Konjunkturen und Krisen. Industrialisierungsprozesse der Neuzeit

Ein Stundenprotokoll im Fach Geschichte der Jahrgangsstufe 11


Zusammenfassung, 2014

7 Seiten, Note: 13 Punkte

Franziska Sänger (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Stundeninhalt

Arbeitsmaterialien

Verlauf

Persönliche Reflexion

Stundeninhalt

In den Unterrichtsstunden stellt der Kurs anhand von Text- und Bildquellenarbeit Zusammenhänge über die erste industrielle Revolution dar und klärt dabei zum einen die Frage, welche technischen, wirtschaftlichen und industriellen Bedingungen die Industrialisierung ermöglichten, und welchen wirtschaftsliberalen Überlegungen diese zugrunde lag. Die Schüler gehen zum anderen hierbei auf mögliche gesellschaftliche und politische Veränderungen ein.

Arbeitsmaterialien

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verlauf

Zu Beginn der Stunde teilt der Lehrer kleine Zettel mit diversen Begriffen aus, welche die Schüler in selbstgewählten Gruppen von drei bis vier Mitgliedern in ein Fließschema bringen sollen. Die vorgesehene Zeit beträgt dafür etwa fünfzehn Minuten. Nach internen Diskussionen und Überlegungen stellen zwei Schülerinnen aus verschiedenen Gruppen jeweils ihre Ergebnisse vor. Alle anderen Mitschüler ergänzen und fügen eventuelle Verbesserungsvorschläge hinzu, sodass schließlich ein übersichtliches Fließschema zum Thema Kapitalbildung und Kommunikationsstrukturen entsteht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Lehrer erläutert die Zusammenhänge erneut, um eventuelle Unklarheiten zu besprechen. Von der „Investition der Gewinne“ lässt sich beispielsweise ein Pfeil zur „Dampfmaschine“ setzen, außerdem zur „Lohnarbeit“, wobei der Lehrer kurz auf die Soziale Frage eingeht. Möglicherweise hätte man gewisse Begriffe mit den Pfeilen ebenfalls in andere Beziehungen setzen können, der Kurs einigt sich jedoch auf das oben dargestellte Grundschema. Es wird festgestellt, dass der aufgezeigte Prozess gut mit der bereits besprochenen Phaseneinteilung in die fünf Wachstumsstadien von Walt W. Rostow in Verbindung gebracht werden kann.

Nach diesem ersten Teil der beiden Unterrichtsstunden bittet der Lehrer die Schüler zunächst, das Lehrbuch aufzuschlagen und einen Blick auf eine darin dargestellte Bildquelle zu werfen. Der Kurs wird dabei vorerst aufgefordert, die Wirkung und den ersten Eindruck des Bildes zu schildern, ohne jegliche Interpretation.

Nach kurzem Überlegen scheinen sich alle über die Wirkung einig zu sein. Die Farbe ist sehr hell und es wird eine relativ triste Stimmung vernommen. Der Lehrer schreibt die Assoziationen des Kurses an die Tafel, das Hauptaugenmerk ist hierbei die Umweltverschmutzung, welche die Schüler anhand der Farbgestaltung vermuten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Foto: United Archives Die Dampfmaschine veränderte das Land, zum Beispiel im Kohlerevier der britischen Midlands

Der Lehrer stimmt dem Resultat jedoch nicht gänzlich zu, da die Quelle auf einen anderen Zusammenhang schließen lässt. Er verweist daher auf die in den vergangenen Stunden bereits besprochenen formalen Merkmale einer Quelle und bittet den Kurs, diese darzulegen. Dazu werden im Lehrbuch die Arbeitsschritte zur Interpretation von Bildquellen betrachtet, und Bezug zum vorliegenden Bild hergestellt.

- Verfasser: unbekannt
- Zeit: Das Gemälde entstand im Jahre 1792. Es ist demnach etwa zehn Jahre her, dass die neue Dampfmaschine ihren Nutzen fand.

Die Schüler stellen fest, dass das Problem Umweltverschmutzung für diese Zeit also gar nicht relevant war.

In Folge dessen kommt daher die Frage auf: Welche ist die eigentliche Intension des Malers gewesen?

Der Lehrer nimmt dazu Bezug zu der Stimmung des Bildes. Er fragt den Kurs, ob ein Sonnenuntergang oder ein Sonnenaufgang abgebildet wird. Die Schüler entscheiden sich für letzteres und realisieren eine Verbindung zu den damaligen technischen Innovationen und dementsprechend „goldigen Zeiten“. Der Qualm der Schornsteine bildet ebenfalls eine Steigerung: Es geht aufwärts – eine kontinuierliche und durchaus positive Entwicklung erfolgt. Die Zeichnung beinhaltet viele nach oben ragende Elemente, die Symbolik und Bildgestaltung harmonieren miteinander.

Die Schüler analysieren die drei Ebenen und bezeichnen für den

- Vordergrund ➔ Vergangenheit
- Mittelgrund ➔ technische Entwicklung
- Hintergrund ➔ Zukunft

Als nächstes fordert der Lehrer den Kurs dazu auf, den kurzen Text unter der Bildquelle durchzugehen.

Einsatz einer früheren Dampfmaschine im englischen Bergbau

Mithilfe der vom britischen Erfinder James Watt 1782 optimierten Dampfmaschine und dem 1784 durch Henry Cort eingeführten Puddelverfahren lösten Eisen und Kohle Holz als universellen Energieträger und Baustoff ab. Gemälde 1792.

Die Schüler registrieren die Kohle damit als Voraussetzung für den gesamten Entwicklungsprozess.

Zum Abschluss verweist der Lehrer erneut auf die Arbeitsschritte im Lehrbuch. Der Kurs geht gemeinsam die Schritte der Erläuterung durch und trifft schließlich auf die Beurteilungsfragen, besonders auf die erste davon:

1. Ist das Bild repräsentativ für seine Zeit, und anhand welcher Kriterien lässt sich das beurteilen?

Die Schüler beantworten diese Frage mit „ja“ und begründen es damit, dass etwas Stück für Stück entsteht. Das Bild bezeichnet Kahlheit, denn Holz bleibt abwesend, es wird nicht mehr benötigt. Für die Industrie spielt nun Kohle, die den Übergang vom Holzkohlebrennstoff zum Kohlebrennstoff darstellt, eine entscheidende Rolle. Außerdem sind die Prozesse in dem Gemälde symbolisch verdichtet enthalten und es wird auf die bereits erwähnten „goldigen Zeiten“ geschlossen.

Im letzten Unterrichtsteil liegt der Fokus auf einer zweiten Quelle, diesmal in Form eines Textes. Der Verfasser John Komlos, ein ungarisch-US-amerikanischer Wirtschaftshistoriker, nennt hierbei wesentliche Merkmale des Industrialisierungsprozesses. Des Weiteren nimmt er eine Rückbetrachtung der größeren Zusammenhänge in der Industrialisierung vor.

„Die industrielle Revolution war sowohl revolutionär als auch evolutionär.“

Der Lehrer erteilt den Schülern die Aufgabe, den Text durchzulesen und schreibt das oben ersichtliche Zitat an die Tafel. Im Anschluss expliziert der Kurs, welche Bedeutung die Begriffe revolutionär und evolutionär in diesem Zusammenhang haben.

Die Schüler tragen ihre Vorschläge anhand von Textbelegen zusammen und es entsteht folgende Auflistung:

- Bruch mit früherem ökonomisch-demografischem System
- permanentes Wirtschaftswachstum
- steigende Marktaktivität
- kontinuierliches Bevölkerungswachstum ➔ Nachfragesteigerung

➔ Realisierung von Skalenerträgen (Kostenvorteile der Massenproduktion) in der Industrie, Urbanisierung ➔ förderlich für Marktexpansion und Produktivitätsverbesserung

- keine demografischen Katastrophen (z.B. Hungersnöte, Krankheiten)
- Übersee
- weitere Arbeitsteilung und Produktionszuwächse ➔ Anreiz für weitere Spezialisierung

Komlos geht außerdem auf den Aufschwung der wirtschaftlichen Aktivitäten ein. Die industrielle Revolution brachte seinen Aussagen nach ein neues demografisches System mit sich, jedoch kein neues Wirtschaftssystem. Viele der Strukturen des Kapitalismus gab es im westlichen Europa schon längere Zeit. Die Preise der meisten Güter wurden nicht durch Erlasse beschlossen, sondern durch den Markt.

- Wachstum eines effizienten Wirtschaftssystems

Persönliche Reflexion

Zu Beginn der Stunde wurden, wie bereits erwähnt, Zettel mit unterschiedlichen Begriffen an uns ausgeteilt. Dabei hatten wir die Aufgabe, diese in ein zusammenhängendes Schema zu bringen. Ich empfand es als eine produktive Methode, sich noch einmal intensiv mit dem Thema der vergangenen Stunden auseinandersetzen zu müssen und zusätzlich in den Gruppen diskutieren zu können. Außerdem war es mal eine andere Variante, den Unterricht zu beginnen.

Die Quellenarbeit hat den Großteil unserer Unterrichtszeit ausgemacht. Die Wirkung des Bildes zu analysieren und es zu interpretieren, war für mich ziemlich ansprechend. Man konnte Kreativität beweisen und Vermutungen anstellen, um so die Zusammenhänge aufzudecken. Der Text von John Komlos war dazu eine aufschlussreiche Zusammenfassung über die wichtigsten Merkmale der Industriellen Revolution.

Insgesamt fand ich den Unterricht aufgrund der Anwendung diverser Arbeitstechniken besonders abwechslungsreich und interessant. Es fällt leichter, Zusammenhänge zu verstehen, indem man gewisse Themen auch mal aus anderen Perspektiven beleuchtet, bzw. auf Ereignisse eingeht, die trotz ihrer für einen selbst scheinbaren Unbedeutsamkeit enorme Einflüsse auf große Entwicklungsprozesse genommen haben.

Jedoch möchte ich trotz allem Positiven noch hinzufügen, dass an manchen Stellen vielleicht nicht immer präzisiert wurde, zwischen welchen Fakten und Hintergrundwissen zu differenzieren war.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Konjunkturen und Krisen. Industrialisierungsprozesse der Neuzeit
Untertitel
Ein Stundenprotokoll im Fach Geschichte der Jahrgangsstufe 11
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2014
Seiten
7
Katalognummer
V355131
ISBN (eBook)
9783668415188
Dateigröße
545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Industrialisierung, Industrielle Revolution, Dampfmaschine, England, Wirtschaft, Spinnmaschine, 19. Jahrhundert, Revolution, Weltwirtschaft, Geschichte, Europa
Arbeit zitieren
Franziska Sänger (Autor), 2014, Konjunkturen und Krisen. Industrialisierungsprozesse der Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355131

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