Bei der Analyse von Schillers Briefen "Über die ästhetische Erziehung des Menschen" stößt man immer wieder auf Ähnlichkeiten zur Bourdieu’schen Philosophie – zwar nicht, was die Terminologie, doch was verwandte Denkansätze angeht, vor allem den Habitusbegriff Bourdieus und alle damit zusammenhängende Kategorien betreffend.
Die Erziehung des Individuums prägt dessen gesellschaftliche Rolle maßgeblich. Die Basis zur Habitualisierung bilden die Erziehung und die Bildung des Menschen. Allerdings sind es auch die Erziehung und die Bildung, die einen Ausweg aus der Habitualisierung bieten. Pierre Bourdieu selbst äußerte sich aber zeitlebens kaum zu dieser Möglichkeit, dem Habitus zu entkommen.
Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, Schillers Idee der ästhetischen Erziehung als genau diesen Ausweg herauszustellen.
In einem ersten Schritt geht die Arbeit auf die verschiedenen Kategorien Bourdieus ein, die wichtig für das Verständnis seiner Vorstellung des Habitus sind. Danach werden jene Termini erläutert, die eine besondere Relevanz für Schillers Konzeption haben.
Schließlich geht die Arbeit auf die Analogien zwischen beiden Theorien, auf die Funktion von Bildung und Erziehung sowie auf eine Methodik zur praktischen Umsetzung der Schiller’schen Ideen ein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Erläuterung zentraler Bourdieu'scher Begriffe
- Habitus
- Entstehungsgeschichte
- Signifikanz
- Funktion und Verwendung
- Feld (champ)
- Klasse
- Kapital
- Das ökonomische Kapital
- Das kulturelle Kapital
- Das soziale Kapital
- Das symbolische Kapital
- L'art pour l'art
- Habitus
- Über die ästhetische Erziehung des Menschen
- Zur Entstehungsgeschichte der Briefe
- Darlegung signifikanter Begriffe zur ästhetischen Erziehung des Menschen
- Person und Zustand
- Formtrieb und Stofftrieb
- Spieltrieb
- Schönheit als Pfad zur Freiheit
- Klasse, Feld, Kapital bei Schiller?
- Inwiefern ist es möglich, den Habitusbegriff auf Schillers Über die ästhetische Erziehung des Menschen zu applizieren?
- Ästhetik als Bildungstheorie
- Ästhetische Bildung als Bildung zur Humanität
- Von der Theorie der ästhetischen Bildung zur pädagogischen Ausführung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Beziehung zwischen Schillers Konzeption der ästhetischen Erziehung und der Bourdieu'schen Theorie des Habitus aufzuzeigen. Insbesondere soll untersucht werden, inwieweit Schillers Idee der ästhetischen Erziehung als ein Ausweg aus der durch den Habitus geprägten gesellschaftlichen Determinierung verstanden werden kann.
- Die zentralen Begriffe der Bourdieu'schen Theorie, insbesondere der Habitus
- Die Relevanz von Schillers ästhetischer Erziehung im Kontext der Bourdieu'schen Konzeption
- Die Rolle von Bildung und Erziehung im Hinblick auf die Möglichkeit, dem Habitus zu entkommen
- Die praktische Umsetzung der Schiller'schen Ideen in pädagogischen Kontexten
- Die Bedeutung der ästhetischen Bildung für die Entwicklung der Humanität
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik und stellt die Forschungsfrage dar. Im zweiten Kapitel werden die zentralen Begriffe der Bourdieu'schen Theorie erläutert, insbesondere der Habitus und seine Entstehungsgeschichte, seine Signifikanz sowie seine Funktion und Verwendung. Des Weiteren werden die Begriffe Feld, Klasse und Kapital sowie deren Bezüge zum Habitus beleuchtet. Das dritte Kapitel befasst sich mit Schillers Über die ästhetische Erziehung des Menschen, wobei die Entstehungsgeschichte der Briefe und zentrale Begriffe wie Person, Zustand, Formtrieb, Stofftrieb und Spieltrieb analysiert werden.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe und Konzepte der Arbeit sind Habitus, ästhetische Erziehung, Bildung, Erziehung, Gesellschaft, Humanität, Kapital, Klasse, Feld, Bourdieu, Schiller, und Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Welches Ziel verfolgt die Arbeit zu Schillers ästhetischer Erziehung?
Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen Schillers Konzept der ästhetischen Erziehung und Pierre Bourdieus Theorie des Habitus. Ziel ist es, die ästhetische Erziehung als möglichen Ausweg aus der gesellschaftlichen Determinierung durch den Habitus darzustellen.
Was versteht Bourdieu unter dem Begriff „Habitus“?
Der Habitus beschreibt bei Bourdieu die durch Erziehung und soziale Herkunft geprägten Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmuster eines Individuums, die dessen gesellschaftliche Rolle maßgeblich bestimmen.
Welche zentralen Begriffe Schillers werden in der Analyse verwendet?
Wichtige Termini sind Person und Zustand sowie die Triebkonzepte: Formtrieb, Stofftrieb und der vermittelnde Spieltrieb, der zur ästhetischen Freiheit führt.
Wie hängen Bildung und Erziehung mit dem Habitus zusammen?
Erziehung und Bildung bilden einerseits die Basis für die Habitualisierung, können aber laut der Arbeit auch den Schlüssel bieten, um dieser Determinierung zu entkommen.
Welche Rolle spielt die Schönheit in Schillers Theorie?
Schiller sieht in der Schönheit den notwendigen Pfad zur Freiheit. Die ästhetische Erfahrung ermöglicht es dem Menschen, seine Menschlichkeit voll zu entfalten und gesellschaftliche Zwänge zu überwinden.
Wird in der Arbeit auch auf Bourdieus Kapitalformen eingegangen?
Ja, die Arbeit erläutert Bourdieus Kategorien des ökonomischen, kulturellen, sozialen und symbolischen Kapitals, um das Verständnis seiner Gesellschaftstheorie zu vertiefen.
- Quote paper
- Luc Schmit (Author), 2016, Bildung und Erziehung in Schillers "Über die ästhetische Erziehung des Menschen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355593