam die Schule mit dem wissenschaftlichen Wissen.[21]

Um eine „Überlastung des Gehirns“ zu vermeiden, sollte der Unterricht gekürzt und nur noch Wesentliches unterrichtet werden, da nur ein Bruchteil des Gelernten in den Köpfen verbleibt.[22] Die gewonnene Zeit soll für die körperliche Ertüchtigung und die Charakterbildung herangezogen werden.

2.1.3.2 Unterrichtsgrundsätze

Den Unterricht wollte Hitler so stark verändern, dass nur noch Latein als einzige Fremdsprache gelernt wird, da man nur durch diese Sprache logisches Denken lernt.[23]

Des Weiteren soll der Geschichtsunterricht gekürzt werden, und sinnlose Daten und Fakten einfach ignoriert werden, damit man sich nur auf das wesentliche konzentrieren kann.[24]

Die Schule nutzte Hitler auch um den Rassehass der Schüler aufzubauen[25], indem er zum Beispiel im Geschichtsunterricht die fanatische Nationalbegeisterung steigern wollte indem er vorgab, dass der „völkische Staat um sein Dasein kämpfen werden muss“[26] und so versuchte die Schüler für seine Ideen zu begeistern.

Nach Hitler ist im Wesentlichen darauf zu achten, dass ‚normale’ Menschen eine Bildung in ihren Grundzügen erhalten, dass humanistische Bildung größer geschrieben wird als naturwissenschaftliche, und dass die Jugend durch den Unterricht zum Patriotismus erzogen wird[27]. Das soll erreicht werden, indem man praktisch alle Gebiete auf eine nationale Ebene bezieht. Der Nationalstolz muss „schon in der Jugend…in die noch bildungsfähigen Köpfe hineingehämmert werden.[28]

Nun nach den Erziehungsgrundsätzen Hitlers ist es wissenswert zu betrachten, wie die Lehrerrolle im dritten Reich exakt aussah und welche Aufgaben die Lehrer zu tragen hatten.

[...]


[1] Lenzen, Erziehungswissenschaft, 1994, S. 16

[2] Lenzen, Erziehungswissenschaft, 1994, S. 16

[3] vgl. Giesecke, H.:, 1999, S.19

[4] vgl. Lingelbach, 1987, S. 25

[5] vgl. Lingelbach, 1987, S. 32

[6] vgl. Giesecke, H.: 1999 S. 20

[7] vgl. Hitler, A, 1939, S. 75

[8] vgl. Giesecke, H., 1999 S.20

[9] Hitler, A, 1939, S. 454

[10] vgl. Giesecke, H.:1999 S. 21

[11] vgl. Lingelbach, 1987 S. 32

[12] vgl. Hitler, A, 1939 S. 75

[13] vgl. Lingelbach, 1987, S. 26

[14] vgl. Giesecke, 1999, S.22

[15] vgl. Giesecke, H.: 1999 S 22

[16] vgl. Giesecke, H.: 1999 , S 19

[17] Giesecke, H 1999, S. 24

[18] vgl. Giesecke, H 1993, S. 25

[19] Hitler, A, 1937: S. 454

[20] vgl. Lingelbach, 1987, S. 54

[21] vgl. Giesecke, 1999 S. 20

[22] vgl. Giesecke, H.: 1999 S 23

[23] Hitler, A, 1937: S. 454ff

[24] Hitler, A, 1937: S. 454ff

[25] vgl. Giesecke, H.:1999 S. 20

[26] Lingelbach, 1987: S.48

[27] Hitler, A, 1937: S. 454ff

[28] Hitler, A, 1937: S. 456ff

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Erziehung im Dritten Reich
Hochschule
Universität Stuttgart
Veranstaltung
Einführung in die Pädagogik
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V35463
ISBN (eBook)
9783638353663
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erziehung, Dritten, Reich, Einführung, Pädagogik
Arbeit zitieren
Nadja Kammerer (Autor), 2004, Erziehung im Dritten Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35463

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