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Exegese des Gleichnisses "Von den bösen Weingärtnern" im Markusevangelium

Titel: Exegese des Gleichnisses "Von den bösen Weingärtnern" im Markusevangelium

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 22 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Melanie Bäuerlein (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Parabel von den bösen Weingärtnern ist eine grausame Erzählung von mordenden Winzern. Sie will mit diesem hohen Gewaltpotenzial auf den ersten Blick so gar nicht in die "frohe Botschaft" der Evangelien passen. Wie kann mit der Grausamkeit des Gleichnisses umgegangen werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Arbeit.

Um die Parabel zu untersuchen, wird zunächst erörtert, wie das Gleichnis in den Kontext des Markusevangeliums einzuordnen ist. Nach der kontextuellen Einordnung und einer sprachlich-narrativen Analyse wird zudem die sozialgeschichtliche Umwelt der damaligen Zeit genauer betrachtet. Das Szenario von wütenden und mordenden Weingärtnern, der erstaunlichen Geduld des Besitzers und der sinnlosen Hoffnung der Winzer, durch die Tötung des Sohnes an das Erbe des Weinbergbesitzers zu gelangen – konnte so eine Parabel überhaupt nachvollziehbar sein? Diese und andere Fragen werden im Rahmen der sozialgeschichtlichen Analyse gestellt. Durch die Analyse des Bedeutungshintergrunds sollen die vielen versteckten Hinweise und Allegorien des Markusgleichnisses schließlich aufgeklärt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich

3. Kontextuell-exegetische Einordnung im Horizont des Markus-Evangeliums

4. Sprachlich-narrative Analyse

5. Sozialgeschichtliche Analyse

6. Analyse des Bedeutungshintergrunds

7. Synoptischer Vergleich

8. Zusammenfassende Auslegung

9. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gleichnis von den bösen Weingärtnern (Markus 12,1-12) mit dem Ziel, eine angemessene Deutung zu finden, die den verbreiteten antijudaistischen Auslegungstraditionen entgegenwirkt. Dabei wird analysiert, wie durch eine Kombination aus narrativer, kontextueller und insbesondere sozialgeschichtlicher Analyse neue Perspektiven auf den Text gewonnen werden können, um das Gewaltpotenzial der Parabel differenzierter zu interpretieren.

  • Analyse der hermeneutischen Herausforderungen durch die Gewalt in der Parabel.
  • Kontextualisierung des Gleichnisses im Markusevangelium und Vergleich mit synoptischen Parallelstellen.
  • Sozialgeschichtliche Untersuchung der landwirtschaftlichen Lebenswelt des 1. Jahrhunderts in Palästina.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Identifikation von Gott mit dem Weinbergbesitzer.
  • Aufzeigen von Auslegungsalternativen zur Überwindung antijudaistischer Interpretationen.

Auszug aus dem Buch

4. Sprachlich-narrative Analyse

Die Winzerparabel schockiert zunächst mit ihrer Grausamkeit und Brutalität. Dies verleitet dazu, sofort in die allegorisierende Deutung überzugehen, um Abstand von der gewaltbeladenen Geschichte zu bekommen. Doch um das Gleichnis überhaupt erst deuten zu können, muss man in die erzählte Welt eintauchen. Was passiert hier genau in dem Weinbergdrama?

Die Erzählung beginnt mit der detaillierten Schilderung vom Anlegen eines Weinbergs. Der Mensch, der diesen Weinberg anlegte, geht nun außer Landes und verpachtet diesen an verschiedene Weingärtner (V.1). Dies bildet demnach die Ausgangssituation für den weiteren Ablauf der Geschichte. Der Ort, der nun folgenden Handlung, bleibt der Weinberg. Der Weinbergbesitzer selbst ist während der ganzen Zeit allerdings nicht am Weinberg, sondern verweilt an einem Ort, der nicht genannt wird. Lediglich am Ende wird angedeutet, dass er zu dem Weinberg kommt. Die handelnden Personen sind hier ganz klar der Gutsbesitzer sowie die Gruppe der Weingärtner. Weniger handelnd, dafür aber am Meisten von der Handlung betroffen, sind die Knechte und der Sohn des Weinbergbesitzers. Nun folgt die immer wieder vergebliche Sendung der Knechte durch den Weinbergbesitzer (V.2-5). Neben den zuvor genannten Raumangaben findet sich in Vers 2 auch die einzige, vage Zeitangabe. Zugleich wird hier die erste Spannung aufgebaut. Wie werden die Weingärtner wohl auf die Forderung des Weinbergbesitzers reagieren, werden sie sich an die Abmachung der Pacht halten? Diese Spannung wird direkt im nächsten Vers auf grausame Art gelöst. Die Winzer nehmen den gesandten Knecht, verwunden ihn und „schick[...]en ihn mit leeren Händen fort“ (V.3).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Gleichnisses, insbesondere im Hinblick auf das Gewaltpotenzial und die antijudaistische Rezeptionsgeschichte.

2. Übersetzungsvergleich: Analyse verschiedener deutscher Bibelübersetzungen hinsichtlich ihrer Urtextorientierung und Eignung für die Exegese.

3. Kontextuell-exegetische Einordnung im Horizont des Markus-Evangeliums: Untersuchung der Einbettung des Gleichnisses in die Passionsgeschichte und dessen Funktion als indirekte Antwort auf die Vollmachtsfrage.

4. Sprachlich-narrative Analyse: Detaillierte Untersuchung des Erzählaufbaus, der Spannungskurve und sprachlicher Merkmale wie der "Regel-de-tri".

5. Sozialgeschichtliche Analyse: Einordnung der Handlung in die agrarischen Realitäten und sozialen Spannungsfelder des 1. Jahrhunderts in Palästina.

6. Analyse des Bedeutungshintergrunds: Erörterung der Allegorien, insbesondere der Verbindung zum Weinberglied (Jesaja 5) und der Bedeutung des "Eckstein"-Zitats.

7. Synoptischer Vergleich: Gegenüberstellung der Versionen bei Markus, Matthäus und Lukas zur Identifikation von Differenzen und spezifisch allegorischen Akzentuierungen.

8. Zusammenfassende Auslegung: Synthese der Analyseergebnisse zur Entwicklung alternativer Interpretationsansätze, die über die klassische antijudaistische Deutung hinausgehen.

9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz einer sozialgeschichtlich informierten Exegese für eine verantwortungsvolle Hermeneutik.

Schlüsselwörter

Gleichnis, böse Weingärtner, Markus-Evangelium, Exegese, Antijudaismus, Sozialgeschichte, Agrargesellschaft, Allegorie, Gewalt, Jesus, Israel, Hermeneutik, Landwirtschaft, Pachtverhältnis, Perspektivenwechsel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der exegetischen Untersuchung des Gleichnisses von den bösen Weingärtnern im Markusevangelium und setzt sich kritisch mit dessen Wirkung als Grundlage für antijudaistische Auslegungen auseinander.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit verknüpft bibelwissenschaftliche Exegese mit historisch-sozialgeschichtlichen Analysen der antiken Landwirtschaft sowie narrativen Textanalysen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Gleichnis angemessen zu deuten und alternative Auslegungsmöglichkeiten zu finden, die den antijudaistischen Untertönen der traditionellen Exegese entgegenwirken.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine systematische Exegese angewandt, orientiert am "Kompendium der Gleichnisse Jesu" von Ruben Zimmermann, ergänzt durch einen sozialgeschichtlichen sowie einen synoptischen Vergleich.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert den Aufbau der Parabel, die sozioökonomischen Bedingungen der Pächter im antiken Palästina und die allegorischen Verweise auf die Heilsgeschichte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Antijudaismus, Sozialgeschichte, Allegorie, Pachtverhältnis und Gewaltspirale geprägt.

Warum wird das "Weinberglied" aus Jesaja 5 herangezogen?

Es dient als biblische Vergleichsgrundlage, um zu verstehen, wie das Bild des Weinbergs in der jüdischen Tradition verstanden wurde und wo sich das Markus-Gleichnis von dieser Vorlage unterscheidet.

Welche Rolle spielt die lukanische Version des Gleichnisses?

Die Version bei Lukas ist von besonderem Interesse, da sie weniger allegorisch geprägt ist und das Volk explizit in die Reaktion auf die Handlung des Weinbergbesitzers einbezieht.

Wie bewertet der Autor die Identifikation von Gott mit dem Weinbergbesitzer?

Der Autor hinterfragt diese Identifikation kritisch, da das Handeln des Besitzers im Gleichnis – geprägt von Rache und Gewalt – schwer mit dem neutestamentlichen Gottesbild der Vergebung vereinbar ist.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Exegese des Gleichnisses "Von den bösen Weingärtnern" im Markusevangelium
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,5
Autor
Melanie Bäuerlein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V355553
ISBN (eBook)
9783668418653
ISBN (Buch)
9783668418660
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bibel Markusevangelium von den bösen Weingärtnern Exegese Gleichnis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melanie Bäuerlein (Autor:in), 2016, Exegese des Gleichnisses "Von den bösen Weingärtnern" im Markusevangelium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355553
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Leseprobe aus  22  Seiten
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