„Die Höhe der Energiepreise für Mobilität, Heizung und den Betrieb unzähliger technischer Geräte bestimmt die Wohlstandspositionen und damit den Erfolg der Bürger ... in erheblichem Umfang mit. Die Verfügbarkeit von Energie und ihr Preis entscheiden über die Konkurrenzfähigkeit zahlloser bestehender und zu schaffender Arbeitsplätze.“1 Aber wovon hängt die Verfügbarkeit und vor allem der Preis von Energie ab? Ist der Wettbewerb ein geeignetes Mittel, um eine sichere Versorgung mit Energie zu günstigen Preisen zu gewährleisten oder besteht ein trade off zwischen diesen beiden Zielen? Diesen und anderen Fragen möchte ich in der folgenden Arbeit nachgehen. Ich werde dabei im ersten Teil durch Begriffsbestimmungen und das Aufzeigen von Zusammenhängen die Grundlage für die folgenden Kapitel legen. Im zweiten Teil zeige ich Besonderheiten im Bereich der Elektrizitätswirtschaft auf. Anschließend gehe ich im letzten Teil konkret auf die Beziehung von Versorgungssicherheit und Wettbewerb ein. Zusätzlich betrachte ich das Ziel des Umweltschutzes und gehe auf Zielbeziehungen zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz ein.
Grundlage meiner Arbeit bilden Aufsätze in verschiedenen Fachzeitschriften sowie Ausführungen in ausgewählten Büchern. Ich möchte darauf hinweisen, dass der Schwerpunkt meiner Arbeit auf dem Netzbereich liegen wird. Grund dafür ist die Besonderheit des Netzbereiches und seine Auswirkungen auf den Wettbewerb, insbesondere auf vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen. Im Rahmen der leitungsgebundenen Energieversorgung wird wiederum die Elektrizität im Mittelpunkt meiner Betrachtungen stehen. Auf den Gassektor möchte ich deshalb nicht weiter eingehen, da sich die Ergebnisses des Themas gut an einem exemplarischen Sektor zeigen lassen.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
I. Aufbau der Arbeit
II. Begriffsbestimmungen (Wettbewerbsfähigkeit, Leitungsgebundenheit, Versorgungssicherheit)
III. Die leitungsgebundene Energieversorgung
1. Entwicklung der Öffnung der Energiemärkte
2. Gelöste und bestehende Problemfelder der Liberalisierung in Deutschland
3. Bedeutung der Umbrüche für die Energiepolitik
B. Elektrizitätswirtschaftliche Besonderheiten
I. Technische Besonderheiten und Problemfelder
II. Vergleich zu anderen Bereichen
III. Regelungserfordernisse
C. Energiewirtschaft im Wandel
I. Versorgungssicherheit im Wettbewerb
II. Versorgungssicherheit und Umwelt
III. Wettbewerbsfähigkeit und Umwelt
D. Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Liberalisierung auf die deutsche Elektrizitätswirtschaft, wobei der Schwerpunkt auf dem Netzbereich und dessen Einfluss auf den Wettbewerb liegt. Ziel ist es, die bestehenden Zielbeziehungen und das Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und Umweltschutz kritisch zu analysieren sowie die Rolle der Energiepolitik in diesem liberalisierten Kontext zu bewerten.
- Liberalisierung und Wettbewerbsorganisation im deutschen Strommarkt
- Technische und strukturelle Besonderheiten der Elektrizitätswirtschaft
- Regulierungsansätze (Ex-Ante vs. Ex-Post) im Netzsektor
- Wechselwirkungen zwischen Versorgungssicherheit und Wettbewerb
- Zielkonflikte zwischen wirtschaftlicher Effizienz und ökologischen Anforderungen
Auszug aus dem Buch
Technische Besonderheiten und Problemfelder
Die Energieversorgung gehört zu den elementaren Leistungen des täglichen Lebens. In den meisten Mitgliedstaaten der EU ist deshalb .. der Staat .. durch Kontroll- oder Aufsichtsmechanismen dafür verantwortlich, eine sichere, effektive und preisgünstige Energieversorgung zu ermöglichen und zu garantieren. Die Garantie der Versorgungssicherheit steht dabei insbesondere im Vordergrund, weil diese aus technischen Gründen besonders schwer zu garantieren ist. Ein technischer Grund besteht in der Netzgebundenheit des Gutes Strom, d.h. dass die Verfügbarkeit von Strom für den Verbraucher ein spezifisches Transport- und Verteilungsnetz voraussetzt. Dabei müssen sowohl Produzent als auch Abnehmer mit diesem Netz verbunden sein. Die Leitungsgebundenheit führt zu einer .. Abhängigkeit vom Netzbetreiber und stellt dabei die Wettbewerbsfähigkeit der Energiemärkte als Ganzes in Frage ... . Erschwerend kommt hinzu, dass Verteilungs- und Transportnetze weitgehend den Bedingungen eines natürlichen Monopols unterliegen, d.h. dass ein einzelnes integriertes Netz technisch kostengünstiger betrieben werden kann, als mehrere konkurrierende Netze, wenn die Betreiber sich wie wettbewerbsorientierte Akteure verhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Energiepreise und die Bedeutung der leitungsgebundenen Energieversorgung für die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft ein und definiert das Forschungsziel.
B. Elektrizitätswirtschaftliche Besonderheiten: Das Kapitel erläutert die technischen Charakteristika, wie die Leitungsgebundenheit, und diskutiert die daraus resultierenden regulatorischen Anforderungen an den Netzbetrieb.
C. Energiewirtschaft im Wandel: Hier wird analysiert, wie Wettbewerb und Versorgungssicherheit miteinander vereinbar sind und welche Rolle ökologische Zielsetzungen in diesem Kontext spielen.
D. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Ergebnisse fassen die Bedeutung des diskriminierungsfreien Netzzugangs und die Notwendigkeit von Anreizsystemen zur Effizienzsteigerung zusammen.
Schlüsselwörter
Elektrizitätswirtschaft, Liberalisierung, Strommarkt, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Netzzugang, Natürliches Monopol, Regulierung, Energiepolitik, Umweltschutz, Effizienzsteigerung, Netzbetreiber, Infrastruktur, Energiewirtschaftsgesetz, Unbundling
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Liberalisierung auf die deutsche Elektrizitätswirtschaft mit einem Fokus auf die Balance zwischen Wettbewerb und Versorgungssicherheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Netzregulierung, die ökonomischen Besonderheiten des Strommarktes, die Rolle der Politik im liberalisierten Markt und das Verhältnis zu ökologischen Zielen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie trotz technischer und struktureller Herausforderungen der Wettbewerb gefördert und gleichzeitig eine sichere Energieversorgung gewährleistet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Analyse von Fachzeitschriften und einschlägiger Fachliteratur, um die ökonomischen Zusammenhänge im Sektor darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die technischen Besonderheiten des Stromnetzes, die Notwendigkeit und Gestaltung der Regulierung sowie das Spannungsfeld zwischen ökonomischen und ökologischen Zielen thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Liberalisierung, Versorgungssicherheit, Netzzugang, natürliche Monopole und die Rolle der Energiepolitik.
Warum ist die Speicherbarkeit von Strom für den Wettbewerb problematisch?
Die mangelnde Speicherbarkeit erfordert eine zeitgleiche Produktion und Verbrauch, was hohe Anforderungen an die Kapazitätsplanung stellt und die politische Interventionsbereitschaft begründet.
Welche Rolle spielt die Ex-Ante-Regulierung im Netzsektor?
Sie wird als Instrument diskutiert, um Klarheit und Kalkulationssicherheit für Unternehmen zu schaffen, steht jedoch wegen der Marktvielfalt in Deutschland vor praktischen Umsetzungshürden.
- Quote paper
- Rico Hetzschold (Author), 2004, Die leitungsgebundene Energieversorgung zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35509