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Der Mythos Affe als Deutungsversuch für Ursprung und Ende der Menschheit

Der rezeptionsästhetische Ansatz Wolfgang Isers und die Figur des Affen in der Literatur

Title: Der Mythos Affe als Deutungsversuch für Ursprung und Ende der Menschheit

Research Paper (postgraduate) , 2016 , 13 Pages

Autor:in: Jasmin Hammon (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Anhand des rezeptionästhetischen Ansatzes Wolfgang Isers wird versucht, aufzuzeigen, wie die Figur des Affen in der Literatur zur Erklärung der Herkunft und der Zukunft des Menschen dient. Nach Wolfgang Isers lässt Kunst (und die Fiktion) „Leerstellen“, damit diese in hermeneutischer Annäherung durch den Rezipienten selbst erschlossen werden und dadurch Wissen generiert wird.

Hans Blumenberg sieht im Mythos eine Art Wissen in Form von Fiktion, welche das Unvertraute durch das Vertraute erschließen kann. Der Affe dient in der Literatur traditionell dazu, eine Erklärung für die menschliche Existenz zu finden, indem durch ihn die Leerstellen am Anfang und Ende der Biografie des Menschen gefüllt werden. Er karikiert menschliche Kulturtechniken, neuere Autoren wie Bernard Malamud stellen außerdem die Zukunft des Menschen in Frage, indem sie die institutionalisierte Religion kritisieren und diese als Teil der dekadenten menschlichen Kultur entlarven.

Aldous Huxley betrachtet die Evolution der menschlichen Spezies vollständig pessimistisch, denn, entgegen der vom Bürgertum des 19. Jahrhundert angenommenen Perfektibilität des Menschen sieht er dessen Unfähigkeit, sich aus seiner Tierhaftigkeit zu befreien. Für ihn ist sogar das Ende der Menschheit, das „Danach“, durch den Affen geprägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fiktion und Wissen

2. Die Rolle des Affen in der Fiktion

3. Zusammenfassung und weiterführende Gedanken

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die literarische Figur des Affen als Instrument dient, um existenzielle Fragen der Menschheit bezüglich ihrer Herkunft, Identität und Zukunft zu deuten und die durch Leerstellen in der Biografie des Menschen entstehenden Wissenslücken zu schließen.

  • Wechselbeziehung zwischen Fiktion, Mythos und menschlichem Sinnbedürfnis
  • Rezeptionstheoretische Analyse nach Wolfgang Iser
  • Der Affe als Symbol für die Ambivalenz zwischen Mensch und Natur
  • Kultur- und religionskritische Aspekte in der Literatur
  • Die literarische Verarbeitung von Evolutionsfragen und anthropologischen Leerstellen

Auszug aus dem Buch

2. Die Rolle des Affen in der Fiktion

Deutlich wird die Begegnung mit dem Eigenen und dem Anderen in der Literatur, wenn die Andersheit durch die Figur des Affen ausgedrückt wird. Dieser nahe Verwandte des Menschen blickt diesen an und wirft so Fragen nach Ähnlichkeit und Verschiedenheit auf, wie es Gerhard Neumann in seinem Aufsatz Der Blick des Anderen detailliert herausarbeitet. Er zeigt auf, wie sich traditionell die Fabel und der Mythos, als Vertreter der mündlichen Fiktion, an der Tierwelt bedienen, um allegorisch menschliche Verhaltensweisen und Charakterzüge in überspitzter Form darzustellen. Dies habe zumeist eine belehrende Funktion, das Tier werde nicht als Tier dargestellt, sondern ist global anthropomorphisiert (vgl. Brunner, Moritz 2006, S. 117) und halte dem Menschen den Spiegel vor. Durch die Figur des Affen wird auf diese Weise stets das Verhältnis des Menschen zur Natur aufgezeigt. Er steht dadurch symbolisch für die Zwiespältigkeit der menschlichen Existenz, denn der Mensch empfindet sich als zerrissen zwischen Natur und Kultur, zwischen animalischer und rationaler Seite. Dies wird deutlich durch den Blick des Affen, der die Identität des Menschen in Frage stellt, da er zugleich ähnlich und doch verschieden ist. So sei es nach Neumann „die Frage nach dem Blick des Anderen und seiner Identität stiftenden Kraft, inszeniert als Blickwechsel zwischen dem >Kulturkörper< des Menschen und dem >Naturkörper< des Tiers.“ (Neumann 1996, S. 91).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fiktion und Wissen: Dieses Kapitel erläutert das menschliche Grundbedürfnis nach Sinnhaftigkeit und zeigt auf, wie Fiktion und Mythos als Instrumente dienen, um Leerstellen in der menschlichen Biografie zu füllen und Wissen zu generieren.

2. Die Rolle des Affen in der Fiktion: Der Hauptteil untersucht die symbolische Funktion des Affen als literarische Figur, die den Menschen mit seiner eigenen Tierhaftigkeit konfrontiert und sowohl kulturkritische als auch anthropologische Fragen aufwirft.

3. Zusammenfassung und weiterführende Gedanken: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung der Literatur als Kompensationsmöglichkeit für die Unverfügbarkeit von Wissen über Ursprung und Ende der menschlichen Existenz.

Schlüsselwörter

Affe, Fiktion, Mythos, Literatur, Identität, Alterität, Wolfgang Iser, Kulturkritik, Menschsein, Evolution, Leerstellen, Sinnhaftigkeit, Anthropologie, Religion, Hermeneutik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die literarische Figur des Affen genutzt wird, um das menschliche Selbstverständnis sowie existenzielle Fragen zur Herkunft und Zukunft der Spezies Mensch zu verhandeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle von Fiktion und Mythos bei der Sinnstiftung, die anthropologische Bedeutung der Tier-Mensch-Beziehung und die kulturkritische Auseinandersetzung mit Religion und Zivilisation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie literarische Texte durch die Figur des Affen die sogenannten "Leerstellen" der menschlichen Biografie besetzen, um das Unaussprechliche oder Unbekannte erfahrbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert primär auf dem rezeptionsästhetischen Ansatz von Wolfgang Iser, ergänzt durch literaturwissenschaftliche Analysen von Motiven bei Autoren wie Kafka, Huxley und Malamud.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der literarischen Darstellung des Affen als Spiegel des Menschen, wobei der Fokus auf dessen Rolle als imitierendes Wesen, als Sündenbock und als Kritiker menschlicher Dekadenz liegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Affe, Identität, Alterität, Kulturkritik, Fiktion, Leerstellen und Anthropologie.

Warum wird gerade der Affe als literarische Figur gewählt?

Der Affe gilt als naher Verwandter des Menschen und eignet sich daher ideal, um die Ambivalenz zwischen natürlichem Ursprung und kultureller Selbstüberhöhung aufzuzeigen und die menschliche Identität zu hinterfragen.

Welche Rolle spielt die Kulturkritik in den analysierten Werken?

In den untersuchten Werken, etwa bei Aldous Huxley oder Bernard Malamud, dient der Affe dazu, die menschliche Zivilisation, ihre technologische Hybris und die Institutionalisierung von Religion als fehlbar und oft destruktiv zu entlarven.

Wie interpretieren die Autoren das Ende der Menschheit?

Die Literatur deutet das Ende oft als Rückfall in die Tierhaftigkeit oder als Resultat der Unfähigkeit des Menschen, aus seinen Fehlern zu lernen, wobei der Affe oft als Zeuge oder Nachfolger fungiert.

Welche Bedeutung hat das Konzept der "Leerstellen" nach Wolfgang Iser?

Iser postuliert, dass literarische Texte bewusste Lücken enthalten, die der Leser durch seine eigene Interpretationsleistung füllen muss, wodurch Literatur zu einem fortlaufenden Prozess der Wissensgenerierung wird.

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Details

Title
Der Mythos Affe als Deutungsversuch für Ursprung und Ende der Menschheit
Subtitle
Der rezeptionsästhetische Ansatz Wolfgang Isers und die Figur des Affen in der Literatur
College
University of Limoges
Author
Jasmin Hammon (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V355119
ISBN (eBook)
9783668413252
ISBN (Book)
9783668413269
Language
German
Tags
mythos affe deutungsversuch ursprung ende menschheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Hammon (Author), 2016, Der Mythos Affe als Deutungsversuch für Ursprung und Ende der Menschheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355119
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