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Bedingungsloses Grundeinkommen. Eine kritische ökonomische Analyse

Titel: Bedingungsloses Grundeinkommen. Eine kritische ökonomische Analyse

Bachelorarbeit , 2016 , 69 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Caglayan Erdogan (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Sprichwort „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ ist vielen bekannt. Und bereits in der Bibel steht geschrieben: „Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen.“(2 Thess 3,10). Doch was ist mit den Menschen die arbeiten wollen, jedoch keine Arbeit finden? Bestehende Sozialhilfeformen fangen, in einem Sozialstaat wie Deutschland, die Arbeitslosen mit dem Arbeitslosengeld I und dem Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) auf. Götz Werner, Gründer und Aufsichtsratsmitglied des Drogeriemarktes dm, ist Befürworter eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) und sagt hierzu: „(…) Sie haben Angst, stigmatisiert zu werden. Nutzlos zu sein. Dieses manische Schauen auf Arbeit macht uns alle krank. Und was ist Hartz IV? Hartz IV ist offener Strafvollzug. Es ist die Beraubung von Freiheitsrechten. Hartz IV quält die Menschen, zerstört ihre Kreativität.“ Durch die Hartzreformen, so vermutet man, sind die Gefühle der Ausgrenzung, Demotivation und Erniedrigung bei den Beziehern des Arbeitslosengelds II (Hartz IV) enorm. Verbunden mit den zu befürchtenden negativen Reaktionen des unmittelbaren Umfelds auf die Arbeitslosigkeit, nehmen viele Arbeitslose ihr Recht auf Sozialhilfe nicht in Anspruch.

Wenn in einer zunehmend automatisierten Welt immer mehr Arbeit wegfällt, ist es nicht an der Zeit den Begriff der (Erwerbs-)Arbeit und der Entlohnung voneinander zu trennen? Die Idee eines BGE ist nämlich genau das Gegenteil dessen, was seit jeher propagiert wird. Jeder Bürger eines Landes erhält einen festgelegten Betrag pro Monat, ganz gleich, ob er arbeitet oder nicht.

Das BGE ist ein Thema, das in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich mehr Platz in der öffentlichen Wahrnehmung findet. Ein Auszug aus den Schlagzeilen der nahen Vergangenheit verdeutlicht das:

„dm-Gründer: Darum brauchen wir das bedingungslose Grundeinkommen“

„Das bedingungslose Grundeinkommen wird uns nicht retten“

„Weltrekord fürs Grundeinkommen – die größte Frage der Welt kommt nach Berlin“

Das liegt zum einen daran, dass in Industrieländern immer mehr Themen mit arbeits- und sozialpolitischen Aspekten in den Mittelpunkt rücken. Zum anderen liegt die Problematik aber auch, wie bereits erwähnt, darin, dass durch steigende Produktivität und Automatisierung der Arbeit immer mehr Menschen arbeitslos werden und diese Arbeit nicht nachbesetzt wird. Bereits Ende 2015 betrug die Anzahl der Arbeitslosen in Deutschland 2,79 Mio. Menschen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung / aktuelle Diskussion

1.2. Zielsetzung und Fragestellung

1.3. Methodik

2. Das bedingungslose Grundeinkommen

2.1. Definition

2.2. Arbeit im Wandel

2.3. Historische Entwicklung des Grundeinkommens

2.4. Grundeinkommensmodelle

2.4.1 Modell der negativen Einkommensteuer von Milton Friedman

2.4.2 Solidarisches Bürgergeld von Dieter Althaus

2.4.3 Ansatz von Götz Werner und Benediktus Hardorp

3. Gründe für ein bedingungsloses Grundeinkommen und aktuelle Beispiele

3.1. Argumente für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens

3.2. Länder mit aktuellem Bezug zum bedingungslosem Grundeinkommen

3.2.1 Namibia

3.2.2 Finnland

3.2.3 Schweiz

3.2.4 Ausblick Kenia

4. Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland und mögliche nicht gewollte Anreize und Risiken

4.1. Derzeitige Transferleistungen für die Existenzsicherung in Deutschland

4.2. Wie viel würde das bedingungslose Grundeinkommen Deutschland kosten? – eine Beispielrechnung

4.3. Argumente gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen sowie mögliche Risiken

5. Kritische Bewertung

Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) im Kontext des Wandels der Erwerbsarbeit, beleuchtet verschiedene Finanzierungsmodelle und analysiert die ökonomischen sowie sozialen Auswirkungen, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, ob und wie ein BGE als Antwort auf technologische Arbeitslosigkeit und gesellschaftliche Veränderungen implementiert werden könnte.

  • Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen des BGE
  • Vergleich verschiedener Grundeinkommensmodelle (Friedman, Althaus, Werner)
  • Analyse praktischer Pilotprojekte in Namibia, Finnland, der Schweiz und Kenia
  • Ökonomische Kalkulationen zur Finanzierbarkeit in Deutschland
  • Kritische Diskussion über soziale Risiken, Anreizstrukturen und Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Auszug aus dem Buch

2.1. Definition

Der Begriff des BGE ist ein weltweit diskutiertes Thema. Experimente hierfür gab es auf fast jedem Kontinent. Es gibt mehrere Formen der Realisierung sowie Bezeichnungen wie z.B. Basic Income Guarantee (BIG), Soziale Dividende, das bedingungslose Einkommen als negative Einkommensteuer oder aber auch den Begriff des solidarischen Bürgergelds.

Einer der ersten Versuche ein BGE zu integrieren war das Speenhamlandgesetz aus dem Jahr 1795. Es war in mehreren Grafschaften in England bis ins Jahr 1834 wirksam gewesen. Es lautete wie folgt:

„[When the gallon loaf of bread of a definite quality] shall cost 1 shilling, then every poor and industrious person shall have for his support 3 shillings weekly, either procured by his own or his family's labour, or an allowance from the poor rates, and for the support of his wife and every other of his family, 1 shilling 6 pence; when the gallon loaf shall cost 1/6, then 4 shillings weekly, plus 1/10; on every pence which the bread price raises above 1 shilling he shall have 3 pence for himself and 1 pence for the others.“

Somit wurde in den betroffenen Grafschaften die Höhe eines Grundeinkommens an den jeweils geltenden Brotpreis gekoppelt um sicherzustellen, dass die Bevölkerung zumindest nicht verhungert. Dafür zu sorgen, dass das Volk nicht verhungern muss, ist bis heute in den meisten europäischen Ländern durch Existenzsicherungsmaßnahmen größtenteils so geblieben. Auch in unseren Breitengraden fallen jedoch Menschen durch das soziale Netz, weil Pensionen oder Arbeitslosenge-

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Erwerbsarbeit im Wandel ein und erläutert die Relevanz des Grundeinkommens in der aktuellen öffentlichen Diskussion.

2. Das bedingungslose Grundeinkommen: Dieses Kapitel definiert den Begriff, beschreibt den historischen Kontext und stellt verschiedene Modelle zur Umsetzung eines bedingungslosen Grundeinkommens vor.

3. Gründe für ein bedingungsloses Grundeinkommen und aktuelle Beispiele: Hier werden Argumente für die Einführung erläutert und praktische Erfahrungen aus internationalen Pilotprojekten in Namibia, Finnland, der Schweiz und Kenia analysiert.

4. Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland und mögliche nicht gewollte Anreize und Risiken: Dieses Kapitel untersucht die Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten in Deutschland und setzt sich kritisch mit potenziellen negativen Auswirkungen und Risiken auseinander.

5. Kritische Bewertung: Hier werden die Erkenntnisse zusammengefasst und die kontroversen Aspekte der Umsetzung sowie die Ergebnisse der eigenen Umfrage bewertet.

Fazit und Ausblick: Diese abschließenden Betrachtungen fassen die wesentlichen Ergebnisse zusammen und wagen eine Prognose zur zukünftigen Entwicklung des Grundeinkommens im Kontext einer automatisierten Arbeitswelt.

Schlüsselwörter

Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Erwerbsarbeit, Arbeitslosigkeit, Sozialstaat, Negative Einkommensteuer, Solidarisches Bürgergeld, Finanzierung, Automatisierung, Existenzsicherung, Sozialversicherung, Arbeitsmarkt, Umverteilung, Grundeinkommensmodelle, ökonomische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen und sozialen Analyse des Konzepts des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) als Antwort auf die Veränderungen in der modernen Arbeitswelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung des BGE, die theoretische Definition, der Vergleich verschiedener Finanzierungsmodelle, internationale Praxiserfahrungen sowie die konkrete finanzielle Umsetzbarkeit in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel der Erwerbsarbeit aufzuzeigen und zu prüfen, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen eine tragfähige und finanzierbare Lösung zur Existenzsicherung in einer zunehmend automatisierten Gesellschaft darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung aktueller internationaler Diskussionen und Projektdaten basiert, ergänzt durch eine eigene, nicht repräsentative Umfrage.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Modelle wie das Modell von Friedman oder Althaus vorgestellt, internationale Beispiele (Namibia, Finnland, Schweiz, Kenia) untersucht und eine Beispielrechnung für die Finanzierung in Deutschland durchgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), Erwerbsarbeit, Sozialstaat, Finanzierbarkeit, Automatisierung und soziale Existenzsicherung geprägt.

Welche Rolle spielt die Automatisierung bei der Argumentation für ein BGE?

Der Autor argumentiert, dass durch den technologischen Fortschritt und zunehmende Automatisierung die traditionelle Erwerbsarbeit zurückgeht, was neue soziale Sicherungssysteme wie das BGE notwendig machen könnte, um Arbeitslosigkeit und Armut entgegenzuwirken.

Was sind die Haupteinwände gegen das Grundeinkommen, die in der Arbeit diskutiert werden?

Zu den kritischen Argumenten zählen die Sorge vor einer massiven Steuererhöhung zur Finanzierung, das Risiko einer Flucht in die Schwarzarbeit, mögliche negative Auswirkungen auf die Arbeitsmotivation und die Gefahr, dass das Subsidiaritätsprinzip des bestehenden Sozialstaates ausgehöhlt wird.

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bedingungsloses Grundeinkommen. Eine kritische ökonomische Analyse
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Berlin früher Fachhochschule
Note
3,0
Autor
Caglayan Erdogan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
69
Katalognummer
V355543
ISBN (eBook)
9783668411012
ISBN (Buch)
9783668411029
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedingungsloses Grundeinkommen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caglayan Erdogan (Autor:in), 2016, Bedingungsloses Grundeinkommen. Eine kritische ökonomische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355543
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Leseprobe aus  69  Seiten
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