Die Arbeit behandelt die Entwicklung und die Besonderheiten des Francais Québecois. Es wird die geschichtliche Entwicklung Québecs vorgestellt, wobei der Fokus auf historische Begebenheiten gelegt wird, welche Einfluss auf die Entwicklung des Francais Québecois hatten und diese beeinflussten. Im Anschluss wird das Francais Québecois analysiert. Dabei werden die folgenden Bereiche behandelt: Lexik, Phonologie, Morphologie und Syntax. Es wird zusätzlich oft das Standardfranzösisch als Vergleich herangezogen.
Québec ist eine Region im Osten Kanadas, welche den größten frankophonen Bevölkerungsanteil des Landes hat und in der Französisch die Amtssprache ist. Sie hat eine Fläche von 1,5 Millionen km², mehr als doppelt so groß wie Frankreich, und ist mit nur 7,5 Millionen Menschen im Vergleich zu Frankreich (65 Millionen Einwohner) sehr dünn besiedelt. Interessant ist, dass die Region seit Jahrhunderten von anglophonen Gebieten umringt ist und allerlei politische Veränderungen überstanden hat. Trotz alledem hat sich in ihr, sowie in Ontario und einigen anderen westlichen Provinzen Kanadas, die französische Sprache bewahren können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichte Québecs
2.1 Erste Aufzeichnungen Québecs
2.2 Kolonialzeit unter den Briten
2.3 Beginnende Umstrukturierung Kanadas
2.4 Das heutige Québec
3. Qualität des Français Quebecois
4. Linguistische Analyse des Français Québécois
4.1 Syntax
4.2 Morphologie
4.3 Phonetik
4.3.1 Vokale
4.3.2 Konsonanten
4.4 Lexikologie
4.4.1 Archaismen
4.4.2 Lehnwörter durch indigene Bevölkerungen Nordamerikas
4.4.3 Anglizismen
5. Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Français Québécois einer linguistischen Analyse zu unterziehen, um dessen sprachliche Besonderheiten sowie die signifikanten Unterschiede zum Standardfranzösischen aufzuzeigen und sprachhistorisch zu kontextualisieren.
- Historische Entwicklung und Einflüsse auf die Sprache in Québec
- Strukturelle Analyse der Syntax und Morphologie
- Phonetische Divergenzen und deren Auswirkungen auf die Verständlichkeit
- Lexikalische Besonderheiten durch Archaismen und Sprachkontakt
- Einfluss der anglophonen Umgebung und Integration von Anglizismen
Auszug aus dem Buch
4.3.1 VOKALE
Als erste Divergenz des Français Québécois zum Standardfranzösisch möchte ich die Aussprache des Diphtongs /oi/ in Pronomen und Verben vorstellen. Kommt diese phonologische Folge am Ende eines Wortes vor, so wird diese nicht als [wa], sondern wie folgt ausgesprochen: [we]. So erhalten wir zum Beispiel eine besondere Betonung bei den Verben boire und voir, wie in den folgenden zwei Beispielen zu sehen ist: je bois de l'eau (ffr. [bwa] → kfr. [bwe]) oder on voit loin (ffr. [vwa]→ kfr. [vwe]). Als Bespiel für Pronomen, möchte ich das Wort moi (ffr. [mwa] → kfr. [mwe]) und toi (ffr. [twa] → kfr. [twe]) nennen (Dumas, 1994, S. 24).
Bleiben wir beim Wortende und betrachten wir den hinteren Vokal /a/ am Ende eines Wortes. In Québec wird dieser nicht als [ɑ], sondern als [ɔ] gesprochen. Dies lässt sich anhand des Satzes dis pas ça (ffr. [dipɑsɑ] → kfr. [dzipɔsɔ]) zeigen (Corbett, 1993, S. 252). Ähnliches ist bei der Imperfektendung auf /ɛ/ zu hören. Diese wird wie ein /a/ ausgesprochen. Als Beispiel lässt sich hier j'arrivais (ffr. [ʒaʀivɛ]→ kfr. [ʒaʀiva]) nennen (Corbett, 1993, S. 253).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung des Français Québécois durch persönliche Erfahrungen und definiert das Ziel, die sprachlichen Charakteristika der Region darzustellen.
2. Geschichte Québecs: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der Entdeckung über die koloniale Zeit unter den Briten bis zur kulturellen Selbstbehauptung der frankophonen Bevölkerung nach.
3. Qualität des Français Quebecois: Es wird untersucht, welche historischen Einschätzungen zur Reinheit und Qualität des kanadischen Französisch existieren und warum es sich um eine eigenständige Varietät handelt.
4. Linguistische Analyse des Français Québécois: Dies ist der Hauptteil, der systematisch Unterschiede in Syntax, Morphologie, Phonetik und Lexikologie analysiert.
5. Schlussteil: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung des sprachlichen Erhalts für die Identität der Bevölkerung von Québec hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Français Québécois, Québec, Sprachvarietäten, Linguistik, Phonetik, Syntax, Morphologie, Lexikologie, Archaismen, Anglizismen, Sprachkontakt, Indigene Sprachen, Sprachgeschichte, Frankophonie, Kanadisches Französisch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Français Québécois, dem in Québec gesprochenen Französisch, und dessen linguistischer Einordnung als eigenständige Varietät.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die historische Genese der Sprache, deren spezifische syntaktische, morphologische und phonetische Merkmale sowie den Einfluss des Kontakts mit anderen Sprachen (insbesondere Englisch und indigene Sprachen) ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem Français Québécois und dem Standardfranzösischen aufzuzeigen und die sprachlichen Eigenheiten durch historische und soziale Kontextualisierung zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine deskriptiv-linguistische Analyse, bei der er auf Basis existierender Fachliteratur linguistische Beispiele aus den Bereichen Syntax, Morphologie, Phonetik und Lexik heranzieht und diese kontrastiv zum Standardfranzösischen erläutert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die vier Teilbereiche Syntax, Morphologie, Phonetik (unterteilt in Vokale und Konsonanten) sowie Lexikologie (unterteilt in Archaismen, indigene Lehnwörter und Anglizismen).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Français Québécois, Sprachvarietät, historische Entwicklung, Phonetik und Sprachkontakt.
Warum spielt die Geschichte Québecs eine Rolle für die linguistische Analyse?
Die sprachliche Isolation von Frankreich über Jahrhunderte hinweg ist ein entscheidender Faktor, weshalb sich dort archaische Formen halten konnten, während gleichzeitig durch den Kontakt zur anglophonen Umgebung ein ständiger Wandel stattfindet.
Wie unterscheidet sich die Aussprache im Français Québécois markant?
Besonders auffällig sind unter anderem die affrikative Aussprache von /t/ und /d/ vor bestimmten Vokalen sowie spezifische Diphtongierungen, die zu einer deutlich anderen klanglichen Wahrnehmung im Vergleich zum europäischen Französisch führen.
- Quote paper
- Benjamin Dorschel (Author), 2017, Eine linguistische Analyse des Français Québécois, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355450