Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, welche firmenspezifischen Einflussfaktoren positiv und negativ auf die Prämie des Credit Default Swap (CDS) wirken und wie hoch der daraus resultierende Erklärungsgehalt ist. Durch Verwendung des Prime All Share Index können im Fokus die firmenspezifischen Einflussfaktoren auf die Höhe der CDS-Prämie berücksichtigt werden. Die makroökonomischen Faktoren wie zum Beispiel der risikolose Zinssatz oder die Konjunkturlage bleiben damit innerhalb dieser Forschung unberücksichtigt.
Dazu werden in Kapitel 2 die theoretischen Hintergründe zum CDS erläutert und damit die Zielgröße beschrieben. Die unabhängigen Variablen und die daraus resultierenden Wirkungszusammenhänge werden im Anschluss dargestellt. Auf Basis der theoretisch hergeleiteten Einflussfaktoren und deren Wirkungszusammenhänge in Bezug auf die abhängige Variable, der CDS-Prämie, werden in Kapitel 2.3 die Forschungshypothesen aufgestellt. Es folgt der aktuelle Stand der bisherigen empirischen Forschung, der wiederum die Grundlage für diese Forschung darstellt. Dabei stützt sich diese Forschungsfrage vor allem auf empirische Arbeiten zur Erklärung der Determinanten der CDS-Prämie. In Kapitel 4 werden zunächst der Aufbau des Modells und der verwendete Datensatz erläutert. Dabei soll mithilfe einer Ordinary Least Squares (OLS) -Regression für den Monat Dezember 2016 die Prämie des CDS durch die bereits in Kapitel 2.2 beschriebenen unabhängigen Variablen erklärt werden. Dazu werden vorab die Variablen operationalisiert und die Wirkungszusammenhänge innerhalb des Modells beschrieben. Die Ergebnisse der OLS-Regression, inklusive deren Interpretation und der dazugehörenden Modellgüte sowie der Regressionsdiagnostik, erfolgen in Kapitel 4.3. Im Fazit werden abschließend die Zusammenfassung der Ergebnisse aufgezeigt und die Beantwortung der abgeleiteten Forschungsfragen vorgenommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Zielgröße
2.2 Einflussfaktoren und funktionale Beziehungen
2.3 Forschungshypothesen
3 Stand der bisherigen empirischen Forschung
4 Empirische Studie
4.1 Konzeption der empirischen Studie
4.2 Operationalisierung der Modellvariablen
4.3 Ergebnisse der Studie
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die firmenspezifischen Determinanten von Credit Default Swap (CDS) Prämien, um zu ermitteln, welche Faktoren einen signifikanten Einfluss auf deren Höhe ausüben und wie stark diese den Erklärungsgehalt der CDS-Prämie im Rahmen einer empirischen Analyse beeinflussen.
- Analyse der Einflussfaktoren auf die CDS-Prämie
- Empirische Untersuchung anhand von Unternehmen des Prime Standard
- Anwendung eines multiplen linearen Regressionsmodells (OLS)
- Überprüfung theoretisch abgeleiteter Forschungshypothesen
- Regressionsdiagnostik zur Validierung der Modellgüte
Auszug aus dem Buch
2.2 Einflussfaktoren und funktionale Beziehungen
Kommt es zu einem Kreditereignis des Referenzschuldners, erfolgt eine Ausgleichszahlung des Risikokäufers an den Risikoverkäufer. Demnach sind die Faktoren, die zu einem Kreditereignis führen, ein wichtiger Indikator für die Höhe der CDS-Prämie. Da der Grad der Verschuldung angibt wie hoch die Verschuldung des jeweiligen Unternehmens ist, stellt diese Variable bei den erklärenden Variablen somit den wichtigsten Faktor dar. Auch innerhalb des sogenannten Strukturmodells von Merton (1974) bildet der Verschuldungsgrad den wichtigsten Faktor. Der Verschuldungsgrad drückt dabei den Anteil des Fremdkapitals am Gesamtvermögen des Unternehmens aus. Steigt diese Quote, erhöht sich im ersten Schritt die Risikoprämie der Eigenkapitalgeber und im zweiten Schritt die Prämie der Fremdkapitalgeber. Je höher der daraus resultierende Verschuldungsgrad, desto höher sind das zukünftige Ausfallrisiko und die damit verbundene CDS-Prämie. Die Allokation des Ausfallrisikos wird also für den Risikoverkäufer vermutlich teurer. Demnach ist zu erwarten, dass ein Anstieg des Verschuldungsgrades einen Anstieg der CDS-Prämie verursacht.
Die Volatilität des Aktienkurses gibt Auskunft über die Schwankungsbreite der Aktie und damit letztlich Auskunft über die Schwankungsbreite des Unternehmenswertes. Aus der Literatur lässt sich ableiten, dass mit einer höheren Volatilität die Prämie des CDS aufgrund eines erhöhten Risikoprofils steigen muss. Grund dafür ist, dass die Wahrscheinlichkeit der Überschreitung einer Ausfallgrenze und damit das verbundene Ausfallrisiko ansteigt. Höhere Volatilität bedeutet in diesem Fall ein höheres Ausfallrisiko.
Ein hohes Marktwert-Buchwert-Verhältnis drückt positive Erwartungen des Kapitalmarkts an die zukünftige Entwicklung bzw. Performance des jeweiligen Unternehmens aus und spiegelt gleichzeitig hohe Renditen wieder. Daher deutet es darauf hin, ob die Kapitalgeber höhere Erträge für die Zukunft erwarten als zuletzt in den Abschlüssen verbucht sind. Ist der Anteil des Marktwertes gegenüber dem Buchwert hoch, kann vermutet werden, dass die CDS-Prämie sinkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an Credit Default Swaps (CDS) und leitet die Fragestellung nach den firmenspezifischen Determinanten der CDS-Prämie ab.
2 Theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von CDS, definiert die Zielgröße und stellt die theoretischen Wirkungszusammenhänge sowie die daraus resultierenden Forschungshypothesen auf.
3 Stand der bisherigen empirischen Forschung: Hier erfolgt ein Überblick über relevante empirische Studien, die sich mit den Einflussfaktoren auf CDS-Prämien befassen, insbesondere basierend auf dem Strukturmodell von Merton.
4 Empirische Studie: In diesem Kapitel werden die Konzeption der Studie, die Operationalisierung der Variablen sowie die Ergebnisse der OLS-Regression inklusive einer ausführlichen Regressionsdiagnostik dargestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, diskutiert die Bestätigung der Hypothesen und gibt Ausblicke auf mögliche weiterführende Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Credit Default Swap, CDS-Prämie, Verschuldungsgrad, Volatilität, Marktkapitalisierung, Marktwert-Buchwert-Verhältnis, Return on Assets, OLS-Regression, Prime Standard, Finanzmarktanalyse, Ausfallrisiko, empirische Studie, Regressionsdiagnostik, Unternehmensfinanzierung, Kapitalmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, welche firmenspezifischen Faktoren einen messbaren Einfluss auf die Prämien von Credit Default Swaps (CDS) ausüben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen das Ausfallrisiko, die Kapitalstruktur von Unternehmen, die Marktvolatilität und die Bewertung von Unternehmen durch den Kapitalmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, durch eine empirische Untersuchung im Prime Standard zu klären, wie firmenspezifische Kennzahlen die CDS-Prämie beeinflussen und wie viel der Prämienvarianz durch diese Faktoren erklärt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Querschnittsregression mit der Methode der kleinsten Quadrate (Ordinary Least Squares, OLS) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Variablen, eine Übersicht zum Forschungsstand, die empirische Datenanalyse sowie eine detaillierte Prüfung der Modellgüte mittels Regressionsdiagnostik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind CDS-Prämie, Verschuldungsgrad, Volatilität, Marktkapitalisierung und OLS-Regression.
Wie wurde der Datensatz für die empirische Analyse bereinigt?
Der Datensatz basierte ursprünglich auf 324 Unternehmen des Prime All Share Index; nach der Bereinigung um fehlende Werte und extreme Ausreißer wurden 174 Unternehmen für die finale Analyse herangezogen.
Warum konnte die Hypothese zum Return on Assets (H3) nicht bestätigt werden?
Obwohl die ökonomische Theorie eine negative Korrelation zwischen Profitabilität und CDS-Prämie nahelegt, ergab die OLS-Regression für den untersuchten Datensatz keinen statistisch signifikanten Einfluss der Profitabilität (ROA) auf die Prämie.
Was ist die wichtigste Erkenntnis bezüglich der Regressionsdiagnostik?
Die Diagnose ergab, dass das Modell robust ist und lineare Zusammenhänge bestehen, obwohl die Annahme der Normalverteilung der Residuen nicht exakt erfüllt wird.
- Arbeit zitieren
- Simon Schweihoff (Autor:in), 2018, Firmenspezifische Determinanten der Credit Default Swap Prämie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355075