Sport als Therapiemittel bei Suchterkrankungen


Referat / Aufsatz (Schule), 2017
12 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definition Suchterkrankung

Suchtentstehung und Verlauf

Suchtsymptome

Suchtgründe

Suchtarten

Verbreitung Suchterkrankungen

Auswirkungen einer Sucht

Allgemeine Suchttherapie

Definition Sport -und Bewegungstherapie

Warum eine Sporttherapie bei Suchterkrankten?

Ziele einer Sport -und Bewegungstherapie mit dem Hintergrund der Sucht

Inhalte und Methoden der Sport -und Bewegungstherapie

Gefahr - Sport als Ersatzdroge

Praxisbeispiel - Sporttherapie als Methode der Suchttherapie

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Quellenverzeichnis Inhalt

Quellenverzeichnis Abbildungen

Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema: „Sport als Therapiemittel bei Suchterkrankungen.“

Ich beginne mit dem Thema Suchterkrankungen und erläutere neben einer Definition, die Suchtentstehung und den Verlauf, sowie Symptome und Gründe hierfür. Außerdem folgt eine kurze Aufstellung, welche Suchtarten es gibt, die Verbreitung und wie die Auswirkungen der Sucht sind. Danach hebe ich den Schwerpunkt auf die Suchttherapie. Ich erläutere, was eine Sport -und Bewegungstherapie ist und warum sie bei Suchterkrankten verwendet wird. Desweiteren welche Ziele, Inhalte und Methoden die Therapie hat, aber auch wie Sport zur Ersatzdroge werden kann.

Definition Suchterkrankung

Sucht ist ein umgangssprachlicher Begriff und ein Synonym für Abhängigkeit. Suchterkrankung ist die Sucht nach einer bestimmten Substanz oder einem Verhalten, um einen bestimmten Zustand zu erlangen. Dabei haben die betroffenen Personen keine eigene Kontrolle mehr über ihr Verhalten, sie stehen unter einem Zwang. Die Sucht beeinträchtigt die Persönlichkeit und das Verhalten des Betroffenen und zerstört auch soziale Bindung und soziale Chancen der Individuen.

Suchtentstehung und Verlauf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Teufelskreis

Das Entstehen einer Sucht ist meistens ein schleichender Prozess. Der Prozess beginnt mit einem Auslöser, wodurch Suchtmittel eingenommen oder ein bestimmtes Verhalten ausgeführt wird. Auslöser können Persönlich- keitsprobleme und Umgebungsfaktoren, wie die soziale Situation sein. Daraufhin erfolgt wiederholtes Einnehmen einer Substanz, z.B. Cannabis oder Ausführen von Verhaltens- weisen, z.B. erneutes Spielen in einer Spielhalle. Der Gebrauch wird zur Gewohnheit. Danach kommt es zu Missbrauch, es fehlt die Kontrolle und meistens tritt eine psychische und physische Abhängigkeit ein. Am Ende ist so eine zwanghafte Sucht entstanden. Dieses erkennt man z.B. an dem unwiderstehlichen Verlangen. Es bildet sich ein sogenannter Teufelskreis (Abb.1), aus denen die Betroffenen nur schwer ohne Hilfe wieder herauskommen.

Es treten durch die Abhängigkeit unterschiedliche psychische, körperliche und soziale Folgen auf. Der Betroffene muss erkennen, dass er süchtig ist, erst dann ist eine Therapie möglich.

Suchtsymptome

Bei einer Sucht bzw. Abhängigkeit gibt es ganz deutliche psychische und körperliche Symptome.

Psychische Abhängigkeit

Personen, die süchtig sind, haben ein bestimmtes Verhalten oder benötigen eine Substanz in regelmäßigen Abständen. Sie haben eine psychische Abhängigkeit durch das starke und unwiderstehliche Verlangen nach der Substanz oder dem Verhalten. Außerdem entwickeln sie eine sogenannte Toleranz, d.h. es werden immer größere Mengen benötigt, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Insgesamt wird die Kontrollfähigkeit über Menge, Zeitpunkt, Dauer und der Zufuhr vermindert. Süchtigen gelingt es nicht die Einnahme zu vermindern. Es tritt eher das Gegenteil ein, ein Gewöhnungseffekt, wodurch Süchtige immer höhere Mengen benötigen um den gewünschten Zustand zu erreichen.

Körperliche Abhängigkeit

Die Sucht braucht täglich die Droge oder das Verhalten täglich und dadurch treten Begleiterscheinungen auf. Dazu zählen Interessenverlust, Stimmungsschwankungen, Gleichgültigkeit, ängstliche Unruhe, Spannung, Schwitzen, Übelkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen, neurologische Ausfälle wie z.B. Gleichgewichtsstörungen, unkontrolliertes Zittern, Krampfanfälle etc.

Die körperliche Abhängigkeit wird ebenfalls sehr deutlich, wenn bei einer Nichteinnahme von Substanzen oder Ausführung bestimmten Verhaltens sogenannte Entzugssymptome auftreten, wie z.B. Zittern oder Schwitzen, Aggressivität und die Isolation gegenüber anderen Personen oder dem sozialen Umfeld.

Suchtgründe

Für eine Suchterkrankung gibt es zahlreiche Ursachen und sie sind bei jedem Betroffenen ganz individuell. Es handelt sich um biologische, psychologische und soziale Faktoren, die den Betroffenen beeinflussen.

Körperliche Gewöhnung

Nach einer bestimmten Einnahmezeit einer Substanz oder wiederholten Verhaltens tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Das bedeutet, dass der Körper sich an die regelmäßige Substanzeinnahme oder an das Verhalten gewöhnt und bei Substanzen mit der Zeit den Stoff beschleunigt abbaut. Deshalb wird die Substanz in immer höheren Mengen eingenommen.

Persönliche Probleme

Oftmals stehen Betroffene unter starken Stress, z.B. bei der Arbeit und versuchen mit dem Konsum von Stoffen oder Verhaltensweisen diesen Stress abzubauen und sich abzulenken.

Persönliche Umgebungsfaktoren

Das häusliche Umfeld hat Einfluss auf die Entwicklung einer Sucht. Die Eltern haben einen Vorbildcharakter für die Kinder, d.h. die Kinder orientieren sich an den Eltern und den Verhaltensweisen, die sie zu Hause erleben. Wenn Kinder erleben, dass Eltern ihre Probleme z.B. durch Drogenkonsum lösen, werden oftmals die Kinder es später ihren Eltern nachahmen. Außerdem verarbeiten abhängige Personen im älteren Alter oftmals Erfahrungen, die sie als Kind im Elternhaus gemacht haben. Dazu gehört eine mangelnde Fürsorge, Gewalt, Missbrauch, Kindheitstraumen, aber auch eine desolate Familienstruktur.

Soziokulturelle Faktoren

Gesellschaftliche Einflüsse können ebenfalls die Ursache für eine Sucht sein. Bei Jugendlichen kommt es oft durch den Gruppenzwang zur Einnahme von Drogen. Die Jugendlichen möchten Anerkennung und Beliebtheit erreichen, sowie die eigene Unsicherheit z.B. mit der Drogeneinnahme überspielen. Erreicht der Jugendliche durch die Drogeneinnahme seine Ziele, wie z.B. Anerkennung in der Gruppe, wird der Konsum verstärkt und führt schnell zu einer Abhängigkeit.

Zu erwähnen ist ebenfalls, dass das Zugreifen auf Drogen, speziell auch auf illegale Drogen und das Ausführen von bestimmten Verhaltens, in der Stadt einfacher als in ländlichen Gebieten ist.

Suchtarten

Insgesamt gibt es viele verschiedene Suchtarten. Dabei wird unterschieden in die substanzbezogene (Tabelle 1) und die verhaltensbezogene Abhängigkeit

(Tabelle 2). Bei der substanzbezogenen Abhängigkeit ist der Betroffene abhängig von einem bestimmten Suchtmittel. Bei diesen Suchtmitteln wird durch das BtMG (Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln) in legale und illegale Suchtmittel unterschieden. Es handelt sich bei der verhaltensbezogenen Abhängigkeit um Verhaltensweisen mit Suchtcharakter, z.B. Spielsucht, Kaufsucht usw.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 - Substanzgebundene Abhängigkeit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2 - Nicht substanzgebundene Abhängigkeit

Verbreitung Suchterkrankungen

Insgesamt sind Sucht- krankheiten sehr weit verbreitet und in den letzten Jahren stieg die Anzahl der Erkrankten. Der Grund für die Steigerung der Zahl der Betroffenen ist zurückzu- führen auf den immer hektischeren Alltag und auch die ansteigenden Anforderungen, wie im Berufsalltag, zurückzu- führen. Neben den Be- troffenen sind auch die Angehörigen mit betroffen. Aus der Suchttorte (Abb.2) ist die Substanz- abhängigkeit und die Verhaltenssüchte in Deutschland zu erkennen. In Deutschland sind 4,2 Millionen Menschen Tabakabhängig und 4 Millionen Kaufsuchtgefährdet. 2 Millionen Menschen sind Internetsüchtig und 1,7 Millionen sind Alkoholabhängig. Außerdem gibt es 1,5 Millionen Medikamentenabhängige, 700.000 Ess-/Brech- und Magersüchtige, 500.000 Sexsüchtige, 300.000 Drogenabhängig und 220.000 Glücksspielsüchtige.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Suchttorte Deutschland

Auswirkungen einer Sucht

Eine Abhängigkeit ist nicht nur für die Betroffenen belastend, sondern auch für die Angehörigen. Die Sucht führt psychische Probleme mit sich, die z.B. zu Depressionen und Persönlichkeitsveränderungen führen. Weitere Auswirkungen sind die zahlreichen körperlichen Schädigungen im ganzen Körper, die auch zum Tod führen können. Um die Sucht überhaupt finanzieren zu können, rutschen viele Betroffene in die Kriminalität ab oder nehmen Kredite auf, Somit zieht eine Sucht auch juristische Folgen mit sich. Zudem vernachlässigen betroffene Personen ihren Beruf, welches bis zur Kündigung führen kann. Jugendlichen ist die Schule, insbesondere ihre Noten unwichtig. Natürlich gibt es auch soziale Folgen einer Sucht. Personen ziehen sich aus ihren Freundeskreis und aus Partnerschaften zurück. Sie haben gar keine zwischenmenschlichen Beziehungen mehr und wenn dann nur zu anderen Süchtigen

Allgemeine Suchttherapie

Die Therapie gliedert sich grundsätzlich in verschiedene Phasen: Kontakt- und Motivationsphase, Entgiftungsphase (körperlicher Entzug), Entwöhnungsbehandlung, Nachsorge- und Rehabilitationsphase und Rückfallvorbeugung. Sie ist aber dennoch immer ganz individuell. Ein wichtiger Teil sind dabei Vertrauenspersonen z.B. Arzt und Angehörige, ambulante Einrichtungen, Fachkliniken und Selbsthilfegruppen. Angehörige sollten bestenfalls mit in die Behandlung der Sucht einbezogen werden.

Kontakt- und Motivationsphase

Der erste Schritt ist, dass die Betroffenen ihre Sucht erkennen und sich bewusst sind, dass sie Hilfe durch z.B. eine Therapie benötigen. Die Patienten sollen motiviert werden, dass sie sich dem Kampf gegen die Abhängigkeit stellen.

Entgiftungsphase

In der zweiten Phase treten je nach Abhängigkeit bestimmte Entzugserscheinungen auf. Oftmals findet der Entzug in einer Fachklinik statt, weil die Entzugserscheinungen durchaus gefährlich sein können. Außerdem muss auch auf die psychischen Symptome der Betroffenen geachtet werden.

Entwöhnungsphase

In dieser Phase ist das Hauptaugenmerk, dem Betroffenen zu zeigen, wie er auch ohne Substanz oder Verhalten leben kann. Personen wird gezeigt, wie sie ohne Abhängigkeit mit Konflikten umgehen und den Alltag bewältigen können. Außerdem lernen sie, wie sie Beziehungen und ein soziales Umfeld aufbauen in einem konsumfreien Bereich aufbauen. Außerdem wird erlernt, dass Abhängige Gefühle und Stimmungen akzeptieren und damit umgehen können.

Nachsorge-und Rehabilitationsphase

Die Abhängigen sollen langfristig stabilisiert werden, um einen Rückfall zu verhindern. Dafür werden sie durch Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Sozialarbeitern unterstützt. Wichtig ist der Wiedereinstieg in den Beruf, aber auch die Hilfe wieder ins gewohnte und soziale Umfeld zurückzufinden. Es wird dabei geholfen alltägliche Probleme zu bewältigen. Um dem Rückfall vorzubeugen gibt es Selbsthilfegruppen. Betroffene können sich mit Gleichgesinnten austauschen, gemeinsam Probleme bewältigen und Mut für die Zukunft gewinnen.

Definition Sport -und Bewegungstherapie

Der De Der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V. hat Sportund Bewegungstherapie wie folgt definiert:

„Sport - und Bewegungstherapie ist ärztlich indizierte und verordnete Bewegung mit verhaltensorientierten Komponenten, die vom Therapeuten geplant, dosiert, gemeinsam mit dem Arzt kontrolliert und mit dem Patienten alleine oder in der Gruppe durchgeführt wird.“ (Internetquelle 03).

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sport als Therapiemittel bei Suchterkrankungen
Autor
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V356133
ISBN (eBook)
9783668461628
ISBN (Buch)
9783668461635
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sport, therapiemittel, suchterkrankungen
Arbeit zitieren
Laura Kutscher (Autor), 2017, Sport als Therapiemittel bei Suchterkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356133

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