Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Ostberliner Presseberichterstattung sowohl über den allgemeinen Fußballspielbetrieb im demokratischen Sektor Berlins und der SBZ, also der späteren DDR, als auch über den internationalen Fußball in den Jahren 1950-1953. Grundlage dieser Analyse bildet die täglich in Ostberlin erschienene Berliner Zeitung. Dazu werden jegliche in dieser Zeit erschienenen und gleichzeitig zum Fußball bezugnehmenden Artikel unter folgender Fragestellung untersucht (ausgenommen davon sind aus technischen Gründen der 07.1950 sowie der 12.1951):
„Was und wie berichtete die Berliner Zeitung 1950-1953 über den Fußball?“
Die an die zu untersuchenden Artikel gerichtete Frage ist absichtlich sehr allgemein gefasst, da das zu untersuchende Material sehr umfangreich ist und einen großen Zeitraum abdeckt. Deshalb kann eine spezifische Fragestellung dazu führen, dass einige wichtige und interessante Aspekte der Fußballberichterstattung in der Berliner Zeitung 1950-1953 nicht erfasst werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1. Nachkriegsdeutschland: Fußball in der Ostzone und der DDR
2. Aktueller Forschungsstand
3. Quellenkritik
3.1. Presse in der DDR
3.2. Die Berliner Zeitung
4. Aufbau der Arbeit
II. Darstellung des methodischen Vorgehens
1. Die Verbindung von qualitativer und quantitativer Analyse
2. Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
2.1 Erstellung des Kategoriensystems
2.1.1 Auswahl der Stichprobe
2.1.2 Das Kategoriensystem
III. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse
1. Die Frequenzanalyse
2. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
IV. Fazit
1. Die Fußballberichterstattung
2. Die Forschungsmethode
3. Forschungsperspektiven
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Ostberliner Presseberichterstattung über den Fußball in den Jahren 1950 bis 1953 anhand der "Berliner Zeitung" systematisch zu analysieren, um Erkenntnisse über die Rolle des Sports im politischen und gesellschaftlichen Kontext der frühen DDR zu gewinnen.
- Analyse der Fußballberichterstattung in der Berliner Zeitung im Zeitraum 1950–1953
- Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring unter Einbezug einer Frequenzanalyse
- Untersuchung der politischen Einflussnahme und der Instrumentalisierung des Sports
- Erforschung des Verhältnisses zwischen Ostberliner Sport und der DDR-Gesellschaft
- Bewertung der kritischen Berichterstattung innerhalb der SED-geprägten Presselandschaft
Auszug aus dem Buch
3. Quellenkritik
Bevor im folgenden Kapitel auf die für diese Arbeit zu untersuchende „Berliner Zeitung“ eingegangen wird, ist es zunächst wichtig sich die Rolle der Presse und den Einfluss der Politik auf das Zeitungswesen in der SBZ bzw. der DDR bewusst zu machen.
„Die Presse ist das früheste und wichtigste Medium in der SBZ sowie im ersten Jahrzehnt der DDR. Sie stand im Mittelpunkt der Kommunikationspolitik der 50er Jahre.“ So bewertete Rolf Geserick die Rolle der Presse in der SBZ und der DDR im Jahre 1987. Für ihn sind einige Punkte der damaligen westlichen Merkmale des Begriffsverständnisses von Kommunikationspolitik nicht mit dem Konzept der DDR vereinbar. Dazu zählen die Konkurrenz gesellschaftlicher Gruppen und die Unzuständigkeit des Staates. Bereits zur Zeit der SBZ gab es Verordnungen, welche besagten, dass eine Publikation von Zeitungen nur Parteien und Massenorganisationen gestattet war. Seit ihrer Gründung am 22.04.1946 gewann die Sozialistische Einheitspartei Deutschland immer mehr an Einfluss. 1947 existierten bereits neun SED-Zeitungen, die einer sowjetischen Zensur unterlagen. Bis 1950 entwickelten sich dann die einst bürgerlich-unabhängigen Zeitungen zu Mitteilungsblättern der Parteien, unter denen die SED die Vormachtstellung inne hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage des Fußballs im Nachkriegsdeutschland ein, beleuchtet den Forschungsstand und legt die methodische Grundlage sowie die Fragestellung für die Analyse der "Berliner Zeitung" dar.
II. Darstellung des methodischen Vorgehens: Hier wird die Wahl der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring begründet, die Verbindung mit einer Frequenzanalyse erläutert und die detaillierte Entwicklung des Kategoriensystems zur Auswertung des Pressematerials beschrieben.
III. Auswertung und Darstellung der Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die quantitativen Daten der Frequenzanalyse und interpretiert die Ergebnisse im Hinblick auf die inhaltlichen Schwerpunkte der Berichterstattung.
IV. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Ausrichtung der Berichterstattung zusammen, bewertet die angewandte Forschungsmethode kritisch und skizziert potenzielle zukünftige Forschungsperspektiven.
Schlüsselwörter
Fußballberichterstattung, Berliner Zeitung, DDR, SBZ, Qualitative Inhaltsanalyse, Mayring, Sportgeschichte, SED, Pressefreiheit, Politische Instrumentalisierung, Frequenzanalyse, Ostberlin, Sportpädagogik, DDR-Oberliga, Medienforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Fußballberichterstattung in der "Berliner Zeitung" im Zeitraum von 1950 bis 1953, um die mediale Darstellung des Sports in der Entstehungszeit der DDR zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Berichterstattung über den nationalen und internationalen Fußball, die politische Instrumentalisierung des Sports sowie die kritische Auseinandersetzung der Zeitung mit organisatorischen Mängeln.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch eine systematische Analyse der Pressebeiträge ein Bild davon zu zeichnen, wie Fußball in den frühen 1950er Jahren in der DDR-Tagespresse gerahmt und ideologisch verortet wurde.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin verwendet die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, ergänzt durch eine Frequenzanalyse, um eine strukturierte und nachvollziehbare Auswertung der Texte zu gewährleisten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der methodischen Herleitung, der Definition des Kategoriensystems anhand einer Stichprobe und der anschließenden Auswertung sowie Interpretation der kodierten Zeitungsartikel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind DDR-Sportgeschichte, Berliner Zeitung, qualitative Inhaltsanalyse, Medienkontrolle, politische Instrumentalisierung und Fußballberichterstattung.
Warum wurde ausgerechnet die "Berliner Zeitung" als Quelle gewählt?
Die Wahl fiel auf die "Berliner Zeitung", da sie einen täglich erscheinenden Sportteil bot, gut archiviert war und trotz der SED-Dominanz eine vergleichsweise offene und kritische Berichterstattung pflegte.
Welche besondere Rolle spielte der Sport in dieser Zeit laut den Ergebnissen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Sportler oft als "Diplomaten im Trainingsanzug" fungierten und der Fußball als Mittel zur Propagierung von Frieden, Einheit und der Überlegenheit des kommunistischen Systems genutzt wurde.
- Quote paper
- Philipp Schmidt (Author), 2015, Fußballberichterstattung in der "Berliner Zeitung" 1950-1953, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355440