Im Rahmen meines Sonderschulpädagogischen-Studiums beschäftige ich mich im Sommersemester 2016 in dem Seminar „Vestimentäre Alltagskultur - außerschulische Lernorte“ mit der Museumspädagogik im Fach Alltagskultur und Gesundheit. Durch das Aufsuchen von außerschulischen Lernorten haben wir gemeinsam im Seminar Textilien in Museen angeschaut, um zu erarbeiten, wie diese in einem Museum mit Schüler entdeckt, erarbeitet und thematisiert werden können. Hierbei faszinierte mich vor allem die ländliche Kleidung im 19. Jahrhundert.
Während des Semesters habe ich mir die Frage gestellt, welche Wirksamkeit eine aktuelle Unterrichtsform, nämlich dem außerschulischen Lernen in ein Museum, auf Lernprozesse in dem Fach Alltagskultur und Gesundheit, im Hinblick auf ländliche Kleidung in Oberkirch im 19 Jahrhundert erforscht werden. Mich interessiert die „Kunst“ des außerschulischen Unterrichtens, die Fähigkeit von Schülern ggf. Wissen in einem Museum weiterzugeben und selbständig durch vorbereitetes Lernmaterial zu erforschen. Ich bin davon überzeugt, dass Lernen durch selbständiges Tun funktioniert. Die Methoden der Museumspädagogik erlauben einen neuen Blick auf Lernprozesse. Die Hausarbeit soll herausfinden, welche Effekte bei dem Unterrichtslehrgang in das Heimatsmuseum Oberkirch zum Thema "ländliche Kleidung in Oberkirch im 19. Jahrhundert" zu Lernprozessen beitragen.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Bedingungsanalyse
3.1. Sachanalyse
3.1.1. Begriffserklärung außerschulisches Lernen
3.1.2. Museumspädagogik
3.1.3. Alltagskultur im Heimatmuseum
3.1.4. Ländliche Kleidung in Oberkirch im 19. Jahrhundert
3.1.5. Lernprozesse
3.2. Lernumgebungsanalyse
3.3. Institutionelle Voraussetzung und Lerngruppensituation
3.4. Lernvoraussetzungen
4. Didaktische Analyse
4.1. Thematische Struktur
4.1.1. Thematische Struktur 1
4.1.2. Thematische Struktur 2
4.2. Bezug zu den Bildungsplänen
4.3. Elementarisierung des Lehrinhalte mit Blick auf die Schüler
4.4. Begründung der Bildungsinhalte
4.5. Lernchancen und Kompetenzen
5. Methodische Analyse
5.1. Methodisches Grundkonzept
5.2. Lernstrategien
5.3. Sozialform
5.4. Personaleinsatz
5.5. Organisatorisches
5.5.1. Formalitäten und Zeitplanung
6. Kurze Unterrichtskizze
7. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit außerschulischen Lernens in einem Museum auf Lernprozesse im Fach Alltagskultur und Gesundheit, wobei der Fokus auf dem Thema „ländliche Kleidung in Oberkirch im 19. Jahrhundert“ liegt.
- Analyse der Wirksamkeit außerschulischer Lernorte
- Erforschung der ländlichen Kleidung im 19. Jahrhundert
- Didaktische Reduktion für eine heterogene Lerngruppe (Kooperationsklasse)
- Handlungsorientierter Unterricht als methodische Grundlage
- Einsatz von Arbeitsheften im Museumskontext
Auszug aus dem Buch
3.1.5. Lernprozesse
Welche Lernprozesse im Museum stattfinden können werde ich nun aufführen. Lernen findet in Lernprozessen statt. Dabei wird der Prozess des Lernens als der Weg verstanden. Auf diesem Weg werden Lernerfahrungen gemacht. (Vgl. Adelsberger/ Ehlers 2012) Lernerfahrung findet durch das Aufsuchen von außerschulischen Lernorten, wie in dieser Hausarbeit das Heimatsmuseum Oberkirch satt. In diesem Zusammenhang können vor allem solche Orte, wie das Museum, mit dem die Kinder bisher kaum oder gar keinen Kontakt hatten, neue Handlungs- und Erfahrungsfelder öffnen und ihnen neue Lernmöglichkeiten bieten bzw. diese erweitern. (Vgl. Feyand 2004) Somit ermöglicht die Schule durch das außerschulische Lernen gleichzeitig ein „erfahrungsorientiertes Lernen“ (Burk & Claussen 1980, S. 20). Durch die Nutzung außerschulischer Lernorte kommen die Schüler in den direkten Kontakt mit dem Lerngegenstand. Dabei können sie Phänomene und Prozesse selbstständig und bewusst wahrnehmen und erleben, wodurch bestimmte Zusammenhänge viel klarer und verständlicher werden.
Ein weiterer Aspekt ist, dass die Schüler an außerschulischen Lernorten eigenaktiv, selbstständig und selbsttätig ihr Wissen erwerben und bestimmte Kompetenzen entwickeln und ausbauen können. Durch das aktive Handeln, das Stellen von Fragen, Forschen und das Beobachten können sie sich dem Lerngegenstand nähern und ihn erschließen. Demnach ermöglichen außerschulische Lernorte forschendes und entdeckendes Lernen, was häufig einen großen Lernerfolg mit sich bringt. Dies erleichtert ihnen außerdem, das Gelernte auf neue Sachverhalte und Situationen zu übertragen und ihr angeeignetes Wissen langfristig zu behalten. (Vgl. Feyand 2004) Außerschulisches Lernen kann ebenfalls die Sozialkompetenz fördern. Sowohl Schüler untereinander als auch Schüler und Lehrkraft begegnen sich an außerschulischen Lernorten auf einer anderen Ebene. So werden Sozialformen wie Partnerarbeit genutzt, sodass sich die Schüler in ihrer Kooperationsfähigkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Rücksicht, Höflichkeit und Solidarität zeigen müssen und diese sozialen Fähigkeiten gleichzeitig ausbauen und verbessern können. (Vgl. Dühlmeier 2010, S. 28) Durch das Verlassen des Klassenraumes und das Lernen an anderen Orten bekommen die Schüler die Möglichkeit, in offenen Unterrichtsformen zu arbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des außerschulischen Lernens als notwendige Ergänzung zum traditionellen Unterricht und führt in das spezifische Thema der ländlichen Kleidung des 19. Jahrhunderts ein.
3. Bedingungsanalyse: In diesem Kapitel werden die sachanalytischen Grundlagen, die Lernumgebung und die Voraussetzungen der Lerngruppe detailliert dargelegt.
4. Didaktische Analyse: Hier erfolgt die Einordnung in die Bildungspläne sowie die didaktische Reduktion der Inhalte mit Fokus auf die spezifischen Bedürfnisse der Schüler.
5. Methodische Analyse: Dieses Kapitel erläutert das methodische Grundkonzept des handlungsorientierten Unterrichts und die damit verbundenen Sozialformen und Strategien.
6. Kurze Unterrichtskizze: Die Unterrichtskizze stellt den konkreten zeitlichen und inhaltlichen Verlauf des Museumsbesuchs grafisch und strukturell dar.
7. Fazit und Ausblick: Das Fazit reflektiert den Wert des Projekts für die Schüler und zieht ein Resümee über die Eignung des Heimatmuseums als Lernort.
Schlüsselwörter
Außerschulisches Lernen, Museumspädagogik, Alltagskultur, Ländliche Kleidung, 19. Jahrhundert, Heimatmuseum, Kooperationsklasse, Handlungsorientierter Unterricht, Lernprozesse, Didaktische Analyse, Sonderpädagogik, Textilien, Wissensaneignung, Didaktische Reduktion, Schüleraktivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Konzeption und Umsetzung eines außerschulischen Lerngangs in das Heimatmuseum Oberkirch für eine Kooperationsklasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das außerschulische Lernen, die Museumspädagogik, die historische Alltagsbekleidung im 19. Jahrhundert und die Gestaltung von Lernprozessen für heterogene Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Wirksamkeit des außerschulischen Lernens in einem Museum auf die Lernprozesse der Schüler im Fach Alltagskultur und Gesundheit zu erforschen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine handlungsorientierte Didaktik und führt eine Bedingungs-, Didaktische- sowie Methodische Analyse durch, um den Unterrichtsbesuch vorzubereiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des außerschulischen Lernens, die Sachanalyse zur ländlichen Kleidung, didaktische Überlegungen zur Reduktion der Inhalte sowie die methodische Planung des Museumsbesuchs behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Außerschulisches Lernen, Museumspädagogik, Handlungsorientierter Unterricht und Kooperationsklasse.
Warum ist das Heimatmuseum Oberkirch als Lernort gewählt worden?
Das Museum dient als überschaubarer Lernort, der durch das Alte Rathaus Einblicke in die lokale Geschichte und das Brauchtum des Renchtals ermöglicht.
Wie werden die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler berücksichtigt?
Durch den Einsatz von Differenzierungsmaßnahmen wie Arbeitsheften, der Unterstützung durch Fachpersonal und der Nutzung des AnyBook Readers für Schüler mit geistigem Förderbedarf wird die Heterogenität der Klasse berücksichtigt.
- Arbeit zitieren
- Giulia Valter (Autor:in), 2016, Ländliche Kleidung in Oberkirch im 19. Jahrhundert. Außerschulisches Lernen mit einer Kooperationsklasse in einem Museum (Kunst 3. Klasse Grundschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/355925