Humanisierung der Arbeit


Hausarbeit, 2004

18 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffliche Abgrenzung
2.1 Naturwissenschaftliche Anthropologie
2.2 Humanistische Anthropologie
2.3 Marxistische Anthropologie
2.4 Christliche Anthropologie
2.5 Ableitung einer Definition

3 Humanisierung und Organisation

4 Organisationale Demokratie
4.1 Ziele Organisationaler Demokratie
4.2 Geschichtliche Entwicklung
4.3 Beteiligungsgrade
4.4 Gegenstand und Reichweite Organisationaler Demokratie

5 Selbstverwaltung als Form Organisationaler Demokratie

6 Fazit

Literatur

1 Einleitung

Wie immer der Begriff der Arbeit definiert wird, Faktum ist, dass der Mensch einen großen Teil seines Lebens zur Arbeit gezwungen ist, um dadurch den Lebensunterhalt für sich selbst und in vielen Fällen auch für seine Familie zu erwerben.

Zu Zeiten der Industrialisierung wurde dieser Zwang nach Existenzsicherung teilweise durch unmenschliche Arbeitstätigkeiten, die von den Organisationsmitgliedern erwartet wurde, ausgenutzt. Hier handelten die Führungskräfte nach tayloristischen Ansätzen einer optimalen Arbeitsgestaltung.

Erst die Hawthorne-Experimente von 1924 erschütterten das tayloristische Weltbild und stellten die Befriedigung von sozialen Bedürfnissen als einen wichtigen Faktor für die Qualität der Arbeitsleistung in den Mittelpunkt.

Diese Ausarbeitung widmet sich der einleitend beschriebenen Entwicklung der Humanisierung der Arbeit, klärt in diesem Sinne wichtige Begrifflichkeiten und zeigt typische arbeitsorganisatorische Modelle auf. Weiter stellt diese Arbeit einen wissenschaftlichen Ansatz zu der Thematik vor und erläutert kurz den Zusammenhang von Humanisierung und Organisation.

In einem Exkurs beziehe ich die organisationale Demokratie mit in meine Überlegungen ein, welche ich an einem Beispiel näher bringen möchten und ende abschließend mit einem Fazit.

2 Begriffliche Abgrenzung

Im nachfolgenden Abschnitt sollen die vier wesentlichen anthropologischen Grundlagen zu dem Begriff der Humanität erläutert werden, um auf dieser Grundlage eine allgemeine Definition des Begriffs der Humanisierung der Arbeit abzuleiten.

2.1 Naturwissenschaftliche Anthropologie

Die naturwissenschaftliche Anthropologie orientiert sich im Wesentlichen am naturwissenschaftlich-biologischen Bild des Menschen, welches auf der Basis allgemeiner Ergebnisse aus dem Bereich der Ethnologie und der Verhaltensforschung entwickelt wurde. Demnach ist der Mensch durch die Reduktion seiner Instinkte geprägt, was ihm eine plastische Antriebsstruktur verleit und in Bezug auf den Aspekt der Weltoffenheit frei entscheiden kann. Der Mensch wird nach dieser Auffassung als „handelndes Wesen“ definiert, das für sein eigenes Handeln die Verantwortung übernimmt.[1]

2.2 Humanistische Anthropologie

Die humanistische Anthropologie basiert auf einem philosophischen Hintergrund, der sich aus der Auffassung vom Wesen des Menschen entwickelt hat. So fordert beispielsweise der Philosoph und Publizist Gerhard Szczesny einen „Minimalkatalog individual- und sozialethischer Normen“, auf dessen Grundlage sich der Mensch für Toleranz und Vernunft einsetzt.[2]

In diesem Zusammenhang nennt Szczesny Eigenschaften wie Mündigkeit, Unbefangenheit, Individualismus und Gruppenverhalten, die die Grundlage für eine gruppenspezifische Verhaltensweise bilden. Setzt man diese vier Verhaltensweisen in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext, so lässt sich daraus ableiten, dass der Mensch sich für „die Entfaltung individueller und gruppenspezifischer Verhaltensweisen und Überzeugungen einsetzt“.[3]

Ein weiterer Aspekt der humanistischen Anthropologie bildet das Streben nach Selbstverwirklichung und Individualität. Dieser Punkt findet vor allem in der Motivationstheorie Anwendung, mit der sich beispielsweise Maslow oder Herzberg intensiv auseinander gesetzt haben.[4]

2.3 Marxistische Anthropologie

Die marxistische Anthropologie vertritt die These, dass der Mensch durch die Produktionsverhältnisse und die objektiven Arbeitsbedingungen geprägt ist. Die kämpferische Auseinandersetzung mit der bedrückenden Umwelt stellt nach Marx das Glück des Menschen dar. In Verbindung mit der Forderung nach einer klassenlosen Gesellschaft bildet der Kampf gegen alle erniedrigenden Verhältnisse den Ausgangspunkt des marxistischen Humanitätsbegriffes, um die Entfremdung des Menschen zu überwinden.[5]

2.4 Christliche Anthropologie

Die Würde des Menschen besteht nach Aussage der Bibel darin, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Dieses Verhältnis zu Gott lässt zugleich die Intensität deutlich werden, wie stark der Mensch von seinem Vorbild abhängig ist und beeinflusst wird. In der christlichen Überzeugung wird die Meinung besonders stark vertreten, dass Gott dem Menschen die notwendigen Maßstäbe zur Beurteilung seines eigenen Handelns gegeben hat. Diese Ansicht wird besonders deutlich, wenn man die verantwortliche Bindung des Menschen zu Gott näher betrachtet. Weltoffenheit setzt somit Gottesbezogenheit voraus und ist nach Ansicht der christlichen Anthropologie gleichbedeutend, mit der Bestimmung des Menschen offen gegenüber seinen Mitmenschen und seiner Umwelt zu sein.[6]

2.5 Ableitung einer Definition

Fasst man die gesammelten Erkenntnisse über die verschiedenen Menschenbilder zusammen, ergeben sich mehrere Konsequenzen, die anschließend zu einem Arbeitshumanisierungsbegriff abgeleitet werden.

Es wird deutlich, dass Arbeitshumanisierung immer von der Betrachtungsweise der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer[7] abhängt, ob eine Arbeitssituation „human“ oder „inhuman“ ist. Somit sind Arbeitshumanisierungsmaßnahmen immer durch das individuelle Vorverständnis in Verbindung mit den verschiedenen anthropologischen Merkmalen verknüpft. Des Weiteren fordert ein Programm der Arbeitshumanisierung die Beteiligten zu Kompromissen untereinander auf, die aufgrund der verschiedenen Sichtweisen und den damit einhergehenden Teilzielen der Betroffenen notwendig sind. Zielkomponenten könnten beispielsweise die Verbesserung der physischen, psychischen und sozialen Arbeitsbedingungen sein. Somit muss der sehr allgemeine Begriff der „Menschlichkeit“ konkretisiert werden, um eine Grundlage für Arbeitshumanisierungsmaßnahmen zu schaffen[8]

Überträgt man die genannten Konsequenzen auf die betriebliche Alltagspraxis und auf die unternehmerischen Strategien, so erscheint folgende Definition als logisch:

„Humanisierung der Arbeit umfasst alle betrieblichen Strategien und Maßnahmen, die einer konkreten Verbesserung der Arbeitssituation im Sinne bestimmter Humanziele dienen.“[9]

[...]


[1] Vgl. Kreikebaum, H.; Herbert, K.-J.: Humanisierung der Arbeit, Gabler Verlag, Wiesbaden 1988, S. 9..

[2] Vgl. ebenda.

[3] Ebenda.

[4] Vgl. Kreikebaum, H.; Herbert: K.-J., a.a.O., S. 9.

[5] Vgl. ebenda, S. 9 f.

[6] Vgl. ebenda.

[7] Aus sprachlichen Vereinfachungsgründen wird in dieser Ausarbeitung das Maskulinum verwendet. Weibliche Akteure sind jeweils durchgehend eingeschlossen.

[8] Vgl. Kreikebaum, H.; Herbert, K.-J.: a.a.O., S. 11.

[9] Ebenda.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Humanisierung der Arbeit
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V35524
ISBN (eBook)
9783638354165
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Humanisierung, Arbeit
Arbeit zitieren
Thomas Galsterer (Autor), 2004, Humanisierung der Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35524

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