Das Thema der Internationalisierung von Unternehmern gehört zu den interessantesten Themen der Gegenwart. Einerseits wurde in den letzten 70 Jahren Vieles erreicht. Andererseits ist seit dem Ausbruch der Finanzkriese auch eine "Entschleunigung" in der Öffnung der Märkte zu erkennen. Viele Länder nutzen Instrumente mit protektionistischem Charakter, mit dem Ziel ihre eigenen Waren und damit ihre Arbeitsplätze zu schützen zum Beispiel durch Maßnahmen, die dazu dienen die Importe signifikant zu senken.
Angesichts zahlreicher multilateraler Verflechtungen u.a. im Rahmen der Welthandelsordnung ist es nicht mehr so einfach möglich mit den konventionellen protektionistischen Mitteln wie z.B. Strafzöllen in den freien Handel einzugreifen. Dabei werden einige Staaten erfinderisch und entwickeln neue Wege ihren Markt abzuschotten. Dazu gehören insbesondere Barrieren im Rahmen verschärfter „Vorgaben und Auflagen“. Dies können Maßnahmen sein wie z.B. verstärkte Sicherheitsanforderungen, lokale oder regionale Zertifizierungsanforderungen, Nachweis von Produktionsanlagen vor Ort, Vorgaben zum Technologietransfer usw.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Überblick über die Handelspolitik in der Welt und positive Rückblicke
3. Unwägbarkeiten der Internationalisierung durch die TRUMP-Administration & mögliche Rückschläge in der Handelspolitik
4. Haltung und Stellung Deutschlands in der internationalen Handelspolitik
5. Stand der Forschung zur Internationalisierung in Deutschland
6. Ergebnisse der Forschung
6.1 Gründe für ein Auslandsengagement deutscher Unternehmen
6.2 Gründe des deutschen Exporterfolges
6.3 Grundsätzlichen Erschwernisse / Barrieren
6.4 Sonstige Schwierigkeiten
7. Die Kulturdimensionen nach Hofstede
8. Aktivitätsformen deutscher Unternehmen im Ausland
8.1 Generelle Aktivitätsformen
8.2 Umsetzungsformen in der Praxis
9. Fallbeispiele der Aktivitäten deutscher Unternehmen in arabischen Ländern
9.1 Fallbeispiel eines exportierenden deutschen Produzenten
9.2 Fallbeispiel eines exportierenden deutschen Produzenten mit Montage im Zielland
9.3 Fallbeispiel eines im Ausland investierenden deutschen Produktionsunternehmens
10. Wahl der Strategie des Markteintrittes in Abhängigkeit von der Zeit (Timing-Strategie)
10.1 Die länderübergreifende Timing-Strategie
10.2. Die länderspezifischen Timing-Strategien
10.3. Bewertung und Strategieauswahl - Abgleich mit den Fallbeispielen
11. Auswertung der Ergebnisse und Tipps zur Fortführung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Strategien und Herausforderungen deutscher Unternehmen bei der Internationalisierung, mit einem besonderen Fokus auf die Region der arabischen Länder und die Auswirkungen globaler handelspolitischer Veränderungen.
- Analyse der Beweggründe und Erfolgsfaktoren für deutsche Exporte
- Untersuchung von Handelsbarrieren und protektionistischen Tendenzen
- Anwendung der Kulturdimensionen nach Hofstede auf den saudi-arabischen Markt
- Bewertung von Markteintrittsstrategien wie Wasserfall- und Sprinkler-Modellen
- Praxisorientierte Fallstudien zu Export, Montage und Auslandsinvestitionen
Auszug aus dem Buch
9.3 Fallbeispiel eines im Ausland investierenden deutschen Produktionsunternehmens
Das Unternehmen versteht sich als ein Unternehmen, das von Beginn an auf eine selbst entwickelte Spezialtechnologie für den Bau hoher Betonmasten setzt. Im Jahr 2015 wurde in den Geschäftsfeldern ein Umsatz von 7 Mio. € mit insgesamt 40 Beschäftigten erzielt.
Der geringe Exportanteil von unter 10 % (und dies ausschließlich innerhalb der EU) ist durch die hohe Masse und sperrigen Abmaßen des Produktes begründet.
Dabei werden zumeist Sonderfertigungen produziert, da Standardfertigungen auch in anderen EU-Ländern produziert werden.
Die dadurch entstehenden hohen Transportkosten führen trotz des großen Nachholbedarfes in den Zielländern zu Preisen, die nicht gezahlt werden.
Für eine Markteröffnung bleibt somit nur eine Investition in eine Produktionsstätte vor Ort. Seit 2014 stellt sich das Unternehmen mit Erfolg den Herausforderungen des Marktes. Nach einer qualifizierten Machbarkeitsstudie fiel der Entschluss die Produktion in Saudi-Arabien zu etablieren. Saudi-Arabien hat den höchsten Bedarf am Endprodukt, verfügt über interessierte private und staatliche Mitinvestoren, günstige Lohnkosten und passende Umweltstandards. Außerdem können durch die logistisch günstige Lage in bestimmten Fällen auch Nachbarländer des Golfkooperationsrates mit den Produkten beliefert werden, ähnlich des Exportmodelles in der EU.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die aktuelle weltweite wirtschaftliche Lage, geprägt von zunehmendem Protektionismus und der Herausforderung für deutsche Unternehmen, neue Märkte außerhalb der USA zu erschließen.
2. Überblick über die Handelspolitik in der Welt und positive Rückblicke: Das Kapitel erläutert die Grundlagen der internationalen Handelsordnung, insbesondere das GATT- und WTO-System, und deren Zielsetzung des Abbaus von Handelshemmnissen.
3. Unwägbarkeiten der Internationalisierung durch die TRUMP-Administration & mögliche Rückschläge in der Handelspolitik: Hier werden die Gefahren durch protektionistische Tendenzen und bilaterale Handelsdeals der USA für die bestehende Weltwirtschaftsordnung diskutiert.
4. Haltung und Stellung Deutschlands in der internationalen Handelspolitik: Es wird die hohe Abhängigkeit der deutschen exportorientierten Wirtschaft vom globalen Handel und spezifischen Auslandsmärkten wie den USA dargelegt.
5. Stand der Forschung zur Internationalisierung in Deutschland: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Datenquellen, wie die DIHK-Studie "Going International", und kritisiert das Fehlen einer ganzheitlichen, interkulturellen Betrachtung.
6. Ergebnisse der Forschung: Hier werden zentrale Gründe für das Auslandsengagement sowie die Faktoren hinter dem deutschen Exporterfolg und die auftretenden Handelsbarrieren detailliert analysiert.
7. Die Kulturdimensionen nach Hofstede: Die fünf Dimensionen von Geert Hofstede werden vorgestellt und dienen als theoretischer Rahmen zur Erklärung interkultureller Unterschiede zwischen Deutschland und arabischen Ländern.
8. Aktivitätsformen deutscher Unternehmen im Ausland: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Markteintritts- und Bearbeitungsformen, von reinen Exportstrategien bis hin zu Auslandsinvestitionen.
9. Fallbeispiele der Aktivitäten deutscher Unternehmen in arabischen Ländern: Anhand von drei Fallstudien werden unterschiedliche Strategien – vom reinen Export bis zur Produktion vor Ort – praxisnah verdeutlicht.
10. Wahl der Strategie des Markteintrittes in Abhängigkeit von der Zeit (Timing-Strategie): Das Kapitel vergleicht Wasserfall- und Sprinklerstrategien sowie Pionier- und Folgerstrategien hinsichtlich ihrer Eignung für den Mittelstand.
11. Auswertung der Ergebnisse und Tipps zur Fortführung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Notwendigkeit, interkulturelle Dimensionen bei der Strategieentwicklung für neue Zielmärkte wie die Golfstaaten zwingend zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, deutscher Mittelstand, Handelsbarrieren, Protektionismus, Golfstaaten, Markteintrittsstrategien, Wasserfallstrategie, Sprinklerstrategie, interkulturelles Management, Hofstede, Export, Auslandsinvestitionen, Globalisierung, Saudi-Arabien, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit den Strategien, Chancen und Hindernissen für deutsche Unternehmen bei der Internationalisierung, insbesondere mit einem Schwerpunkt auf den arabischen Märkten vor dem Hintergrund einer sich wandelnden globalen Handelspolitik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zu den zentralen Feldern zählen die Analyse von Exportgründen, die Bewertung von Markteintrittsstrategien, die Rolle von Kulturdimensionen nach Hofstede sowie der Einfluss protektionistischer Tendenzen auf das deutsche Geschäftsmodell.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie deutsche Unternehmen durch eine fundierte Vorbereitung und das Verständnis kultureller Unterschiede in neuen Märkten wie den Golfstaaten erfolgreich agieren können, anstatt sich nur auf traditionelle Handelspartner zu verlassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert theoretische Analysen, wie das Modell der Kulturdimensionen, mit der Auswertung von Primärdaten (Unternehmensumfragen) und einer komparativen Fallstudienmethode, um strategische Handlungsoptionen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Timing-Strategien (Wasserfall vs. Sprinkler), die Ergebnisse zu Handelsbarrieren und die detaillierten Fallbeispiele aus dem Mittelstand zur Markterschließung präsentiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Internationalisierung, Handelsbarrieren, Markteintrittsstrategien, Golfstaaten, interkulturelles Management und die Wasserfallstrategie.
Wie wirkt sich die Kulturdimension nach Hofstede konkret auf die Strategie aus?
Am Beispiel Saudi-Arabiens zeigt die Arbeit, dass das Wissen um Unterschiede in der Machtdistanz und Langzeitorientierung maßgeblich darüber entscheidet, welche Produktgruppen und Vertriebsformen (z.B. Partnerschaften) Erfolg versprechen.
Was versteht die Arbeit unter einer "indirekten Wasserfallstrategie"?
Dies bezeichnet eine Vorgehensweise, bei der Unternehmen lokale Vertriebsressourcen und Netzwerke im Zielland nutzen, um von dort aus nicht nur den Markt vor Ort, sondern auch benachbarte Regionen zu bedienen, was in der klassischen Literatur oft nicht explizit thematisiert wird.
- Arbeit zitieren
- Siamak Hadifar (Autor:in), 2017, Ziele und Probleme der Internationalisierung deutscher Unternehmen mit dem Schwerpunkt "Arabische Länder", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355548