Regionale Disparitäten und Wettbewerbsfächigkeit von Regionen in der Europäischen Union


Hausarbeit, 2015

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der regionale Disparitäten in der Europäischen Union
2.1 Was ist eine Region
2.2 Indikatoren
2.2.1 Bevölkerung
2.2.2 Wirtschaft
2.2.3 Beschäftigung
2.3 Ursachen für die Disparitäten

3. Abbauen der Disparitäten

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Europäische Union ist eine der reichsten Wirtschaftszonen der Welt. Durch die Erweiterung der Union entstehen aber verschieden soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten, die für die Weiterentwicklung Hindernisse darstellen können. Die regionalen Disparitäten sind in Europa nicht nur seit den letzten Jahren, sondern seit einigen Jahrzehnte zu sehen. Die regionalen Dispartitäten könnte man als Ungleichheiten bezeichnen, die für Regionen typisch sind, die hinter der allgemeinen Entwicklung zurückgeblieben sind (Arnold 1997:203). Die Differenzen zwischen den Ländern lassen sich mit Hilfe der Indikatoren erläutern.

Am Anfang dieser Hausarbeit werden der Begriff Region und das NUTS System verdeutlicht. Wie in dieser Arbeit herausgestellt wird, ist es durch die Indikatoren möglich, die Ungleichheiten als selbstständige Einheiten zu betrachten oder zu gruppieren. Unter dem Indikator „Bevölkerung“ lassen sich die Differenzen in den Bereichen Bevölkerungsdichte, Bevölkerungsentwicklung und Lebenserwartung ermitteln. Dabei wird die Europäische Union betrachtet. Durch die andere zwei Indikatoren, nämlich Wirtschaft und Beschäftigung, kann man das Bruttoinlandsprodukt und die Beschäftigungquote, beziehungsweise Arbeitslosenquote betrachten. Die oben genannten Indikatoren lassen sich differenzieren, indem sie, außer als nationale oder internationale Differenzen, auch als Stadt-Land, Zentrum-Peripherie, Ost-West bzw. Nord-Süd oder Männer-Frauen Disparitäten betrachtet werden können. Nach einer Erläuterung zu den Ungleichheiten in der Europäischen Union, werden die Ursachen für die Disparitäten, wo die Wirtschaftskrise eine wichtige Rolle spielt, näher erläutert. Abschließend werden die politischen Pläne zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Abbau der Disparitäten dargestellt und diskutiert.

2. Grundlagen der regionalen Disparitäten in der Europäischen Union

2.1 Was ist eine Region

Diese Fragestellung ist schwierig zu beantworten, da verschiedene Länder, verschiedene Definitionen darüber besitzen. Laut Europarat (Vorauer 1997:26) ist eine Region “eine menschliche Gemeinschaft, die innerhalb der größten gebietsmäßigen Einheit eines Landes liegt”. Eine solche Gemeinschaft kann geschichtliche, kulturelle, geographische oder wirtschaftliche Homogenität haben, die die Bevölkerung als eine Einheit bildet und zur Verfolgung gemeinsamer Ziele und Interessen dient (Vorauer 1997:26). Abgesehen von der Geographie ist eine Region eine große Raumeinheit, die aus mehreren Landschaften besteht und ein historisch oder administrativ abgegrenztes Territorium mittlerer Größe bildet (Vorauer K. 26:1997). Dabei gilt die Homogenität als Maß für die Definition bestimmter Regionen.

Für die einfache Zuordnung der Regionen, sowie statistische Zwecke, verwendet die Europäische Kommission das NUTS-System.

Laut Eurostat1 (2007:9) besteht das System für statistische Informationen bereits seit 1988, wobei es aber erst im Jahr 2003, nach der Entscheidung des Europäischen Parlaments und des Rates, zur Verfügung gestellt wurde. Das NUTS-System bezieht sich auf die regionale Gliederung der Länder. Dieses System unterteilt die Regionen in 4 Ebenen.

Abbildung für die Veröffentlichung entfernt.

Abb.1: NUTS Klassifikation. Eurostat2 2015

Laut Eurostat2 (2015:Abs.1) umfasst “die aktuelle Nuts-2013-Klassifikation, die seit 1. Januar 2015 gültig ist, 98 Regionen auf NUTS-1-Ebene, 276 Regionen auf NUTS-2-Ebene sowie 1342 Regionen auf NUTS-3-Ebene”. Die Bevölkerung einer NUTS-1-Region beträgt zwischen 3 und

7 Mio. Einwohner, bei der NUTS-2-Regionen zwischen 800 000 und 3 Mio. Einwohner und bei NUTS-3-Regionen zwischen 150 000 und 800 000 Einwohner (Eurostat1 2007:10). Es gibt aber auch Ausnahmen, auf die in Abschnitt 2.1.1 genauer eingegangen wird. Die Klassifizierung der Regionen auf der NUTS-3 Ebene ist in der Lage die Verteilung der Bevölkerung zu bestimmen, nämlich ob die Bevölkerung einer Region ländlich, städtisch oder gemischt verteilt ist. Laut Eurostat8 (2015:Abs.1) ist eine Region als „überwiegend ländlich” klassifiziert, wenn mehr als 50% der Einwohner in „ländlichen” Gebieten leben. Zu Intermediär gehören Regionen, deren Bevölkerung in „ländlichen” Gebieten zwischen 20 und 50% verteilt ist und als “überwiegend städtisch” sind Regionen bezeichnet, deren Bevölkerungsanteil unter 20% in “ländlichen” Gebieten liegt.

2.2 Indikatoren

2.2.1 Bevölkerung

Die Bevölkerungsverteilung in Europa ist von großer Bedeutung für die Entstehung der regionalen Disparitäten. Aus den unterschiedlichen NUTS-Ebenen ist ersichtlich, dass die Bevölkerungsverteilung sehr unterschiedlich ist. Laut Eurostat1 (2007:12) hatte NordrheinWestfalen in Deutschland auf der NUTS-1-Ebene die meisten Einwohner im Jahr 2005, deren Anzahl 18 Mio. betrug, während die Region Aland in Finland die geringste Einwohnerzahl hatte, nämlich 26 000 Einwohner. Der Vergleich ist auch auf NUTS-3-Ebene zu beobachten, wo die spanischen und italienischen Provinzen Madrid, Barcelona, Mailand, Rom und Neapel, aber auch die Hauptstadt Deutschlands über 3 Mio. Einwohner aufwiesen, während in einigen NUTS-3- Regionen in Deutschland, Spanien, Belgien und Österreich die Einwohnerzahl im Jahr 2005 bei weniger als 50 000 Menschen lag (Eurostat1 2007:12).

Beim Vergleich der Bevölkerungsdichte auf Stadt-Land Ebene mit Hilfe der Abbildung 2 entstehen deutliche Differenzen. Nach Eurostat3 (2013:Abs.3) lag mehr als die Hälfte der EU-27 Fläche in Regionen, die als überwiegend ländlich bezeichnet sind, während zu überwiegend städtischen Regionen nur 10% der gesamte EU-27 Fläche gehörten. Dies erscheint Paradox, wenn man die Bevölkerungsdichte betrachtet. Hier leben 41% der Bevölkerung der EU-27 in überwiegend städtischen Regionen und nur 23% in überwiegend ländlichen Regionen. Die Länder mit den größten städtischen Konzentrationen sind Malta (100% der Bevölkerung), die Niederlande, das Vereinigten Königreich (je 71%) und Belgien (68%) (Eurostat Pressemitteilung 2012:1). „In der EU-27 wuchs die Bevölkerung in städtischen Regionen im Jahr 2010 um 5,2% je 1000 Einwohner und in intermediären Regionen um 2,2%, während sie in ländlichen Regionen um 0,8% abnahm.” (Eurostat Pressemitteilung 2012:1).

Abbildung für die Veröffentlichung entfernt.

Abb.2: Stadt-Land Typologie nach NUTS-3-Regionen. (Eurostat3 2013)

Wenn die Verteilung der Bevölkerung genauer betrachtet wird, nämlich in der NUTS-3 Verteilung, wird klar, dass die Bevölkerungsanzahl in überwiegend ländlichen Regionen sinkt. Laut Eurostat3 (2013:Abs.11) gab es im Jahr 2011 in fast allen ländlichen NUTS-3-Regionen Bevölkerungsabnahme. In Siauliu Apskritis (Litauen) wurde mit -22,7% der größte Wert ermittelt. Durch die statistischen Daten von Eurostat lässt sich darauf schließen, dass die Mehrheit der europäischen Bevölkerung in überwiegend städtischen Regionen konzentriert ist. Des Weiteren ist das Bevölkerungswachstum auch ein Indikator zum Messen regionaler Disparitäten. Die Bevölkerung der EU-28 stieg im Zeitraum von einem Jahr (ab 1. Januar 2012 bis 1. Januar 2013) um 1.1 Mio. Das größte Bevölkerungswachstum durch internationale Wanderung wiesen Luxemburg (+18,9%), Malta (+7,4) und Italien (+6,2%) auf, während die Länder mit den größten Abwanderungsraten im Jahr 2012 Lettland (-5,8%), Estland (-5,7%) und Griechenland (-4,0%) waren (Eurostat Pressemitteilung 2013:1). Wenn das natürliche Wachstum betrachtet wird, findet eine Verlagerung statt, sodass anderer Länder die jeweiligen Spitzenwerte erreichen. Durch Betrachtung der Differenz zwischen Lebendgeburten und Sterbefällen bei Babys in EU-28 je 1000 Einwohnern lag im Jahr 2012 Irland mit +9,5 deutlich vor Zypern (+5,2%) und Luxemburg (+4,0%) (Eurostat Pressemitteilung 2013:1). Als negativer Punkt dieser Erhebung kann hervorgehoben werden, dass die Quote der Sterbefälle sehr hoch ist. Nach den Daten von Eurostat Pressemitteilung (2013:1) wurden im Jahr 2012 5,2 Mio. Kinder geboren, während die Anzahl der Sterbefällen bei 5 Mio. lag. Dabei wiesen zwölf Mittgliedstaaten ein negatives natürliches Wachstum auf.

Als anderer Indikator kann die Lebenserwartung genannt werden. „Die mittlere Lebenserwartung ist ein in der Gesundheits- und Sozialberichterstattung häufig verwendetes Maß zur Beschreibung der gesundheitlichen Lage einer Bevölkerung”(Lampert / Krol 2014:2). Bei dieser Messung, aus Abbildung 3 zu entnehmen, erscheinen deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Die Lebenserwartung ab 2002 bis 2012 bei Männern und Frauen in der EU-28. (Datenabruf Eurostat4 )

Die durchschnittliche Lebenserwartung in EU-28 nahm seit 2002 (bis 2012) mit 2 Jahren bei den Männern und mit 2,2 Jahren bei den Frauen zu. Damit lag die Lebenserwartung für Männer bei 77,5 Jahren und bei Frauen bei 83,1 Jahren.

Wenn die Lebenserwartung genauer analysiert wird, nämlich durch das NUTS-2-System, betrug die niedrigste durchschnittliche Lebenserwartung, bei Geburt im Jahr 2007, 66,3 Jahren bei Männern in Litauen und 76,3 Jahren bei den Frauen in der bulgarischen Region Severozapaden. Die höchste Lebenserwartung für Männer wurde mit 81,8 Jahren in der finnischen Region Aland und bei Frauen mit 86,6 Jahren im schweizerischen Tessin berechnet (bpb.de 2011:Abs.3). Daraus kann geschlussfolgert werden, dass durch die Erhöhung der Lebenserwartung in der Europäischen Union und das natürliche Bevölkerungswachstum, welches eine leicht positive Differenz aufweist, eine generelle Alterung der Gesamtbevölkerung stattfindet.

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Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Regionale Disparitäten und Wettbewerbsfächigkeit von Regionen in der Europäischen Union
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V354884
ISBN (eBook)
9783668414105
ISBN (Buch)
9783668414112
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
regionale, disparitäten, wettbewerbsfächigkeit, regionen, europäischen, union
Arbeit zitieren
Nikola Bobchev (Autor), 2015, Regionale Disparitäten und Wettbewerbsfächigkeit von Regionen in der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354884

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