Das Christentum in der alten Kirche. Eigenheiten der Verbreitung und Arten der Mission


Hausarbeit, 2016

29 Seiten, Note: 2,0


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Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Ausgangspunkt für den Blick auf die Alte Kirche 3

1. Verbreitung durch Mission?
1.1. Prototypen eines frühchristlichen Missionars
1.1.1. Jesus als Missionar ?
a) Vorbemerkung
b) Verkündigung
c) Sendung
1.1.2. Paulus der Missionar?
a) Verkündigung
b) Sendung
1.1.3. Erstes Fazit

2. Bedingungen der Verbreitung
2.1. Straßen und Sprache
2.2. Bekehrer und Bekehrte
2.2.1. Warum sich bekehren lassen ?

3. Aus der Geschichte lernen
3.1. Die Systematik der frühesten Mission
3.1.1. Phasen der Mission
3.1.2. Ursprüngliches Prinzip der Kirche
3.2. Die heutige Situation im Vergleich zur Ursprungssituation
3.2.1. Kontext für eine missionarische Kirche
3.2.2. Konzept für eine missionarische Kirche
3.2.3. Kritische Reflexion

4. Schluss: Kirche zum ursprünglichen Ereignis werden lassen

Literaturverzeichnis

Einleitung: Ausgangspunkt für den Blick auf die Alte Kirche

Europa ist der Ort und das 21. Jahrhundert die Zeit einer gravierenden Atrophie innerhalb der Katholischen Kirche. Es gibt keine Bilanz mehr, mit der man diese Form der Zurückbildung schön reden oder unter den Teppich kehren könnte. Ob Kirchenbesucher, Kircheneintritte im Verhältnis zu Kirchenaustritten, Berufungen (Priester, Ordensmann oder Ordensfrau) die Zahl der Theologiestudenten: die Zahlen sind eindeutig und seit Jahrzehnten im Abwärtstrend.1 Allein die Kirchensteuereinnahmen wuchsen und dieser Umstand bietet eher den Raum für eine angebrachte Polemik, ob die Kirche in Europa noch dem Herrn oder bereits dem Mammon diene. Eine weitere Ironie kommt hinzu: der Optimismus, der zur Zeit und nach der Zeit des 2. Vatikanischen Konzils euphorisch verbreitet wurde. Ein Veränderungsoptimismus, der darauf setzte, dass jede Entwicklung eine positive sein muss und es mit der Kirche aufgrund der Umbrüche aufwärts gehen würde. So wurden im „Geist des Konzils“ viele und gravierende Veränderungen vorgenommen und auffälliger Weise Veränderungen, die in den Dokumenten des Konzils so nicht zu finden sind. Kirchenbauten wurden schleunigst umgestaltet, die Aufhebung des verpflichteten Zölibates wurde unter anderem in der Würzburger Synode massiv gefordert, die Liturgie fand neue Gestaltung - vielerorts in solcher Weise, dass 2004 die deutlich restriktive Instruktion redemptionis sacramentum verabschiedet wurde, Priester- und Ordenskleidung wurden größtenteils abgelegt, um nicht mehr „menschenfern“ zu wirken und das alles in der Hoffnung, dass nach einer Zeit der Strenge und Befremdung die Kirche den Menschen wieder besser erreichen könne. Schließlich geht es ja darum, den Menschen das Evangelium zu verkünden und in eine Beziehung zu Jesus Christus zu führen respektive diese zu vertiefen. Und genau darin liegt der Grund dieser Darstellung: die Intention war in den letzten Jahrzehnten sicher nicht die falsche. Man wollte die Menschen wieder erreichen und für die Kirche begeistern. Die Veränderungen sollten die Kirche lebendiger werden lassen und erfolgreich in die Zukunft führen. Die Menschen sollten auf neue Weise zu Christus geführt werden, um lebendige Steine im Gebäude der Kirche zu sein, wie es bereits in 1Petr 2, 5 angeraten wird. Das ist also ein wahrlich missionarischer Gedanke! Zumal in Gaudium et spes (GS) eingestanden wurde, man müsse „demütig und realistisch anerkennen, dass unsere Weise, die christlichen Überzeugungen zu vermitteln und die Art, die Menschen zu behandeln, manchmal dazu beigetragen haben, das zu provozieren, was wir heute beklagen“ (GS 62). Aber was, wenn die intendierte Wirkung ausbleibt oder sich sogar ins Gegenteil kehrt? Nach dem langen Stellungskampf von progressiven, konservativen, reaktionären, ökumenischen und feministischen Kräften muss man festhalten, dass keine dieser Kräfte der kirchlichen Atrophie in Europa etwas entgegenzusetzen hatte. Während das Vertrauen der Europäer der Kirche gegenüber schwindet, bleibt ein griffiges Konzept der Kirche zur Verbreitung/ Neuevangelisierung des Glaubens aus. Deswegen scheint es geradezu notwendig, den Blick auf den Ursprung der Verbreitung des Christentums zu richten, um nicht in der Krise stecken zu bleiben, sondern ein „aggiornamento“ frei zu legen, welches dennoch die Kraft aus den Wurzeln zieht. So soll also der Blick in die Alte Kirchengeschichte auf dem Hintergrund geschehen, für die jüngste Kirchengeschichte Inspiration und bestenfalls Wegweiser zu sein. Bei aller Unvergleichlichkeit der Zeit der ersten Christen mit allen folgenden Zeiten und bei aller Komplexität und Unvergleichlichkeit der heutigen Zeit bildet Jesus Christus doch einen Ankerpunkt durch alle Zeiten hindurch und die Kirche hat in ihren Anfängen eindrucksvoll einen Grundstock an Botschaft und Weisung für eine Gemeinschaft von Gläubigen gelegt, dessen Potential sicher nicht ausgeschöpft ist, sondern von jeder Generation neu entdeckt werden kann. Am Ende der Arbeit sollen also aus der Betrachtung, wie sich das Christentum in den Anfängen der Kirche verbreitet hat, Vorschläge und Inspirationen entstehen, welche die Verbreitung des Christentums in der heutigen Zeit an unserem Ort fern von Ideologie und Zeitgeist von Grund auf neu in den Blick nimmt. Vor allem die Methode der frühesten Mission - als noch keine politische Verstrickung des Christentums mit Staat oder Kaiser bestand - ist dafür von Interesse. Abschließend soll die Arbeit mit aktuellen Gedanken und Impulse der Kirche und der Pastoraltheologie zum Thema Mission ergänzt werden.

1. Verbreitung durch Mission?

In der Literatur findet man verschiedene Auffassungen, ob bzw. inwiefern eine gezielte Mission überhaupt zur Verbreitung des Christentums beigetragen haben kann, weil außer der großen Missionsfigur namens Paulus kaum Hinweise über missionarische Tätigkeiten vorhanden sind. Demnach wäre die Verbreitung des Christentums und somit auch die Kirche ein paulinisches Werk. Auf der anderen Seite wird die Lebensweise der frühen Gemeinden als Ursache der Verbreitung genannt, weshalb z.B. eine Gemeinde in Rom ohne gezielte Mission entstehen konnte. Das würde eine strukturierte Mission quasi überflüssig machen. Bevor hier profunde Schlüsse gezogen werden können, müssen zunächst die wichtigsten und ursprünglichsten Quellen missionarischer Tätigkeiten befragt werden. Dabei kann Jesus Christus selbst als Grund für die Verbreitung des Christentums selbstverständlich nicht ausgeschlossen werden.

1.1. PROTOTYPEN EINES FRÜHCHRISTLICHEN MISSIONARS

Im Judentum gelten die Propheten als diejenigen, welche Abgekehrte zur Umkehr aufrufen, sich wieder unter die Gebote Gottes zu stellen und niemanden m e h r zu vertrauen als dem einen Gott. Darüber hinaus deuten sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf Gott hin und bieten so auch Weisheit und Lehre für Gläubige und für das Umfeld der Gläubigen. Doch ein „missionarischer“ Eifer über das Volk Israel hinaus ist nicht zu erkennen. Die Prophetie zielt auf den Kreis der bereits Erwählten ab und sucht nicht danach, dass sich das Volk Israel durch Bekehrung von „Heiden“ vergrößern soll. Damit ist die Prophetie von der christlichen Mission abzugrenzen, da der Verbreitung des Christentums keine Erwählung vorausgeht,2 sondern ein Sendungsauftrag, das Reich Gottes zu verkünden3. (Das Problem der Prädestination kann in dieser Arbeit nicht behandelt werden.) Der Prototyp eines christlichen Missionars ist demnach ein Verkünder, der die Botschaft des Evangeliums verbreitet. Und die Botschaft des Evangeliums ist, dass das Reich Gottes nahe ist4 und es einen Weg zum ewigen Leben gibt:5 Jesus Christus. Auch wenn Einar Molland den hoch geachteten Adolf Harnack mit den Worten zitiert „Die Kirche missioniert durch ihre Existenz und ihre heiligen Besitztümer und Ordnungen, viel weniger durch berufsmäßige Missionare“,6 so gilt es doch zu beachten: bevor eine Kirche durch ihre bloße Existenz und Lebensweise missionieren kann, ist eine Verbreitung des Glaubens notwendig, um überhaupt von Kirche sprechen zu können. Deshalb soll hier der Frage nach der allerersten Verbreitung nachgegangen werden; eben die Frage nach den tatsächlichen Prototypen eines christlichen Missionars.

1.1.1. JESUS ALSMISSIONAR?

A) VORBEMERKUNG

Auch, wenn es sich hier um eine Arbeit der Kirchengeschichte handelt, so kann nicht gleichsam selbstverständlich von einem historischen Jesus oder einem Jesus der Geschichte gesprochen werden, wie es in der Exegese diskutiert wird. Denn anders als in der Exegese soll hier nicht lediglich der vorösterliche Jesus bedacht werden, sondern der Jesus Christus, der durch die Apostel, die Heilige Schrift und die Kirche bezeugt wurde und wird. Denn maßgeblich wurde durch die Auferstehung seine vorangegangene Lehre befestigt und bestätigt. So erstreckt sich seine für diese Arbeit relevante Wirkungszeit vom Beginn seines öffentlichen Wirkens bis zur nachösterlichen Himmelfahrt.

B) VERKÜNDIGUNG

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ So lauten die ersten Worte Jesu im Evangelium nach Markus (Mk 1,15). Auch im Evangelium nach Matthäus beginnt das öffentliche Wirken Jesu mit den Worten: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ (Mt 4,17) Jesus wird also in erster Instanz als Verkündiger inszeniert mit der Botschaft des Gottesreiches. Im Evangelium nach Lukas wird überdies noch etwas anderes deutlich. Zur ersten Geschichte öffentlichen Wirkens befindet sich Jesus in einer Synagoge und liest die Worte des Propheten Jesaja „Der Geist ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe…“ (Lk 4,18a) Anschließend deutet Jesus die Schrift auf sich selbst hin.7 Jesus ist also nicht nur Verkündiger - wie etwa Johannes der Täufer - sondern er ist auch selbst Inhalt der eigenen Verkündigung. Es ist also die Verkündigung des Gottesreiches, für die er einerseits Wort und Tat - mittels zahlreicher Wundertaten, Heilungen und Exorzismen - einsetzt und für die er andererseits mit seiner eigenen Person steht, in dem er sich selbst zum Inhalt dieser Verkündigung macht, wenn er z.B. im Evangelium nach Johannes eindrücklich äußert: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh 14,6) Jesus betreibt also eine Verkündigung in vollem Umfang: durch Wort, Tat und mit seiner ganzen Person. Auch als der Auferstandene legt er die Schrift aus und folgt weiter seiner Mission; nämlich zu verkünden, dass sich die Schrift an ihm selbst erfüllt hat und deshalb das Reich Gottes unter ihnen wohnt.8 Ist er dadurch aber schon mehr als die Propheten? Sicherlich besteht jede Mission zum Teil auch aus Verkündigung, aber ist jede Verkündigung bereits Mission und Jesus durch genannte Verkündigung schon Missionar?

C) SENDUNG

Schon dem Namen nach hat die Mission und demnach auch jeder Missionar mit dem Umstand der Sendung zu tun. Eine solche Sendung liegt bei Jesus in doppelter Hinsicht vor und findet sich im Evangelium nach Johannes: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Joh 20,21b) Diese nachösterliche Erzählung zeigt also, dass Jesus Christus - der Sohn Gottes - zum einen ein vom Vater gesandter war, um das Evangelium zu verkörpern. Diese Verkörperung geschieht immer wieder im Zusammenhang der Schriftauslegung - und zwar vorösterlich und nachösterlich. Im 10. Kapitel des Evangeliums nach Lukas „…suchte der Herr zweiundsiebzig andere aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. 2Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. 3Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. 4Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! 5Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! 6Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. 7Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! 8Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. 9Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.“

Die Sendung beginnt also schon vor der Auferstehung Jesu. Auch wenn die Vollendung Jesu erst durch das Leiden am Kreuz stattfinden soll,9 so hat sowohl die Verkündigung als auch die Aussendung bereits zu Lebzeiten Jesu auf Erden begonnen. Und es klingt durchaus nach einer methodischen Form von Aussendung mit nachvollziehbaren Kriterien:

- zu zweit (V1)
- mittellos (V4)
- Initialkontakt (mit Bitte um Verbleib; V5-7)
- kulturelle Integration (hier bezüglich des Essens; V8)
- Versorgung der Umgebung durch Heilung und Verkündigung (V9)

Wenn der Besonderheit Rechnung getragen wird, dass Jesus Christus als der Mittler und Retter selbst Inhalt der Verkündigung ist, kann das missionarische Wirken sowohl von Jesus von Nazareth - vorösterlich - als auch von dem Auferstandenen Christus - nachösterlich - anhand der Evangelien sehr gut destilliert werden.

1.1.2. PAULUSDERMISSIONAR?

Paulus ist der selbsternannte Apostel, der Jesus zu Lebzeiten nie gesehen hatte. Als Christenverfolger ereilt ihn eine Vision und er wurde vom Saulus zum Paulus und anhand der Apostelgeschichte und den Paulusbriefen zeichnet sich das Bild eines unermüdlichen Verkündigers, der vor allem den Auftrag, das Evangelium bis ans Ende der Welt zu verkünden 10, beinahe wörtlich umgesetzt hat. Am bekanntesten sind seine Reisen und seine Briefe, womit sich direkt zwei wichtige Missionsmethoden fest machen lassen:

- gezielte Reise in Gebiete, in denen der Glaube verkündet werden soll
- Medien benutzen, um Inhalte, Korrekturen, Ermutigungen etc.

a) VERKÜNDIGUNG

Die Art der Verkündigung ist bei Paulus ganz christozentrisch. Der Theologie nach ist er kein Jude mit christlichem Akzent, sondern Jesus Christus ist sein erster und höchster Inhalt. Denn nur durch Christus kommt die Erlösung, weil er „sich für unsere Sünden hingegeben hat“11. Das Reich Gottes hat sich für Paulus ganz in Christus dargestellt. Daher ergibt es sich, dass er nicht die Verkündigung Jesu wiederholt, sondern sich in dessen Schatten stellt und auf ihn verweist. Es ist ein retrospektives Verweisen. Nicht wie die Propheten, die prospektiv auf den Messias verwiesen hatten, sondern ein kerygmatisches Verkünden. Die Wirkung seiner Mission muss sehr vielschichtig gewesen sein. Legendär wird seine Mission von der Apostelgeschichte behandelt, da sie die gesamte Mission bzw. Ausbreitung der Kirche nach dem Apostelkonzil auf Paulus hin zuschneidet.12 Verstörend muss sie für die Synagogengänger gewesen sein, wurde Paulus doch laut 2 Korinther 11,24 fünfmal mit der Synagogenstrafe - den 39 Schlägen - zurechtgewiesen. Durch diesen Umstand wird auch deutlich, dass seine Verkündigung in sich in einem Spannungsfeld steht. Denn einerseits ist seine Verkündigung mit der Vollmacht und dem Auftrag Christi gekrönt, aber andererseits unterwirft er sich dennoch den Grenzen und Gesetzen vor Ort und nimmt solche Strafen auf sich. So ein Verhalten ist eine Verkündigung in sich, weil es indiziert: es muss verkündet werden, aber der Weg ist nicht der eines Herrschers, sondern der eines Knechtes. Die weltliche Herrschaft muss akzeptieret und letztlich konterkariert werden, indem die erwartete Herrschaft irdische Belange lächerlich erscheinen lässt - bis hinein in den Tod. So ist Paulus äußerst bedacht darauf, dass die Botschaft - also Jesus Christus - ganz im Zentrum bleibt und nicht durch sein Verhalten respektive seine Person überlagert wird. „Theologie und Missionsmethode sind aufs engste verknüpft.“13 Er benutzt Reisen, Aufenthalte in Städten, Briefe und wohl auch Predigten in der Synagoge, um Heiden wie Juden die Botschaft zu verkünden, dass Gottes Herrlichkeit sich in der Niedrigkeit des Sohnes geoffenbart hat und dass der Sohn den Sühnetod erlitten hat, um den Menschen von dem Tod der Sünde zu befreien. Eine Botschaft, die mit höchster Macht den Frieden will und deshalb nur friedlich und mittels überzeugendem Beispiel verkündet werden kann. Darüber hinaus hat Pauls es bereits mit Irrtümern, Strömungen oder gar Häresien zu tun, gegen die er angehen muss.14 Einerseits sollen Gesetze keine zu große Rolle spielen, weil die strenge Kasuistik des jüdischen Gesetzes die Verkündigung des Paulus und die gewonnene Freiheit der ersten Gemeinden aufs Spiel setzt. Andererseits sollen auch hellenistische, spirituelle oder anders geartete Freizügigkeit die Lehre nicht verwässern und die Gemeinden ins Chaos stürzen. In solchen Konfliktfällen beruft sich Paulus bei aller Demut auf seine durch Christus verliehene Autorität und „begegnet der feindlichen Propaganda durch die thetische Entfaltung der Lehre von der Rechtfertigung allein durch den Glauben.“15 Die Verkündigung des Evangeliums wird zu einer Apologie der Lehre - und zwar bereits in den ersten Jahrzehnten der Kirchengeschichte. Zwischen zu strengem Gesetz und Sittenverfall16 findet der Drahtseilakt der Verkündigung statt, womit ein immer währender Spannungsbogen christlicher Mission benannt wäre.

b) SENDUNG

Wahlweise stellt sich Paulus in seinen Briefen als Apostel, Knecht oder auch Gefangener Jesu Christi vor. Damit ist direkt zu Beginn jeden Briefes indiziert, dass seine Verkündigung in einer Hierarchie steht, dessen Oberhaupt Jesus Christus ist. Damit steht Paulus auch mit Jakobus und Petrus auf einer Stufe und die Kette wird fortgesetzt: der Vater sendet den Sohn, der Sohn sendet die Apostel. Solche sind, welche von Christus berufen sind und nicht automatisch seine Jünger. „Der bedeutendste Verkünder der christlichen Botschaft am Anfang, Paulus, …hatte kulturell seinen Hintergrund in der griechischen Welt, verstand sich selbst aber in religiöser Hinsicht als Jude strengster Observanz, ehe er sich wenige Jahre nach dem Tod Jesu dem »Weg«, …, anschloss und das Evangelium … verkündete.“17 Mit diesem breiten Hintergrund war Paulus sicherlich äußerst flexibel und geschickt, was die Anpassung in verschiedensten Umfeldern anging. Und offensichtlich gehört Paulus zu der Personengruppe über die Norbert Brox schreibt:

„In den ersten Jahrzehnten hatten christliche Wanderprediger die Mission zu ihrerausschließlichen Aufgabe gemacht und waren die eigentlichen Träger der christlichenAusbreitung. Da gab es tatsächlich„Spezialisten“der Mission.“18

Zuerst nach Philippi, dann nach Thessalonich, Beröa, Athen, Korinth, Ephesus, Palästina, Syrien, Kleinasien, Tross, Miles, Jerusalem, dann Gefangennahme und somit nach Rom.19 Mit diesem Verlauf seiner Reisetätigkeiten, die je nach Quelle leicht variiert, ist ihm die Tätigkeit als Wanderprediger nicht abzusprechen. Doch seine Sendung ist nicht nur zu verkündigen. Vielmehr hat er eine viel umfangreichere Profession. Denn in seinen Briefen wird deutlich, dass er sich als „Wächter“ verschiedener Gemeinden versteht. Über die Verkündigung hinaus muss Paulus Gemeinden und Gemeindestrukturen oder auch ähnliches wie Gemeindestatuten initiiert haben. Wenn die frisch gegründete Gemeinde einen guten Nachfolger für Paulus bekam und autark ein evangeliengemäßes Leben erhalten konnten, war es für Paulus Zeit seiner Mission, dass Evangelium bis ans Ende der Welt zu bringen, folge zu leisten und einen neuen Ort, eine neue Stadt ins Visier zu nehmen.20 Das evangeliengemäße Leben wurde aber nicht nur durch Paulus initiiert, sondern auch aus der Ferne weiter verfolgt. Die Briefe an die Gemeinden waren dann das entsprechende Feedback. Wenn es in den Augen von Paulus gut war, sparte er nicht mit Lob. Andernfalls sparte er sicher nicht mit Mahnungen und Zurechtweisungen - und zwar in den verschiedensten Belangen: Glaubensfragen, Lebensweisen, strukturelle Probleme usw.. Von ganz abstrakt bis ganz konkret greift er in Problemstellungen ein, damit die Gemeinden ein Ort sind, wo ein christliches Leben eindeutig erkennbar ist. Das geht weit über Verkündigung hinaus und mutet im Sinne des Wortes episkopal an. „Er ist der geistliche Vater seiner Gemeinden.“21 Und zu seinen Aufgaben zählt es, bezüglich der Lehre und des Lebens vor allem konsultativ und paränetisch tätig zu sein; freilich nachdem er die Gemeinde zunächst durch Verkündigung initiiert hat. Und diese Initiierung geschieht auf eloquente und integrative Weise, wie das Beispiel der Rede am Aeropag deutlich macht.22 Geschickt schaut er auf das Vorhandene - und zwar so lange, bis er einen Ansatzpunkt, ein Packende, eine Nische findet, um das Vorhandene auf Christus hin zu deuten, zu erweitern oder zu bekehren.

Methodisch ist bei dem missionarischen Wirken von Pauls herausstechend:

- Anknüpfungspunkt suchen und finden, am Anknüpfungspunkt den christlichen Glauben/ die christliche Lehre entfalten
- Unterordnung bei bestehenden Konventionen, wenn diese nicht dem christlichen Glauben/ der christlichen Lehre widersprechen
- in persönliche Beziehung treten und diese (auch aus der Ferne) aufrecht erhalten23
- Betreuen von organisch entstandenen Gemeinden - nicht nur einzelner Personen; Förderung einer gemeinschaftlichen Identität

Hier geht es freilich um die methodischen Kriterien der Glaubensweitergabe in sich. Man könnte auch „innere Kriterien“ sagen. Nicht berührt sind hier die strategischen Kriterien wie Ortswahl, Sprache etc.. Das wären im Kontrast „äußere Kriterien“.

1.1.3. ERSTES FAZIT

„Zwar kennt das NT nicht den Begriff der»Mission«, der erst in der frühen Neuzeit aufkommt,wohl aber die Sache, die in anderer Terminologie wie»Apostel«,»Zeugnis«oder»Verkündigung«(des Evangeliums) und entsprechenden Vorformen wie»bezeugen«,»bekehren«,»Jüngermachen«,»evangelisieren«,„»taufen«,»lehren«äquivalent zur Sprache kommt.“24

In der Linie von Sievernich wird auch der Prototyp eines Missionars nicht erst durch das Evangelium inspiriert, sondern findet sich bereits im Evangelium überraschend ausgestaltet. Dass Jesus Christus im Allgemeinen nicht als Missionar angeführt wird, liegt wohl an der Unvergleichlichkeit seiner Sendung und seines Wesens. Zum anderen ist er selbst zum Teil Inhalt seiner Verkündigung, wie gezeigt wurde. Nichtsdestoweniger erfüllt Jesus Christus alle Kriterien eines Missionars und ist deswegen der erste, der sich von den Propheten abgrenzt und kein prophetisches, sondern ein missionarisches Dasein führt.

Als Missionar ist Jesus zu Lebzeiten bereits:

Verkündiger des (angebrochenen) Gottesreiches, Wanderprediger (in Abgrenzung zurSynagoge u.ä., Gesandter (vom Vater) und Aussender (zur Verkündigung).

Als Auferstandener führt er die Mission fort als:

Verkündiger, Schriftausleger und Aussender (der Apostel).

Das vermutlich dringendste Kriterium ist wohl die Einheit von Wort und Tat, um über den Tod hinaus glaubwürdig zu sein. Denn es geht nicht nur um das Lebenswerk, sondern um den Erhalt der Botschaft vom Reich Gottes über alle Generationen hinaus. Und genau um diese Glaubwürdigkeit ringt auch Paulus als der von Christus gesandte, dem es nicht um seine Person geht - inszeniert er sich selbst als die Missgeburt 25 - sondern um den wahren Glauben an Jesus Christus. Für diesen Glauben macht sich Paulus zum Verkündiger, er baut Gemeinden auf, wird Sittenwächter für seine Gemeinden, Verfechter gegen Häresien, Bewahrer vor Spaltung - eben „allen … alles, um auf jeden Fall einige zu retten“.26 Besonders auffällig ist, dass der Aufbau von Gemeinden, der Einsatz im Apostelkonzil, und die Nachhaltigkeit, die er mit seinen Briefen anstrebt nicht für eine apokalyptische oder hektische Art der Verkündigung sprechen. Eher ist die Mission von Paulus sorgfältig und gründlich vollzogen und weckt den Eindruck einer auf lange Zeit angelegten Gemeinde und dauerhaften Lehre.

Methodisch ist herausstechend:

- Anknüpfungspunkt suchen und finden, am Anknüpfungspunkt den christlichen Glauben/ die christliche Lehre entfalten
- Unterordnung bei bestehenden Konventionen, wenn diese nicht dem christlichen Glauben/ der christlichen Lehre widersprechen
- in persönliche Beziehung treten und diese (auch aus der Ferne) aufrecht erhalten27
- Betreuen von organisch entstandenen Gemeinden - nicht nur einzelner Personen; Förderung einer gemeinschaftlichen Identität

Will man also die Verbreitung des Christentums in seiner Ursache verstehen, ist die Bezeugung von Jesus Christus selbst als auch von Paulus wie ein Nukleus, aus dem heraus sich alles weitere entschlüsselt. Prototypisch stehen beide als Missionare in der Spannung von Gesetz und Lehre, Überzeugung und Ablehnung, einem zuviel und zuwenig. Das zeigt sich darin, dass es keine einhellige Annahme ihrer Mission gibt - und das von Anfang an. Dennoch besteht kein Zweifel darin, dass hier zwei Beispiele für eine herausragende Mission vorliegen; wenn nicht die beiden Vorbilder schlechthin. An ihnen gilt es Maß zu nehmen. Zumindest von den inneren Kriterien her geurteilt.

2. Bedingungen der Verbreitung

Die äußeren Kriterien für die Verbreitung des Christentums sind nicht nur historisch interessant, sondern ebenso für eine analoge Betrachtung in die aktuelle Zeit hinein. Es soll der Eindruck vermieden werden, als sei die Verbreitung des Christentums allein abhängig von äußeren Bedingungen. Deshalb sind die beschriebenen Prototypen eines Missionars zuerst geschildert worden und deren innere Kriteriologie ist bei der Beschreibung der äußeren Kriterien mitzudenken.

2.1. STRAßEN UND SPRACHE

„Der Missionar rodet keinen Urwald, er gründet keine Niederlassung, aus der sich später eine Stadt entwickeln konnte. Er wandert auf Straßen, die der römische Soldat gebaut hatte.“28

So beschreibt Karl Kroll den „Weg“ des Missionars in doppelter weise. Auf den großen Straßen, die Handelsweg und Begegnungsstätte zugleich gewesen sein mussten, bietet sich die Vorstellung einer Fülle an Möglichkeiten: man traf sicher Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen oder man konnte bei einer Statio ins Gespräch kommen oder aber für eine Zeit begleitend den Weg gemeinsam gehen. Anhand von Äußerlichkeiten war es vermutlich erdenklich leicht, ins Gespräch zu kommen und Interesse zu bekunden, aber auch Neugier zu wecken. Die Straßen respektive die Pilger, Wanderer und Händler waren im Grunde genommen eine Art überregionale Zeitung. Und das Evangelium und der damit in Verbindung stehende Glaube und Lebensweg war ja nicht nur eine frohe Botschaft, sondern auch eine relativ neue Botschaft. Auf den römischen Straßen konnte man leicht Neuigkeiten verbreiten oder über ein schon bekanntes Thema auf den neusten Stand bringen und sicher gehen, dass es sich in alle Windrichtungen verbreiten würde. Hinzu kommt, dass der „Missionar Jesus“ den Evangelien zufolge die großen Städte nicht zur Verkündigung aufgesucht hat und auch nicht Märkte und große Handelswege genutzt haben dürfte, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Man kann davon ausgehen, dass Jesus sich viel eher der Landbevölkerung zugewandt hat und deren Sprache gesprochen hat. „Weder die herodianischen Städte innerhalb Galiläas noch die Großstädte, die Galiläa im Westen (an der Mittelmeerküste) und im Osten (in der Dekapolis) umgeben, gehören zum Aktionsradius Jesu. Seine Adressaten sind unter den Fischern und Bauern in den kleinen Orten am Nordufer des Sees Gennesaret zu finden. … Daran lässt sich nicht rütteln: Die Wiege der Jesusbewegung ist das ländliche Milieu in Galiläa. Das ändert sich aber schnell nach Jesu Tod.“29 Wenn also Paulus und andere den Weg der Kosmopoliten wählt, dann gilt auch „die Feststellung, dass die frühchristliche Bewegung die fundamentalste Trennung, die durch die Gesellschaft des Römischen Reiches lief, die Trennung zwischen Landbevölkerung und Städtern, überschritten habe“.30 Und weil die großen Straßen zu den großen Städten führten, ist auch die Sprache der großen Städte - das Griechische in Form der Koiné - ein wichtiges Kriterium zur frühen Verbreitung des Christentums. Es war nicht nur die Verkehrssprache im Römerreich, sondern auch kulturell angereichert. Dafür hatte bereits „das hellenistische Judentum Vorarbeit geleistet, indem es jüdisches Denken mit griechischer Philosophie kombinierte und die in hebräischer Sprache geschriebene jüdische Bibel in das Griechische übersetzte“.31 So brauchten die bereits bestehenden philosophischen, religiösen und politischen Termini lediglich um das christliche erweitert, bzw. christliche gedeutet werden. Allerdings heißt eine Prägung des christlichen Denkens in der griechischen Sprache auch, dass der Rückfluss auf die ländlichen und weniger in der Koiné beheimateten Gegenden zunächst erschwert wird.32 Doch für die Art der Mission im Stil des Paulus war die sprachliche Bedingung ein leichtgängiges Vehikel mit einem hohen Entfaltungspotential für die christliche Botschaft. Selbstredend waren auch die politischen, weitere kulturelle und die spezifisch religiösen Rahmenbedingungen nicht unbedeutend. Aber für den hier angelegten Gedankengang sollen „Straßen und Sprache“ exemplarisch genügen, um anzuzeigen, dass die Verbreitung des frühen Christentums nicht allein durch Überzeugung und Willenskraft stattfand, sondern die äußeren Kriterien erheblich für den Weg einer jeden Mission sind und in der Methode einer Mission unter Umständen von großem Belang sein können.

2.2. BEKEHRER UND BEKEHRTE

Andersrum gedacht, reicht aber das Ausmaß der Möglichkeiten und das Optimum von Bedingungen nicht aus, um zu erklären, warum sich eine Sache derart verbreitet. Es setzt Offenheit und ein Interesse voraus. Es darf nicht auf allzu viel Widerstand stoßen und auch nicht langweilen. Es soll sich ja nicht nur das Gerücht vom Reich Gottes verbreiten, sondern es sollen ja möglichst viele in die Nachfolge Christi treten. Die Motive also, den Schritt zu tun und zum Christentum überzugehen, sind für die Verbreitung des Christentum höchst relevant und sicherlich auch für die heutige Mission von großer Bedeutung. Franz Xaver Bischof bringt dazu realistischer Weise ein:

„Wir können nicht sagen, was den einzelnen Gerber oder Händler, Fischer oder Matrosen, Stadtrat oder Kaufmann, die Hausfrau oder Bäuerin, Mutter oder Sklavin dazu gebracht hat, Christ zu werden. Unmittelbare Zeugnisse haben wir nur von den Gebildeten unter den Christen… freilich mit ausgesprochener Zurückhaltung. … Dennoch lassen sich in ihren Äußerungen Gründe erkennen, die ihnen das Christentum attraktiv erscheinen ließen.“ 33

2.2.1. WARUM SICH BEKEHREN LASSEN?

Darauf folgend wird durch Franz Xaver Bischof eine Akkumulation von Umständen aufgezählt, die plausibel erscheint:

Klare Orientierung, Erklärungen der Welt samt ihren negativen Seiten, Hoffnung, Befreiung von Determinismus und Fatalismus, Sündenvergebung in der Taufe, grandiose Aussicht auf Unsterblichkeit, klare Ethik, sozialethische Praxis in den christlichen Gemeinden, karitative Tätigkeiten der Christen für die ärmsten Teile der Bevölkerung, Aufhebung der sozialen Unterschiede, Bewunderung für die Martyrien u.a.. Doch: „Alle diese Bekehrungsmotive waren nicht exklusiv christlich - sie galten beispielsweise auch für das Judentum, das ebenfalls eine attraktive Religion war - und konnten auch den gegenteiligen Effekt haben.“34 Deswegen sind die Spekulationen über die Bekehrungsmotive der Bekehrten anhand dessen, was das Christentum so mit sich brachte, zwar interessant, aber letztlich hilft das Alleinstellungsmerkmal der spezifisch christlichen Botschaft mehr, um die Bekehrung zum Christentum und damit auch die Verbreitung des Christentums zu verstehen. Dazu schreibt Norbert Brox:

„Die neu gewonneneÜberzeugung des Urchristentums, daßim Glauben an Jesus Christus diealleinige Heilschance für jeden Menschen liege, gleich wo und wann er lebt, ist Basis und Motor der christlichen Mission gewesen.“35

Jesus Christus ist demnach quasi e i n e r für a l l e , während in der sonstigen Religionslandschaft vielmehr Spezialisten zu finden waren. So gab es in der Götterwelt Zuständigkeiten: einen Kriegs-, Fruchtbarkeits- und Wettergott, eine Liebesgöttin u.v.m.36 - selbst der Gott der Juden war vorwiegend für Sein Volk zuständig. Aber das Evangelium Jesu Christi hat eine Unmittelbarkeit an sich, von der sich jeder ansprechen lassen kann, insofern er sich - zumindest auch - als Sünder erkennt, welcher Erlösung erhofft. Diese Erlösung kommt durch das Kreuz und die Nachfolge Jesu ist der Weg in die Gemeinschaft mit Gott. Anhand vieler Märtyrer hat sich diese Botschaft sicherlich schnell herumgesprochen. Die persönliche Möglichkeit zur Erlösung, Heilung und Vergebung der Sünden für wirklich jeden - egal ob alt oder jung, reich oder arm (besser noch: für arm sogar wahrscheinlicher als für reich!) ist ein zwar ein spekulatives, aber doch überzeugendes Kriterium für die Bekehrung zum Christentum in der frühen Kirche.

3. Aus der Geschichte lernen

3.1. DIE SYSTEMATIK DER FRÜHESTEN MISSION

3.1.1. PHASEN DER MISSION

Aus der frühesten Missionsgeschichte der Kirche wird strukturell deutlich, dass Mission verschiedene Phasen und Ebenen hat. Die Phasen sind bei der Mission als Initiation:

1. Verkündigung
2. Gemeindeaufbau
3. Strukturaufbau

Die Verkündigung (1.) ist offensichtlich Voraussetzung für eine Glaubensannahme. Die Menschen, die durch die Verkündigung im Glauben an Jesus Christus vereint sind und im Gebet, in der Liturgie und in der Brüderlichkeit Gemeinschaft pflegen, bauen eine Gemeinde (2.) auf. Der dritte Schritt Strukturaufbau (3.) ist nun aus mehreren Blickpunkten aus wichtig, damit es ein wirklich kirchliches Geschehen ist. Zur Struktur gehört zunächst einmal die Amtsstruktur. So wie Jesus seine Jünger bereits zu Lebzeiten aussandte37, so sendet auch die Kirche aus. Es ist in dem Kontext interessant, dass im Evangelium nach Johannes nach explizit erwähnt wird, dass „nicht Jesus selbst, sondern seine Jünger“ tauften (Joh 4, 2). Schon zu Beginn beauftragt Jesus andere für die äußere Zeichenhandlung dafür, dass jemand zum Glauben an Ihn gekommen ist. Und die Taufenden werden deutlich als Ihm zugehörig beschrieben. Die Kirche handelt also analog zu den Jüngern Jesu. Sie ist ganz deutlich Jesus Christus zugeordnet und vollzieht in den äußeren Zeichen das, was sich innerlich aber durch den Heiligen Geist vollziehen muss. Es gibt also keine "Selfmade"-Gemeinde ohne Rückbindung an Jesus Christus und die eine, heilige und apostolische Kirche, die wiederum an das eine Evangelium Jesu Christi gebunden ist.

3.1.2. URSPRÜNGLICHES PRINZIP DER KIRCHE

Der Aufbau, Erhalt oder Wiederaufbau von Gemeinden braucht das Verständnis der frühen Kirche, in der sich Mission zwar schnell auch strukturell niederschlägt, aber vom Wesen her anders verbreitet: nämlich mit dem Bild des Sauerteigs. Dazu gehört:

- Lebenswandel
- Gemeindeleben
- Vorbild für Nichtgläubigen

Petrus, Paulus und Jakobus rufen in ihren Briefen die Gläubigen in den Gemeinden zu einem klar entschiedenen und profilierten Lebenswandel auf. Vor allem die Brüderliebe, aber auch Tugenden und erkennbare Handlungen wie z.B. die Versorgung von Witwen und Waisen sind Inhalte, die nicht über die Struktur, sondern durch die Einzelnen umgesetzt werden.38 Auf diese Weise wird eine Gesellschaft nicht organisiert, sondern durchtränkt mit christlichem Geist. Auf der Ebene der Gemeinde setzt sich das fort und in der Konsequenz wird feststellbar, dass christliches Leben und das Leben in christlicher Gemeinschaft anziehend und erstrebenswert ist. Das macht den strukturellen Aufbau nicht überflüssig. Doch kann eine Struktur für eine christliche Gemeinde überflüssig werden, wenn kein christlicher Geist mehr in ihr wohnt. Die Spannung zwischen strukturellem und spirituellem Aufbau der Kirche ist wohl eine bleibende Herausforderung. Um aus der Geschichte lernen zu können braucht es aber nicht nur die Systematik der frühesten Mission und die Analyse ihrer Ausgangsbedingungen, sondern auch den Abgleich mit der heutigen Situation inklusive ihrer Ausgangsbedingung.

3.2. DIE HEUTIGE SITUATION IM VERGLEICH ZUR URSPRUNGSSITUATION

Das 2. Vatikanum, welches die (damals) aktuelle Situation sehr breit und differenziert in der pastoralen Konstitution Gaudium et spes (GS) ausformuliert hat, liegt nun schon mehr als fünf Jahrzehnte zurück. Die Zahlen, Bilanzen und auch das Vertrauen in die Kirche sprechen nicht dafür, dass das, was in der Theorie erkannt und auch einleuchtend und gut zu Papier gebracht wurde, in der Praxis einen erkennbaren Niederschlag gefunden hätte. „Das Vertrauen in die katholische Kirche ist […] geradezu desaströs gering und liegt nur knapp über den Parteien und bei den labilen Rentenversicherungssystemen; im Unterschied zu diesen aber sieht man bei den Kirchen nicht einmal mehr einen wirklichen Verbesserungsbedarf.“39 Die Erwartungen an die Kirche sind demzufolge nicht sehr hoch. Ebenso niedrig ist der Autoritätsgrad der Kirche, denn „[r]eligiöse Partizipation (oder eben Nicht-Partizipation) ist heute endgültig und sanktionsfrei (mit Ausnahme der Hauptamtlichen) in die Lizenz des/der Einzelnen gestellt.“40 Angesichts einer solch nüchternen Analyse mit der Euphorie und Aufbruchsstimmung zur Zeit des 2. Vatikanums im Rücken liegt eine Art Schockstarre nahe, in der sich die Kirche befindet. Die daraus zu formulierende Konsequenz ist allerdings gar nicht so schockierend. Denn es bedeutet ganz unspektakulär, dass die Kirche in der Gesellschaft kein Machtzentrum mehr ist. „Der christliche Glaube wird wieder neu zu einer persönlichen Entscheidung. Das Traditionschristentum wandelt sich mehr und mehr zu einem Wahlchristentum.“41 Das wieder deutet völlig richtig an, dass es für die Kirche nichts an und für sich Neues ist. Im Gegenteil: Bei der Betrachtung der frühesten Ausbreitung der Christenheit wurde bereits festgestellt, wie sehr es um persönliche Beziehungen gegangen ist und nicht etwa um gesellschaftliche Macht. Das neu deutet an, dass es nicht darum geht, die Geschichte zu wiederholen, sondern ein für die jetzige Zeit entsprechenden Weg zu gehen, der nicht die in den vergangenen Jahrhunderten gewachsenen Strukturen und Institute aufrecht erhält, sondern entschlossen tut, was dem Wesen der Kirche entspricht. Und „[d]ie Kirche existiert, um das Evangelium zu verkünden. Das macht ihre eigentliche Identität aus.“42 Mit diesem simplen wie tiefgreifenden Satz, welcher deutlich übereinstimmt mit der ursprünglichen Sendung an die Apostel durch Jesus Christus43 und den aktuellsten Äußerungen der Kirche über ihr eigenes Selbstverständnis44, ist der Ausgangspunkt für ein Missionarisch-Kirche-Sein auf den Punkt gebracht. Für jede weitere Betrachtung ist er der unverrückbare Ankerpunkt, weil dieser Satz unabhängig von Zeit und Ort für die Kirche das Kriterium für Kirche-Sein bildet. Spricht man von der Verkündigung bzw. der Weitergabe des Evangeliums, ist darin inkludiert, dass es sich dabei um etwas handelt, was empfangen wurde. Damit ist jeder Sendung der Kirche ein Empfangen vorausgesetzt, welches zur Weitergabe bestimmt ist. Alles andere ist stringenter Weise nachgeordnet. Von dieser Prämisse ausgehend kann dann der sich wandelnde Kontext betrachtet werden, indem die Kirche - respektive ihre Mitglieder - das Evangelium verkünden.

3.2.1. KONTEXT FÜR EINE MISSIONARISCHE KIRCHE

Die Globalisierung und der rasante Wandel der Welt durch den Fortschritt (z.B. der Informationstechnologie) sind Merkmale der Zeit des 21. Jahrhunderts. Doch nicht nur das Außen um die Kirche herum gehört zum Kontext innerhalb dessen das Evangelium verkündet wird, sondern auch die Kirche selbst nötigt zur Rekapitulation. Der Umstand, dass eine institutionelle Erosion der Volkskirche stattfindet, die stark und engmaschig territorial - nämlich in Pfarreien - organisiert ist, findet sich nicht in der frühen Kirche und muss ebenfalls als Zeichen der Zeit gedeutet werden. Tiefer ins Mark trifft allerdings der Umstand, dass auch die in der Kirche Verbleibenden scheinbar keine Größe bilden, mit der man einen entschlossenen Neustart wagen könnte. Denn die Kirche „ist auch bei den weitaus meisten ihrer eigenen Mitglieder unter einen permanenten Zustimmungsvorbehalt geraten“.45 Vor mehr als 50 Jahren nimmt GS die globale Entwicklung in den Blick und motiviert in der Konsequenz die Gläubigen, „der Sauerteig und die Seele der in Christus zu erneuernden und in die Familie Gottes umzugestaltenden menschlichen Gesellschaft“ (GS 40) zu sein. „Man entwickelte die eigene Religionsgemeinschaft mit einem universalen Anspruch weiter, indem sich diese Religionsgemeinschaft mit einer global verorteten Pastoralgemeinschaft identifizierte.“46 Und im 21. Jahrhundert stellt man fest, dass die Autorität der Kirche sowohl der Welt als auch ihren eigenen Mitgliedern gegenüber stark weggebrochen bis verschwunden ist und eine Orientierungslosigkeit die Diskussion beherrscht.47 Es mag sein, dass bezüglich der Quantität hier eine neue Dimension von Erosion vorliegt. Es mag auch sein, dass die zeitgleiche Entwicklung von äußerer und innerer Haltlosigkeit der Kirche signifikant ist. Aber qualitativ macht schon Cyprian von Karthago (✝ 258) auf das Phänomen aufmerksam, dass die Gemeinschaft der Gläubigen auch einen Schwund erleiden kann:

„Stoßt euch nicht daran, Brüder, wenn in den letzten Zeiten bei manchen der Glaube unsicher geworden ist und schwankt oder die Gottesfurcht nachläßt… Der Glaubensabfall anderer bringt ihren [derer, die am Glauben festhalten] christlichen Glauben nicht zum Sturz, sondern er erweckt und erhebt ihn vielmehr zu Ruhm, wie der Apostel mahnt und sagt: «Was tut es, wenn einige aus ihnen vom Glauben abgefallen sind? Hat etwa ihr Unglaube Gottes Wahrheit aufgehoben? Keineswegs! Denn Gott ist wahrhaftig, mag auch jeder Mensch ein Lügner sein.«“

Der heutige Kontext für eine missionarische Kirche ist zwar ernüchternd, aber ein schrumpfender Einflussbereich und Abwendung von der Kirche selbst unter der Gläubigen sind in der Geschichte der Kirche keine fremden Größen. Doch ebensowenig wie ein unbegründeter Optimismus, hilft ein ausgeprägter Defätismus. Stattdessen kann eine gute Analyse und eine - wenn auch schmerzliche - Akzeptanz der Umstände schneller aus der Schockstarre befreien und Wege in den Blick nehmen, welche die Verkündigung bzw. Weitergabe des Evangeliums zum Ziel haben. Und zu dieser Analyse gehört, dass die Kirche nicht mehr von oben herab verkünden k a n n , weil sie de facto die Autorität nicht mehr besitzt - auch wenn sie das Monopol in Sachen Sakramente besitzt, welche ja immer noch gefragt sind. Ebenso gehört dazu, dass nicht alle Kirchenmitglieder gleichsam einen Glauben empfangen haben, den sie in missionarischer Manier weitergeben könnten. (In diesem Zusammenhang zwischen vollwertigen Christen und Taufscheinchristen zu unterscheiden, dürfte der Kirche eben deswegen schwer fallen, weil sie sich gerade sehr darum bemüht, nicht wertend aufzutreten, sondern das Vertrauen wiederzugewinnen.) Dass die Strukturen in der Weise, wie sie jetzt noch mit viel Aufwand, Importpriester und viel Geld aufrecht erhalten werden, zukunftsträchtig sind, darf bezweifelt werden. Der realistische Ausgangspunkt für eine missionarische Kirche ähnelt dem Ausgangspunkt der frühen Kirche, die ebenfalls nicht auf institutionelle Größe verweisen konnte und die ebenfalls von Beginn an mit einer Form von Glaubenspluralität zu schaffen hatte, in vielen Punkten. Nur, dass wir von der frühen Kirche wissen, wie sie erfolgreich ihr missionarisches Wesen entfaltet hat. Die Kirche heute hat das lang verdrängte Missionarisch-Sein als dringende Voraussetzung für ihren Fortbestand bereits entdeckt und propagiert.48 Nur schaut sie momentan ins Ungewisse auf die zukünftige Entwicklung, was Motivation, Methoden und Effekte einer Kirche angeht, die man als per se missionarisch wiederentdeckt hat. Welche Wege werden für die Wiederbelebung eines missionarischen Bewusstseins seitens der Kirche bereits angedacht?

3.2.2. KONZEPT FÜR EINE MISSIONARISCHE KIRCHE

„Die päpstlichen Dokumente sehen zwei unverzichtbare Aufgaben der missionarischen Praxis: das wortlose Zeugnis der Nächstenliebe und die ausdrückliche Verkündigung des Wortes.“49 In „ Zeit zur Aussaat.“ Missionarisch Kirche sein wird vor allem das biblische Bild des Sämanns anempfohlen und mit der Haltung des demütigen Selbstbewusstseins und der Gelassenheit und dem Gebet als Quelle der Verkündigung verbunden.50 Es werden dann fünf Schritte als Weg entfaltet, auf dem die Saat aufgehen soll: 1. Zeugnis des Lebens, 2. Zeugnis des Wortes, 3. Zustimmung des Herzens, 4. Eintritt in eine Gemeinschaft von Gläubigen und 5. Beteiligung am Apostolat - selbst in die Sendung eintreten. Dieser Weg gilt „für jeden, der getauft und gefirmt ist, und es gilt an allen Orten, an denen Frauen und Männer als Christen leben.“51 Es wird dort auch auf die ersten Christen bzw. die frühe Kirche verwiesen und die Gott-Suchenden als gemeinsamer Nenner betont. (vgl. S. 9 u. 34) Durch Profilierung im persönlichen Bereich (im Kontrast zum institutionellen Bereich) sollen solche Suchenden auf die Kirchenmitglieder aufmerksam werden, was ein neuartiges missionarisches Tun der Laien in den Blick rückt. Denn „die vornehmlich pädagogisch vermittelte Gestalt der Weitergabe des christlichen Glaubens, die seit dem Beginn der Reformations- zeit bzw. der Gegenreformation bestimmend gewesen ist“,52 erscheint nicht mehr zeitgemäß, weil sie offensichtlich die Früchte nicht mehr bringt. „Auffällig ist dabei, dass der deutsche Aufbruch offensichtlich eher durch eine typische Top-down-Dynamik initiiert wurde, die von der Spitze der Vordenker erst noch in die Fläche der kirchlichen Pastoral getragen werden muss.“53 Es gilt dabei jedoch zu beachten, dass das kirchliche Dokument selbst deklariert, nur e i n Beitrag zu sein und nicht etwa vorgibt, d e n Weg beschrieben zu haben. Es darf bzw. soll also weiter gedacht werden:

3.2.3. KRITISCHE REFLEXION

Da er dezidiert für die kirchliche Situation in Deutschland geschrieben ist, hilft es zunächst, die Art der beschriebenen Mission in eine engere Kategorie einzusortieren. Da scheint das Missionsmodell „missio ad gentes“54 offensichtlich (noch) nicht geeignet und bei der vorangegangenen Analyse das Modell einer „Seelsorgstätigkeit der Kirche in gut ausgebildeten und in Glaube, Leben und Zeugnis lebendigen Gemeinden“55 ebenfalls nicht. Für eine Situation in Deutschland, einem Land „mit alter christlicher Tradition, […], wo ganze Gruppen von Getauften den lebendigen Sinn des Glaubens verloren haben oder sich gar nicht mehr als Mitglieder der Kirche erkennen, da sie sich in ihrem Leben von Christus und vom Evangelium entfernt haben“56 ist eine ‚neue Evangelisierung‘ oder eine ‚Wieder-Evangelisierung‘ die geeignete Kategorie, in der es nicht um Prosyletismus, Strukturerhalt oder quantitative Bilanzierung gehen darf, sondern um ein Entfachen eines Lichtes am noch glimmenden Docht, um das von Matthäus aufgegriffene Jesaja-Zitat als Bild zu nehmen (vgl. Mt 12,20). Dieser glimmende Docht kann sich allerdings nur auf’s Neue entzünden, wenn er zunächst selbst wieder in die Flamme gehalten wird. Das bedeutet, dass jeder Evangelisierung/Mission eine Selbst-Evangelisierung vorausgehen muss. Das entspricht dem o.g. Prinzip, dass nur weitergegeben werden kann, was auch empfangen - in diesem Falle auf’s Neue empfangen - wurde. „In der Tat würde ein Evangelium, das nicht auch gelebt und bezeugt wäre, kaum zum Leuchten kommen, und vielleicht werden deshalb so viele Worte und Programme gemacht, weil die Ausstrahlung selbst blass bleibt. Deshalb heben viele evangelisierende Initiativen den Zusammenhang von Evangelisierung und Selbstevangelisierung hervor.“57 Doch das Bild einer SelbstEvangelisierung mit anschließender Weitergabe ist u.U. weniger leichtfüßig zu zeichnen als z.B. in dem folgen Ausschnitt des Briefes von Bischof Joachim Wanke:

„»Mission« heißt für mich schlicht: Das weitersagen, was für mich geistlicher Lebensreichtum geworden ist. Und »Evangelisieren« meint: Dies auf die Quelle zurückführen, die diesen Reichtum immer neu speist: auf das Evangelium, letztlich auf Jesus Christus und meine Lebensgemeinschaft mit ihm. Nicht die Begriffe sind wichtig. Es geht um die gemeinte Sache.“58

Die Betrachtung der biblischen Zeugnisse bereiten darauf vor, dass eine Sendung im Namen Jesu Christi mehr fordert als den Empfang von geistlichen Lebensreichtum und dessen Weitergabe. Als „Schafe unter die Wölfe“ werden die Jünger von Jesus gesandt und die Verkündigung des Reiches Gottes führt Jesus selbst ans Kreuz. Und Paulus erträgt im Zuge seiner Mission die Synagogenstrafe, landet schließlich im Gefängnis und wird ebenfalls hingerichtet. Ein heutiges Wiederauflebenlassen des christlichen Missionsbegriffes und das Motivieren zur Evangelisierung ohne den offenen Hinweis, dass sich dabei möglicher Weise erhebliche Widerstände auftun, hätte eher den Charakter, jemanden ins offene Messer laufen zu lassen; „denn Mission gibt es nicht jenseits der Gewalt. Etwas anderes zu sagen, wäre unrealistisch, unhistorisch oder unehrlich.“59 Bei einem solchen Hinweis handelt es sich ja nicht um eine Botschaft mit notorisch eintretender Konsequenz, sondern um das Daraufaufmerksammachen, dass eine missionarische Praxis quasi etwas gewaltiges ist und Wogen aufkommen lässt. Das ermöglicht im Vorhinein eine Disposition, um in gefasster und vor allem dem Evangelium entsprechender Haltung zu reagieren, sollte man sich durch die missionarische Praxis in einem ungewollten und bedrängenden Umstand wieder finden. Es steht demzufolge eine gewisse Kreuzesspiritualität unweigerlich im Zusammenhang mit dem Missionsbegriff. Das Evangelium Jesu Christi wird also zuerst demjenigen zu einer Zumutung, der es verkünden - also anderen zumuten - will. Im zweiten Schritt erst wird es der Umwelt eine Zumutung. Dann aber durch Menschen, von denen man nicht sagen könnte: „Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.“ (Mt 23,4) „ Ein solcher Missionar kann nicht zu Hause und im gut zu bewältigenden Alltag bleiben, er muss sich schon auf den Weg machen und Entbehrungen in Kauf nehmen. Er wird zu einer wandernden Zumutung für sich und ebenso auch an die, zu denen er geht.“60 Durch eine gelebte gut verstandene Kreuzesspiritualität „könnten Glaubwürdigkeit, Echtheit, die Übereinstimmung von Wort und Leben und eine natürliche Überzeugtheit, die nicht vereinnahmen will, Schlüssel für die Aufmerksamkeit des Anderen werden“61 und unabhängig vom Ausgang würden folgende Begegnung dem missionarischen Wesen der Kirche entsprechen.

4. Schluss: Kirche zum ursprünglichen Ereignis werden lassen

In einer Zeit, in der in den bestehenden Strukturen das Missionarisch-Sein der Kirche nicht mehr gewährleistet ist, braucht es einen neuen Elan, um ganz nach dem Motto „ecclesia semper reformanda“ - wie es in Lumen Gentium Nr. 9 interpretiert wird - durch eine solche Zeit der Prüfung zu gelangen. Es wird deutlich, dass das Selbstverständnis jedes einzelnen getauften Christen eigentlich - und heute dringend - missionarisch sein müsste. Deshalb sollte die Messlatte für das Thema Mission gar nicht zu stark an den Galionsfiguren angelegt werden, was nämlich die Gefahr mit sich bringt, dass der einzelne Christ aufgrund der Unerreichbarkeit gar nicht erst missionarisch tätig wird. Doch lernen sollte man von ihnen. Zum Beispiel, dass die Mission in Dorf und Stadt durchaus verschieden ist und keinesfalls notorisch von der Stadt ausgeht, wie Karl Holl meint62. Vielmehr braucht es für die Verbreitung des Glaubens innere und äußere Motive, die identifikationsstiftend und persönlich bereichernd sind, egal ob in städtischer oder ländlicher Gegend. Es braucht in jedem Fall die Erfahrung, dass durch die Verkündigung des Glaubens der Glaube des Verkündigers selbst gestärkt wird. Der Motor der Mission liegt also beim einzelnen Christen und nicht in der großen Struktur des Institutes Kirche. In den Schriften des Neuen Testamentes können wir eindrücklich die Wege und Methoden von Jesus Christus und Paulus betrachten und darin entscheidende Orientierung finden, die nichts an Aktualität missen lassen. Von dort ausgehend können die Zeichen der Zeit betrachtet werden, um einen klugen Ansatz für die Mission zu finden. Gibt es starke Strukturen, aber die Zahl der Gläubigen bricht weg, braucht es verstärkte Verkündigung und vielleicht müssen Strukturen sogar abgebaut werden. Gelingt eine Verkündigung und die Zahl der Gläubigen steigt, braucht es gute Strukturen. Es hat sich gezeigt, dass die Umstände des Gläubigen im Allgemeinen im Vergleich zu den Gläubigen der ganz frühen Kirche ähnlicher ist bzw. im Begriff ist, immer ähnlicher zu werden, als man womöglich vermutet. Das verstärkt die Vergleichbarkeit und lädt dazu ein, die Geschichte der frühen Kirchen eindringlich zu untersuchen und sie als wertvolle Quelle für ein missionarisches Handeln im Hier und Jetzt zu schätzen. Ganz wichtig dabei ist die realistische Einschätzung des Ausgangspunktes: Es geht nicht mehr darum, dass a l l e christlich werden bzw. bleiben und wenn möglich auch der Staat seine Gesetzlichkeit auf das Christentum abstimmt, sondern: Mission ist dann schon gelungen, wenn das Christliche in der säkularen Gesellschaft - so wie damals unter der Verfolgung - nicht gänzlich verschwindet. Dafür braucht es ein Selbstverständnis von Mission auf allen Ebenen, welches bei den Großmeistern der Mission durchaus eine sinnvolle Inspiration finden kann. Deutlich wird durch sie zum einen, dass gelungene Mission sehr viel mit persönlicher Begegnung zu tun hat. Und zum anderen, dass nicht der große Masterplan, sondern der Einsatz von vielen Einzelnen der kirchlichen Mission am ehesten entspricht. Allem voran steht die Einheit von Wort und Tat, welche dem missionarischen Christen die Glaubwürdigkeit verleiht. Das Prinzip der Einheit erweitert sich dann auf die Gruppe jener, die in einer Einheit im Glauben und im Heiligen Geist stehen. So ist abschließend zu sagen, dass gelungene Mission kein „Top-down“-Geschehen ist, welches man im voraus steuern könnte. Es ist vielmehr ein organisches Geschehen, was unverzichtbar macht, dass sich viele Christen in ihrem Umfeld missionarisch verstehen, notfalls neue Strukturen vor Ort schaffen, um durch Lebenswandel und Gemeinschaftsleben ein Vorbild und Anziehungspunkt zu sein - immer im Bewusstsein, welche wandelnde Kraft das zu verkündende Evangelium entfalten kann und in der Konsequenz auch eine Gegenbewegung provoziert. Das Wesen der Kirche hängt also nicht an der Versorgung der Gemeinden durch den Klerus, sondern an der missionarischen Gesinnung von Einzelnen, von Gemeinden und schließlich von der Kirche als Ganze. Und die äußeren Umstände sind dabei weder günstig noch ungünstig, sondern schlicht ihr gegebener Kontext. Demnach ist auch die heute häufig diskutierte „Säkularität und religiöse Pluralität […] nicht die Bedrohung der Pastoral, sondern die Orte ihrer Bewährung und Konstitution.“63 Missionarisch Kirche sein folgt nicht einem Plan oder einer Weisung, sondern muss zu einem ursprünglichen Ereignis werden, welches in Deutschland sehr stark mit Wieder- bzw. Neuevangelisierung zu tun hat. „Zum Evangelisationsbegriff gehört - ganz in der Tradition des Konzils -, dass die Aufgabe der Kirche zu evangelisieren als geschichtlich erst noch zu leistender Dienst, nicht als durch die reine Institutionalität der Kirche quasi automatisch schon gegebene Wirklichkeit gesehen wird.“64 Es besteht eine „permanente Notwendigkeit zur Selbstevangelisierung“65 und zwar nicht nur für jene, die innerhalb der Kirche institutionell via Ämter oder Anstellungen eingebunden sind, sondern für jeden, der sich tatsächlich als mündiges Glied in der Kirche und im Leib Christi versteht. Dann ereignet sich das, was die frühe Kirche kraftvoll und nachahmenswert gemacht hat: ein wahrhaftes Empfangen und Weitergeben des Evangeliums; eine Einheit im Geiste und im Glauben, die resistent ist gegenüber allen Widerständen im Vertrauen auf den Beistand, den Jesus Christus verheißen hat. Analysen, Einsichten und Pläne können dabei helfen, aber sie alleine machen die Kirche noch nicht missionarisch. Aber jeder Gläubige hat die Möglichkeit an seinem Ort die Kirche missionarisch werden zu lassen, so dass die Kirche - vermutlich nicht wegen, sondern trotz der Strukturen - aufs Neue verlebendigt, erneuert und zum ursprünglichen Ereignis wird. Und „[a]uf das Ereignis einigt sich niemand; es findet statt“66 - oder nicht.

Literaturverzeichnis

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vgl. http://histoproblog.org/2014/02/23/liste-der-griechischen-gotter-mit-namen-zustandigkeit-familie-und- attributen-3/, Stand: 18.12.2014

[...]


1 vgl. http://www.fides.org/de/news/30940- VATIKAN_Die_Statistiken_der_katholischen_Kirche_2012#.VGNKSoc9MUE (Stand 12.11.2014); http:// www.dbk.de/fileadmin/redaktion/Zahlen%20und%20Fakten/Kirchliche%20Statistik/Allgemein_- _Zahlen_und_Fakten/DBK_Zahlen-und-Fakten2013-14_Internet.pdf (Stand 12.11.2014)

2 1 Kön 3,8; Jes 43,20b; Am 3,2; Röm 11,2a

3 Mt 10, 7; Mk 16,15

4 Mk 1,15

5 Joh 14,6

6 E. MOLLAND, Besaßdie Alte Kirche in Missionsprogramm und bewußte Missionsmethoden?, in: H. Frohnes/ U. W. Knorr (Hrsg.), Kirchengeschichte als Missionsgeschichte. Band 1. Die Alte Kirche, München 1974, S. 63

7 vgl. Lk 4,16-22 6

8 vgl. Lk 24,13ff.

9 Hebr 2,10

10 Mk 13,11

11 Gal 1,4

12 vgl. H. CONZELMANN, Geschichte des Urchristentums (Grundrisse zum Neuen Testament 5), Göttingen 1983, S. 76

13 ebd. S. 77

14 vgl. ebd. S. 84 u. 85

15 ebd. S. 85 9

16 Gal 5,19; 1 Kor 6,12

17 F. X. BISCHOF/T. BREMER/G. COLLET/A. FÜRST: Einführung in die Geschichte des Christentums, Freiburg 2012, S. 41

18 N. BROX, Kirchengeschichte des Altertums, Düsseldorf 1983, S. 36

19 vgl. H. CONZELMANN, Geschichte des Urchristentums (s. Anm. 12), S. 75-87 10

20 vgl. K. HOLL, Missionsmethode der alten und der mittelalterlichen Kirche, in: H. Frohnes/U. W. Knorr (Hrsg.), Kirchengeschichte als Missionsgeschichte (s. Anm. 6), S. 5. Er schreibt dort: „So geht er in die Hauptstädte und arbeitet dort so lange, bis er sicheren Grund gefunden hat. Dann wendet er sich zu einem neuen Arbeitsfeld, […]“

21 ebd. S. 84

22 Apg 17,19

23 Die geknüpften Beziehung haben Jesus Christus als zentralen und innigsten Ausgangs- und Zielpunkt. Es sind keine sogenannten „losen Kontakte“, aus denen später eventuell angeknüpft werden könnte. Sondern dort, wo aufgrund des gemeinsamen Glaubens eine Beziehung hergestellt/ festgestellt werden kann, gilt dieser Schritt als missionarische Komponente.

24 M. SIEVERNICH, Die Christliche Mission - Geschichte und Gegenwart, Darmstadt 2009, S. 11

25 1 Kor 15,8 12

26 1 Kor 9,22

27 Die geknüpften Beziehung haben Jesus Christus als zentralen und innigsten Ausgangs- und Zielpunkt. Es sind keine sogenannten „losen Kontakte“, aus denen später eventuell angeknüpft werden könnte. Sondern dort, wo aufgrund des gemeinsamen Glaubens eine Beziehung hergestellt/ festgestellt werden kann, gilt dieser Schritt als missionarische Komponente.

28 K. HOLL, Missionsmethode der alten und der mittelalterlichen Kirche, in: H. Frohnes/U. W. Knorr (Hrsg.), Kirchengeschichte als Missionsgeschichte (s. Anm. 6), S. 4

29 M. EBNER, Die Stadt als Lebensraum der ersten Christen: Das Urchristentum in seiner Umwelt I (Grundrisse zum Neuen Testament Bd. 1,1), Göttingen 2012, S. 17

30 R. V. BENDEMANN/M. TIWALD, Das frühe Christentum und die Stadt - Einleitung und Grundlegung, in: dies. (Hrsg.), Das frühe Christentum und die Stadt (Beiträge zur Wissenschaft und Neuen Testament Bd.198), Stuttgart 2012, S. 9-42, S. 26

31 F. X. BISCHOF/T. BREMER/G. COLLET/A. FÜRST: Einführung (s. Anm. 17), Freiburg 2012, S. 52

32 vgl. ebd

33 ebd. S. 58f.

34 ebd. S. 60

35 N. BROX, Kirchengeschichte (s. Anm. 18), S. 27

36 vgl. http://histoproblog.org/2014/02/23/liste-der-griechischen-gotter-mit-namen-zustandigkeit-familie-und- attributen-3/, Stand: 18.12.2014

37 vgl. die „Aussendungsreden“ in Mt 10,1ff.; Mk 6,6ff.; Lk 9,1ff. 17

38 vgl. Jak 1,27; Phil 4,8; 1 Petr 1,22; Röm 2,17-29 18

39 R. BUCHER, Neuer Wein in alte Schläuche? Zum Innovationsbedarf einer missionarischen Kirche, in: M. Sellmann (Hrsg.), Deutschland - Missionsland. Zur Überwindung eines pastoralen Tabus, Freiburg 2004, S. 249-282, S. 253

40 ebd. S. 254

41 J. WANKE, Brief eines Bischofs aus den neuen Bundesländern über den Missionsauftrag der Kirche für Deutschland, in: Die Deutschen Bischöfe, „Zeit zur Aussaat“. Missionarisch Kirche sein, Bonn 2000, S. 35-42, S. 35

42 O. JOHN, Warum missionarisch Kirche sein? Argumente jenseits der Selbstauslieferung an soziologische Empirie, in: M. Sellmann (Hrsg.), Deutschland - Missionsland (s. Anm. 39), S. 42-68, S. 53

43 vgl. Mk 16,15-18; Mt 28,16-20; Lk 24,47-49; Apg 1,4-8

44 vgl. LG 1: „Darum ist es der dringende Wunsch dieser … Synode, alle Menschen … zu erleuchten, indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet“; GS 1: „Ist doch ihre eigene Gemeinschaft aus Menschen gebildet, die, in Christus geeint, vom Heiligen Geist auf ihrer Pilgerschaft zum Reich des Vaters geleitet werden und eine Heilsbotschaft empfangen haben, die allen auszurichten ist.“; oder auch: PAPST JOHANNES PAUL II., Enzyklika Redemptoris missio, Nr. 4: „Die grundlegende Aufgabe der Kirche in allen Epochen und besonders in der unsrigen ist es, … den Blick des Menschen, das Bewusstsein und die Erfahrung der ganzen Menschheit auf das Geheimnis Christi zu lenken.“

45 R. BUCHER, Neuer Wein (s. Anm. 39) , S. 254

46 H.-J. SANDER, Theologischer Kommentar zur Pastoralkonstitution über die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes, in: P. Hünermann/B. J. Hilberath (Hrsg.), Herders Theologischer Kommentar zum Zweiten Vatikanischen Konzil, Band 4, Freiburg i. Br. 2005, S. 581-886, S. 593

47 vgl. R. BUCHER, Neuer Wein (s. Anm. 39), S. 257. Er schreibt dort: „Nach dem Zerfall der festen und wehrhaften Burg „Katholizismus“ suchen alle Handlungsorte der Kirche zur Zeit mehr oder weniger verzweifelt nach ihrer je eigenen Konstitutions- und Handlungslogik.“

48 DIE DEUTSCHEN BISCHÖFE, „Zeit zur Aussaat“ (s. Anm. 41), S. 5

49 O. JOHN, Warum missionarisch Kirche sein? (s. Anm. 42), S. 57

50 DIE DEUTSCHEN BISCHÖFE, „Zeit zur Aussaat“ (s. Anm. 41), S. 13 - 14

51 ebd. S. 5

52 DIE DEUTSCHEN BISCHÖFE, „Zeit zur Aussaat“ (s. Anm. 41), S. 33

53 M. SELLMANN, Einführung, in: ders. (Hrsg.), Deutschland - Missionsland (s. Anm. 39), S. 9-41, S. 13

54 A. WOLLBOLD, Mission vor der eigenen Tür? Eine Synopse missionstheologischer Modelle, in: M. Sellmann (Hrsg.), Deutschland - Missionsland (s. Anm. 39), S. 69-91, S. 79

55 ebd.

56 ebd.

57 A. WOLLBOLD, Mission vor der eigenen Tür? (s. Anm. 54) , S. 87

58 J. WANKE, Brief eines Bischofs (s. Anm. 41), S. 37

59 H.-J. SANDER, Mission und Religion - unentrinnbar ein Dispositiv der Gewalt? Von der Not und dem Segen einer missionarischen Kirche, in: M. Sellmann (Hg.), Deutschland - Missionsland (s. Anm. 40), S. 121-145, S. 122

60 ebd. S. 118

61 A. BECK, Mission oder Dialog? Zukunftsperspektiven für den katholischen Glauben in den neuen Bundesländern, in: M. Sellmann (Hrsg.), Deutschland - Missionsland (s. Anm. 39), S. 92-120, S. 118

62 K. HOLL, Missionsmethode der alten und der mittelalterlichen Kirche, in: H. Frohnes/U. W. Knorr (Hrsg.), Kirchengeschichte als Missionsgeschichte (s. Anm. 6), S. 5

63 R. BUCHER, Neuer Wein (s. Anm. 39), S. 267

64 ebd. S. 265

65 ebd.

66 H.-B. GERL-FALKOVITZ, Anwesenheit des Einen? Zur christlichen Mission in Zeiten postmoderner Abwesenheit, in: M. Sellmann (Hrsg.), Deutschland - Missionsland (s. Anm. 40), S. 204-228, S. 211

29 von 29 Seiten

Details

Titel
Das Christentum in der alten Kirche. Eigenheiten der Verbreitung und Arten der Mission
Hochschule
Philosophisch-Theologische Hochschule Münster
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
29
Katalognummer
V355475
ISBN (Buch)
9783668414747
Dateigröße
683 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mission, Alte Kirche, Kirchengeschichte, Christentum, Katholische Kirche
Arbeit zitieren
Kai Clemens Röder (Autor), 2016, Das Christentum in der alten Kirche. Eigenheiten der Verbreitung und Arten der Mission, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355475

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